Neue Straßenbahn für Bremen

Die erste von insgesamt 77 neuen Straßenbahnen hat am 31. März Bremen erreicht. Vier Nächte lang ist das rund 37 Meter lange, 2,65 Meter breite und fast 48 Tonnen schwere Fahrzeug mit einem Tieflader vom Siemens Mobility-Werk in Wien zur Bremer Straßenbahn AG (BSAG) an den Flughafendamm transportiert worden. In den kommenden Wochen und Monaten wird das moderne Fahrzeug von den Experten der BSAG im Rahmen des anstehenden Zulassungsverfahrens ausgiebig getestet, bevor es voraussichtlich im Sommer 2020 erstmals mit Fahrgästen an Bord durch die Hansestadt fährt.

„Für den Nahverkehr in Bremen beginnt damit eine neue Ära“, betont Hajo Müller, kaufmännischer Vorstand und Vorstandssprecher der BSAG. Im Jahr 2011 war zum letzten Mal eine neue Straßenbahn an die BSAG geliefert worden, damals noch vom Typ Bombardier Flexity Classic. Die 77 neuen Fahrzeuge werden von Siemens in Wien gebaut und basieren auf dem Fahrzeugtyp Avenio, sind aber auf die Bremer Bedürfnisse angepasst worden, insbesondere im Hinblick auf die Barrierefreiheit: Unter anderem ist eine siebte Fahrgasttür eingeplant worden, welche die Erreichbarkeit des zweiten Rollstuhlstellplatzes erleichtert. Natürlich gibt es auch den bekannten Bremer Hublift. Dieser ist auch in den neuen Fahrzeugen verbaut und wie gewohnt an Tür 2 zu finden. Die Bremer Variante des Avenio hat die BSAG auf den Namen „Nordlicht“ getauft.

Bremer Fahrgäste erwartet ein hochmodernes Fahrzeug. Infotainment-Systeme auf Monitoren informieren nicht nur über bevorstehende Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten, sondern auch über das aktuelle Tagesgeschehen. Bei der Konstruktion der neuen Straßenbahn ist auch das veränderte Nutzungsverhalten der Fahrgäste berücksichtigt worden. „Wir haben insgesamt acht sogenannte Mehrfachnutzungsflächen eingeplant, da immer mehr Menschen mit Rollatoren und Kinderwagen unterwegs sind“, erklärt Müller. Dank Klappsitzen können diese Bereiche aber auch zum Sitzen genutzt werden.

Bedeutender Schritt für die Verkehrswende

„Bremen investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro in den modernen ÖPNV. Jetzt ist die erste von 77 neuen Straßenbahnen endlich da. Das freut mich sehr. Das bedeutet in Zukunft mehr Passagiere pro Bahn, mehr Komfort für die Fahrgäste und eine deutliche Entlastung für die BSAG“, erklärt Maike Schaefer, Bürgermeisterin sowie Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. Dies sei „ein sehr positiver und bedeutender Schritt, die Verkehrswende in Bremen voran zu treiben. Vor allem, wenn man die neuen Straßenbahnen auch noch zusammenbringt mit den geplanten Verlängerungen der Linie 1 und 8 sowie der Querverbindung Ost und potenziell weiteren Verlängerungen in die Überseestadt, Woltmershausen oder nach Osterholz. Und ein moderner Nahverkehr ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor für eine Stadt wie Bremen“, so die Aufsichtsratsvorsitzende der BSAG.

Quelle: Newstix; Foto: BSAG

Corona-Krise: Güterbahnen von Schienenmaut befreien

Die Wettbewerbsbahnen im Schienengüterverkehr fordern die Bundesregierung auf, die Schienenmaut für Güterzüge während der Corona-Krise auszusetzen. „Einige unserer Mitgliedsunternehmen berichten, dass Transporte von der Schiene aus Preisgründen auf die Straße zurückverlagert werden, weil es anscheinend keinen Mangel an Lkw-Fahrern sowie freien Kapazitäten mehr gibt“, erläutert Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE).

Auch in der Corona-Krise sollte aber der Bund das gesellschaftliche Ziel der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene nicht aus dem Auge verlieren. „Die Güterbahnen haben schon zu Beginn der Krise erklärt, dass sie mehr leisten können; aus Handel und Industrie kam bisher jedoch wenig zusätzliche Nachfrage.“ Der Bund dürfe es nicht zulassen, dass auch bisher profitable Güterbahnen, die unter dem Rückgang der Industrieproduktion leiden, unverschuldet in Finanznot geraten. „Auch die verladende Wirtschaft darf eigentlich kein Interesse daran haben, dass durch Corona der bunte Markt der Güterbahnen wieder ärmer wird“, betont er. „Im Aufschwung nach der Krise wird sie diese Unternehmen benötigen.“

Mit der 2018 gestarteten Trassenpreisförderung im Güterverkehr (TraFöG) existiert laut Westenberger bereits ein eingespielter Mechanismus zwischen Bund, DB Netz und den Güterbahnen, der sehr schnell und bürokratiearm in dieser Ausnahmesituation reagieren könne. Nötig sei es lediglich, den Fördersatz von derzeit 47 Prozent auf 100 Prozent zu erhöhen. „Mit diesem Instrument wird die Arbeit der Güterbahnen gestützt und nicht ihr Stillstand. Zugleich behalten wir die Klimaschutzziele im Blick.“ 

Weiter regt das NEE an, ähnlich wie im Straßengüterverkehr die Fristen für die medizinischen und psychologischen Untersuchungen zum Erhalt der Triebfahrzeugführerscheine sowie für Tauglichkeitsbescheinigungen und Nachschulungen auszusetzen. „In der Corona-Krise sollten sich die Güterbahnen voll auf ihr operatives Geschäft konzentrieren können und von Bürokratie möglichst entlastet werden.“

Schließlich fordert der Verband, sämtliche Unternehmen in der Wertschöpfungskette des Schienengüterverkehrs zweifelsfrei der Kritischen Infrastruktur im Sinne des Wirtschaftsstabilisierungsfonds zuzuordnen, damit auch mittelgroße Unternehmen mit elf bis 249 Mitarbeitern im Bedarfsfall unbürokratisch unterstützt werden können.

Quelle: NEE; Foto: DB AG

Abstand in Bus und Bahn ermöglichen

Volle Busse und Bahnen sind in der Corona-Krise ein großes Sicherheitsrisiko. Einige ÖPNV-Unternehmen verkürzen ihren Fahrplan derzeit drastisch und riskieren so gefährliches Gedränge in den Fahrzeugen. Der ökologische Verkehrsclub VCD appelliert an die Verkehrsbetriebe, ausreichend Abstand zum Schutz der Fahrgäste zu ermöglichen.


Philipp Kosok, VCD-Sprecher für ÖPNV: “Man kann sich leicht vorstellen, wie schwierig die Situation aktuell auch für die Verkehrsbetriebe ist. Die Fahrpläne dürfen aber trotz gesunkener Fahrgastzahlen nicht zu stark ausgedünnt werden. Der ÖPNV ist für viele Menschen unersetzlich. Sie müssen auch in Bus und Bahn den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten können. Wenn Fahrgäste im Bus direkt nebeneinandersitzen müssen ist es zu voll!” 

Ein einheitliches Vorgehen gibt es derzeit nicht. Während einige Städte in Nordrhein-Westfalen den Takt stark ausgedünnt haben, fahren etwa die öffentlichen Verkehrsmittel der Münchener Verkehrsgesellschaft fast wie gewohnt. Wie viele Busse und Bahnen gebraucht werden, muss aus Sicht des VCD individuell nach Region und aktuellem Verkehrsaufkommen entschieden werden. 


Philipp Kosok: „Viele Verkehrsbetriebe machen gerade mit dem Samstags- oder dem Ferienfahrplan gute Erfahrungen und ermöglichen ihren Fahrgästen so, den gebotenen Abstand einzuhalten. Länder und Kommunen müssen sie dabei schnell und konsequent unterstützen. Dies ist nicht die Zeit am ÖPNV zu sparen. Das heißt dann eben, lieber auch mal warme Luft durch die Gegend zu fahren, bevor sich Menschen in volle Fahrzeuge drängen müssen. Natürlich muss auch das Fahrpersonal bestmöglich geschützt werden, um das Angebot weiterhin aufrecht erhalten zu können. Einstieg an der ersten Bustür und Fahrkartenkauf beim Fahrer sollten jetzt tabu sein“.

Quelle: VCD; Foto: Pixabay

Thema der Woche: Lebensadern offen halten

Das Coronavirus SARS-CoV-19 schränkt das öffentliche Leben derzeit stark ein. Besonders der Personennahverkehr muss jedoch weiter gewährleistet sein. Sonderfahrpläne fangen Personalmangel auf, führen aber teilweise zu vollen Bussen und Bahnen – und damit zu einem erhöhten Ansteckungsrisiko.

Die Bahnbranche reagiert auf die angemessene Kritik, die etwa auch der Spiegel aktuell hervorbringt, und hält genrell in der Krise eng zusammen.

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rail³ als erster privater NoBo in Deutschland anerkannt

Die rail³ GmbH mit Standorten in Salzgitter und Nürnberg vor Kurzem vom Eisenbahn-Bundesamt als Benannte Stelle (Notified Body) anerkannt worden – als erstes privates Unternehmen in Deutschland.

Die Anerkennung erstreckt sich auf TSI-Konformitätsbewertungen nach der Richtlinie (EU) 2016/797. Verbunden damit hat das Eisenbahn-Bundesamt rail³ auch als Bestimmte Stelle (Designated Body) zur Bewertung der Nationalen Notifizierten Technischen Regeln (NNTR) anerkannt.

rail³ deckt nun als Konformitätsbewertungsstelle die Tätigkeitsgebiete Eisenbahnfahrzeuge, Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung ab. rail³ bietet ihren Kunden somit einen umfassenden Service im Rahmen der europäischen und nationalen Zertifizierung und Bewertung im Bereich Bahntechnik an.

Weitere Informationen zur Anerkennung finden sich im Internet unter www.rail3.eu und auf der Website des Eisenbahn-Bundesamtes www.eba.bund.de.

Quelle: rail³; Foto: Pixabay

VDB fordert schnelle Hilfe für Unternehmen

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VBD) stellte heute seine Drei-Punkte-Erklärung vor. Demnach habe die Gesundheitsvorsorge für die Bahnindustrie in Deutschland höchste Priorität. Man unternehme maximale Anstrengungen für die bestmögliche Gesundheitsschutzvorsorge der Mitarbeiter. Hierfür werden drastische Maßnahmen inklusive auch der Einstellung von Produktionen ergriffen. Unter diesen Maßgaben wisse die Bahnindustrie in Deutschland um ihre gesellschaftliche Verpflichtung als systemkritische Industrie.

1. Die Bahnindustrie wird alles daransetzen, die systemrelevante Funktionsfähigkeit der Schiene stabil zu sichern.

Systemhäuser und Mittelstand arbeiten im VDB eng zusammen mit dem Ziel, die systemkritische Funktionsfähigkeit der Schiene stabil und möglichst umfassend zu erhalten. Das gelte insbesondere für die Wartung im Schienengüterverkehr, für die Ersatzteilversorgung, für Teile der Produktion, für Baustellen, Inbetriebsetzung und Instandhaltung der betriebsrelevanten Bahninfrastruktur . „Die Lieferkette der Bahnindustrie ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Deshalb sind belastbare Cluster essentiell. Die starke Verantwortungsallianz von Industrie, Betreibern, Kunden, Behörden und Politik ist entscheidend für die Betriebssicherheit der Schiene. In der Krise muss und kann der Schienensektor das Rückgrat einer stabilen Grundversorgung sein.“, betonte VDB-Präsident Michael Fohrer.

2. Die Bahnindustrie braucht einen Schutzschild, der schnell die Strukturen der Industrie schützt

Die Bahnindustrie dankt der Politik für den Nachtragshaushalt 2020 und den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Aber doppelt hilft, wer schnell hilft: Die Gelder dürfen nicht in einem Dickicht von komplexen Verfahren steckenbleiben. Kredite müssen sofort fließen. Denn viele mittelständische und auch große Unternehmen der Bahnindustrie brauchen jetzt Liquidität. Alle Beteiligten müssen mit Hochdruck daran arbeiten, dass die Mittel bei den Firmen und Beschäftigten ankommen. Die KfW-Garantieerklärungen liegen verbindlich vor. Hausbanken und andere Finanzierungspartner können und müssen die Gelder rasch auszahlen. Gleichzeitig sind die Regeln der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), wo nötig, dringend anzupassen. In begründeten Fällen – bei weiteren Verzögerungen auch generell – ist eine temporäre 100 Prozent Haftung des Staates für Kredite entscheidend.

Die ökonomischen Folgen der Krise sind auch in der Bahnindustrie immens. Ein breiter Rettungsschirm muss die 53.000 Beschäftigten dieser Zukunftsindustrie unterstützen. Von der Beantragung von Kurzarbeitergeld bis zu Kreditvergaben helfen in dieser Zeit nur : pragmatische, vereinfachte und unbürokratische operative Prozesse. Richtig ist die Möglichkeit einer zinsfreien Stundung von Einkommens-, Körperschafst- und Umsatzsteuer sowie der Erstattung von Sondervorauszahlungen. Auch die Option, Sozialversicherungsbeiträge zinsfrei zu stunden, hilft.

Der industrielle Mittelstand muss nun – wie große und kleinere Unternehmen – dringend krisenfest unterstützt werden. Insbesondere KMU benötigen kurzfristig Überbrückungskredite mit gut händelbaren Konditionen „Das Spektrum der Kreditnehmer im Rahmen des WSF muss auch den Mittelstand umfassen. Für Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind auch pauschalierte und an der Zahl der Beschäftigten orientierte temporäre Zuschüsse ein sofort wirksames und deshalb jetzt notwendiges Instrument“, betont VDB-Präsident Michael Fohrer.

Die Bahnindustrie muss als Exportindustrie manövrierfähig bleiben, weshalb die Exportkreditversicherung sowohl stabil bleiben als auch temporär auf EU- und OECD-Länder erweitert werden muss.

3. Politik und Industrie müssen sich strategisch auf den Wiederhochlauf nach der Krise vorbereiten.

Ziel der finanziellen Hilfen muss es sein, die Krise zu überbrücken und damit auch unversehrte industrielle Wertschöpfungsnetze für die Zeit nach der Krise zu erhalten. Dafür müssen die Unternehmen der Bahnindustrie mit ihren Beschäftigten voll funktionsfähig bleiben und Insolvenzen unbedingt verhindert werden. Nur so können die langfristigen, strategischen Folgen nach der Krise limitiert werden. Die gesamte Lieferkette ist zum Wiederhochfahren der Fertigung unverzichtbar. Deshalb muss es gelingen, die Strukturen unserer Zukunftsindustrie zu sichern, um nach der Krise den kraftvollen Re-Start für klimaschonende Mobilität zu ermöglichen. Diesem Ziel ist die Bahnindustrie in Deutschland fest verpflichtet.

Quelle: VBD; Foto: Pixabay

DB Netz nimmt Güterbahnen schwere Last von den Schultern

Die jahrelange Rechtsunsicherheit bei Trassenpreisen für Güterzüge hat ein Ende: Die DB Netz AG hat gegenüber ihren Kunden erklärt, dass sie ihre Klagen gegen die Bundesnetzagentur wegen nicht genehmigter Trassenpreiserhöhungen für Güterzüge zurückzieht.

 „Wir freuen uns außerordentlich über diesen kundenfreundlichen Schritt“, sagte Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), und bedankte sich ausdrücklich bei DB Netz. „Damit entfallen Nachzahlungsrisiken bei den Güterbahnunternehmen von deutlich mehr als 100 Millionen Euro, das ist mehr als ihr Jahresgewinn zusammen. „Das Ende der Rechtsunsicherheit hilft den Güterbahnen, in diesen anspruchsvollen Wochen nach vorne zu schauen und sich ganz darauf zu konzentrieren, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und mehr Verkehr auf die Schiene zu holen.“

Jahrelanges Tauziehen beendet

Die Rücknahme der Klagen beendet ein jahrelanges Tauziehen mit der für die Genehmigung der Trassenpreise zuständigen Bundesnetzagentur. Im Februar 2017 hatte die Bundesnetzagentur erstmalig entschieden, die von der DB Netz AG für das Fahrplanjahr 2017/18 zur Genehmigung vorgelegten Schienenmautsätze nur mit Änderungen zu genehmigen. Statt 2,98 Euro genehmigte die Behörde wegen des harten Wettbewerbsdrucks nur 2,83 Euro pro Kilometer für den sogenannten Standard-Güterzug. Zugleich wurden die Trassenpreise für andere Güterzugarten leicht und für den Schienenpersonenfernverkehr etwas stärker erhöht.

Diese Entscheidung der Wettbewerbshüter hatten das bundeseigene Infrastrukturunter-nehmen und DB Fernverkehr vor dem Verwaltungsgericht Köln angefochten. Dort war aber bis zuletzt noch nicht einmal eine mündliche Verhandlung angesetzt. Auch in den Folgejahren klagten DB-Unternehmen gegen die von der Bundesnetzagentur nach unten korrigierten Güterzug-Trassenpreise.

Systemfehler beseitigen

Unabhängig von der aktuellen Rücknahme der Klage fordert der Verband der Wettbewerbsbahnen die Politik auf, die Systemfehler im Eisenbahnregulierungsgesetz (ERegG) zu beseitigen. Die im Gesetz geregelte Bildung der Trassenentgelte müsse vollständig reformiert werden. „Die Ursünden sind die Gewinnorientierung der Aktiengesellschaft DB Netz und das Vollkostenprinzip“, sagt Westenberger. Niemand verlange von der Autobahn-GmbH des Bundes oder den Bundeswasserstraßen, dass sie Gewinn erwirtschaften müssen. Das 2016 verabschiedete ERegG billige aber der DB Netz AG zu, dass die Trassenentgelte sämtliche Kosten decken („Vollkostenprinzip“), zuzüglich eines Gewinnaufschlages von bis zu 5,9 Prozent auf das eingesetzte Kapital.

Weiterhin müsse die gerichtliche Überprüfung von Entscheidungen der Netzagentur neu geregelt werden. Der Weg über die Verwaltungsgerichte sei offensichtlich eine Sackgasse. „Sachgerechter wäre ein sektorspezifisches Kartellrecht wie im Energiewirtschaftsgesetz“, sagt Westenberger. „Dann würden die Rechtsbeschwerden beim Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf landen, der mit derartigen Regulierungsthemen gut vertraut ist.“ Damit würde der Rechtsweg im Übrigen auch auf zwei statt drei Instanzen verkürzt.

Quelle: NEE; Foto: DB AG / Volker Emersleben

Danke! Merci! Thank you!

Die Mitarbeiter und Herausgeber des Bahn-Media Verlags und des Bahn-Media Instituts danken den Eisenbahnen und Logistikern, die in diesen schweren Zeiten der Corona-Pandemie weiterhin für Mobilität sorgen und die Logistikketten aufrechterhalten – vom Produzenten bis hin zum Lebensmittelmarkt. Unsere besondere Solidarität gilt den Menschen in ganz Europa – denn Europa ist und bleibt die Zukunft!

Le personnel et les éditeurs de la maison d’édition Bahn-Media et de l’institut Bahn-Media remercient les professionnels du chemin de fer et de la logistique qui continuent à assurer la mobilité et à maintenir les chaînes logistiques – du producteur au marché alimenteaire – en ces temps difficiles de la pandémie de Corona. Notre solidarité particulière va aux citoyens de toute l’Europe – parce que l’Europe est et restera l’avenir!

The staff and editors at Bahn-Media Verlag publishing house and the Bahn-Media Institute would like to thank the railway workers and logistics providers who continue to provide mobility and maintain the logistics chains – from the producer to the food market – in these difficult times oft the corona pandemic. Our special solidarity goes out to people all over Europe: because Europe is and will remain the future!

Bombardier stellt Arbeit in Kanada ein

Bombardier gab bekannt, dass es zur Unterstützung der jüngsten Maßnahmen der Regierungen von Quebec und Ontario zur Eindämmung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie alle nicht wesentlichen Arbeiten in den meisten seiner kanadischen Niederlassungen einstellt. Diese Aussetzung umfasst die Flugzeug- und Schienenproduktionsaktivitäten von Bombardier in den Provinzen Quebec und Ontario und wird bis zum 26. April 2020 andauern.

Mitarbeiter, die von diesen vorübergehenden Stillständen betroffen sind, werden in den Urlaub versetzt, ebenso wie Mitarbeiter der Unternehmenszentrale, deren Unterstützungsfunktionen kurzfristig weniger kritisch sind. Während dieser Urlaubsphase werden der CEO und das Führungsteam von Bombardier auf ihre Bezahlung verzichten. Außerdem haben der Vorsitzende und die Mitglieder des Verwaltungsrates vereinbart, für den Rest des Jahres 2020 ebenfalls auf eine Vergütung zu verzichten. Mit Blick auf diese Änderungen sowie dem unbekannten Verlauf der Pandemie setzt Bombardier außerdem die Gewinnprognosen für 2020 aus.

„Seit dem Ausbruch des Coronavirus hat sich das Unternehmen darauf konzentriert, unsere Mitarbeiter zu schützen, unsere Kunden in diesen schwierigen Zeiten nach besten Kräften zu bedienen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um unser Geschäft langfristig zu schützen“, sagte Pierre Beaudoin, Präsident des Verwaltungsrates. „Zusätzlich zu den heute angekündigten Maßnahmen hat Bombardier alle diskretionären Ausgaben gekürzt, setzt die Arbeiten zum Abschluss der zuvor angekündigten Transaktionen fort und verfolgt zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität.“

Quelle/Foto: Bombardier

Zusammen durch die Krise?

Heute wurde Kritik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) an der Deutschen Bahn AG (DB) laut: Der Bundesvorsitzende Claus Weselsky forderte, das Bahnangebot um die Hälfte zu reduzieren.

Die Kritik kommt zu einem verwunderlichen Zeitpunkt, gestern erst hatte die DB bekannt gegeben, mit der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Pakt geschlossen zu haben. Mit der Vereinbarung „Gemeinsam gegen Corona“ für den Systemverbund Bahn habe man eine Unterstützung für Eltern und die Sicherung von Arbeitsplätzen beschlossen. „Ein wichtiges Signal, dass wir in der Krise zusammenhalten und im Schulterschluss für die DB-Beschäftigten vorangehen“, hatte DB-Personalvorstand Martin Seiler betont.

Mitarbeiter schützen, Bahnbetrieb sichern

Die besondere Systemrelevanz der Berufsgruppen im Eisenbahnverbund bedinge auch, dass die Gesundheit der Mitarbeiter, ihrer Familien sowie der Kunden bestmöglich zu schützen seien. Gleichzeitig müsse der Bahnbetrieb „so lange und gut wie möglich“ aufrecht erhalten werden.

Die Vereinbarung, die bis zum 31. Juli 2020 gilt, gewährleistet daher die Sicherheit der Arbeitsplätze. „Aus Anlass der Corona-Krise wird es keine Kündigungen geben“, sagte Seiler. Daneben wurde für Eltern die Arbeitsbefreiung von bis zu 15 Arbeitstagen bei gleichzeitiger Lohnfortzahlung vereinbart, um die Kinderbetreuung bei Kita- und Schulschließung zu ermöglichen. Auch sollen Arbeitszeiten unbürokratisch ausgeglichen oder nachgearbeitet werden können. Allerdings seien sich GDL, EVG und DB einig, dass in manchen Bereichen Kurzarbeit nötig sei. Diese erfolge aber auf der Basis von tariflichen oder tarifvertraglichen und betrieblichen Regelungen und werde nur mit Zustimmung des Betriebsrats eingeführt.

Doch generell gelte: Soweit den Beschäftigten die Arbeitsleistung infolge der Corona-Krise nicht möglich ist und keine anderweitigen Optionen zu einer Fortsetzung der Tätigkeit bestehen (etwa andere Lage der Arbeitszeit, anderer Arbeitsort, Anpassung der Tätigkeit, mobiles Arbeiten), wird das verstetigte Entgelt ungekürzt fortgezahlt.

DB reagiert auf GDL-Kritik

Vor diesem Hintergrund sagte GDL-Chef Weselsky nun der Deutschen Presse-Agentur: „Wir müssen nicht auf Teufel komm raus heiße Luft transportieren. Wir müssen mindestens 50 Prozent runter.“ Noch sei die DB aber bei 90 Prozent. Auch Aufgrund der sinkenden Fahrgastzahlen sei es notwendig, Personalreserven zu bilden, um auch in den nächsten Wochen ein Grundangebot bieten zu können.

Die DB weist die Kritik zurück. Ihr stabiles Angebot sichere die Mobilität in Deutschland und die kritische Infrastruktur. Denn nicht zuletzt seien Krankenpfleger, Ärzte, Polizisten und andere Helfer mit der DB unterwegs und die Züge daher nicht nur mit „heißer Luft“ gefüllt. Dass es in den Zügen derzeit viel Platz gibt, gewährleiste dabei die Gesundheit der Reisenden, die somit genügend Abstand zu anderen Fahrgästen halten können. Auch führen im bundesweiten Durchschnitt nicht 90, sondern 75 bis 80 Prozent des üblichen Angebotes. Die DB habe also ihr Angebot zurückgefahren – auch, um schonend mit dem Personal umzugehen.

Aufsichtsrat diskutiert Jahresabschluss

Weitere Neuigkeiten rund um die DB werden heute erwartet, da der Aufsichtsrat zusammenkommt. Auf der Tagesordnung steht der Jahresabschluss 2019, für den ein Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr (2,1 Milliarden Euro) auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro erwartet wird. Auch werden mehrere Posten neu besetzt.

Dennis Tesch

Quellen: DPA, DB AG, GDL; Foto: DB AG / Dominic Dupont