Direktverbindung Oslo – Verona

Gemeinsam mit der norwegischen Color Line und der Kombiverkehr KG realisiert der Port of Kiel seit Anfang Oktober je Richtung eine wöchentliche Direktverbindung zwischen dem norwegischen Oslo und dem italienischen Verona: Nordwärts startet die Verbindung am Donnerstag mit Ankunft in Oslo am Sonntag, Richtung Italien erfolgt die Verschiffung am Freitagnachmittag zur Ankunft in Verona am Dienstagmorgen.

Durch die Verbindung zwischen Norwegen und Italien wird ein Lkw-Transport auf über 2.000 km Länge ersetzt. Hierdurch wird der CO2-Abdruck um 50% reduziert. Neben dem Umweltaspekt wird mit dem intermodalen Transport dem Mangel an Lkw-Fahrern entgegengewirkt, es werden höhere Ladungsgewichte möglich und von Sonntagsfahrverboten ist diese Relation nicht betroffen – dies gilt übrigens grundsätzlich für die Vor- und Nachläufe per Lkw für den kombinierten Schienentransport.

Quelle: Port of Kiel

Eingetrübte Erwartungen im Güterverkehr China – Europa

Während in der kürzeren Vergangenheit die Anzahl der Ganzzugeinheiten zwischen China und Europa in beiden Richtungen gestiegen ist, scheint eine weitere Steigerung aktuell nicht mehr möglich. Grund: die von der chinesischen Regierung festgelegten Subventionen der Zugkosten sollen sukzessive von ehemals 40% auf 20% im Jahr 2021 sinken. In ihrer Pressemitteilung vom 16.10.2019 geht die Interrail Holding AG, St. Gallen, davon aus, dass die Vermarktungspreise ab Anfang 2020 steigen werden.

Nach ersten unpräzisen Aussagen aus China werde die Anzahl der Züge von und nach Europa abnehmen, während möglicherweise solche aus China nach Russland und Zentralasien zunehmen könnte.

Da in der kürzeren Vergangenheit das europäische Eisenbahnnetz von den großen Steigerungsraten praktisch überrumpelt wurde, würde eine Reduktion der Verkehre mittelfristig zu einer besseren Planbarkeit und schlussendlich zu kürzeren Transitzeiten zwischen China und Europa führen. Wenn die angepeilten Laufzeiten von 10 Tagen dauerhaft erreicht würden, könnten die Bahntransporte wiederum für e-commerce und Postsendungen interessant werden.

Quelle: InterRail Holding AG

Deutschland – Schweden – Frankreich: Flixtrains Expansionspläne

Ab kommenden Jahr werden erste Flixtrain-Züge in Schweden verkehren: Bereits in der ersten Jahreshälfte werden auf den Strecken Stockholm – Malmö und Stockholm – Göteborg grüne Züge rollen.

Auch auf die Liberalisierung des französischen Eisenbahnmarktes ab 2021 bereitet sich die FlixMobility GmbH als Betreiber der Flixtrains vor: im Jahr 2020 werden die Möglichkeiten für den französischen Markt von dem Unternehmen bewertet.

Auch im Heimatmarkt Deutschland erweitert Flixtrain das Angebot: Neben sieben zusätzlichen Halten in Leipzig, Aachen, Halle (Saale), Erfurt, Gotha, Eisenach und Lutherstadt Wittenberg wird die Strecke zwischen Hamburg und Köln ab dem Fahrplanwechsel am 15.12.19 mit einer besonders schnellen Expressverbindung bedient.

In allen drei Märkten wird das Wagenmaterial eine Herausforderung für die FlixMobility GmbH sein. Wurden bisher ehemalige und renovierte Reisezüge der Deutschen Bahn eingesetzt, so werden für die zukünftige Expansion neben solchen auch brandneue Züge zum Einsatz kommen. Mit den Zugherstellern sei man im Gespräch, so das Unternehmen.

Quelle: FlixMobility GmbH

Halbjahresbilanz der Bahnindustrie in Deutschland

In seiner Pressemitteilung zur Halbjahresbilanz zieht der Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. (VDB) ein gemischtes Fazit: Während der Umsatz mit 5,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019 um 3,7% hinter dem des Vorjahres bleibt, sind die Auftragsbücher gut gefüllt – 8,1 Milliarden Euro bedeuten einen Anstieg von rund 25%. Dieser Anstieg war trotz des schwierigen Marktumfeldes möglich und zeige die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie.

Die Ziele der Politik wie z.B. die Verdoppelung der Fahrgastzahlen seien ambitioniert und richtig, doch Umsetzung und Finanzierung notwendiger Maßnahmen würden derzeit hinterherhinken.

VDB-Hauptgeschäftsführer Dr. Ben Möbius sagte, dass sich saubere Mobilität nicht dirigistisch zuweisen lasse, sondern dass Innovationen das beste Angebot schaffen und dieses dann die Menschen und Kunden schlichtweg überzeuge.

Als Voraussetzung für das Erreichen der geplanten Mobilitätswende sei vor allem die tatsächliche Implementierung von digitalen Stellwerken (DSTW) und des European Train Control Systems (ECTS) ab 2022 erforderlich. Die deutsche Bahnindustrie ist mit ihren internationalen Erfahrungen und profunden Kenntnissen ein guter Partner aller Akteure des deutschen Marktes und bereit für die anstehende Erfolgsgeschichte „Schiene 4.0“.

Quelle: VDB

Testzentrum für Singapurs Metro Downtown Line

Siemens Mobility erhielt von der Singapore Land Transport Authority (LTA) einen Auftrag über mehr als 17 Millionen Euro für die Planung und den Aufbau eines Testzentrums für das Signalisierungssystem der Downtown Line (DTL).

Die fast 42 Kilometer lange Downtown Line hat 34 Stationen und ist eine der längsten Metrolinien Singapurs. Bereits im laufenden dritten Quartal 2019 wird ein erster Teil in Betrieb gehen, der zweite Teil bis Ende 2020.
Im Testzentrum entsteht ein digitaler Zwilling des Signalisierungssystems, um wichtige Hardware-Schnittstellen testen zu können. Ohne Eingriff in den laufenden Betrieb können hier Vorgänge digital simuliert werden wie z.B. Systemerweiterungen, Fehlerbehebungen oder aber auch Tests neuer Softwareversionen vor der Installation. Praxisnahe Schulungen werden auf dem System ebenfalls möglich sein, wobei das Testzentrum eine ähnliche Hardware erhalten wird wie der Rest des Systems.

Quelle: Pressemitteilung der Siemens Mobility GmbH vom 14.10.2019

875 DB-Brücken in fünf Jahren modernisiert

Bild: DB

Die DB hat ihr Ziel erreicht, 875 Eisenbahnbrücken innerhalb von fünf Jahren umfassend zu modernisieren. In Hannover haben am 11. Oktober Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sowie der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers symbolisch die erneuerte Eisenbahnbrücke in der Königstraße eröffnet.

Das Bauwerk ist die 875. und damit letzte Brücke, die im Rahmen des größten Brückenmodernisierungsprogramms der DB fertiggestellt wurde. Zugleich ist dies der Abschluss des gesamten Modernisierungsprogramms im Rahmen der LuFV II.

„Wir haben Wort gehalten: Mit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II haben wir vor fünf Jahren die Erneuerung von 875 Brücken versprochen. Heute geht die letzte Brücke pünktlich ans Netz“, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. „Und wir legen nochmal drauf: Bis Jahresende schaffen wir 25 weitere Brücken. Für die kommenden zehn Jahre stehen mit der Folgevereinbarung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung rund 86 Milliarden zur Verfügung – eine echte Rekordsumme und das richtige Signal für die dringend benötigte Verkehrswende in Deutschland. Die starke Schiene ist hierfür die Lösung.“ Pressemeldung Deutsche Bahn

Ab Ende 2020 ÖBB-Nachtzüge von Amsterdam nach Wien und Innsbruck

Bild: ÖBB/Harald Eisenberger

Der internationale Nachtzug kehrt in die Niederlande zurück. Stientje van Veldhoven, Staatssekretärin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, gab am 10.10.19 bekannt, dass das Ministerium in den kommenden Jahren Mittel für diesen Zweck bereitstellen wird.

Ab Dezember 2020 starten der österreichische Nachtzug-Spezialist ÖBB und die niederländische Staatsbahn NS (Nederlandse Spoorwegen) einen täglichen Nachtzug von Amsterdam nach München, Innsbruck und Wien. Am Abend steigen die Reisenden in den Zug, um am nächsten Morgen ausgeschlafen an ihrem Ziel anzukommen.

In den kommenden Monaten wird die NS gemeinsam mit der Staatssekretärin und den ÖBB alle Details ausarbeiten, um die Integration in den Fahrplan und die Verfügbarkeit von Equipment zu lösen. NS-Präsident Van Boxtel: „Aber mit solch begeisterten Partnern sind wir sehr zuversichtlich, dass wir diesen neuen Zug Ende nächsten Jahres starten können.“

Quelle Nederlandse Spoorwegen

Stärkung des Schienenverkehrs in Deutschland

Bild: Grüne Bremen

Maike Schaefer (Grüne), Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Bremen, tritt auf der Verkehrsministerkonferenz in Frankfurt am Main am 9. und 10. Oktober für eine deutliche Steigerung des Schienenverkehrs in Deutschland ein. Das Thema Eisenbahnverkehr ist ein Schwerpunktthema der Herbstkonferenz der Länderverkehrsministerinnen und -minister.

In einem gemeinsamen Antrag, der von Bremen mit erarbeitet wurde, fordern die Länder deutlich konkretere Schritte, um die zur Erreichung der Klimaziele dringend erforderliche Steigerung beim Anteil der Schiene im Personen- und Güterverkehr auch tatsächlich erreichen zu können.

Mobilitätssenatorin Schaefer erörtert in Frankfurt am Main gemeinsam mit ihren Ministerkolleginnen und -kollegen die Länderforderungen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Richard Lutz, und dem Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG, Ronald Pofalla.

 „Um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen, muss der Schienenverkehr weiter ausgebaut werden. Die Eisenbahn muss zum Hauptträger der Verkehrswende werden. Erst mit Verankerung konkreter Projekte im Bundeshaushalt können die Bekenntnisse für eine starke Schiene in Deutschland glaubhaft unterlegt werden“, betont Senatorin Schaefer.

Unter anderem fordern die Länder einen massiven Infrastrukturausbau der Schiene. Insbesondere sind die Knotenbereiche heute überlastet und müssen erweitert werden.

Auch ein umfassendes Elektrifizierungsprogramm, die konsequente und flächendeckende Umsetzung einer weitreichenden Digitalisierung der Schiene stehen oben auf der Agenda, um die Leistungsfähigkeit, aber insbesondere auch die Zuverlässigkeit des Verkehrssystems Schiene nachhaltig zu verbessern.

„Die Schiene ist bereits heute das Verkehrsmittel Nr. 1 bei der Elektromobilität. Trotzdem sehen wir Länder hier noch Luft nach oben. Dies ist erprobte Technik, die sofort angewendet werden kann“, so Senatorin Schaefer. „Ich habe in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, deutlich mehr Geld für Schienenprojekte in die Hand zu nehmen. Die Mittel müssen kurzfristig verdoppelt und langfristig vervierfacht werden, um die Schiene ernsthaft für eine Verkehrswende leistungsfähig zu machen.“

Auch beim Thema Lokführermangel fordern die Länderministerinnen und -minister von allen Beteiligten Anstrengungen um die aktuellen Engpässe, die auch in Bremen und Niedersachsen bei der NordWestBahn spürbar sind, schnellstmöglich zu überwinden. Senatorin Schaefer dazu: „Mir ist es dabei auch wichtig, dem Bund deutlich zu sagen, dass er hier selbst eine aktive Rolle spielt. Immer wieder höre ich, dass seine eigenen Bahnunternehmen, wie die DB Fernverkehr, bei anderen Unternehmen auch hier vor Ort Personal abwerben. Dieses unfaire Spiel auf Kosten des Nahverkehrs muss beendet werden.“ Pressemeldung Senat für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau Bremen

365-€-Ticket in Nürnberg und München

Im kommenden Schuljahr wird das 365-€-Ticket für Schüler und Auszubildende in Nürnberg probeweise eingeführt. Die erwarteten Mindereinnahmen betragen 43 Mio. €, wobei der Freistaat Bayern 30 Mio. € tragen wird, die verbleibenden 13 Mio. € teilen sich die Stadt Nürnberg und die beteiligten Kommunen.

Das langfristige Ziel ist auch ein 365-€-Ticket für Erwachsene: „Generell ist das ein Langfristziel und das bleibt es“, zitiert die tz den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.

Auch im MVV soll ein solches Ticket für die Jugend kurzfristig eingeführt werden. Ein Beschluss dazu soll am 06.12. gefasst werden.

Kritiker mahnen jedoch, dass parallel zu diesem Angebot auch die Kapazitäten angepasst werden müssen, denn in den Ballungsgebieten München und Nürnberg stoßen die Verkehrsverbünde bereits jetzt zu den Stoßzeiten an ihre Grenzen, so die Oberpfalz-Medien.

Forschungsprojekt „Autonome Straßenbahn im Depot“

Bild: Siemens Mobility

Siemens Mobility, die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), die Codewerk GmbH und Mapillary planen die gemeinsame Forschung an einem vollautomatisierten Straßenbahndepot. Das Projekt trägt den Namen AStriD („Autonome Straßenbahn im Depot“) und wird nun vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) gefördert.

„AStriD ist der nächste große Meilenstein auf dem Weg zur autonom fahrenden Straßenbahn. Mit der Automatisierung von zeitintensiven Rangierprozessen im Betriebshof wollen wir unsere Kunden in Zukunft noch besser dabei unterstützen, eine nachhaltige Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen sowie Verfügbarkeit zu garantieren“, sagt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility.

Die Umsetzung des Forschungs- und Entwicklungsprojekts erfolgt auf dem Betriebshof des Verkehrsbetriebs Potsdam. Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Betriebshofes auf Basis einer autonom fahrenden Tram. Die technische Machbarkeit wird mit autonomen Servicefahrten, beispielsweise durch eine Waschanlage zu einem Abstellgleis demonstriert. Mittelfristig soll die Depotautomatisierung als eine erste Stufe des autonomen Fahrens kommerziell nutzbar gemacht werden. Bei der Entwicklung soll von Anfang an berücksichtigt werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung und den Betrieb einer autonom fahrenden Straßenbahn zu beachten sind und in welchen ökonomischen Rahmen ein operativer Betrieb abzubilden wäre. Das Projekt AStriD startet im Oktober 2019, die Projektdauer beträgt drei Jahre. Siemens Mobility