Geld für Tausend-Bahnhöfe- Programm

Bild: DB/Oliver Lang

Für die erste von drei Säulen des „Tausend-Bahnhöfe-Programms“ wurden im Haushalt 2019 nach Angaben der Bundesregierung rund zehn Millionen Euro und Verpflichtungsermächtigungen für weitere 320 Millionen Euro eingestellt. Das geht aus der Antwort der Regierung (19/14717) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/14273) hervor. Die rechtliche Grundlage der Bundesförderung sei das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) zur Förderung von Investitionen in die Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes, heißt es in der Antwort.

Quelle: Deutscher Bundestag

Levin Holle neuer DB-Finanzvorstand

Bild: Bundesfinanzministerium

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat am 11. Dezember wichtige personelle Entscheidungen getroffen. Zum neuen Vorstand für Finanzen und Controlling bestellte das Gremium während einer turnusmäßigen Sitzung Dr. Levin Holle. Der 52-Jährige wird seine Arbeit am 1. Februar 2020 aufnehmen. Holle arbeitet seit dem Jahr 2012 als Abteilungsleiter im Bundesministerium der Finanzen (BMF). Dort ist er für Finanzmarktpolitik zuständig. Der promovierte Jurist vertrat bisher das BMF im DB-Aufsichtsrat. Von 1997 bis 2011 war Holle in verschiedenen Funktionen für die Unternehmensberatung Boston Consulting Group tätig.

Der Aufsichtsrat verlängerte zugleich den Vertrag von Prof. Dr. Sabina Jeschke, seit November 2017 Vorstand Digitalisierung und Technik und bis November 2020 bestellt. Ihr neuer Vertrag läuft fünf Jahre und somit bis Ende 2025. Jeschke hat in den vergangenen zwei Jahren unter anderem die Themen „Künstliche Intelligenz“ und „Einheitliches Datenmanagement“ vorangetrieben und die aktuelle Digitalstrategie des Konzerns erarbeitet. Künftig verantwortet sie zudem den Bereich der Schweren Fahrzeuginstandhaltung. Bereits Anfang November hatte das DB-Kontrollgremium Dr. Sigrid Nikutta berufen, die zum 1. Januar 2020 den neu geschaffenen Vorstandsposten Güterverkehr übernehmen wird. Quelle: Deutsche Bahn

Österreich erneut EU-Champion beim Bahnfahren

Bild: ÖBB/Philipp Horak

Österreich hat seinen Titel als EU-Bahn-Champion verteidigt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Eurostat zeigt. Pro Kopf wurden im Vorjahr in Österreich 1.500 Kilometer mit der Bahn gefahren. Damit liegt Österreich bereits deutlich vor Frankreich, das mit 1.395 Kilometern an zweiter Stelle folgt. Österreich hat Frankreich im Jahr 2014 überholt. Den dritten Platz in der EU erreichte Schweden (1.325 km) vor Deutschland (1.185 km). Schlusslicht ist Griechenland mit nur 105 Bahn-Kilometern pro Person.

Weiterhin einsamer Spitzenreiter in Europa ist die Schweiz, wo im Vorjahr pro Kopf 2.400 Kilometer mit der Bahn gefahren wurden. „Die Schweiz ist was die Dichte des Bahnnetzes und die Häufigkeit der Verbindungen betrifft, weiterhin das große Vorbild“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Erfreulich ist, dass Österreich seit einigen Jahren aufholt. Die in Österreich mit der Bahn gefahrenen Kilometer sind seit dem Jahr 2010 um rund drei Milliarden Personenkilometer gestiegen und damit doppelt so stark wie in der Schweiz (plus 1,4 Milliarden Personenkilometer).

Auch im EU-Vergleich hat sich Österreich mit einem Plus von 29,6 Prozent seit dem Jahr 2010 deutlich besser entwickelt als die nachfolgenden Länder, wie Frankreich (plus 5,4 Prozent), Schweden (plus 21,4 Prozent) und Deutschland (plus 18,5 Prozent), informiert der VCÖ.

Aber um die Klimaziele erreichen zu können, ist eine deutlich stärkere Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn nötig. Die Bereitschaft zum Umstieg ist vorhanden. So hat eine repräsentative Umfrage des Instituts GfK bereits im Vorjahr – vor der Fridays-For-Future-Bewegung – gezeigt, dass 54 Prozent der Autofahrer bereit sind, häufiger mit Öffis zu fahren. Als wichtigste Voraussetzung dafür nannten die Autofahrer häufigere Bahnverbindungen und ein dichteres Öffi-Netz.

Pressemeldung VCÖ

Für heiße Fracht: VTG baut 156 Wagen für Hot Coils

156 Wagen für den Transport von heißen Coils erweitern künftig das Portfolio im Bereich Standardgüterwagen. Die Wagen können mit Bandstahlrollen mit einer Temperatur von bis zu 500 °C beladen werden, die mögliche Gesamtzuladung beträgt rund 70 Tonnen. Gebaut wurden die Wagen vom französischen Hersteller INVEHO UFO, eingesetzt werden sie nun für Stahltransporte in Spanien: Alle 156 Wagen sind an ArcelorMittal vermietet, den weltweit größten Produzenten von Stahlerzeugnissen. Die neuen Wagen verkehren zwischen dem Arcelor-Werk in Aviles im Norden Spaniens und dem am Mittelmeer in der Provinz Valencia gelegenen Werk in Sagunto.

Bei der Entwicklung der Wagen wurden einige Anpassungen vorgenommen, um den Transport von heißen Coils zu ermöglichen. Zum Beispiel ist das Untergestell mit einem speziellen Temperaturschutz ausgestattet. So kann früher verladen werden, da keine Abkühlzeiten mehr eingehalten werden müssen. Eine große Effizienzverbesserung, so VTG.

Quelle: Pressemitteilung VTG

Bahnverbände kritisieren Pläne des BMVI

Bild: pixabay

Die acht Bahnverbände stellen sich gegen Pläne des Bundesverkehrsministeriums, Gebühren im Eisenbahnbereich anzuheben und neue Gebühren einzuführen. „Wir verstehen nicht, warum die Bahnunternehmen in vielen Fällen künftig höhere Gebühren zahlen sollen, für die es bei der Straße keinerlei Entsprechung gibt“, sagen die Präsidenten und Geschäftsführer der Verbände.

„Eine solche Benachteiligung der klimafreundlichen Schiene wirkt wie aus der Zeit gefallen. Wenn die Bundesregierung nun die Schiene weiter belastet, bei der Straße aber alles beim Alten bleibt, passt das nicht zu den übergeordneten Zielen der Klimapolitik.“

Stein des Anstoßes ist der Plan des Bundesverkehrsministeriums, die Eisenbahnunternehmen für Sicherheitskontrollen in einem deutlich stärkeren Umfang als bisher zahlen zu lassen und zudem die Gebühren dafür zu erhöhen. Vergleichbare Regelungen gibt es im Straßenverkehr nicht, und sie sind auch nicht vorgesehen. Wenn ein Autofahrer in eine Polizeikontrolle gerät, muss er für mögliche Verstöße gegen Sicherheitsauflagen geradestehen. Er muss aber nicht für die Polizeikelle und die Arbeitsstunden der Verkehrspolizisten und die Abnutzung des Dienstfahrzeugs bezahlen. Das aber will das BMVI von den Eisenbahnunternehmen verlangen.

In einem Schreiben vom September 2019 hatten die Bahnverbände Allianz pro Schiene, BAG-SPNV, mofair, NEE, VCD, VDV, VPI und VDB sich an Verkehrsminister Andreas Scheuer gewandt. Sie hatten moniert, dass das BMVI von seinem Ansatz, Gebühren für „individuell zurechenbare Leistungen“ einiger Bundesbehörden zu erheben, nicht abgehen will und dadurch erheblich höhere Kosten des Bahnbetriebs drohen. Stattdessen forderten die Verbände, die gebührenpflichtigen Tatbestände als Teil der hoheitlichen Verwaltung aufzufassen, für die keine Gebühren erhoben werden – so wie es beim Straßenverkehr ist.

„Wir begrüßen das Engagement der Bundesregierung für mehr Verkehr auf der Schiene, das sich auch im Haushalt 2020 ausdrückt, uneingeschränkt“, betonen die Präsidenten und Geschäftsführer der Verbände. „Allerdings macht es umso weniger Sinn, wenn dieselbe Bundesregierung neue Wettbewerbsnachteile für die Schiene schafft, die sie doch fördern möchte.“

Pressemeldung Allianz pro Schiene, BAG-SPNV, mofair, NEE, VCD, VDB, VDV, VPI

Keine Entschädigung mehr bei Verspätungen durch höhere Gewalt?

In Fällen höherer Gewalt sollen Bahnunternehmen zukünftig von der Entschädigungspflicht bei Verspätungen befreit werden. Darauf einigten sich zumindest die EU-Verkehrsminister. Im Jahr 2017 hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, Bahnunternehmen ähnlich wie Fluggesellschaften von der Verpflichtung zu Entschädigungszahlungen bei Verspätungen oder Ausfällen zu befreien, wenn diese die dafür verantwortlichen Umstände nicht vermeiden können. Das EU-Parlament muss diesem Vorhaben jedoch noch zustimmen – und diese Zustimmung erscheint aktuell fraglich.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Plankorridore heben Pünktlichkeit im Netz

Darstellung: Deutsche Bahn

Ein Jahr nach Einführung der „Plankorridore“ zieht die Deutsche Bahn eine positive Bilanz für die Pünktlichkeit in diesen besonders stark befahrenen Streckenabschnitten im Netz: Mit einem speziellen Management zur intensiven Betreuung ist es im Korridor West Dortmund–Köln gelungen, bei 6.000 Fernverkehrszügen Verspätungen zu verhindern.

Den Plankorridor West hatte die DB vor gut einem Jahr im November 2018 eingerichtet, im Frühjahr 2019 war der Korridor Mitte Fulda–Mannheim hinzugekommen. Aktuell wird das Engpass-Management für die im Vergleich zu anderen Abschnitten im Netz bei bis zu 140 Prozent belasteten Strecken auf die Korridore Nord mit Hamburg–Hamburger Zulauf sowie Süd Würzburg–Nürnberg ausgeweitet.

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Es gilt die einfache Formel: Pünktliche Züge müssen pünktlich bleiben, unpünktliche Züge dürfen keine weitere Unpünktlichkeit bei anderen Zügen verursachen. Die Plankorridore helfen, dass der Fahrplan an besonders neuralgischen Punkten eingehalten wird und unsere Fahrgäste ihre Anschlüsse erreichen. Wir haben damit ein wirkungsvolles Instrument, um den Eisenbahnbetrieb stabiler zu machen.“

In den vier Plankorridoren sorgen Spezialisten dafür, dass der Zugverkehr sowie alle Einflüsse auf den Betrieb unter stetiger, intensiver Kontrolle stehen. Das beinhaltet kurzfristige operative Entscheidungen genauso wie die mittelfristige Vorsorge, um Störungen zu vermeiden und zu reduzieren.

Die DB investiert 2019 rund 20 Millionen Euro in die Plankorridore West und Mitte. Für die neuen Korridore Nord und Süd sind ebenfalls knapp 20 Millionen Euro veranschlagt. Die Ausgaben fließen in die vorausschauende Instandhaltung der Technik, zusätzliche Maschinen sowie ein intensiv betriebenes Vegetationsmanagement.

Operativ kümmern sich Teams aus Disponenten von DB Netz, DB Regio, DB Fernverkehr, DB Station & Service sowie von anderen Eisenbahnen um den Betrieb auf dem Plankorridor. Sie entscheiden im Tagesgeschäft gemeinsam, wenn eine geänderte Zugreihung oder Geschwindigkeit erforderlich ist, damit pünktliche Züge Vorfahrt bekommen. Sie richten Umleitungen ein, wenn sich damit größere Auswirkungen auf das Gesamtsystem abwenden lassen.

Quelle: Deutsche Bahn

Bahnhof am neuen Berliner Flughafen startklar

Bild: Deutsche Bahn

Der Bahnhof am neuen Berliner Flughafen ist startklar. Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Berlin: „Wir hatten unsere Gleise und Bahnsteiganlagen bereits zum ursprünglich vorgesehenen Termin im Oktober 2011 rechtzeitig fertiggestellt und sind auch jetzt wieder bereit, wenn der Flugbetrieb beginnt.“

Zum Anschluss des Flughafenbahnhofs an das Streckennetz der DB wurden 18,5 Kilometer Strecke für den Fern-/Regionalverkehr und 8,6 Kilometer für die S-Bahn neu errichtet. Die neu gebauten Bahnanlagen mussten fortlaufend kontrolliert und für einen sicheren Betrieb instand gehalten werden. Zum Beispiel wurden, unabhängig von der tatsächlichen Verkehrsbelastung, alterungsbedingt Leuchtmittel oder Akkus der Sicherheitsbeleuchtung erneuert. Mit regelmäßigen Fahrten werden Tunnel und Bahnhof regelmäßig belüftet.

Auf Grund von Änderungen in der Verkehrsbestellung wurde bereits 2012 die Signaltechnik des Flughafenbahnhofs an den Gleisen 2 und 3 nachgerüstet. Dies erlaubt das Befahren nach Bedarf mit längeren oder kürzeren Zügen. Da sich der Verkehrsbedarf gegenüber 2012 weiterentwickelt hat, ist rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Dresdner Bahn eine weitere Anpassung der Signaltechnik zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit vorgesehen.

Auf der S-Bahnstrecke der Linie S9 wird gegenwärtig, im Zuge der Umrüstung des gesamten S-Bahn-Netzes, auch auf dem Abschnitt zum Flughafenbahnhof die Signaltechnik auf das Zugbeeinflussungssystem ZBS umgestellt.

Quelle: Deutsche Bahn

Handbuch Zukunftsbranche Bahn 2019/2020 erschienen

Das Handbuch „Zukunftsbranche Bahn 2019/2020“ ist erschienen.

Es gibt dem Leser einen umfangreichen Einblick in die Branche in den Bereichen:
– Berufsbilder Bahn
– Unternehmen
– Schulen

Ein umfassender Bewerbungshelfer rundet das Paket für Einsteiger, Umsteiger und Quereinsteiger ab.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Berufsorientierung!

Reaktivierungskosten stillgelegter Loks

Über derzeit im Stillstandsmanagement der Deutschen Bahn AG (DB AG) befindliche Lokomotiven und die geschätzten Kosten für deren Reaktivierung informiert die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/14576) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/13499). Nach Auskunft der DB AG sei für die Wiederherstellung der Betriebsfähigkeit der Lokomotiven des Personenverkehrs die Durchführung einer Hauptuntersuchung erforderlich, mit der die Lok die nächsten sechs Jahre eingesetzt werden kann. In Abhängigkeit der Standzeit, der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und des Zustandes der Lokomotive liegen die Instandsetzungskosten der Vorlage zufolge zwischen 250.000 bis 1,1 Millionen Euro pro Lok. Technische Ertüchtigungsmaßnahmen wie beispielsweise der Einbau des Zugbeeinflussungssystems European Train Control System (ETCS) seien hierbei noch nicht berücksichtigt, schreibt die Regierung.

Quelle: Deutscher Bundestag