Umfrage: Mehrheit hat Zweifel, dass Klimaziel im Verkehr erreicht wird

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung bezweifelt, dass das 2030-Ziel im Klimaschutzgesetz für den Verkehrssektor unter den gegebenen Voraussetzungen erreichbar ist. Diese Einschätzung weist auf einen großen Handlungsdruck bei den Maßnahmen und politischen Regelungen hin.

Das Deutsche Verkehrsforum hat das Meinungsforschungsinstitut Civey mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt. Auf die Frage „Glauben Sie, dass das nach dem Klimaschutzgesetz nötige Ziel, die CO2-Emissionen im Verkehr in acht Jahren zu halbieren, erreicht wird?“ antworteten 77,9 Prozent mit nein, 11,3 Prozent mit ja und knapp 11 Prozent waren unentschieden.

Für DVF-Geschäftsführerin Dr. Heike van Hoorn sind diese Ergebnisse umso mehr ein Grund zum entschlossenen Handeln: „Die Umfrageergebnisse sollten aufrütteln. Offensichtlich glaubt eine große Mehrheit nicht an das Erreichen der von der Politik gesetzten Klimaziele in den nächsten acht Jahren und damit auch nicht an eine Verkehrswende. Erste Schritte der Bundesregierung wurden mit dem „Osterpaket“ getan, aber das reicht für diese gewaltige Herausforderung bei weitem nicht aus. Wir brauchen deutlich mehr Tempo bei den Rahmenbedingungen, damit Deutschland die Transformation des Mobilitätssektors schafft.“

  • Planungsbeschleunigung auch für die Verkehrsinfrastruktur, für Schienenwege, ÖPNV, Wasserstraße und Radwege
  • Flächendeckende Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur, aber auch der Behörden und Verwaltungen
    Aufbau eines Netzkatasters
  • Einführung einer Stichtagsregelung und eines juristischen Redaktionsschlusses
  • Bechleunigung, Entbürokratisierung und Harmonisierung der Regelungen für den Ladeinfrastrukturausbau, etwa beim Eichrecht
  • Ladegipfel mit Bund, Ländern, Kommunen, Herstellern, Energie- und Infrastrukturbranche, Nutzerverbänden und Transportwirtschaft
  • Förderung und schnellerer Aufbau von E-Fuels und Wasserstoffwirtschaft

Quelle: DVF; Grafik: DVF/Civey