Die Eisenbahn im Verteidigungsfall

In der Ukraine leistet die Schiene im Kriegseinsatz großartige Arbeit. Mit Henning Otte, MdB und stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sprach das Privatbahn Magazin über die deutsche Schiene im Verteidigungsfall und die Verzahnung mit der Bundeswehr. Auch in Friedenszeiten ist die Bahn wichtig für das Militär.

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Foto: Michael M. Mey

EIB: 2 Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr

Die Europäische Investitionsbank hat neue Finanzierungen im Umfang von 3,6 Milliarden Euro genehmigt. Sie sollen die Einführung sauberer Verkehrsmittel, Unternehmensinvestitionen und Innovationen sowie Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft und Wohnungsbau vorantreiben.

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Wir haben heute auch Finanzierungen für Innovationen, Unternehmensinvestitionen und den Klimaschutz in Europa und weltweit beschlossen. Die Mittel helfen, den städtischen Verkehr in ganz Europa nachhaltiger zu gestalten, neue elektrische und wasserstoffbetriebene Verkehrsmittel zu entwickeln und die Nutzung erneuerbarer Energien in Afrika, Asien und dem Nahen Osten auszuweiten. Diese Regionen leiden mit am stärksten unter den Folgen der Klimaveränderungen und zunehmenden Klimaextreme. Und dies geschieht mit alarmierender Geschwindigkeit. Deshalb müssen wir jetzt handeln.“

Zwei Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr in Europa und Afrika
Die EIB hat Finanzierungen für den Ausbau des Madrider U-Bahn-Netzes und den Bau der vierten Prager Metrolinie genehmigt. Die sieben Kilometer lange Ausbaustrecke der Linie 11 in Madrid umfasst fünf neue und modernisierte Bahnhöfe. Auf dem fünf Kilometer langen ersten Streckenabschnitt der Prager Metrolinie D mit fünf neuen Bahnhöfen werden fahrerlose Züge eingesetzt und nach vollständiger Inbetriebnahme jährlich voraussichtlich 30 Millionen Fahrgäste befördert.

Finanziert werden zudem Forschungsvorhaben von Unternehmen zur Verbesserung des wasserstoffbetriebenen Bus-, Lkw- und Pkw-Verkehrs, Projekte zur Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen für mehr Fahrzeug- und Fußgängersicherheit sowie Innovationen und moderne Fertigungsverfahren für Elektrofahrzeuge.

Die EIB stellt außerdem Mittel für die Modernisierung eines nationalen Eisenbahnnetzes in Afrika bereit. Dies umfasst auch die Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Signalanlagen sowie die Erhöhung der Sicherheit.

1,4 Milliarden Euro für Innovationen und Investitionen von Unternehmen

Die EIB unterstützt auch neue Finanzierungsprogramme für Unternehmen in Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, der Slowakei, Spanien und Portugal sowie Innovationsvorhaben von Unternehmen.

Neue Finanzierungsinitiativen mit lokalen Finanzpartnern umfassen spezielle Programme zur Förderung von Innovationen und größeren Klimainvestitionen von Unternehmen, um die Energieeffizienz durch den Einsatz moderner, energiesparender Anlagen zu erhöhen.

Quelle/Foto: EIB

SBB bestellt weitere Giruno-Züge

Die DB und die SBB bauen das Angebot im internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland weiter aus. Vor der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Zugreisen Richtung Deutschland kontinuierlich. Heute befindet sie sich bereits wieder auf dem Niveau von 2019. Voraussichtlich ab 2026 werden mehr direkte Verbindungen via Basel zu verschiedenen Destinationen in Deutschland angeboten, mehr dazu in der Medienmitteilung vom 15.10.2020.

Für den geplanten Angebotsausbau bestellt die SBB nun sieben weitere Giruno-Züge bei Stadler. Diese erfüllen die Geschwindigkeitsvoraussetzung von 250km/h für den Einsatz auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der DB. Die Züge werden zwischen der Schweiz und Deutschland via Basel verkehren. Die Investition beträgt rund 250 MCHF. Diese sieben Fahrzeuge sind Teil der bestehenden Optionsrechte, welche die SBB bei der Ausschreibung der Giruno publiziert hatte.

Die bestehenden 29 Giruno wurden 2014 bestellt. Am 10. Mai 2021 wurde der 29. Giruno ausgeliefert. Die Züge verkehren heute bereits zwischen Basel/Zürich bis nach Lugano/Mailand und weiter nach Genua, Bologna und Venedig

Quelle: SBB; Foto: Daniel Wimpf via Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

Abellio betreibt Netze in Mitteldeutschland weiter

Das Sanierungsverfahren der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH (ABRM) steht kurz vor seinem Abschluss. Der Sanierungsplan wurde vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg nun offiziell bestätigt. Zuvor stimmte bereits die Gläubigerversammlung, das höchste Gremium in einem Sanierungsverfahren, ohne Gegenstimme für die Annahme des Plans zur langfristigen Sicherung des Eisenbahnverkehrsunternehmens mit Sitz in Halle (Saale). Der Sanierungsplan fußt auf Vereinbarungen mit den mitteldeutschen Aufgabenträgern. Im Mittelpunkt der gemeinsam erarbeiteten langfristigen Lösung steht die uneingeschränkte Fortführung des Fahrgastbetriebes sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen. Mit den betroffenen Aufgabenträgern, darunter die Federführer Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV), verständigte sich Abellio, das Saale-Thüringen-Südharz-Netz (STS) bis zum planmäßigen Auslaufen des Vertrages im Jahr 2030 weiter zu befahren. Darüber hinaus wird Abellio seine Dienstleistungen im Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA) bis 2024 vollumfänglich erfüllen. Zu diesem Zweck hat sich der Gesellschafter von Abellio Deutschland erneut zum Standort Mitteldeutschland bekannt.


Das Sanierungsverfahren hat die entscheidende Hürde genommen. Dank der Einigung mit den Aufgabenträgern und dem weiteren Engagement des Gesellschafters kann Abellio mit neuer Kraft durchstarten. Abellio ist ein verlässlicher Dienstleister und will dies auch in Zukunft in gewohnt guter Qualität bleiben. In einem gemeinsamen Kraftakt haben wir jetzt die Weichen gestellt, dass Abellio auch künftig seinen Fahrgästen den bestmöglichen Service anbieten kann. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Geduld und ihre Treue zum Unternehmen sowie den Aufgabenträgern für ihr engagiertes, lösungsorientiertes Handeln.

Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH

Alle Akteure haben an einem Strang gezogen, um für die Menschen in der Region den verlässlichen und qualitativ hochwertigen Schienenpersonennahverkehr weiter fortsetzen zu können.

Generalbevollmächtigter Prof. Dr. Lucas Flöther

Der Bestätigung des Sanierungsplanes durch das zuständige Gericht in Berlin-Charlottenburg folgt nun eine 14-tägige Rechtsmittelfrist, nach deren Ablauf das Verfahren offiziell beendet werden kann.

Sachwalter Dr. Rainer Eckert

Die Vergleichsvereinbarungen zu den beiden von Abellio in Mitteldeutschland betriebenen Netzen STS und DISA sehen neben der Fortsetzung der Verkehre bis in die Jahre 2030 bzw. 2024 Anpassungen bei strukturell bedingten, nicht von Abellio beeinflussbaren Kosten vor. So wurde beispielsweise eine Minderung von Baustellenfolgekosten vereinbart, die bisher nicht ausreichend von den Verkehrsverträgen abgedeckt waren. Diese Anpassungen basieren auf den Empfehlungen des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen durchgeführten „Runder Tisch Baustellenmanagement“. An einer Neuausschreibung des DISA-Netzes wird sich Abellio nicht beteiligen. Vielmehr sollen Mitarbeitende und Züge durch den neuen Betreiber übernommen werden, um einen reibungslosen Übergang und somit stabilen Fahrgastbetrieb zu gewährleisten. Das Schutzschirmverfahren der Abellio Rail Mitteldeutschland, ein Tochterunternehmen von Abellio Deutschland, wurde notwendig, nachdem Abellio aufgrund struktureller Probleme im deutschen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unter wirtschaftlichen Druck geriet und am 30. Juni 2021 jeweils separate Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung, sogenannte Schutzschirmverfahren, für alle Konzerngesellschaften beantragt hatte.

Quelle/Foto: Abellio

Staatssekretär Theurer: Verfahrensabläufe deutlich verkürzen

Wie will das Bundesverkehrsministerium den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene in den kommenden Jahren ausbauen? Wo liegen die verkehrspolitischen Schwerpunkte der Ampelkoalition in Berlin? Und: Was kostet dieser Paradigmenwechsel? Diese und mehr Fragen beantwortet der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer im Privatbahn Magazin-Interview.

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Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Škoda: Gute Ergebnisse in 2021

Die Škoda Transportation Group, Hersteller von Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, hat ihre geprüften Finanzergebnisse für das Jahr 2021 veröffentlicht. Trotz schwieriger Herausforderungen erzielte Škoda solide Finanzergebnisse, schloss eine Reihe wichtiger Projekte ab und gewann neue Großaufträge. Die Škoda Transportation Gruppe hat einen konsolidierten Nettogewinn von 22,6 Millionen Euro erzielt und die negativen Auswirkungen der Covid-Pandemie überwunden. Diese wirkten sich am stärksten im Jahr 2020 aus. Das EBITDA stieg um 178 % auf 41,36 Mio. €. Škoda verzeichnete auch einen Anstieg des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr, der um 40,6 % auf 604,4 Mio. € zunahm. Die Covid-19-Pandemie und der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise hatten erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns und die Auftragsabwicklung.

„Die letzten beiden Jahre waren für die gesamte Branche sehr schwierig, da wir mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie den steigenden Energie-, Rohstoff- und Versorgungskosten zu kämpfen hatten. Trotz alledem hat Škoda sehr gute Ergebnisse, Gewinne und Wachstum erzielt. Eine Voraussetzung für unser weiteres Wachstum ist die Fähigkeit, den Kunden neue Technologien anzubieten, die Produktion zu rationalisieren und die Digitalisierung deutlich voranzutreiben. Ich glaube, dass die in diesen Bereichen erzielten Erfolge im Jahr 2021 dazu beitragen werden, dass wir mit den größten europäischen Unternehmen noch wettbewerbsfähiger werden und Aufträge in neuen Gebieten gewinnen können“, sagt Didier Pfleger, Vorstandsvorsitzender der Škoda Gruppe.

Im Vergleich zu 2020 hat die Gruppe auch ihre Investitionen in die Produktion sowie in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht. Im Jahr 2021 erreichten die Investitionen in die Modernisierung und Erweiterung der Produktion 54,6 Millionen Euro, was einer Steigerung von fast 70 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Investitionen betrafen nicht nur die tschechischen Produktionsstätten in Plzeň, Ostrava und Šumperk, sondern auch das finnische Werk in Otanmäki. So erweiterte der Konzern seine Produktionskapazitäten, baute eine neue Prüfstation und Lackiererei und investierte in das Reparaturgeschäft. Die Škoda Transportation Gruppe investierte auch in die Forschung und Entwicklung ihrer Produkte, wo der Betrag 2 Milliarden Kronen (81,1 Millionen Euro) überstieg. Die Gruppe verzeichnete auch einen deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahl. Insgesamt wurden mehr als 800 neue Arbeitsplätze geschaffen, so dass die Gruppe nun mehr als 6.500 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir schätzen das Vertrauen und die Unterstützung unserer Kunden und das Engagement unserer Mitarbeiter. Ohne sie wäre das Wachstum von Škoda in einem Jahr, das von den Problemen des Covid-19 und der Lieferkette geprägt war, nicht möglich gewesen. Wichtig ist, dass wir unser Produktportfolio deutlich verbessern konnten und in den Bereichen Innovation bei neuen Antrieben, Fahrzeugautonomie und Datenanalytik erfolgreich waren. Škoda ist auf dem Weg in die Riege der großen europäischen Unternehmen im Bereich der Mobilität und Technologie im öffentlichen Verkehr. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Gruppe weiterhin eine starke Position auf den heimischen Märkten und im Ausland aufbauen wird“, kommentiert Stanislav Kuba, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Škoda Gruppe.

Finanzielle Ergebnisse der Škoda-Gruppe
Die Škoda Transportation Gruppe ist Teil der Škoda Gruppe, die achttausend Mitarbeiter beschäftigt und zu der unter anderem der Bushersteller Temsa gehört. Die Škoda-Gruppe wird im Jahr 2021 einen Umsatz von 614 Millionen Euro und ein EBITDA von 45 Millionen Euro erzielen. Bei den Ergebnissen des gesamten Škoda-Konzerns handelt es sich um ungeprüfte Zahlen.

Quelle/Grafik: Škoda

RailWatch: 99% der LNG-Transporte sicher

Der Krieg in Europa verlangt Zusammenhalt und Solidarität. RailWatch trägt einen Teil dazu bei. Ab sofort gibt das Unternehmen technische Zustandsdaten von Güterwagen weiter, die mit Flüssiggas (LNG) unterwegs sind. Ziel ist es, den Transport auf der Schiene sicherer zu gestalten und so die Abhängigkeit von traditionellen Energiequellen zu reduzieren. Alle, die am Transport von Flüssiggas (LNG) auf der Schiene beteiligt sind, können die Sicherheitsdaten bei RailWatch kostenfrei anfragen. Das Angebot gilt zunächst bis 30. Juni 2023.

Flüssiggas Transporte auf Rail Freight Korridor eins steigen
Die Schiene ist der Verkehrsträger für einen sicheren Transport. Um die Sicherheit auf der Schiene zu unterstützen, hat RailWatch eine Messstation entwickelt, auch Pulsar genannt, die den technischen Zustand von Güterzügen in Vorbeifahrt erfasst.  Mit den Informationen zu defekten Bremssohlen oder Radschäden, wie etwa Flachstellen, können verschiedenste Prozesse in der Instandhaltung oder im Be- und Endladeprozess sicherer oder vorausschauender geplant und bearbeitet werden. Nur so kann die Schiene zukünftig die Sicherheit und die Verfügbarkeit auf der Schiene gewährleisten. Mit der Gefahrgut-Erkennung ermittelt RailWatch darüber hinaus, welches Gefahrgut in welchem Güterwagen transportiert wird und weiß so, in welchem Güterwagen Flüssiggas transportiert wird.

Flüssiggase (LNG) wird bereits heute in kleinen Mengen über die Schiene transportiert. 0,5 % der Gefahrguttransporte, die die RailWatch Stationen passieren, waren im Monat Februar 2022 Flüssiggas (LNG) Transporte. Aufgrund der kriegerischen Situation wird bis 2030 ein Viertel der Flüssiggastransporte auf der Schiene sein. Schon im März 2022 war ein deutlicher Anstieg von 43 % gegenüber dem März 2021 nachweisbar. Der April 2022 zeigt einen weiteren Anstieg. Besonders im linken Rheintal und auf der Strecke Kaldenkirchen – Viersen – Venlo hat der Flüssiggas Transport über die Schiene weiter zugenommen. Die 14 Pulsar-Messstationen in Deutschland, die an den wichtigsten Rail Freight Korridoren stehen zeigen, dass die Flüssiggastransporte hauptsächlich über den Rhine-Alpine Korridore geführt werden. 

Die gute Nachricht: 99 % aller im Mai 2022 gemessenen Wagen, welche mit Flüssiggas unterwegs waren, hatten keinerlei Schäden. Der Transport von Flüssiggas ist also bislang sicher. 

Für die Gewährleistung eines sicheren Flüssiggastransportes stellt RailWatch ihre Daten allen am Flüssiggastransport beteiligten Unternehmen zur Verfügung. 

Quelle/Grafik: RailWatch

DIE GÜTERBAHNEN nehmen weiter Fahrt auf

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen hat heute in Berlin das Bündnis DIE GÜTERBAHNEN vorgestellt. Gut 20 Jahre nach Gründung des Verbands und einer beispiellosen Erfolgsgeschichte der privaten Güterbahnen wollen die fast 100 Mitglieder mit einem starken Signal das 25 %-Ziel der Bundesregierung als ihre Mission vorantreiben und die dafür notwendigen Maßnahmen stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen. Unterstützung signalisieren Bund und Länder.

DIE GÜTERBAHNEN starteten heute selbstbewusst: Ein Marktanteil der Schiene im Güterverkehr von 25 % im Jahr 2030 oder umgerechnet etwa 210 Milliarden Tonnenkilometer Verkehrsleistung sind für DIE GÜTERBAHNEN leistbar. „Wir wollen das und noch wichtiger: Wir können das. DIE GÜTERBAHNEN brennen darauf, für dieses Ziel und noch mehr ihre geballte Zugkraft aufzubringen und mit klimafreundlichem Güterverkehr auf der Schiene die Verkehrswende zu meistern. Wir hoffen, mit unserem neuen Bündnis die Politik als unseren Partner, der mit den richtigen Rahmenbedingungen seine Ziele verfolgt, zu gewinnen. Denn wer schwimmen will, muss auch nass werden wollen“, sagte Ludolf Kerkeling, Vorstandsvorsitzender des NEE, heute auf der ersten Veranstaltung der GÜTERBAHNEN in Berlin.

Der Schienengüterverkehrs-Markt war in den vergangenen Jahren sehr dynamisch und schon heute werden annähernd 60 % der Leistung von den privaten Güterbahnen erbracht. Dies spricht für einen selbstbewussten neuen Auftritt der Branche in der Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck hat das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen heute in Berlin sein neues Bündnis DIE GÜTERBAHNEN vorgestellt. Der Clou: Das Bündnis sieht sich als Marktführer und will mit einem starken neuen Auftritt mit Politik und Öffentlichkeit stärker ins Gespräch kommen. „Wer mit umweltfreundlichem Transport das Klima schützen will, kommt an uns nicht vorbei. Innovativ und flexibel haben DIE GÜTERBAHNEN in den letzten Jahren den Schienengüterverkehr getragen. Unsere Botschaft an die Politik: Lasst uns gemeinsam erfolgreich sein“, so Kerkeling.

Es geht um neue Dimensionen. Eine Leistung im Schienengüterverkehr von 210 Milliarden Tonnenkilometern muss 2030 mindestens erbracht werden, wenn das politische Ziel erreicht werden soll, 2030 ein Viertel des gesamten Güterverkehrs klimafreundlich auf der Schiene zu transportieren. Das sind fast 60 % mehr als zuletzt. Kerkeling ergänzte: „Eine ambitionierte und europäisch angelegte Verkehrsverlagerungspolitik kann Straßen und Umwelt über 2030 hinaus sogar noch stärker entlasten. Die Güterbahnen halten bis 2035 eine Verkehrsleistung von mehr als 260 Milliarden Tonnenkilometer für erreichbar.“

Unterstützung signalisierten den GÜTERBAHNEN heute in Berlin die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Susanne Henckel, und die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz und Bremer Verkehrssenatorin Dr. Maike Schaefer. „DIE GÜTERBAHNEN beweisen mit ihrem neuen Bündnis, wie wir gemeinsam mehr Güter auf die Schiene bringen. Zusammen werden wir die Verkehrswende meistern und den Klimaschutz in unserem Land weiter vorantreiben“, begrüßte Henckel die Initiative. „Es ist unbedingt notwendig, mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Das ist ein ganz wichtiger Baustein innerhalb der Verkehrswende und damit unserer Anstrengungen, der Klimakrise etwas entgegenzusetzen. Wir brauchen DIE GÜTERBAHNEN – auch zur Anbindung unserer wichtigen Seehäfen“, fügte Verkehrssenatorin Dr. Schaefer hinzu.

Mit einer frisch mit dem GÜTERBAHNEN-Logo folierten Lok wurden die beiden Politikerinnen zum Veranstaltungsort gebracht und konnten für eine dreiviertel Stunde die Welt aus der Perspektive der Praktiker:innen systemrelevanter Verkehre auf dem Lokführerstand betrachten. Auf der Veranstaltung signalisierten DIE GÜTERBAHNEN und die zahlreich anwesenden Mitglieder ihre Leistungsfähigkeit, die politischen Ziele als Bündnis gemeinsam umzusetzen. „Es ist leicht: Wer das Klima schützen will, braucht schnell mehr Eisenbahn für den Gütertransport. Wer Gütertransport will, braucht DIE GÜTERBAHNEN. Von der deutschen und europäischen Politik erwarten wir nun, den Ball aufzugreifen und die Rahmenbedingungen und die Schieneninfrastruktur zielgerichtet neu zu gestalten, so dass die Unternehmen ihre Versprechen einlösen können. Packen wir es an“, so der leidenschaftliche Appell von Kerkeling und den vier Botschafter:innen der Mitglieder der GÜTERBAHNEN, die auf der Veranstaltung stellvertretend für alle Unternehmen des Schienengüterverkehrs gesprochen haben.

DIE GÜTERBAHNEN haben ein neues, moderneres Corporate Design. Die Farben verbinden DIE GÜTERBAHNEN und das NEE als Träger miteinander. Zum Logo, das einen fahrenden Güterzug zeigt, gehört der bereits seit 2019 eingesetzte Claim „Weil Gut auf der Schiene besser ist“. Eine Animation [Link] veranschaulicht die Idee des Logos, zu dem ein auditives Signal gehört, das den GÜTERBAHNEN auch akustisch einen neuen Wiedererkennungswert verleiht. Auf Social Media (Twitter, Instagram und LinkedIn) sind DIE GÜTERBAHNEN ebenfalls vertreten (@DIEGÜTERBAHNEN). Die Domain www.die-gueterbahnen.com führt auf den gleichen, modernisierten Auftritt wie netzwerk-bahnen.de.

PriMa 3/22 erschienen!

Das neue PriMa ist da! Im Titel geht es um die dringend nötige Verkehrwende und die Frage, wie diese angesichts der aktuellen Zeitenwende gelingen kann.

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Track to the Future – iaf 2022 öffnet in zwei Wochen ihre Tore

Unter dem Leitmotto „Track to the Future” findet von 31. Mai bis 2. Juni 2022 in Münster die 28. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf) statt. Mehr als 120 internationale Aussteller werden neue und innovative Produkte und Dienstleistungen Tausenden Besucher/-innen aus über 60 Ländern präsentieren. Als besonderes Highlight begrüßen die Organisatoren in diesem Jahr Polen als Gastland. Damit würdigt der Verband die positive Entwicklung der polnischen Eisenbahninfrastruktur und die geplanten Modernisierungsschritte in den kommenden Jahren.

Die Messe findet unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesministers für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, statt. In seinem Grußwort betont Wissing die Rolle der Bahn als das Verkehrsmittel der Zukunft, dem eine entscheidende Rolle in der Erreichung der ambitionierten Klimaziele zukommt. So sollen die Fahrgastzahlen erhöht und der Anteil des über die Schiene abgewickelten Güterverkehrs deutlich gesteigert werden. Dies könne aber nur gelingen, wenn das System Schiene fortlaufend modernisiert und attraktiver gestaltet werde. Deshalb werde die öffentliche Hand in den nächsten Jahren massiv investieren und eine moderne, leistungsstarke Infrastruktur schaffen.

Dieiaf genießt in der Bahnbaubranche seit Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf. Viele Aussteller freuen sich darauf, ihre Maschinen und Produkte unter realistischen Bedingungen präsentieren zu können: direkt am Gleis im Schotterbett. Mit 10.000 m2 Hallenfläche, 6.000 m2 Freifläche und mehr als 3.000 m Gleis bietet die iafeinen repräsentativen Überblick über die Branche wie keine andere.

iaf zeigt die Technologie der Zukunft

Wie schon in der Vergangenheit wird die iaf auch in diesem Jahr ihrer Rolle als weltweit führende Messe für Fahrwegtechnik gerecht. Dr. Siegfried Krause, iaf-Messechef und Geschäftsführer der VDEI Service GmbH, erwartet eine spannende 28. Auflage der Messe: „Wir freuen uns sehr, dass so viele Aussteller unserer Messe die Treue halten und auch in diesem Jahr ihre Lösungen für die drängendsten Herausforderungen unserer Branche präsentieren werden. Dazu zählen der Fachkräftemangel, die Notwendigkeit zur CO2-Reduzierung angesichts des Klimawandels und natürlich die Digitalisierung. Und auch dieses Mal werden einige absolute Weltpremieren zu sehen sein.“

Diese Weltpremieren umfassen vor allem Maschinen mit einem höheren Maß an Automation, alternativen Antrieben und dem Einsatz digitaler Technologien. Diese Innovationen verdeutlichen, wie sehr die Industrie bereit ist, die von Bundesminister Wissing skizzierten Entwicklungen zu unterstützen.

Eröffnung & Rundgang

Der Verband Deutscher Eisenbahningenieure e.V. (VDEI) freut sich, mit Frank Sennhenn den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG für die Eröffnung der Messe gewonnen zu haben. Sennhenn wird im Rahmen der Eröffnung am 31. Mai 2022 einen Impulsvortrag zu aktuellen Themen der Fahrwegtechnik halten.

Im Rahmen der Eröffnung wird zudem der mit 3.000 € dotierte Förderpreis des Verbandes für herausragende Arbeiten junger Ingenieurinnen und Ingenieure aus dem Bahnsektor überreicht. Unter den Einreichungen sind acht Hochschulen bzw. Universitäten sowie drei Studienrichtungen vertreten.

Im Anschluss findet der offizielle Messerundgang statt, bei dem die Ehrengäste traditionell in Begleitung des Verbandes das Messegelände und insbesondere die auf der iaf vertretenen Weltpremieren besichtigen, die von den jeweiligen Unternehmensvertretern vorgestellt werden.

Kostenlose Besucherregistrierung

Die iaf bietet interessierten Besucher/-innen die Möglichkeit, sich kostenlos vorab zu registrieren. Wer die Messe besuchen möchte, kann dies unter folgender Web-Adresse machen:
www.iaf-messe.com/de/besucheranmeldung

Sicherer Messebesuch durch 3-G-Regeln und Testzentrum

Um einen sicheren Messebesuch zu gewährleisten, wird die Messe nach den geltenden Sicherheitsbestimmungen durchgeführt, derzeit sind dies die 3-G-Regeln. Besucherausweise werden personalisiert, relevante Zertifikate können online hinterlegt und mit dem jeweiligen Ausweis verknüpft werden. So kann die laufende Kontrolle beim Zutritt auf das Messegelände beschleunigt werden. Während der gesamten Messedauer wird in Eingangsnähe ein Testzentrum eingerichtet, in dem sich Personen, die über kein aktuelles Zertifikat verfügen, testen lassen und mit einem negativen Ergebnis Zutritt zum Messegelände erhalten können.

Quelle/Foto: VDEI Service GmbH