ÖBB und Siemens entwickeln Akkutriebzug

Der Prototyp des Cityjet eco vom Typ Desiro ML wurde am Montag in Wien vorgestellt.

Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) und Siemens Mobility investieren gemeinsam in die Zukunft des Personenverkehrs und entwickeln einen elektro-hybriden Batterieantrieb für Züge. Beide Unternehmen stellten am Montag in Wien das erste Ergebnis dieses innovativen Pilotprojekts, den Prototyp des Cityjet eco vom Typ Desiro ML, vor. Der Cityjet eco ist als Akkutriebzug eine Alternative für nicht-elektrifizierte Strecken, die heute größtenteils mit dieselbetriebenen Personenzügen befahren werden. Im Vergleich zum Dieselantrieb können die CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Nach umfangreichen Tests des Zuges findet ein erster Einsatz im Fahrgastbetrieb voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 statt. Der Prototyp wird auf der Innotrans 2018, der internationalen Leitmesse für Verkehrstechnik, vom 18. bis 21. September auf Gleis 1/400 in Berlin präsentiert.

Siemens entwickelt einen elektro-hybriden Batterieantrieb, der es möglich macht, dass der Zug auf elektrifizierten Strecken Energie über seinen Stromabnehmer aufnimmt und gleichzeitig in den neu mitgeführten Batterien speichert. Diese Energie kann für den Betrieb auf nicht-elektrifizierten Strecken genutzt werden. Sobald der Zug die elektrifizierte Strecke verlässt, speisen die Batterien das Energieversorgungssystem des Zuges. Gemeinsam mit den ÖBB wird diese Technologie nun in einem Pilotprojekt in den kommenden Monaten in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft und zur Serienreife weiterentwickelt.

Im gemeinsamen Pilotprojekt mit Siemens sichern sich die ÖBB als eine der ersten europäischen Bahnen wertvolle Erkenntnisse und können damit ihre Angebotsqualität für die Fahrgäste und die Nachhaltigkeit ihrer Flotte weiter ausbauen. Das Pilotprojekt wird mit einem Zug aus der aktuell für die ÖBB laufenden Serienproduktion des Siemens Desiro ML umgesetzt. Die Bauweise des Fahrzeuges ermöglicht es, zusätzliche Dachlasten aufzunehmen. Damit sinkt die ansonsten branchenweit übliche Liefer- und Fertigungszeit eines Neufahrzeugs von bis zu 36 Monaten auf weniger als die Hälfte.

Foto: Siemens

InnoTrans 2018: Rekord an Weltneuheiten

In wenigen Wochen eröffnet die weltgrößte Messe der Bahnbranche in Berlin ihre Tore. Und es gibt bereits jetzt Rekordzahlen zu vermelden. Wie die Messe Berlin in einer Pressemitteilung informierte, werden in diesem Jahr mehr als 3.000 Aussteller ihre Produkte auf 200.000 Quadratmetern in 41 Hallen und auf über 3.500 laufenden Metern Gleis präsentieren. 62,3 Prozent der Aussteller reisen aus dem Ausland in die deutsche Hauptstadt. Insgesamt sind 60 Länder vertreten, von Ägypten und Bahrain über Malaysia und Singapur bis hin zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und Weißrussland. Neuseeland ist zum ersten Mal mit dabei.

Impression von der Freifläche auf der InnoTrans 2016. Foto: Messe Berlin GmbH/Volkmar Otto

 

Mehr als 140 Fahrzeuge werden in rund sechs Wochen auf dem Frei- und Gleisgelände präsentiert. Darunter Zweiwegefahrzeuge, innovative Containertragwagen, Reisezugwagen, Regionalzüge, Doppelstockwagen, Straßenbahnen, Metros, Instandhaltungsfahrzeuge, Tunnelreinigungsfahrzeuge, Bergefahrzeuge, (Hybrid-)Lokomotiven, Triebzüge und viele mehr.

Erstmals wird auch als Aussteller das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit vier Fahrzeugen dabei sein. Tatravagónka Poprad wartet mit sechs Fahrzeugen zur InnoTrans 2018 auf. Allein die Firma Stadler beeindruckt mit sieben Präsentationen von der neuen  S-Bahn Berlin bis hin zum FLIRT für die Schweizerische Südostbahn. Plasser & Theurer kommen mit einer Universalstopfmaschine, Siemens Mobility zeigt unter ihren sieben Fahrzeugen unter anderem die Metro Inspiro Sofia, Daimler präsentiert den Unimog U 423, Vossloh Locomotives zeigt die Lokomotive DE 18, um nur einige zu nennen.

Am Eingang Süd wird ein weiteres Highlight stehen, der Ideenzug der Deutschen Bahn, der die Zukunft des Reisekomforts in der Bahn zeigt. Dort kann man unter anderem Sport direkt nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause machen, Lounge Meetings abhalten oder in einer sogenannten Power-Napping Kabine ausruhen.

Neu, Neuer, Neuheiten und Weltpremieren: Die Aussteller der InnoTrans glänzen mit einem Feuerwerk an Innovationen. In diesem Jahr werden mehr als 400 Neuheiten gezeigt, darunter über 130 Weltpremieren.

Privatbahn Magazin Innovationspreis 2018/19

Bereits zum sechsten Mal vergibt das Privatbahn Magazin im diesem Jahr den Innovationspreis. Die begehrte Auszeichnung prämiert im zweijährigen Rhythmus der InnoTrans besonders bedeutende Neuentwicklungen. Bewerben Sie sich oder machen Sie uns auf besondere Innovationen aufmerksam. Wir freuen uns auf Ihre Tipps.

Aus allen Einschreibungen bewertet unsere Jury in vier Kategorien das innovativste Produkt.

Deutsche Bahn testet Lkw-Platooning auf der A9

Aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG:

Als weltweit erster Logistikanbieter hat DB Schenker gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern MAN Truck & Bus und der Hochschule Fresenius am 25. Juni 2018 zwei digital vernetzte LKW in den Praxiseinsatz geschickt. Im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer startete ein sogenanntes LKW-Platoon von der DB Schenker Niederlassung in Neufahrn bei München über das digitale Testfeld A9 nach Nürnberg. Gefördert wird das Pilotprojekt mit rund zwei Millionen Euro durch den Bund … Damit leisten die Projektpartner Pionierarbeit. „Der erstmalige Einsatz von LKW-Platoons in Deutschland setzt neue Maßstäbe im Logistikmarkt, von denen in erster Linie unsere Kunden profitieren“, so Alexander Doll, DB-Vorstand für Güterverkehr und Logistik. „Mit diesem Projekt zeigt DB Schenker, worauf es für Unternehmen in der ganzen Welt künftig ankommt: Innovationen voranbringen durch neue Partnerschaften.“

DB Schenker erweitert durch den Einsatz der Technik sein digitales Geschäftsmodell. „Heute bringen wir als DB einmal mehr eine neue Technologie auf die Straße. Mit dem Platooning-Projekt bauen wir unsere Vorreiterrolle im Bereich des autonomen und vernetzten Fahrens weiter aus“, betonte Prof. Dr. Sabina Jeschke, DB-Vorstand für Digitalisierung und Technik.

Mit MAN Truck & Bus und DB Schenker kooperieren zwei weltweit führende Unternehmen ihrer Branchen, um gemeinsam das Thema Automatisiertes Fahren voranzutreiben. „Es geht nicht nur um die Anwendung einer Technologie. Es geht um ihre sinnvolle Einbindung in die gesamte Logistikkette. Die Erkenntnisse aus dem gemeinsamen Projekt sind ein wichtiger Schritt hin zur Serienentwicklung. MAN übernimmt damit eine federführende Rolle bei Automatisierung und Digitalisierung von Nutzfahrzeugen“, sagte Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG.

VDV: 30 Prozent mehr Personen- und 22 Prozent mehr Güterverkehr auf der Schiene bis 2030 möglich

Sie gestalteten die Pressekonferenz am 11. Juni 2018 im Dorint-Hotel in Potsdam (v. l. n. r.) : die Gastgeber Oliver Glaser (Technischer Geschäftsführer ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH) und Martin Grießner (Kaufmännischer Geschäftsführer ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH), Oliver Wolff (VDV-Hauptgeschäftsführer), Jürgen Fenske (VDV-Präsident).

 

Auf der Pressekonferenz zur Jahrestagung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Potsdam wurde heute die Szenariostudie „Deutschland mobil 2030“ vorgestellt. 30 Prozent mehr Öffentlicher Personenverkehr (ÖPV) und 22 Prozent mehr Schienengüterverkehr (SGV): Dieses Wachstum ist laut einer aktuellen Studie der Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) und Intraplan bis zum Jahr 2030 möglich. Die Studie wurde auf Basis aktueller Verkehrs- und Bevölkerungsdaten, Trends sowie politischer Rahmenbedingungen im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erstellt. Daraus wurden je drei mögliche Szenarien für den ÖPV und den SGV abgeleitet. Im Szenario „Verkehrswende“ und im Szenario „Konsequent Schiene“ gelingt dabei durch das deutliche Wachstum der Branche eine nachhaltige Wende hin zu effizienter und klimafreundlicher Mobilität und die deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor werden im Jahr 2030 erreicht. „Die Studie zeigt, dass die umweltpolitischen Ziele für das Jahr 2030 erreichbar sind. Aber dazu bedarf es großer Anstrengungen aller Akteure. Wir als Verkehrsunternehmen sind gefordert, uns dem Transformationsprozess proaktiv zu stellen und unsere Position als Mobilitätsdienstleister und –integrator vor Ort auszubauen – dafür brauchen wir dann auch passgenaue politische Rahmenbedingungen. Wir brauchen mehr Mobilität und weniger Verkehr, wenn wir die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger auch in Zukunft sicherstellen und Einschränkungen wie Fahrverbote vermeiden wollen“, so VDV-Präsident Jürgen Fenske. Aus Sicht der Verkehrsunternehmen müssen dazu

– die vorhandenen Kapazitäten ausgebaut und erweitert werden.

– In Großstädten und Ballungsräumen müssen Takte verdichtet und zusätzliche Angebote geschaffen werden.

– Der Ticketvertrieb muss digitaler, einfacher und vernetzter werden.

– In ländlichen Räumen werden neue, flexiblere Geschäftsmodelle benötigt.

Neben den notwendigen Anstrengungen der Branche müssen auch die politischen Rahmenbedingungen weiter konsequent auf neue, umweltfreundliche und wirtschaftliche Mobilitätsangebote ausgerichtet werden. Nur dann sind die in der Studie prognostizierten Modal-Split-Ziele für den Öffentlichen Personenverkehr und den Schienengüterverkehr zu erreichen. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung bietet dafür aus Sicht des VDV eine gute Basis. Die Bundesregierung hat unter anderem durch die Erhöhung der GVFG-Mittel und der Verstetigung der Mittel des Mobilitätsfonds für finanzschwache Kommunen erste wichtige Schritte dafür beschlossen. Doch das wird alleine nicht reichen. Zum einen müssen nun auch die Länder ihrer Verantwortung für den öffentlichen Verkehr nachkommen und entsprechende Gelder für den Ausbau und die Sanierung bereitstellen. Und darüber hinaus brauchen wir auch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen, um weitere Fahrverbote in Städten und Ballungsräumen zu verhindern“, so Fenske weiter.

 

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie „Deutschland mobil 2030“ sind auf der gleichlautenden Internetseite www.deutschland-mobil-2030.de abrufbar.

 

Foto: ur

 

 

 

Forschungsprojekt Schienenverkehr und soziale Netzwerke

In einer Pressemitteilung der Universität Bamberg wird auf ein neues Forschungsprojekt aufmerksam gemacht. Die Deutsche Bahn spricht vom größten Fahrplanwechsel in ihrer Geschichte: Seit dem 10. Dezember 2017 ist das letzte Teilstück der neuen Schnellfahrstrecke Berlin-München befahrbar – und ein ICE hatte bereits am ersten regulären Betriebstag so seine zeitlichen Probleme. Andererseits kommen Züge oft auf die Minute pünktlich. „Das deutsche Schienennetz ist äußerst komplex. Da grenzt es schon an ein Wunder, dass es überhaupt funktioniert“, sagt Dr. Lasse Gerrits, Professor für Politikwissenschaft  an der Universität Bamberg. „Dass die Bahn es dennoch schafft, meistens pünktlich zu sein, ist eine enorme Leistung.“

Er untersucht in einem Forschungsprojekt das Störungsmanagement der Bahn-Beschäftigten in Deutschland, Schweden, Belgien, Dänemark, Österreich und den Niederlanden. Dabei konzentriert er sich vor allem auf das soziale Netzwerk, auf die Beziehungen zwischen dem Personal in Fahrdienst, Stellwerk und Zugdisposition. Wie kommunizieren sie? Wie lösen sie Probleme? Wie sind die persönlichen Beziehungen? Und was passiert, wenn Neuerungen oder ein Störfall den normalen Betriebsablauf durcheinanderbringen?

Das Projekt untersucht damit erstmals systematisch und länderübergreifend, welche Lösungen im Störungsmanagement unter welchen Bedingungen funktionieren. Mithilfe von Netzwerkanalysen, die sichtbar machen, wer wann mit wem in Verbindung steht und was kommuniziert wird, untersucht der Wissenschaftler auch, in welchen Punkten sich die Verfahren in den jeweiligen Ländern unterscheiden und was sich gegebenenfalls verbessern ließe. Das Gesamtprojekt läuft über fünf Jahre und wird von der niederländischen Bahngesellschaft ProRail und der niederländischen Forschungsgesellschaft NWO mit 600.000 Euro unterstützt. Für seine Forschung in Deutschland ermöglicht ihm die Deutsche Bahn den Zugang zu den entsprechenden Steuerungszentralen und den Beschäftigten dort.

Obwohl Gerrits mit seiner Forschung für Deutschland kürzlich erst begonnen hat, kann er beispielsweise bei den Strukturen des Bahnverkehrs schon grundlegende Unterschiede zu den Nachbarländern auf den Punkt bringen: Die Abläufe sind in Deutschland viel hierarchischer organisiert als etwa in den Niederlanden oder in Dänemark. Ob diese Bürokratisierung ein Nachteil ist, kann Gerrits zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

 

Ergebnisse des Forschungsprojektes finden Sie unter:

www.uni-bamberg.de/news/artikel/gerrits-stoerungsmanagement-bahn

Bahnkunden sparen Reisezeit durch die Nutzung mobiler Technologien

Trainline, eine weltweit agierende digitale Bahnplattform für Bahntickets und Fahrpläne, hat das Wirtschaftsunternehmen Development Economics beauftragt, die potenziellen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile mobiler Technologien bei Bahnreisen zwischen 2017 und 2020 in Deutschland zu identifizieren, zu analysieren und zu quantifizieren. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgelegt: Demnach birgt die Nutzung mobiler Technologien für Volkswirtschaften allgemein erhebliche wirtschaftliche und ökologische Vorteile, die für Deutschland klar zu erkennen sind. Sie haben das Potenzial, die wirtschaftliche Leistung in Deutschland um 3,29 Milliarden Euro zu steigern. Außerdem können rund 29,3 Millionen Arbeitsstunden wegen der gesteigerten Produktivität eingespart werden.

 

 

Auf der Schiene werden die Vorteile durch die Nutzung mobiler Technologien noch deutlicher. So könnten diese einen Anstieg von 10,5 Milliarden Personenkilometern mit dem Zug ermöglichen, was wiederum die CO2-Emission um 724.000 Tonnen reduzieren würde. Für die Bahnindustrie bedeutet das einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 2,35 Milliarden Euro. Außerdem wird erwartet, dass Bahnkunden durch die Nutzung mobiler Technologien und hier insbesondere dem Mobile Ticketing, zwischen 2017 und 2020 allein 200 Millionen Stunden Reisezeit einsparen werden.

Foto: DB/Thomas Herter

NEE: Straßenverkehr deckt seine direkten Kosten nicht

Die jährlich zahlungswirksamen Kosten für das deutsche Straßennetz liegen bei über 60 Milliarden Euro.

 

In einer Pressemitteilung verweist das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) auf eine Studie von Prof. Dr. Christian Böttger von der HTW Berlin, die nachweist, dass der Straßenverkehr seine direkten Kosten nicht deckt. Die Studie „Kosten der Verkehrsträger im Vergleich“ identifiziert zunächst sämtliche Zahlungen an die Verkehrsträger, darunter auch die Entlastungen durch Nicht-Besteuerung bestimmter Sachverhalte. Im zweiten Schritt wurden, soweit möglich, die tatsächlichen Kosten und Kostenvorteile quantifiziert.

Studienautor Böttger fasste in der Vorstellung der Studie in Berlin die wichtigsten Ergebnisse bündig zusammen: „Für Investitionen und Betrieb der Straßeninfrastruktur werden jährlich in Deutschland etwa 30 Milliarden Euro aufgewandt. Hinzu kommen weitere 30 Milliarden Euro für die Verkehrspolizei und zahlungswirksame Unfallfolgekosten. Die enormen Unfallfolgekosten hatte Böttger einer vertieften Recherche unterzogen. Dabei wird erstmals grob aufgezeigt, dass in großem Umfang (17,5 Milliarden Euro) zahlungswirksame Unfallfolgekosten über Sozialversicherung oder Sozialhilfe von der Allgemeinheit getragen werden. Daneben müssen auch die schwer zu ermittelnden nicht zahlungswirksamen Kosten, vor allem weitere Unfallfolgekosten in Höhe von 27 Milliarden Euro und Umweltschäden in einer Mindesthöhe von 7,5 Milliarden Euro berücksichtigt werden, die in der Summe von 60 Milliarden Euro zahlungswirksamer Kosten noch nicht enthalten sind. Die zuzurechnenden Einnahmen des Straßenverkehrs aus Energiesteuern und LKW-Maut liegen hingegen nur bei etwa 22 Milliarden Euro. Böttger: „Es ist daher ganz sicher falsch, wenn sich Pkw-Fahrer und der Lkw als Melkkühe der Nation fühlen oder bezeichnen.“

Auch Flugzeug, Binnenschiff und Fernbus profitieren durch intransparente staatliche Unterstützungen und die Nicht-Anlastung von Kosten, wodurch sich ihre Wettbewerbsfähigkeit vor allem relativ zur Schiene verbessert. So werden die Binnenwasserstraßen den Nutzern grundsätzlich abgabenfrei zur Verfügung gestellt. Die Luftfahrt profitiert von zahlreichen direkten und indirekten Subventionen und ist weitgehend von den Steuern und Abgaben befreit, die andere Verkehrsträger zahlen. Dem Fernbus hilft beispielsweise die Mautfreiheit und die geringe Vorschriften- und Kon­trolldichte. Im Schienenverkehr würden dagegen Energiesteuern, Emissionsabgaben und EEG-Umlagen gezahlt.

Böttger wies auf Lücken in der Berichterstattung hin. Während Übersichten über Zahlungen für die Schiene transparent und zeitnah vorliegen, werden die Zuschüsse der öffentlichen Hand für die anderen Verkehrsträger oft unvollständig, verspätet oder gar nicht ausgewiesen. Als Teil einer rationalen Verkehrspolitik müsse die künftige Bundesregierung sich auch mehr Kostentransparenz auf die Fahnen schreiben.

Zu finden ist die Studie unter:

http://www.netzwerk-bahnen.de/news/60-milliarden-euro-strassenverkehr-deckt-schon-seine-direkten-kosten-nicht.html

Grafik: NEE

BMVI fördert Züge mit Brennstoffzellenantrieb

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) öffnet den zweiten Aufruf für das Förderprogramm Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP 2). Im Fokus des Aufrufs stehen Züge und Schiffe mit Brennstoffzellenantrieb. Technisch ausgereifte Produkte sollen damit am Markt wettbewerbsfähig werden. Anträge können ab sofort gestellt werden. Für das NIP 2 stellt das BMVI im Zeitraum 2016-2019 rund 250 Millionen Euro bereit. Die Mittel stehen für die Programme Marktaktivierung und Maßnahmen der Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) bereit, die sich gegenseitig ergänzen.

Mit dem ersten Aufruf des Förderprogramms Marktaktivierung, der am 1. März 2017 an den Start ging, werden Brennstoffzellenbusse im ÖPNV und Brennstoffzellen-PKW in Fahrzeugflotten unterstützt. Im Fokus des zweiten Aufrufs, der nun startet, stehen die Neubeschaffung von Zügen und Schiffen mit Brennstoffzellenantrieb sowie die Umrüstung von Schiffen auf Brennstoffzellenantrieb.

Ausführliche Informationen zur Förderprogramm Marktaktivierung:

www.bmvi.de

Förderanträge und Projektskizzen können über das elektronische Antragssystem eingereicht werden: www.Foerderportal.bund.de/easyonline

 

HaCon offiziell Tochter von Siemens AG

Seit dem 1. Juni 2017 ist HaCon nicht mehr selbständig: Die Kartellbehörden haben der Übernahme der HaCon Ingenieurgesellschaft mbH durch die Siemens AG zugestimmt. Seit über 30 Jahren steht HaCon für nachhaltige und innovative Softwarelösungen in den Bereichen Verkehr, Transport und Logistik und gilt branchenweit als führend auf seinem Gebiet. Nun wird die hannoversche Softwareschmiede unter dem Dach der Siemens AG (Division Mobility) weiter firmieren.

 

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Michael Frankenberg ist seit 2005 geschäftsführender HaCon-Gesellschafter und nun als CEO in dem Siemens-Unternehmen tätig.

 

HaCon wird als rechtlich eigenständige Gesellschaft unter dem bestehenden Management-Team Michael Frankenberg, Werner Sommerfeld und Peter Talke geführt. Verstärkung erhält die Geschäftsführung durch Andreas Dittmann, der zukünftig als CFO agieren wird. Zuletzt war Dittmann als Head of Performance Controlling für Siemens Mobility Management in Berlin tätig

Michael Frankenberg, seit 1996 bei HaCon tätig, übernimmt die Rolle des CEO.

 

Foto: HaCon