SWEG wird noch leiser

Der Zugverkehr der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) am Kaiserstuhl wird noch geräuschärmer: Die fünf dreiteiligen Talent-3-Elektrofahrzeuge, die auf der Linie S5 (Breisach – Riegel-Malterdingen) fahren, werden vom 1. Dezember 2021 bis voraussichtlich Ende Februar 2022 nach und nach mit hydraulischen Achslenkerlagern (HALL) ausgerüstet. Diese Achslenkerlager ermöglichen ein kurvenkonformes Einstellen der Radsätze, wodurch ein verschleiß- und geräuschärmerer Kurvenlauf als bei konventionellen Achslenklagern ermöglicht wird. „Das wird die Lärmbelastung noch ein-mal deutlich reduzieren“, sagt Tobias Harms, Vorsitzender der SWEG-Geschäftsführung und betont: „Wir haben uns für den Einbau des HALL-Systems eingesetzt, weil wir die Anliegen der Anwohner an den Gleisen ernst nehmen.“

Deutschland-Premiere für innovative Technik
Das innovative HALL-System kommt erstmals in Talent-3-Triebzügen in Deutschland zum Einsatz. Ein früherer Einbau war nicht möglich, weil erst die Genehmigung und Zulassung der Technik für die SWEG-Fahrzeuge abgewartet werden musste. Für Umrüstung, Software-Updates und den damit verbundenen Zulassungsprozess müssen die Talent-3-Fahrzeuge jeweils für zwei bis drei Wochen zum Hersteller nach Görlitz überführt wer-den. Im genannten Zeitraum stehen deshalb nicht alle Elektro-Fahrzeuge für den Einsatz auf der Linie S5 zur Verfügung und es werden teilweise noch einmal die bereits bekannten RegioShuttle zum Einsatz kommen.

Quelle/Foto: SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG

CFL multimodal weiht Wartungswerkstatt ein

Die CFL Gruppe hat die offizielle Einweihung der neuen Werkstatt und des gesicherten Truckstops (CRS) im Beisein von François Bausch, Minister für Transport und öffentliche Arbeiten gefeiert. Durch ihre Lage auf dem Gelände des Terminals und des Rangierbahnhofs, steigert die neue Wartungs- und Reparaturwerkstatt die Verfügbarkeit des Wagen- und Lok-Fuhrparks und reduziert die Standzeiten des Rollmaterials. Der CRS, exklusiv den Nutzern des Logistik-Parks Eurohub Süd und des intermodalen Terminals vorbehalten, bietet seinerseits gesicherte Parkplätze und eine Reihe essentieller Dienstleistungen für Spediteure an.

Marc Wengler, Geschäftsführer CFL, hieß die Gäste in seiner Ansprache willkommen und unterstrich das Interesse und die Bedeutung dieses neuen Standorts, der die bestehenden Aktivitäten ergänzt: „Die Einweihung des CRS und der neuen Werkstatt markiert eine neue Etappe in der Umsetzung des One-Stop-Shop-Konzepts, das wir am Standort Bettemburg-Düdelingen entwickelt haben. Unser Ziel ist es, den Nutzern des Terminals und des Logistikparks, Straßenspediteuren, Intermodal-Operateuren und Eisenbahnunternehmen wesentliche Dienstleistungen anzubieten und ihnen gute Gründe zu geben, den Standort Bettemburg-Düdelingen für die Organisation ihrer europäischen Logistikaktivitäten zu nutzen.“

Laurence Zenner, Geschäftsführerin CFL cargo, betonte in ihrer Rede: „Mit mehr als 150 Jahren Erfahrung hat sich CFL technics, ein Tochterunternehmen von CFL cargo, mit seinen Wartungswerkstätten und seinem Know-how im Bereich der Wagensicherheitseinrichtungen im Eisenbahnsektor einen Namen gemacht. Investitionen in einen neuen und vierten Standort sowie in innovative Technologien garantieren den Kunden ein effizientes Rollmaterial, mit dem nachhaltiger Schienenverkehr betrieben werden kann. Dabei setzt CFL technics auf Qualität und Schnelligkeit, indem es Reparaturen an Waggons und Lokomotiven im Herzen des Güterverkehrs in unmittelbarer Nähe des Terminals von Bettemburg-Düdelingen und des Rangierbahnhofs durchführt.“

François Bausch, Minister für Transport und öffentliche Arbeiten, hebt die Bedeutung der Schiene auf europäischer Ebene hervor: „Der luxemburgische Staat hat in den letzten Jahren kontinuierlich in den Ausbau der Infrastruktur investiert. Wir sind in der Tat davon überzeugt, dass eine effiziente Eisenbahninfrastruktur auf Luxemburger Gebiet, und im Allgemeinen in ganz Europa, für die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene und den Kampf gegen die globale Erwärmung unerlässlich ist.“

Nach dem Durchtrennen des Eröffnungsbandes nahmen die rund 100 Gäste an der Besichtigung der Werkstatt mit einer Fläche von 7.000 Quadratmetern, drei Werkstattgruben von je 200 m und zwei Laufkränen, teil. Diese neue Werkstatt übernimmt die kurative Wartung und die Reparatur von Eisenbahn-Waggons, hydraulischen Dieselloks, die im Primärnetz verkehren, sowie der neuen Bombardier MS3-Elektroloks. Die Werkstatt verfügt insbesondere über ein spezialisiertes Fachwissen in der Instandhaltung von Waggons der Modalohr-Technologie.

Auf dem angrenzenden CRS stehen für die Nutzer des intermodalen Terminals und des Logistik-Parks 300 gesicherte Parkplätze rund um die Uhr zur Verfügung. Das neue Areal umfasst eine Tankstelle mit Lkw-Waschanlage, einen Shop mit Gastronomie sowie Sanitär- und Fitnesseinrichtungen und einen Wäscheservice.

Quelle/Foto: CFL multimodal

LNVG erteilt Auftrag für Modernisierung

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat Alstom in Stendal damit beauftragt, von 2021 bis 2026 169 Bombardier-Doppelstockmittelwagen zu modernisieren. Die Fahrzeuge, die bei den Bahnunternehmen Metronom und der DB-Tochtergesellschaft Start Unterelbe rollen, sind 15 bis 18 Jahre alt und haben damit etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer erreicht. Laut LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl werden in diese Wagen rund 27 Millionen Euro investiert. „Die Fahrgäste bekommen dafür eine Qualität, die fast an Neubauten heranreicht“, betonte sie.

Das Material für den Umbau stammt von Bombardier. In die Wagen werden komplett neue Sitze eingebaut, insgesamt rund 24.000 Stück. Die Sitze bekommen Klapptische mit Laptop-Halterung. An den Vierer-Sitzgruppen lässt die LNVG Steckdosen einbauen. Die Wagen werden zudem mit Videoaufzeichnung ausgerüstet. Umgestaltet werden auch die WCs, hier kommen unter anderem Duftspender zur Verbesserung des Raumklimas zum Einsatz. Eine neue Gestaltung soll Vandalismus vorbeugen. Künftig leuchten in den Wagen energiesparende LED-Lampen. Der Einstiegsbereich wird heller ausgeleuchtet. Ebenso werden die Fahrzeuge mit Informationsmonitoren ausgerüstet, auf denen in Echtzeit Informationen zur jeweiligen Zugfahrt dargestellt werden. Für blinde und stark sehbehinderte Fahrgäste werden Tastleisten an den Türflügeln nachgerüstet. Pro Waggon werden bei der Erneuerung 1,8 Kilometer Kabel eingezogen.

In der vorher ausgeschriebenen „Hauptuntersuchung XL Doppelstockwagen (HU XL Dosto)“ hat die LNVG 2019 Bombardier damit beauftragt, 37 Lokomotiven, 37 Steuerwagen und die ersten 14 Mittelwagen für rund 80 Millionen Euro zu überarbeiten. Dieser Auftrag hat laut LNVG einen Wert von rund 80 Millionen Euro. Zukünftig werden alle Wagen ein einheitliches Erscheinungsbild haben. (pm/roe)

Foto: LNVG

VDB-Präsident Michael Fohrer verlässt Bombardier Transportation

Der Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. Michael Fohrer hat das Präsidium des VDB darüber informiert, dass er Bombardier Transportation zum 15. Juli 2020 einvernehmlich verlässt, um sich neuen Aufgaben zu widmen, und das Amt als VDB-Präsident bis zur Neuwahl niederlegen wird. Es obliegt nun dem VDB-Präsidium, den Weg zur Wahl einer Nachfolge für die VDB-Spitze in den kommenden Wochen zu beraten.

„In diesen Zeiten geht es um einen kraftvollen Re-Start für Konjunktur und Klimaschutz mit starker industrieller Basis. Die Bahnindustrie ist prädestiniert, dafür hohe Verantwortung zu übernehmen. Mit Clean Mobility „Made in Germany“ und „Made in Europe“ aus der Krise finden – das war in den vergangenen Monaten aus Überzeugung mein Kernziel als VDB-Präsident. Ich danke allen herzlich, mit denen ich für dieses Ziel sehr vertrauensvoll und erfolgreich zusammenarbeiten durfte.“, sagte Fohrer in Berlin. „Emissionsfreie Mobilität bleibt ganz oben auf der Agenda. Und das Level-Playing-Field für fairen Wettbewerb gehört dort hin. Denn die Bahnindustrie in Deutschland kann eine Schlüsselrolle für eine neue Epoche der Mobilität spielen. Dieser Mission bleibe ich persönlich verbunden.“, so Fohrer.

Das VDB-Präsidium sowie die VDB-Geschäftsführung dankten Fohrer für sein herausragend erfolgreiches Engagement für die Bahnindustrie und den Klimaschutz insbesondere in der COVID-19-Krise. „In schwerer See ist der Kapitän gefordert. Wir sind Herrn Fohrer zu großem Dank verpflichtet. Denn er hat als VDB-Präsident in dieser Krise mit seiner Persönlichkeit, Erfahrung und Klarheit entscheidend dazu beigetragen, resiliente Industriestrukturen in Deutschland zu stärken, die Krisenfolgen in der Industrie zu limitieren, systemrelevante Leistungen zu gewährleisten und Clean Mobility für die Zeit nach der Krise voranzubringen.“, äußerte VDB-Vize-Präsident Andreas Becker in Berlin.

Quelle: VDB; Foto: Bombardier

Bombardier stellt Arbeit in Kanada ein

Bombardier gab bekannt, dass es zur Unterstützung der jüngsten Maßnahmen der Regierungen von Quebec und Ontario zur Eindämmung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie alle nicht wesentlichen Arbeiten in den meisten seiner kanadischen Niederlassungen einstellt. Diese Aussetzung umfasst die Flugzeug- und Schienenproduktionsaktivitäten von Bombardier in den Provinzen Quebec und Ontario und wird bis zum 26. April 2020 andauern.

Mitarbeiter, die von diesen vorübergehenden Stillständen betroffen sind, werden in den Urlaub versetzt, ebenso wie Mitarbeiter der Unternehmenszentrale, deren Unterstützungsfunktionen kurzfristig weniger kritisch sind. Während dieser Urlaubsphase werden der CEO und das Führungsteam von Bombardier auf ihre Bezahlung verzichten. Außerdem haben der Vorsitzende und die Mitglieder des Verwaltungsrates vereinbart, für den Rest des Jahres 2020 ebenfalls auf eine Vergütung zu verzichten. Mit Blick auf diese Änderungen sowie dem unbekannten Verlauf der Pandemie setzt Bombardier außerdem die Gewinnprognosen für 2020 aus.

„Seit dem Ausbruch des Coronavirus hat sich das Unternehmen darauf konzentriert, unsere Mitarbeiter zu schützen, unsere Kunden in diesen schwierigen Zeiten nach besten Kräften zu bedienen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um unser Geschäft langfristig zu schützen“, sagte Pierre Beaudoin, Präsident des Verwaltungsrates. „Zusätzlich zu den heute angekündigten Maßnahmen hat Bombardier alle diskretionären Ausgaben gekürzt, setzt die Arbeiten zum Abschluss der zuvor angekündigten Transaktionen fort und verfolgt zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität.“

Quelle/Foto: Bombardier

Nur 18 von 29 Fahrzeugen: Weiterer Lieferverzug für das Netz Neckartal

Das Bahnunternehmen Abellio hat im Auftrag des Landes Baden-Württemberg insgesamt 52 Talent 2-Triebfahrzeuge für das Stuttgarter Netz/Neckartal bei Zughersteller Bombardier Transportation (BT) bestellt. Im Liefervertrag ist eine Übergabe dieser Fahrzeuge in drei Stufen vorgesehen – orientiert an den Betriebsaufnahmen von Abellio im Streckennetz. Doch das kanadische Bahnindustrieunternehmen hängt bei der Fahrzeugproduktion beträchtlich hinterher. Nach mehreren nicht gehaltenen Lieferzusagen ist Bombardier Abellio aktuell noch 22 Fahrzeuge schuldig. Insgesamt 41 Züge sollten bis Dezember 2019 schon ausgeliefert sein, doch nur 19 Fahrzeuge sind es bislang tatsächlich. In Ermangelung von Neufahrzeugen ist Abellio seit der ersten Betriebsstufe im Juni 2019 gezwungen, ein Ersatzkonzept mit Leihzügen anderer Anbieter zu fahren.

Seit November 2019 verspricht Bombardier nun eine vollständige Nachlieferung der fehlenden 22 Züge bis zum 14. Juni 2020 – dem Starttermin der dritten Betriebsstufe von Abellio. Zudem sollen bis dahin vertragsgemäß weitere sieben Züge an Abellio übergeben werden. In Summe sind das 29 Neufahrzeuge. Der neueste Lieferplan (der eigentlich schon für Ende Januar zugesagt war aber erst seit wenigen Tagen final vorliegt) macht jedoch deutlich, dass bis zum Stichtag nur insgesamt 18 Fahrzeuge übergeben werden können. Auch die betrieblich notwendige Teilzulassung der Züge in Dreifach- und Mischtraktion, die im Dezember 2019 hätte vorliegen müssen, wird sich weiter nach hinten verschieben.

Da Abellio den erneuten Wortbruch von Bombardier bereits Ende Januar vorhersah, wird − unterstützt durch das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg − schon seit Wochen an einem neuen Ersatzkonzept gearbeitet. Dieses soll ab Juni 2020 umgesetzt werden und − unter Einsatz weiterer Leihfahrzeuge − einen stabilen Fahrbetrieb auf den aktuellen und noch hinzukommenden Linien von Abellio im Netz Neckartal ermöglichen. Insbesondere die verspätete Zulassung durch Bombardier stellt dabei eine große betriebliche Herausforderung dar.

Da die Genehmigung zum Kuppeln drei artgleicher und mehrerer unterschiedlicher Zugeinheiten zum Start der dritten Betriebsphase fehlt, kann Abellio die vorhandenen Neufahrzeuge zunächst nicht auf allen Strecken zum Einsatz bringen. Dadurch, und weil zahlreiche Neufahrzeuge fehlen, muss das komplette Betriebskonzept neu geplant werden. In Folge dessen entsteht für Abellio ein Mehrbedarf, sowohl an Ersatzfahrzeugen, als auch an Fahrpersonal. Zudem müssen die Neufahrzeuge nach Erhalt der Zulassung noch einmal sukzessive aus dem Verkehr genommen werden, um ein für die Zugkupplung notwendiges Software-Update durchführen zu können.

„Die erneute Unzuverlässigkeit von Bombardier bedeutet für uns einen immensen planerischen und finanziellen Mehraufwand. Der gesamte Zugverkehr im Netz Neckartal muss neu gedacht, geplant und umgesetzt werden − mit mehr Fahrzeugen verschiedener Baureihen und mehr Personal. Wir sehen uns erneut mit einer echten Mammutaufgabe konfrontiert, die wir aber auch dieses Mal bewältigen werden. Oberste Priorität hat für uns die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebes für unsere Fahrgäste“, sagte Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH.

Die Fahrzeugzulassung in Dreifach- und Mischtraktion beabsichtigt Bombardier nun bis Mitte Juni zu realisieren. Alle 52 Fahrzeuge der Abellio-Flotte verspricht der Hersteller bis September dieses Jahres ausgeliefert zu haben ─ so der aktuelle Planungsstand.

Quelle: ABRB; Foto: Bombardier

Alstom und Bombardier kurz vor Einigung

Die Verhandlungen zwischen den beiden Schienenfahrzeugherstellern Alstom und Bombardier über eine mögliche Übernahme der Bombardier-Bahnsparte durch Alstom schreiten voran, nachdem Bombardier am 13. Februar 2020 die Jahresergebnisse vorgestellt hat. Demnach hat Bombardier zum Ende des Geschäftsjahres 2019 einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden Euro (1,6 Mrd. USD) verzeichnet. Im Jahr 2018 hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 293 Millionen Euro verbucht. Die Einnahmen beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 15 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3 Prozent gegenüber den rund 14 Milliarden Euro aus dem Vorjahr entspricht. Bombardier verfolgt derzeit Optionen, die einen Schuldenabbau beschleunigen und eine langfristige Positionierung mit größerer operativer und finanzieller Flexibilität ermöglichen sollen.

Konkrete Details wurden noch nicht mitgeteilt, allerdings hat der Hersteller Alstom Interesse an der Übernahme von Bombardiers Eisenbahngeschäft gezeigt. Die Unternehmen hatten bereits Anfang 2020 eine Fusion der Bahnsparten erwogen. Nun scheint die Annäherung mehreren Quellen zufolge nur eine Frage von Tagen zu sein. Die endgültige Vereinbarung muss zunächst dem Verwaltungsrat von Bouygues als Alstom-Aktionär vorgelegt werden und dann zur endgültigen Genehmigung an Alstom zurückgehen.

Ursprünglich hatte Alstom geplant, am 13. Februar die Vereinbarung mit Bombardier nach der Bestätigung durch eine außerordentliche Aufsichtssratssitzung am 12. Februar bekannt zu geben. Die endgültige Entscheidung wurde aufgrund letzter rechtlicher Fragen verschoben. Die Unternehmen scheinen sich jedenfalls über den Preis der Transaktion geeinigt zu haben. Ein erstes Angebot wurde für 7 Milliarden Euro gemacht.

Quelle: SCI RAILDATA; Foto: Bombardier

Bombardier in Schwierigkeiten

Bild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Der kanadische Hersteller Bombardier hat offenbar Schwierigkeiten bei der Auslieferung und der Qualität neuer Züge. Die Deutsche Bahn will nun 25 neue Intercity-Züge wegen technischer Mängel nicht von Bombardier abnehmen und forderte den Hersteller auf, diese Mängel zu beheben.

Von den technischen Mängeln betroffen ist die aktuelle zweite Bauserie der neuen Doppelstockwagen. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert interne Bahndokumente, die unter anderem beschreiben, dass das Betriebssystem des Zuges regelmäßig zusammenbricht. Lokführer müssten eine Stunde vor Abfahrt am Zug sein, um das System zu starten.

Auch die Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH hat Probleme mit Zügen von Bombardier. Hier wartet man noch immer auf die Nachlieferung von 22 Talent 2-Fahrzeugen. Ausgeliefert wurden bislang lediglich 19 Triebzüge. Laut Liefervertrag sollten es bis Dezember 2019 jedoch bereits 41 Züge sein. Noch ausstehend ist auch die Zulassung der Züge in Dreifach- und Mischtraktion, die ursprünglich ebenfalls zum Jahreswechsel hätte vorliegen müssen. Bombardier sagte eine vollständige Nachlieferung und Zulassung der fehlenden Triebzüge bis Juni 2020 zu. Auch sollen bis dahin weitere sieben Züge für die dritte Inbetriebnahmestufe im Stuttgarter Netz/Neckartal an Abellio übergeben werden. Abellio hegt jedoch große Zweifel an der Einhaltung dieses Liefertermins – zu gering sind die aktuellen Produktionsfortschritte bei Bombardier.

„Ausgehend von der Produktionsdokumentation sowie den Eindrücken, die wir vom Fortgang der Fertigung bei Bombardier gewonnen haben, halten wir eine vollständige Nachlieferung der noch ausstehenden 22 Talent 2- Fahrzeuge bis zum Juni für unrealistisch“, sagt Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH. „Um den Betrieb auf unseren gegenwärtigen und zukünftigen Linien unabhängig vom tatsächlichen Lieferumfang stabil zu halten, arbeiten wir bereits an einem weiteren Ersatzkonzept. Unterstützt werden wir dabei durch das Landesverkehrsministerium“, ergänzt Schafferath. Basis für die weitere Planung muss nach seinen Worten ein verbindlicher und realisierbarer Lieferplan sein, den Bombardier nun bis Ende Januar zugesagt hat.

Die bis dato gelieferten Fahrzeuge entsprechen laut Abellio nicht den bestellten Anforderungen – vor allem, was die Fahrzeugsoftware anbelangt – und weisen zudem einige technische Mängel auf, was vor allem im Herbst vergangenen Jahres eine Reihe betrieblicher Störungen verursachte. Als Grund für den Lieferverzug nennt der Fahrzeughersteller die Einbindung neuer europäischer Normen und Standards in die Fahrzeug-Software. Laut Bombardier ist es nicht gelungen, alle Softwareanforderungen für die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt im Rahmen des Zeitplans zu integrieren. Daraus resultierten schließlich Verzögerungen im Produktionsablauf.

Die Schwierigkeiten von Bombardier treiben nach Angaben der kanadischen Zeitung „La Tribune“ und des kanadischen Fernsehsenders „TVA Nouvelles“ die weitere Konsolidierung im Bahnsektor voran. Fast ein Jahr nach der gescheiterten Fusion zwischen Alstom und Siemens sucht der kanadische Hersteller einen Partner für die Zusammenlegung seiner Bahnbetriebe. Auf Anraten von Citigroup und UBS wandte sich Bombardier an Alstom, aber auch an das japanische Unternehmen Hitachi.

Die Wahl von Bombardier zwischen diesen potentiellen Partnern könnte von den Chancen abhängen, die Wettbewerbsbehörden zu überzeugen, und von den Zugeständnissen, die Bombardier möglicherweise machen muss, um grünes Licht zu erhalten. Der kanadische Hersteller, der in den kommenden Jahren Anleihen im Wert von neun Milliarden US-Dollar (8,2 Milliarden Euro) rückzahlen muss, muss schnell Mittel über sein Eisenbahngeschäft beschaffen, so eine von den beiden kanadischen Medien zitierte Quelle. Der geschätzte Wert der Bahnsparte von Bombardier wird danach auf „rund fünf Milliarden US-Dollar“ geschätzt. Die Höhe der Transaktion wird von der „Verschuldung“ abhängen, die Bombardier einbringt.

Quelle: Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung, La Tribune, TVA Nouvelles

Fusionieren die Zugsparten von Bombardier und Siemens?

Wie Welt, Bloomberg, Börsen-Zeitung und Manager Magazin melden, gibt es zwischen Siemens AG und Bombardier Inc. Gespräche, die Zugsparten beider Unternehmen zusammenzulegen. Ziel: Bessere Positionen gegen die Konkurrenz aus China. Geschehen soll dies in Form eines Joint-Ventures. Der Wert dieses gemeinsamen Unternehmens (Zugproduktion und Signaltechnik) würde bei 10 Milliarden Euro liegen. Es wurden bisher keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Unabhängig davon wäre eine Zusammenlegung abhängig von der Zustimmung der Kartellbehörden. Vertreter von Siemens und Bombardier lehnten es ab, bislang öffentlich dazu Stellung zu nehmen.

Bombardier: Wiener Lokalbahnen Cargo sichert sich drei Lokomotiven mit Last Mile-Modus

Im November 2016 hat Bombardier einen Vertrag mit der Wiener Lokalbahnen Cargo über die Lieferung von drei TRAXX-Lokomotiven mit Last Mile-Funktionalität abgeschlossen. Der Last Mile-Modus ermöglicht dem Betreiber mehr operative Flexibilität sowie Effizienz und ist bereits mehrfach erfolgreich im Einsatz.

 

(Foto: Oliver Scholz/Railpool)
(Foto: Oliver Scholz/Railpool)

 

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