Rekord für Hamburger Hafenbahn

Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen entwickelte sich nach dem vorjährigen Einbruch durch die Corona-Pandemie im Jahr 2021 positiver als erwartet. So fiel der Seegüterumschlag mit einem Ergebnis von 128,7 Millionen Tonnen und somit einem Plus von rund zwei Prozent besser aus als im ersten Jahr der Corona-Pandemie. Der Containerumschlag erreichte mit 8,7 Millionen TEU ein Plus von 2,2 Prozent.

Für ein Rekordergebnis im Jahr 2021 sorgte der Güterverkehr auf der Schiene. Die Hamburger Hafenbahn konnte im vergangenen Jahr ein Transportvolumen von 48,5 Millionen Tonnen (+4,0 Prozent) abfertigen. Beim Containertransport wurde mit 2,79 Millionen TEU sogar ein Plus von acht Prozent erreicht. „Hamburg baut eindrucksvoll seine führende Position als weltweit größter Eisenbahnhafen aus. Trotz anhaltender Herausforderungen durch die Pandemie und aus dem Takt gekommener Transportketten wurde für den umweltfreundlichen Gütertransport auf der Schiene ein neues Rekordergebnis erzielt“, sagt Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM).

Zusätzliche Containerzugverbindungen und zunehmende Transporte im mittleren Distanzbereich bis 300 Kilometer förderten das Wachstum auf der Schiene. Der Modal-Split-Anteil der Eisenbahn liegt in Hamburg beim Containertransport inzwischen bei 51,5 Prozent. Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene erfolgt in Hamburg beispielhaft und entlastet die Straßen und schont die Umwelt. Der LKW-Anteil geht in Hamburg zurück und beträgt 46,1 Prozent. Das Binnenschiff erreicht beim Containertransport von und nach dem Hamburger Hafen einen Anteil von 2,4 Prozent.

Starkes Wachstum bei Containertransporten auf der Neuen Seidenstraße
In Ergänzung zum Seetransport werden immer zahlreicher auch Container auf der Schiene zwischen China und Hamburg transportiert. Hamburg ist in Deutschland der führende Start- und Endpunkt für Containertransporte per Seeschiff und für Containerzugverbindungen auf der Neuen Seidenstraße. „Auch wenn für die mehr als 12.000 Kilometer lange Strecke zwischen China und Hamburg derzeit rund 20 Tage für den Transport per Eisenbahn benötigt werden, ist der Landweg über die Neue Seidenstraße schneller als mit dem Seeschiff. Für zeitkritische Güter bieten die Containerzug-verbindungen zwischen Hamburg und China somit eine attraktive Transport-Alternative. Rund 160.000 TEU wurden im vergangenen Jahr per Eisenbahn zwischen Hamburg und mehr als 25 Zielorten in China befördert. Das ist ein starkes Plus von 51 Prozent. Von verschiedenen Anbietern werden insgesamt mehr als 290 Chinazugverbindungen von und nach Hamburg vermarktet“, erläutert Axel Mattern, Vorstand von HHM.

Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen im Jahr 2021
Die weltweit spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussten auch im Jahr 2021 die Umschlag- und Verkehrsentwicklung in Deutschlands größtem Universalhafen. Im gesamten Jahr 2021 wurden im Hamburger Hafen 128,7 Millionen Tonnen Seegüter an den Terminals geladen oder gelöscht. Das ist im Vergleich zum Vorjahresergebnis ein Plus von 1,9 Prozent. Sowohl der Stückgutumschlag, der mit 88,9 Millionen Tonnen ein Plus von 1,3 Prozent aufweist, als auch der Massengutumschlag mit 39,8 Millionen Tonnen (+3,3 Prozent), trugen dazu bei. Im Segment Containerumschlag wurden im Jahr 2021 in Hamburg insgesamt 8,7 Millionen TEU umgeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 2,2 Prozent.

Innerhalb des Segments Massengut entwickelte sich der Umschlag von Greifergut mit insgesamt 21,6 Millionen Tonnen positiv und erreichte ein Plus von 11,2 Prozent. Zu diesem Wachstum trug vor allem der Import von Kohle mit 5,5 Millionen Tonnen (+15,9 Prozent) und Erz mit 10,5 Millionen Tonnen (+10,6 Prozent) bei. Im Agribulk-Bereich wurden im Jahr 2021 insgesamt 6,4 Millionen Tonnen Sauggut umgeschlagen. Der Rückgang von insgesamt 14,7 Prozent ist auf weniger Umschlag von Getreide zurückzuführen. Im Segment Flüssigladung lag der Umschlag im Jahr 2021 insgesamt bei 11,8 Millionen Tonnen (+1,7 Prozent). Mehr Exporte bei Mineralölprodukten sind vor allem für das leichte Plus in diesem sich insgesamt sehr stabil entwickelnden Segment zu nennen. „Zusätzlich zur Betrachtung der im Hafen umgeschlagenen Gütermengen sollte man auch berücksichtigen, dass über den Hamburger Hafen allein aus deutscher Produktion jährlich Waren im Wert von rund 116 Milliarden Euro in alle Welt exportiert werden. Der Hamburger Hafen sichert in Deutschland rund 607.000 Arbeitsplätze“, sagt Egloff.

China, die USA und Singapur führen in der Rankingliste der Top 10 Partnerländer Hamburgs im Containerumschlag
Beim Containerumschlag der zehn wichtigsten Partnerländer des Hamburger Hafens blieben die Länder auf den Positionen von Platz eins bis sechs unverändert. Der noch im Vorjahr zu verzeichnende Mengenrückgang im seeseitigen Containerumschlag mit China wurde gestoppt. Im Jahr 2021 wurde mit 2,6 Millionen TEU ein Plus von 5,5 Prozent erreicht. Damit festigt China die Position als Hamburgs mit Abstand wichtigster Handelspartner. „Wir freuen uns sehr, dass Hapag-Lloyd mit dem neuen China Germany Express (CGX) ab April den Hamburger Hafen wöchentlich mit dem südchinesischen Terminal Dachan Bay, welches zum Hafen Shenzhen gehört, verbinden wird. Mit diesem neuen Containerliniendienst wird das Angebot von insgesamt dann 18 Liniendiensten, die Hamburg mit chinesischen Häfen verbinden, weiter ausgebaut und Hamburgs Position als führender China-Hafen gefestigt“, sagt Mattern.

Unter den weiteren Handelspartnern im Containerverkehr folgen im Ranking nach China:

  • USA (+4,5 Prozent)
  • Singapur (+0,9 Prozent)
  • Russland (-3,0 Prozent)
  • Schweden (+7,5 Prozent)
  • Vereinigtes Königreich (-9,9 Prozent)
  • Polen (+20,7 Prozent)
  • Südkorea (-0,4 Prozent)
  • Dänemark (+4,6 Prozent)
  • Brasilien (+3,2 Prozent).

Die abgeschlossene Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe bringt Vorteile
Die ein- und auslaufende Schifffahrt profitiert jetzt im Vergleich zum Zustand vor der Fahrrinnenvertiefung – je nach Schiffsabmessung – von einer Tiefgangerhöhung zwischen 1,00 Meter und 1,90 Meter. So können zum Beispiel Megamax-Schiffe mit einer Breite bis zu 62,50 Meter oder einer Länge von 400 Meter tideunabhängig mit einem Tiefgang von bis zu 13,10 Meter den Hafen befahren. Vor der Anpassung waren es lediglich 11,40 Meter. Tideabhängig ausgehend sind es jetzt 14,10 Meter. Einkommend ist sogar ein Tiefgang von 15,40 Meter möglich. Hier waren es zuvor lediglich 13,60 Meter.

„Wir bedanken uns bei unseren Kunden und Partnern für ihr Vertrauen in uns und den Hamburger Hafen während des langjährigen Projekts Fahrrinnenanpassung. Seit Ende Januar dieses Jahres können wir nun – je nach Schiffsgröße – Verbesserungen bei den Höchsttiefgängen im tideunabhängigen und tideabhängigen Verkehr zwischen 1,00 und 1,90 m ermöglichen. Dies trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens zu stärken“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority.

Ein weiterer Vorteil ist die jetzt geschaffene Möglichkeit für eine bessere Begegnung großer Schiffe. So wurde bei Wedel auf einer Länge von acht Kilometern eine Begegnungsbox gebaut. Sie macht es möglich, dass Schiffe mit einer addierten Breite von weniger als 104 Meter aneinander vorbeifahren können. Zudem wurde die Fahrrinne zwischen Wedel und der Störmündung von 300 Meter auf 320 Meter erweitert. Hier können Schiffe mit einer addierten Breite von weniger als 92 Meter jetzt sicher aneinander vorbeifahren.

Die beiden Vorstände von Hafen Hamburg Marketing, Axel Mattern und Ingo Egloff, begrüßen die jetzt erfolgreich abgeschlossene Fahrrinnenanpassung der Elbe. „Für die Schifffahrt und unsere Hafenkunden aus der Wirtschaft bringen die Erleichterungen bei der Erreichbarkeit von Deutschlands größtem Universalhafen auch den Vorteil, mehr Ladung via Hamburg zu routen. Allein im vergangenen Jahr liefen 221 Großcontainerschiffe der Klasse 18.000 bis 24.000 TEU-Stellplatzkapazität den Hamburger Hafen an. Das ist ein Plus von 16,9 Prozent und verdeutlicht, dass die jetzt abgeschlossene Fahrrinnenanpassung von enormer Wichtigkeit für die sichere und schnelle Verkehrssteuerung auf der Elbe ist. Mit leistungsfähigen Verkehrswegen, smarten Logistiklösungen und zunehmenden Einsatz emissionsarmer Energieträger und Technik sind wir in Richtung nachhaltiges Wachstum auf dem richtigen Kurs“, sagt Mattern. Auf der Landseite übernimmt die umweltfreundliche Eisenbahn den Hauptanteil beim Transport von Gütern und verbindet die Marktregionen im Binnenland schnell und zuverlässig mit dem Hafen.

Ausblick 2022
„Der Krieg in der Ukraine wird sich auch auf die Umschlagentwicklung des Hamburger Hafens auswirken. Aktuell lässt sich jedoch noch nicht sagen, inwieweit die Sanktionen gegenüber Russland die Umschlagentwicklung beeinflussen werden. Eine realistische Prognose für das laufende Jahr lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht geben, denn auch die Corona-Pandemie könnte weiterhin Einfluss auf den seeseitigen Außenhandel nehmen“, sagt Mattern. Für das Jahr 2022 hofft die Marketingorganisation des Hamburger Hafens auf einen insgesamt stabilen Verlauf beim Seegüterumschlag.

Quelle: Hafen Hamburg; Foto: HHM / Hasenpusch production

Nexxiot und Arkema: Zukunft des Chemietransports

Arkema, der französische Hersteller für Spezialmaterialien, setzt ab sofort auf die Expertise des Schweizer Trade-Tech-Pioniers Nexxiot. Die beiden Unternehmen haben sich zusammengetan, um Arkemas Isotank- (Tankcontainer) und Eisenbahngüterwagenflotte mithilfe der hochmodernen Nexxiot-IoT-Geräte und der intelligenten Cloud-Plattform zu digitalisieren. Arkemas Kunden haben nun Zugriff auf eine Ende-zu-Ende-Transparenz, mit der sie Qualitätsstandards entlang der Lieferkette verbessern können.

Innovative Unternehmen wie Arkema möchten mit neuartigen Lösungen in der Logistik einen Mehrwert für ihre Auftraggeber schaffen. Jean-Marc Viallatte, Vice President Supply Chain Group bei Arkema, kommentiert: „Wir wissen, dass unsere Kunden auf ein Höchstmaß an Effizienz, aber vor allem Sicherheit beim Warentransport vertrauen. Sie erwarten Transparenz von dem Moment, indem sie einen Auftrag erteilen, bis zu der Sekunde, in der die Frachtausgeliefert wird. Wir glauben, dass wir durch die Überwachung des Standorts und anderer kritischer Frachtparameter, darunter Erschütterungsereignisse, Temperatur, Druck und Füllstände, die Anforderungen der Kunden viel besser erfüllen können.“

Die Nexxiot-Technologie wird dabei in umfassendere Digitalisierungsinitiativen integriert und schafft so ein tiefergehendes Verständnis zum Prozessablauf für die Anwender. Arkemas ambitioniertes Vorhaben kombiniert Sensoren einerseits und Business Intelligence andererseits, um weit mehr als eine reine Standortverfolgung zu ermöglichen. „Wir arbeiten an der Bereitstellung von prädiktiven, datenbasierten Diensten, um das Vertrauen, die Sicherheit und den Schutz als Teil unserer gesamten digitalen Transformationsstrategie zu erhöhen“, fügt Jean-Marc Viallatte hinzu.

Stefan Kalmund, CEO von Nexxiot, erklärt dazu: „Ein besserer Transport bedingt einen besseren Service für den Kunden – sei es der Empfänger oder Eigentümer der Fracht. Die Daten werden mit der leistungsstarken Machine-Learning-Software von Nexxiot verarbeitet, um die Ergebnisse entlang der Lieferkette kontinuierlich zu verbessern. So werden die Leerlaufzeiten der Flotte reduziert und das Vorgehen von Transportpartnern wie Spediteuren überwacht. Letztendlich führen diese datenbasierten Möglichkeiten zu qualitativ hochwertigeren Prozessen, attraktiveren Preisen und einer besseren Erfahrung für den Auftraggeber. So überzeugen wir unsere Kunden.“

Für die Chemiebranche ist dies eine große Veränderung. Bisher waren die chemischen Güter nach Verlassen des Werks in der gesamten Transportkette von Drittanbietern abhängig. Mit Nexxiots Globehopper, dem IoT-Gateway-Gerät, und der Integration und Analyse seiner Cloud-Plattform, wird es jetzt möglich, kontinuierliche Verbesserungen und damit auch Wertsteigerungen zu schaffen. Die Kundenerfahrung von Arkema wird erheblich verbessert, ebenso wie die Effizienz und Nachhaltigkeit der Lieferkette.

Quelle/Grafik: Nexxiot

German Innovation Award 2020 für PJM

Das digitale Gesamtsystem „WaggonTracker“ wurde mit dem renommierten German Innovation Award 2020 ausgezeichnet. Die international bekannte Auszeichnung wird vom Rat für Formgebung verliehen. Das WaggonTracker-System wurde im Herbst 2019 nominiert und hat das Expertengremium überzeugt. Der Grazer Technologie wurde die begehrte Auszeichnung „German Innovation Award Winner“ zugesprochen. 

Mit dem WaggonTracker-System hat PJM als erstes Unternehmen weltweit ein Gesamtsystem entwickelt, das wichtige Informationen in Echtzeit über den Gütertransport erfasst und zugleich aufwändige Prozesse automatisiert. „Innovationen optimieren: Sie lösen ein Problem oder machen etwas besser. Das war auch unser Anspruch: Den Schienengüterverkehr mit seinen teils 100 Jahre alten Prozessen ins 21. Jahrhundert zu führen und attraktiver und schneller zu machen“, fassen Martin Joch und Günter Petschnig zusammen. Die Innovation WaggonTracker erfüllt diese hohen Ansprüche völlig und mach Schienentransport effizienter, günstiger und schneller. „Die Entwicklungsarbeit von der ersten Idee bis zum serienfertigen Produkt war intensiv. Der German Innovation Award 2020 Winner ist eine fantastische Auszeichnung für das gesamte Team – wir freuen uns sehr!“ 

Quelle/Foto: PJM

Hamburg: Containerschifffahrt ins Hinterland auf gutem Kurs

Der Transport von Containern per Binnenschiff vom und zum Hamburger Hafen nimmt an Fahrt auf. Entgegen dem deutschlandweiten Ergebnis mit einem Rückgang von 4,1 Prozent, konnte im Jahr 2019 der Hamburger Hafen mit 145.078 TEU einen Zuwachs von 13 Prozent beim Containertransport mit dem Binnenschiff verzeichnen.  

Nicht enthalten sind in dieser Zahl die in Hamburg zunehmend per Binnenschiff durchgeführten hafeninternen Umfuhren. Das waren im Jahr 2019 mehr als 170.000 TEU. Diese Containertransporte innerhalb des Hafens ersetzten insgesamt rund 120.000 Umfuhren per Lkw und sind ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Verkehrsverlagerung beim Gütertransport in der Hansestadt.  

HVCC steuert auch Binnenschiffe

Neben der guten Entwicklung des Umschlags von Gütern für das Hinterland des Hamburger Hafens spielte auch die verbesserte Integration der Binnenschifffahrt in die Hafenabläufe eine Rolle bei der positiven Entwicklung. Das Hamburger Vessel Coordination Center (HVCC) steuert zunehmend auch die Hafenrotationen von Binnenschiffen, um diese besser mit den Terminalabläufen in Hamburg zu koordinieren. Mit der Schaffung einer Binnenschiffsplattform werden weitere Möglichkeiten zum koordinierten Handeln aller Hafenbeteiligten erschlossen.  

„Der Containertransport per Binnenschiff übernimmt im Modal Split der Verkehrsträger für den Hamburger Hafen eine wichtige Funktion im Seehafenhinterlandverkehr und bei den Hafenumfuhren. Das Binnenschiff ist auch von großer Bedeutung für den Transport besonders schwerer und sperriger Ladung sowie für alle Arten von Massengut. Veränderungen im Ladungsmix kann das Binnenschiff sehr gut kompensieren“, erläutert Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. 

Unterhaltungskonzept Elbe umsetzen 

Die Anfang 2020 sehr guten Wasserstände auf der Oberelbe hätten gezeigt, wozu das Binnenschiff beim Transport auch großer und schwerer Ladung imstande ist. „Deshalb wird es Zeit, dass das Unterhaltungskonzept Elbe, das in der letzten Legislaturperiode vom Bundestag beschlossen wurde, endlich vom Bundesverkehrsministerium umgesetzt wird“, fordert Egloff. Fortschritte sieht er schon beim Ersatz des Schiff-Hebewerks Scharnebeck. „Aber wir brauchen beides, Elbe-Seiten-Kanal und Umsetzung der Maßnahmen an der Elbe.“ 

Quelle/Foto: Hafen Hamburg

Nur Güter rollen: Grenzverkehr durch Covid-19 stark eingeschränkt

Aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 und der immensen Verbreitungsgefahr des Coronavirus wurde Italien praktisch abgeriegelt. Seit gestern ist auch der Personenzugverkehr aus Österreich von und nach Italien bis auf Weiteres auf Anordnung der österreichischen Regierung zur Gänze eingestellt worden. Der grenzüberschreitende Verkehr kommt damit quasi zum erliegen. Die Verbindungen Villach–Tarvisio Centrale, Sillian–San Candido/Innichen und Steinach am Brenner–Brennero werden nicht mehr befahren. Bereits zuvor waren die ÖBB-eigenen Nachtzugverbindungen eingestellt worden, auch die ROLA Wörgl–Trento rollt seit heute nicht mehr. Der Betrieb der ROLA-Verbindung Wörgl-Brenner ist aber aufrecht und richtet sich nach der Auslastung seitens der Speditionen und LKW-Fahrer.

Lediglich der Schienengüterverkehr ist noch in Betrieb. Die ÖBB Rail Cargo teilt mit, dass nach aktuellem Stand alle Güterzüge laut Fahrplan und ohne Einschränkungen verkehren, die Kapazität könne sogar jederzeit erhöht werden. Dabei halte sich die ÖBB strikt an die von den zuständigen Behörden erlassenen Maßnahmen, wobei Interventionen an die lokalen nationalen Gegebenheiten und die Entwicklung der Situation angepasst werde. Auch auf den Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter werde geachtet. Nach Grenzüberschreitung wechselt das Bahnpersonal.

Derweil brauche Südtirol im Rahmen der von Österreich erlassenen Schutzmaßnahmen dringend eine praktikable Lösung für den kleinen Grenzverkehr, fordert Landeshauptmann Arno Kompatscher von der österreichischen Regierung. „Dass auch Österreich Schutzmaßnahmen ergreift, ist durchaus verständlich, nachvollziehbar und richtig“, unterstreicht er. Es sei jedoch wichtig, praktikable Lösungen für den kleinen Grenzverkehr der Berufstätigen zwischen Österreich und Südtirol zu finden. „Hier geht es um gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Quelle: Autonome Provinz Bozen-Südtirol; ÖBB / Foto: ÖBB

DBV fordert zügigen Ausbau von Gütertransport auf der Schiene

Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus

Angesichts des wachsenden Lkw-Verkehrs fordert der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für einen zügigen Ausbau von Transportalternativen auf der Schiene. In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung nahm der DBV Stellung zu einem Artikel der Zeitung „Berliner Morgenpost“ vom 15. Oktober, der die langen Planungs- und Realisierungszeiten für weitere LKW-Parkplätze an Autobahnen kritisierte. Der DBV entgegnete, es dürfe nicht verkehrspolitisches Ziel sein, immer mehr Flächen zu versiegeln, um diese anschließend dem ungebremsten Wachstum des Straßengüterverkehrs zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang verwies der DBV auf das im Koalitionsvertrag vom 12. März 2018 formulierte Ziel,  mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Auch die deutsche Mobilitätspolitik sei in diesem Zusammenhang dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem Klimaschutzplan 2050 verpflichtet.

Im Güterverkehr bestünden mit dem Kombinierten Ladungsverkehr (KV) Schiene/Straße bereits seit langem ideale Möglichkeiten, die Vorteile beider Verkehrsträger zu verknüpfen und einen entsprechenden Beitrag zur Erreichung obiger Klimaschutzziele zu leisten. Neben der bereits bestehenden Förderung von ortsfesten KV-Anlagen sprach sich der DBV auch für eine zweckgebundene Förderung rollenden Materials für KV-Züge aus. Wichtig sei zudem, die bereits angekündigte Halbierung der Trassenpreise dauerhaft zu etablieren.

Kombiverkehr startet neue Direktzüge nach Spanien

Die Frankfurter Kombiverkehr KG, das Unternehmen mit dem größten europäischen Netzwerk für die Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene, startet am 15. Oktober einen neuen Direktzug zwischen Deutschland und Spanien, der einige Besonderheiten aufweist. „Als erster europäischer Operateur nutzen wir die Möglichkeit, Güter im Kombinierten Verkehr von Deutschland aus ohne Umkranung direkt bis Barcelona zu fahren“, erläutert Geschäftsführer Robert Breuhahn. „Unsere Marktbefragungen haben ergeben, dass trotz der angespannten Lage in Spanien die Nachfrage nach weiteren Zügen zwischen Deutschland und Spanien hoch ist.“

Hintergrund zur neuen Strecke: Das Eisenbahnnetz in Spanien und Portugal hat eine andere Spurbreite als im übrigen Europa. Dadurch mussten Sendungen von internationalen Kombizügen bisher im französisch-spanischen Grenzort Port Bou per Kran auf die spanischen Breitspurwagen gehoben werden. Ein neuer Eisenbahntunnel durch die Pyrenäen bietet inzwischen eine Alternative zum kosten- und zeitaufwändigen Kranen. Der Tunnel ist auf französischer Seite an das herkömmliche Schienennetz angeschlossen. Für die Weiterfahrt bis nach Barcelona wurden partiell neue Gleise verbaut, teilweise wurde eine zusätzliche Schiene in bestehende Gleise gelegt, so dass Züge jetzt ohne Zwischenhalt in der sogenannten UIC-Spur bis in die Hauptstadt Kataloniens rollen können.

„Zwar ist die neue Strecke etwas länger und es gibt eine nicht unerhebliche Tunnelmaut, was die durch den Wegfall der Kranung entstehende Kosten- und Zeitersparnis wieder egalisiert“, so Breuhahn. „Allerdings schaffen wir mit den neuen Verbindungen zusätzliche Kapazität, haben eine Alternative zur bestehenden Strecke und binden ein neues Terminal in unser Netz ein, so dass Spediteure und Transportunternehmer ihre Sendungen noch näher als bisher direkt ans Ziel steuern und den Vor- und Nachlauf in der Region rund um Barcelona minimieren können.“

In Deutschland konnten die zusätzlichen Zugabfahrten geschaffen werden, weil kürzlich die Erweiterung des Kombiterminals Ludwigshafen (KTL) abgeschlossen wurde.

(Quelle: Kombiverkehr GmbH & Co. KG )

Starker Anstieg

2010 wurden 355,7 Millionen Tonnen Güter auf dem deutschen Schienennetz transportiert. Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes stieg der Gütertransport 2010 um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr an – so stark wie nie zuvor. Er unterschritt aber den bisherigen Höchstwert des Jahres 2008 von 371,3 Millionen Tonnen um 4,2 Prozent.

Eine ausführliche Tabelle gibt es auf: : www.destatis.de