InnoTrans 2012: Railenium will Führungsrolle in F&E

Unter dem Banner „Northern France Rail“ nahmen 25 Unternehmen aus den Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie, dem wichtigsten Zentrum der französischen Eisenbahnindustrie, an der InnoTrans 2012 teil. 13.000 Angestellte sind hier in über 150 Unternehmen tätig. Das sind 40 Prozent der französischen Schienen-verkehrsindustrie.Zum Schienenverkehrscluster „Northern France Rail“ gehören ein Exzellenzcluster, ein Unternehmensverband, ein Versuchszentrum für den Schienenverkehrsbereich sowie Forschungslabore. Das Institut für Technologieforschung Railenium zum Beispiel beschäftigt sich mit den Infrastrukturen im Schienenverkehr. Ziel ist es, in den Bereichen Forschung und Entwicklung im Schienenverkehr eine weltweite Führungsrolle zu übernehmen. Die hohe Konzentration öffentlicher und privater Forschungseinrichtungen soll neben der Schaffung von 300 direkten Arbeitsplätzen auch einen nachhaltigen, wirtschaftlicheren, sichereren und intelligenteren Schienenverkehrsinfrastruktur ermöglichen. Das für europäische Partner offene Projekt strebt danach, die Position von Northern France Rail und der Region in der Schienenverkehrsindustrie weltweit zu stärken.

(Quelle: Messe Berlin)

Eisenbahnregulierungsgesetz beschlossen

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung den vom Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Regulierung im Eisenbahnbereich beschlossen.

„Ziel der Neuregelung ist ein fairer Wettbewerb auf der Schiene. Dafür sind klare Regeln für die Nutzung der Bahninfrastruktur notwendig. Der Zugang zur Eisenbahninfrastruktur wird für die Bahnunternehmen verbessert. Durch Anreize wird die Effizienz der Bahninfrastruktur verbessert. Die Befugnisse der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde  werden  gestärkt. Mehr Wettbewerb ist gut für Qualität und Innovation im Bahnbereich. Davon profitieren am Ende vor allem die Bahnkunden“, so Ramsauer.

Schwerpunkt ist die Regulierung der Entgelte für die Nutzung von Schienen und Bahnhöfen. Künftig sind die Infrastrukturbetreiber verpflichtet, lärmabhängige Trassenpreise zu erheben und die Preise samt zugrunde liegender Kosten transparent zu machen. Die Entgelte für die Pflichtleistungen der Betreiber der Schieneninfrastruktur sowie die Entgelte für die Benutzung von Personenbahnhöfen unterliegen künftig der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Die Genehmigung wird auf Basis einer Anreizregulierung erteilt. Durch dieses System werden die Betreiber der Schienenwege und die Betreiber der Personenbahnhöfe zu Effizienzgewinnen und damit einer Reduzierung ihrer Kosten veranlasst. Die Entgelte für die Nutzung der Schienenwege und der Personenbahnhöfe werden so begrenzt. Betreiber von Bahnhöfen werden verpflichtet, auch Dritten F lächen für den Fahrkartenverkauf zu überlassen. Zudem wird eine Missbrauchsaufsicht der Bundesnetzagentur für die Belieferung mit Bahnstrom und den Vertrieb von Fahrscheinen eingeführt.

Die Regelungen des Eisenbahnbetriebs waren bislang in verschiedenen Gesetzen verteilt. Sie werden nun in einem einzigen Eisenbahnregulierungsgesetz zusammengefasst.

(Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)

Großbritannien kündigt Infrastruktur-Investitionen an

 

Das britische Verkehrsministerium hat kürzlich ein Investitionspaket (High Level Output Specification 2012, HLOS) über umgerechnet rund 11,4 Mrd. Euro (9 Mrd. GBP) für Maßnahmen zur Ertüchtigung des Schienennetzes angekündigt. Die Maßnahmen wurden teilweise bereits im Jahr 2010 abgesprochen und beinhalten Projekte, die langfristig die Betriebskosten der Eisenbahn senken und sich so refinanzieren sollen. Für den Zeitraum 2014 bis 2019 sind die bekannten Projekte Crossrail, Thameslink sowie die Elektrifizierung verschiedener Strecken mit einem Volumen von 6,85 Mrd. Euro vorgesehen. Neu vorgestellte Projekte mit einem Volumen von 5,3 Mrd. Euro unfassen Verbesserungen auf Bahnhöfen und Strecken zur Kapazitätserhöhung im Pendlerverkehr unter anderem in London, Birmingham, Leeds, Manchester, Verbesserungen zur Kapazitätserhöhung der East Coast Main Line (305 Mio. Euro), die Modernisierung und Elektrifizierung der Strecke  Sheffield-Nottingham-Derby-Leicester-Bedford, der Midland Main Line und weiterer Linien zur Verbesserung der Anbindung der Küstenhäfen im Süden sowie die vollständige Elektrifizierung der Great Western Main Line (761 Mio. Euro). Weitere Investitionen sind für das Northern Hub Cluster (408,5 Mio. Euro), Kapazitätserweiterungen in und um Manchester sowie eine neue Bahnverbindung zwischen Great Western Main Line und Heathrow (634 Mio. Euro) vorgesehen.

 

Infrastruktur-Ausgaben in Mittel- und Osteuropa sinken

Die Investitionen in Straßen- und Schieneninfrastruktur in mittel- und osteuropäischen Ländern sind in 2010 um 11 Prozent  gefallen. Dies ist eines der Ergebnisse des Statistic Briefs, den das International Transport Forums (ITF) der OECD jetzt veröffentlichte. Während die Infrastrukturinvestitionen in 2009 noch auf Rekordhöhe lagen, sei es 2010 erstmals wieder zu einem Rückgang gekommen, teilt das ITF mit.

Der Statistics Brief ist im Internet auf der Seite http://www.internationaltransportforum.org/statistics/statbriefs.html erhältlich.

(Quelle: ITF)

DB ruft Bundesmittel für die Infrastruktur komplett ab

 Die DB hat im Jahr 2011 die Bundesmittel für Erhalt und Ausbau des Schienennetzes, der Bahnhöfe und Energieanlagen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro erneut komplett abgerufen. „Mit diesen Investitionen sichern wir die Zukunft des Systems Schiene; zusätzliches Geld aus den Konjunkturprogrammen hat wichtige Infrastrukturprojekte voran gebracht.“ erklärt Dr. Volker Kefer, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG
Basis des Infrastruktur-Erhalts ist die zwischen DB und Bund bestehende Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV). Der Bund als Eigentümer stellt dabei Geld für den Erhalt von Schienennetz und Bahnhöfen zur Verfügung, die DB steuert eigene Gelder bei und erfüllt vereinbarte Qualitätskriterien. Im Infrastrukturzustandsbericht dokumentiert die DB die Einhaltung dieser Qualitätskriterien.

Wie bereits in den Vorjahren hat die DB 2011 im Rahmen der LuFV 2,5 Milliarden Euro aus dem Bundshaushalt sowie mehr als 500 Millionen Euro eigene Gelder der DB AG in den Erhalt der bestehenden Infrastruktur investiert. Allein Gleise, Weichen und Stellwerkstechnik wurden mit mehr als 2,7 Milliarden Euro modernisiert. Rund 280 Millionen Euro flossen in die Modernisierung der Bahnhöfe, 105 Millionen Euro in die Erneuerung der Anlagen zur Bahnstromversorgung.
„Einen weiteren Investitionsschwerpunkt bildeten Neu- und Ausbauprojekte“, so Kefer weiter, „2011 haben wir rund 1,1 Milliarden Euro Bundesmittel sowie rund 160 Millionen Eigenmittel der DB in den Neubau von Bahnstrecken investiert.“
Darüber hinaus hat die DB von 2009 bis 2011 im Rahmen der Konjunktur-programme des Bundes rund 1,4 Milliarden Euro Bundesmittel sowie etwa 100 Millionen Euro Eigenmittel in Schienenwege, Bahnhöfe, Energieanlagen und den Lärmschutz investiert. „Planung und Realisierung der zusätzlichen Bauprojekte waren eine immense Herausforderung, das Ergebnis sind zahlreiche Verbesserungen für Bahnkunden“, so Dr. Kefer. Seit 2009 flossen davon beispielsweise rund 650 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Strecken sowie 325 Millionen Euro in die Modernisierung von rund 2.100 Bahnhöfen. Mit weiteren 100 Millionen Euro konnten vier Umrichterwerke und 135 Kilometer neue Bahnstromleitungen in Betrieb genommen werden.
Die DB setzt die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur kontinuierlich fort. Schwerpunkt bleibt die Modernisierung des Schienennetzes. 2012 erneuert die DB fast 2600 Kilometer Schienen, 1870 Weichen und zwei Millionen Eisenbahnschwellen, vor allem auf hoch belasteten Hauptstrecken und in Knoten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die stetige Verbesserung und Modernisierung der Bahnhöfe sowie die konsequente Verbesserung der Reisendeninformation für die Bahnkunden. Weiterhin sollen nahezu alle Bahnhöfe bis 2014 einen Wetterschutz bekommen. Quelle: DB

DB baut weiter mit Höchstleistung

Die DB Netz AG setzt die Erneuerung ihrer Infrastruktur mit Hochdruck fort. Bundesweit sollen 2011 fast 1600 Weichen und 2,5 Millionen Tonnen Schotter ausgetauscht werden sowie mehr als zwei Millionen Schwellen erneuert. In diesem Jahr beläuft sich damit die Investitionssumme in das bestehende Netz auf rund 4 Milliarden Euro. Ein leistungsfähiges und zuverlässiges Eisenbahn-Netz sei entscheidend, um im Wettbewerb insbesondere gegen die Straße und den Luftverkehr weitere Marktanteile zu gewinnen, meint Frank Schlesier (Leiter Fahrplan der DB Netz AG für Bayern).

Schwarze Zahlen bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn (DB) hat nach eigenen Angaben die Wirtschafts- und Finanzkrise gestärkt überwunden. Wie sie am 31. März mitgeteile, stiegen Umsatz und Gewinn im Jahr 2010 zweistellig. Das Unternehmen habe mehr investiert, die Reisendenzahlen seien gestiegen, ebenso Güterverkehr und Betriebsleistung auf dem Netz der DB, das auch andere Unternehmen befahren.

Die Zahlen im Einzelnen:

1)    Trotz „weiter bestehender Fahrzeugprobleme“ beförderte die DB 1,95 Milliarden Fahrgäste. Das sind 42 Millionen mehr  als im Vorjahr und ebenfalls mehr als im – nach Konzernangaben – Rekordjahr 2008. Im Fernverkehr betrug der Zuwachs 2,4 Prozent, im Regionalverkehr 2,2 Prozent.

2)    Die DB erwirtschaftete einen Umsatz von 34,4 Milliarden Euro. Das sind 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Netto-Investitionen nahmen um 14,3 Prozent zu.

3)    Die Nettoverschuldung nahm um rund eine Milliarden Euro ab, stieg allerdings durch den Kauf der Arriva (das Privatbahn-Magazin berichtete).

4)    Im Geschäftsfeld Schenker Rail sei das Leistungsvolumen kräftig angestiegen, so die Deutsche Bahn: 12,6 Prozent Zuwachs führen zu einer Summe von 105,8 Milliarden bei den Tonnenkilometern.

5)    Die Menge der beförderten Güter wuchs um 21,8 Prozent auf 415,4 Millionen Tonnen. Ähnlich positiv klingen die Zahlen im Geschäftsfeld Schenker Logistics.

6)    Erfreulich sind die Ergebnisse  auch bei der Infrastruktur: Die konjunkturelle Erholung habe wieder für mehr Verkehr auf dem Schienennetz gesorgt. Nach ihren Informationen erhöhte sich die Betriebsleistung auf dem Netz um 3,1 Prozent auf 31 Millionen Trassenkilometer. Der Anteil externer Bahnen betrage rund 19 Prozent (14,6 Prozent mehr). Die Stationshalte seien um 0,3 Prozent gestiegen.

DB-Chef Rüdiger Grube wird mit dem Satz zitiert, es sei Ziel des Unternehmens, zu einer noch kundenfreundlicheren Bahn zu werden. (fbt).

Sonderprogramm gegen Investitionsstau

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert deutlich mehr Geld vom Bund zum Abbau des Investitionsstaus. Für die Erneuerung der Infrastruktur fehlten bereits jetzt etwa 2,4 Milliarden Euro, und jährlich kämen noch einmal 330 Millionen Euro hinzu, sagt VDV-Präsident Jürgen Fenske. Dafür sei ein jährliches Sonderprogramm von 480 Millionen Euro notwendig. Finanziert werden könnten davon beispielsweise Investitionen in Signaltechnik, Tunnel, Aufzüge oder Rolltreppen.

Deutschland investiert unterdurchschnittlich in Bahninfrastruktur

Aus aktuellen Zahlen der OECD geht hervor, dass Deutschland deutlich weniger in die Schieneninfrastruktur als andere westeuropäische Staaten investiert. Demnach wird die Schieneninfrastruktur hierzulande lediglich mit 29,3 Prozent der staatlichen Infrastrukturausgaben für die Landverkehrsträger bedacht, während in Westeuropa im Durchschnitt 33,4 Prozent der staatlichen Infrastrukturinvestitionen ins Gleisnetz fließen. (PM Allianz pro Schiene)
Mehr unter www.allianz-pro-schiene.de.

„Investitionen in die Schieneninfrastruktur sind wichtige Zukunftsinvestitionen“

Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil stärkt dem Bundesverkehrsminister in der aktuellen Spardebatte den Rücken: „Es ist unbestritten, dass der Bund im nächsten Haushalt massiv sparen muss. Aber ausgerechnet im Verkehrsbereich den Rotstift besonders stark anzusetzen, halte ich für falsch. Die Mittel für Neu- und Ausbau im Schienenbereich reichen schon heute hinten und vorne nicht aus. Wenn wir die bestehenden Engpässe nicht abbauen, können wir keinen zusätzlichen Verkehr auf die Schiene verlagern. Ich warne davor, hier weiter auf die Bremse zutreten. Das hätte spürbare Folgen für das langfristige Wirtschaftswachstum.“
Auf die Initiative des Freistaats Bayern hin haben sich im März alle Länderregierungen gemeinsam im Bundesrat für eine bessere Mittelausstattung zum Ausbau der Schieneninfrastruktur ausgesprochen. „Wir brauchen in den nächsten Jahren mindestens weiterhin so viel Geld, wie aktuell durch die Konjunkturpakete zur Verfügung steht. Der Bundesverkehrsminister hat meine volle Unterstützung bei den Haushaltsverhandlungen und ich zähle dabei auch auf meine Länderkollegen“, so Zeil abschließend. (PM Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie)