SBB: Mehr Ruhe dank Lärmschutzwänden in Freienbach

Die SBB erstellt im Auftrag des Bundes Lärmschutzwände im schweizerischen Freienbach. Diese sorgen künftig für mehr Ruhe entlang der SBB-Bahnlinie. Die Gesamtlänge der neuen Wände beträgt rund 2,1 Kilometer. Die Kosten belaufen sich auf 9,3 Millionen Franken. Die Arbeiten dauern von Montag, 26. August 2013, bis voraussichtlich Ende Juli 2015.

(SBB, Foto: SBB)

Mittelrheintal: Grünes Licht für Machbarkeitsstudie

In seiner dritten Sitzung befasste sich der „Beirat leiseres Mittelrheintal“ heute in Rüdesheim erneut mit seiner zentralen Aufgabe, der Durchführung einer Machbarkeitsuntersuchung. Damit sollen für jede Ortslage im Mittelrheintal technisch geeignete und schalltechnisch wirksame Maßnahmen untersucht werden. Dazu haben heute die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Deutsche Bahn AG einer Vereinbarung zugestimmt, die die Zusammenarbeit bei der Durchführung der Machbarkeitsuntersuchung regelt.

Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Parallel dazu werden aus dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II (IBP) des Bundes im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal sowie weiteren Ortslagen zwischen Linz und Wiesbaden in den Jahren 2013 und 2014 zusätzliche Lärmschutztechniken eingesetzt.

Ramsauer stellt Broschüre zum Lärmschutz vor

Zum internationalen „Tag gegen Lärm“ der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) informiert das Bundesverkehrsministerium mit einer neuen Broschüre über Maßnahmen gegen Schienenlärm. Dazu erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer: „Wir packen den Lärm an der Wurzel und bekämpfen ihn dort, wo er entsteht: an den Waggons. Mit den lärmabhängigen Trassenpreisen fördern wir die Umrüstung von Güterwagen auf neue, leise Bremstechnik.“

Seit 2012 wird die Umrüstung durch das Lärmabhängige Trassenpreissystem gefördert. Mit Förderung durch BMVBS und DB AG können Güterwagen, die in Deutschland verkehren, auf Flüstertechnik umgerüstet werden. Der Bund stellt dafür 152 Millionen Euro bereit. Innerhalb von acht Jahren soll so die Modernisierung von mindestens 80 Prozent der in Deutschland verkehrenden Güterzüge abgeschlossen sein. Ab 2020 werden laute Züge, die die geltenden Richtlinien nicht erfüllen (TSI Lärm), im deutschen Netz nicht mehr zugelassen.

(PM BMVBS)

Die aktuelle Ausgabe des Privatbahn Magazins berichtet im Titelthema „Leise Gleise“ ausführlich über den Lärmschutz an Schienenstrecken. In der kommenden Ausgabe (ab dem 28. Mai am Kiosk) wird wird über die Aufgaben und Ziele der Lärmschutzbeauftragten der Deutschen Bahn AG Ines Jahnel berichtet. Weitere Informationen und Bezugsquellen: http://www.privatbahn-magazin.de/

DVF stellt Aktionsplan zum Verkehrslärm vor

Verkehrslärm ist dieser Tage Reizthema und droht zum Entwicklungshemmnis für den Standort Deutschland zu werden: aber es gibt Lösungen für die betroffenen Menschen und die Wirtschaft. Diese stellte der Mobilitätsverband Deutsches Verkehrsforum (DVF) gestern mit seinem Aktionsplan Verkehrslärm vor.
Dass eine Verständigung von Wirtschafts und Umweltvertretern und Politik möglich ist, zeigte die gestrige Diskussionsveranstaltung des DVF. Nur im gemeinsamen Konsens zwischen den Entscheidungsträgern und Bürgern kann Verkehrslärm gemindert werden. Zum einen erfordert Lärmreduzierung Investitionen und zum anderen eine Grundakzeptanz für Mobilität seitens der Bürger. Die Politik muss dabei wettbewerbsneutrale Rahmenbedingungen setzen.
Oliver Luksic MdB, Verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag: „Bei den ständig steigenden Kosten und Auflagen für Lärmschutz müssen wir aufpassen, dass wir nicht Planung, Bau und Bestand von Infrastruktur verhindern, denn es geht hier um die Lebensadern der deutschen Wirtschaft.“ Zudem seien die Verkehrsmittel sehr viel leiser geworden – das könne objektiv gemessen werden. Das subjektive Empfinden sehe jedoch anders aus: Trotz Lärmreduktion werde der Widerstand gegen Lärm größer.

Die Kostenbelastung durch Lärmschutzmaßnahmen habe Wettbewerbswirkungen auf die jeweiligen Verkehrsträger und den Standort Deutschland, gab Dr. Volker Kefer, Vorstand Technik, Systemverbund und Dienstleistungen Vorstand Infrastruktur Deutsche Bahn AG, zu bedenken. „Die Deutsche Bahn will trotz steigendem Verkehrsaufkommen bis zum Jahr 2020 ihren Schienenlärm im Vergleich zu 2000 halbieren.“ stellte Dr. Kefer in Aussicht.  

Lärmschutzmaßnahmen kosten viel Geld und müssen europaweit eingeführt werden. Darin waren sich die Teilnehmer einig. Denn in Deutschland als Transitland helfen Insellösungen nicht weiter.

[Quelle: Mobilitätsverband Deutsches Verkehrsforum (DVF) ]

Auch die Redaktion des Privatbahn Magazins informiert in der nächsten Ausgabe (2/2013) ausführlich über das Thema “Lärmschutzmaßnahmen”. Das Privatbahn Magazin ist im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement erhältlich.

UBA rät dringend zu mehr Engagement beim Lärmschutz

Laut Umweltbundesamt (UBA) fühlt sich mehr als die Hälfte aller Deutschen durch Lärm belästigt. In diesem Jahr hat sich das UBA das Thema „Lärmschutz“ zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte gemacht. „Lärm ist eine Belastung, die zwar nur lokal wirkt, aber nahezu flächendeckend in Deutschland auftritt. Jeder zweite Mensch in Deutschland fühlt sich durch Lärm gestört und belästigt. Und dieser Lärm nervt nicht nur, er kann auch krank machen“, sagte Behörden-Präsident Jochen Flasbarth bei der Vorstellung der UBA-„Schwerpunkte 2013“ in Berlin. Er verwies auf Studien seines Hauses, wonach bereits niedrige Dauerschallpegel von 40 dB(A) in der Nacht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und psychische Erkrankungen signifikant steigen lassen. Hauptlärmquelle ist seit langem der Straßenverkehr. Rund 54 Prozent der Deutschen fühlen sich nach einer repräsentativen UBA-Umfrage in ihrem Wohnumfeld durch Autos, LKW und Co. belästigt oder gestört.
Vom Schienenverkehr fühlt sich bundesweit laut UBA-Umfrage jeder dritte Einwohner beeinträchtigt. Die Schiene steht damit auf Platz zwei der verkehrsbedingten Lärmquellen. Sorgen machen vor allem die großen Güterverkehrskorridore, auf denen vor allem nachts gefahren wird. Das Geräusch der Züge auf der Schiene lässt sich aber einfach minimieren. Die wichtigste – und kosteneffizienteste – Methode setzt bei den Güterwagen selbst an, genauer an deren Bremsen.

Weitere Informationen über die „Schwerpunkte 2013“ können kostenlos heruntergeladen und bestellt werden unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4405.html

[Quelle: Umweltbundesamt]

Auch die Redaktion des Privatbahn Magazins nimmt sich in der nächsten Ausgabe (2/2013) dem Thema „Lärmschutz“ im Schienenverkehr im Besonderen an. Das Privatbahn Magazin ist im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement erhältlich.

 

Initiativen fordern Schutz der Nachtruhe

Bürgerinitiativen und Netzwerke gegen Bahn- und Fluglärm haben nach einem gemeinsamen Strategiemeeting in Boppard jetzt ein erstes Kommuniqué veröffentlicht. Darin geht es um die Forderung einer Novellierung des geltenden Immissionsschutzrechtes. Bisher biete das Gesetz keinen wirklichen Lärmschutz, sondern sei ein wirkungsloser symbolischer Akt. Es reiche nicht, reflektierende Lärmwände aufzu­stellen oder die Menschen hinter Lärmschutzfenstern einzuschließen, sondern Lärm müsse an der Quelle bekämpft werden, um Lebens­räume zu erhalten und Menschen wirkungsvoll vor Lärm zu schützen.

Das Kommuniqué wendet sich an die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien und fordert sie auf, die Menschen in ihren Wohn- und Lebensräumen zu schützen und den Wettbewerbsvorteil einer privilegierten europäischen Klimazone nicht weiter durch die ungehinderte Verbreitung von Lärm- und Schadstoffimmissionen zu gefährden.

(Quelle: Pro Rheintal)

Bayerns Verkehrsminister nimmt Stellung

Statement von Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil zum Ausbau der Bahnstrecke München – Lindau: „Mit der nun fertig gestellten Vorentwurfsplanung ist beim Ausbau der Strecke München – Lindau ein Meilenstein erreicht. Die doch beträchtlichen Kostensteigerungen von über 40 Prozent und die zu befürchtenden weiteren Verzögerungen sind allerdings äußerst bedauerlich und ein starker Wermutstropfen. Insbesondere die Mehr-Investitionen in den Lärmschutz sind aber gerade im Interesse der Anwohner entlang der Strecke und damit unabdingbar. Der Ausbau der Bahnverbindung zwischen den bedeutenden europäischen Wirtschaftszentren München und Zürich hat für den Freistaat eine hohe Bedeutung. Nur so wird die Schiene hier gegenüber dem Luftverkehr und der Straße konkurrenzfähig. Das trägt dann zudem in einer besonders natursensiblen bayerischen Region zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung bei. Deshalb hält der Freistaat nach wie vor am Ausbau fest. Jetzt gilt es, mit der DB, dem Bund und der mitfinanzierenden Schweiz konstruktive Verhandlungen zu führen, wie die Mehrkosten aufgebracht werden können. Wir brauchen hier so schnell wie möglich Klarheit. Dabei erwarte ich vom Bund ohne wenn und aber, dass er ausreichend Bedarfsplanmittel in die Hand nimmt, zumal erhebliche Kostensteigerungen dem Güter- und Fernverkehr zuzurechnen sind. Wir werden mit Nachdruck auf die DB einwirken, dass sie sämtliche Möglichkeiten nutzt, um das Projekt so schnell wie möglich umzusetzen. Etwaige Verzögerungen müssen im Rahmen bleiben, München – Lindau darf nicht ein Projekt erst für die künftige Generation werden. Schließlich gilt die Mitfinanzierungszusage der Schweiz nicht ewig. Klarstellen möchte ich zudem, dass die Kostensteigerungen nicht die aktuellen Planungen zum Bahnknoten Lindau betreffen.“

[Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie]