PriMa-Express 17/2020 erschienen

Unser neuer Newsletter, der PriMa-Express, ist erschienen.

Die Themen sind u.a.:

  • Allianz pro Schiene und UBA fordern neue Lärmminderungsziele für 2030
  • Schweden lässt neue Nachtzüge nach Brüssel und Hamburg ausschreiben
  • Fahrpersonal der „bunten Bahnen“ gibt Arbeitgebern bessere Noten als DB
  • BMVI will Anerkennung von Prüfsachverständigen auf neue rechtliche Grundlage stellen
  • Planfeststellungspflicht für Bahnen soll gelockert werden
  • Keine Kapitalspritze des Bundes für Wettbewerbsbahnen
  • Brohltalbahn kann ihre Strecke mit Landesmitteln sanieren

Hier finden Sie den Newsletter, wir wünschen angenehme Lektüre!

Klimaschutzbericht 2019: Klimaschutz braucht starke Schiene

Der am 19. August 2020 im Bundeskabinett beratene Klimaschutzbericht für 2019 zeigt deutlich: Deutschland ist insgesamt auf einem guten Weg. Aber der Verkehrssektor bleibt das Sorgenkind der Klimapolitik. Dr. Ben Möbius, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. betont: „Die Emissionsbilanz des Verkehrssektor ist 2019 sogar um 3 Millionen Tonnen schlechter als 1990. Das ist nicht akzeptabel. Aber Klimaschutz im Verkehr lässt sich nicht mit erhobenem Zeigefinger erzwingen. Ein innovatives, vernetztes Angebot kann Menschen begeistern und von der emissionsfreien Schiene 4.0 überzeugen. Deshalb muss das Konjunkturpaket neue Mobilität strukturell fördern und, wo nötig, nachgeschärft werden“.

Digitalisiert kann die Schiene bis 2030 rund die Hälfte des in Deutschland notwendigen Emissionsminus im Verkehr erbringen – wenn sich die Verkehrsleistungen im Schienenpersonen – und Güterverkehr verdoppeln. Die Bundesregierung hat sich mit dem Koalitionsvertrag 2018 eine Fahrgastverdopplung im Bahnverkehr zum Ziel gesetzt. „An den Klimazielen müssen wir unbedingt festhalten“, sagte Möbius. Koalitionsvertrag, Masterplan Schienenverkehr und Konjunkturpaket setzten auf eine starke Schiene für klimafreundliches Wachstum. „Digitale Steuerung, automatisierte Züge, alternative Antriebe – die Bahnindustrie in Deutschland steht als verlässlicher Partner bereit für die Clean Mobility der Zukunft. Die Ziele für Schiene 4.0 stehen – jetzt geht es um Tempo, Ambition und gutes Zusammenspiel für eine spürbare Umsetzung schon bis Ende 2021.“

Investitionen aus dem Konjunkturpaket müssten die Digitalisierung der Schiene beschleunigen sowie Modernisierung, Forschung und Entwicklung fördern. Die beschlossene Planungsbeschleunigung sei in der Praxis für die Erneuerung der Infrastruktur ausschlaggebend. „Wir dürfen Klimaschutz im Verkehrssektor nicht länger nach Art der Echternacher Springprozession betreiben. Deutschland hat jetzt die Chance, in neue Mobilität zu investieren. Gut für das Klima, gut für die Wirtschaft, gut für die Menschen“, so Möbius.

Quelle/Foto: VDB

HVV: Vier Gratis-Tage durch Mehrwertsteuersenkung

Die vorübergehende Reduzierung der Mehrwertsteuer von 7 auf 5 Prozent kann im HVV aus technischen und organisatorischen Gründen nicht über eine pauschale Senkung aller Fahrpreise umgesetzt werden. 

Deshalb wird vom 1. September bis zum 31. Dezember 2020 ein Paket von attraktiven tariflichen Vergünstigungen gelten, das insgesamt dem Wert der Steuersenkung entspricht:

•Zeitkarteninhaber können täglich ab 11 Uhr eine Person beliebigen Alters und 3 Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitnehmen. Dies gilt für alle Zeitkarten, also beispielsweise auch für Wochen-, Teilzeit- undSeniorenkarten sowie für SemesterTickets.
Die örtlichen Geltungsbereiche der Zeitkarten – einschließlich der Gesamtnetz-Gültigkeit von Vollzeit-Abonnements und ProfiTickets an Sonnabenden und Sonntagen – bleiben von dieser Regelung unberührt.Ergänzungskarten zur Zeitkarte und SchnellBus-/1. -Kl.-Zuschläge gelten auch für alle entsprechend dieser Regelung mitgenommenen Personen.

•Auf alle via App, HVV-Card oder Online-Shop gekauften Einzel- und Tageskarten gibt es 7 Prozent Rabatt (statt bisher 3 Prozent).

•An allen November-Sonnabenden (7.11., 14.11., 21.11. und 28.11.) ist die Nutzung aller HVV-Verkehrsmittel komplett kostenlos. Diese Freifahrt gilt für die Ringe A-F und damit neben Hamburg in den Kreisen und Landkreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Lüneburg, Harburg und Stade sowie in Teilen der Landkreise Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Heidekreis, Rotenburg (Wümme) und Cuxhaven.

Quelle: HVV; Foto: Pixabay.com

Andre Rodenbeck ist neuer VDB-Präsident.

Das Präsidium des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. hat am 24. Juli 2020 Andre Rodenbeck, CEO Rail Infrastructure bei der Siemens Mobility GmbH, mit sofortiger Wirkung als Nachfolger von Michael Fohrer zum VDB-Präsidenten gewählt. Neuer VDB-Vize-Präsident für Fahrzeuge ist Jure Mikolčić, CEO der Stadler Pankow GmbH und Mitglied der Konzernleitung der Stadler Rail AG.

Berlin – Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. hat eine neue Spitze. Anlässlich einer Präsidiumssitzung am 24. Juli 2020 wählte das VDB-Präsidium den bisherigen VDB-Vizepräsidenten Fahrzeuge und Digitalisierung, Andre Rodenbeck, zum neuen VDB-Präsidenten. Bei Siemens Mobility ist er CEO des Geschäftsbereichs Rail Infrastructure.

„Die Schiene muss Vorreiter werden für klimafreundliche, sichere und digitale Mobilität in und aus Europa. Dafür möchte ich mich als vorderster Diplomat unserer Industrie einsetzen“, sagte Andre Rodenbeck. Er betonte: „Mit dem Masterplan Schienenverkehr wurde ein ambitioniertes Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Jetzt geht es darum, eine neue Ära nachhaltiger Mobilität zu gestalten. Dazu zählen eine umfassende Digitalisierung des Schienennetzes, die Förderung alternativer Antriebe sowie der Markthochlauf für Schieneninnovationen.“

Andre Rodenbeck ist seit 2003 bei Siemens und wurde im April 2019 zum CEO Rail Infrastructure ernannt. Als General Manager Mass Transit, Head of Sales für Mainline Signalling, Director Sales and Projects, Business Development und Project Manager war der studierte Diplom-Wirtschaftsingenieur für Siemens Mobility unter anderem in Spanien, Thailand und Deutschland tätig.
Er tritt die Nachfolge von Michael Fohrer an, der das Präsidium am 15. Juli 2020 über seinen Rücktritt bei Bombardier Transportation sowie vom Amt des VDB-Präsidenten informiert hatte.

„Die Bahnindustrie in Deutschland kann eine Schlüsselrolle für die emissionsfreie Mobilität der Zukunft „Made in Germany“ spielen. Dafür habe ich mich aus Überzeugung eingesetzt. Dafür arbeiten wir in unserer Industrie alle zusammen“, sagte Fohrer. Das VDB-Präsidium sowie die VDB-Geschäftsführung dankten Fohrer für sein herausragend erfolgreiches Engagement für die Bahnindustrie und den Klimaschutz insbesondere in der COVID-19-Krise.

Zum neuen VDB-Vizepräsidenten Fahrzeuge hat das Präsidium Jure Mikolčić benannt. Mikolčić ist seit 2019 CEO der Stadler Pankow GmbH und Mitglied der Konzernleitung der Stadler Rail AG. Der Diplom-Volkswirt ist seit vielen Jahren in der Bahnindustrie tätig, unter anderem als ehemaliger Geschäftsführer der Knorr-Bremse Powertech und ehemaliger President Commuter and Regional Trains bei Siemens.

Das Präsidium hat überdies beschlossen, noch in diesem Jahr eine neue Zuständigkeit für das Mega-Thema Digitalisierung im VDB-Präsidium vorzusehen.

Quelle/Foto: VDB

Trauer um den Tod von Dr. Dieter Ludwig

Dr. Dieter Ludwig, langjähriger Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Ludwig war von 1995 bis 2003 Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen und prägte vor allem in den neunziger Jahren wie kein zweiter ÖPNV-Manager in Deutschland den Ausbau und die Modernisierung des Straßenbahnsystems.

Bis heute gilt sein „Karlsruher Modell“ weltweit als Vorbild und Vorreiter einer modernen und effizienten städtischen Mobilität mit Straßenbahnen. Der VDV betrauert den Tod seines langjährigen Präsidenten und Ehrenmitglieds.

VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Wir sind tief getroffen und in Gedanken bei den Hinterbliebenen. Dieter Ludwig hat eine ganze ÖPNV-Generation geprägt. Er war ein Vorbild für viele, die heute in verantwortlicher Position in dieser Branche tätig sind, auch für mich. In einer schwierigen Zeit als der ÖPNV und vor allem die Straßenbahnen aufgrund ihrer vermeintlich hohen Kosten politisch immer mehr unter Druck gerieten, hat er in Karlsruhe durch die Umsetzung des „Karlsruher Modells“ bewiesen, dass Straßenbahnen moderne, effiziente und umweltfreundliche Verkehrsmittel der Zukunft sind. Dies hat ihm und seiner Idee nicht nur in Deutschland, sondern weltweit bis heute zurecht hohe Anerkennung gebracht. Die Branche verliert durch seinen Tod einen Vordenker, Vorreiter und eine starke Persönlichkeit.“

Quelle: VDV; Foto: Stadtarchiv Karlsruhe: 8/BA Schlesiger A/31/10/3/19

DB investiert eine Milliarde in neuen ICE: 30 zusätzliche ICE-Hochgeschwindigkeitszüge ab 2022

Ab 2022 verstärken 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge die DB-Fernverkehrsflotte. Den Auftrag im Volumen von einer Milliarde Euro vergibt die Deutsche Bahn an die Siemens Mobility. Die DB hat die Ausschreibung Ende 2019 gestartet, nachdem der Bund angekündigt hatte, die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets ab Anfang 2020 zu senken.

Die Fahrzeuge sollen zuerst auf Linien zwischen Nordrhein-Westfalen und München zum Einsatz kommen, die über die Schnellfahrstrecke Köln/Rhein-Main führen. Das Platzangebot für die Fahrgäste im Fernverkehr der DB wächst mit den neuen Zügen um 13.000 Sitze.

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG „Der heutige Tag ist ein großer Schritt für die starke und umweltfreundliche Schiene: Die Bahn investiert auf Rekordniveau in neue Züge. Unsere Flotte bekommt mit dem neuen ICE modernen Zuwachs. Schon Ende 2022 profitieren unsere Fahrgäste von mehr Sitzplätzen, mehr Komfort und mehr Tempo. In den nächsten Jahren wächst die gesamte DB-Flotte im Fernverkehr um 20 Prozent. Auch wenn die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist, spricht auf längere Sicht alles für die klimafreundliche Schiene. Deshalb bleiben wir auf Wachstums- und Investitionskurs!“

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Die neuen hochmodernen ICE machen das Bahnfahren noch einmal deutlich attraktiver – auch weil leistungsstarke Hochgeschwindigkeitszüge neben der Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Deutschlandtakts sind. Die Bahn wird damit mehr und mehr zu einer klimafreundlichen Alternative im Fernverkehr. Außerdem ist der Auftrag ein starker Konjunkturimpuls und deshalb ein gutes Signal für viele Angestellte in der Bahnindustrie und ihre Familien. Mit einem Auftrag in dieser Größenordnung sichern wir tausende Arbeitsplätze und stärken Innovationen made in Germany.“

„Wir helfen der Deutschen Bahn, den Masterplan für die Transformation des Verkehrssektors umzusetzen. Ziel ist, die CO2-Emissionen massiv zu reduzieren und gleichzeitig mehr Menschen in öffentliche Verkehrsmittel zu bringen“, sagt Roland Busch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. „Siemens und die DB verbindet eine langjährige und sehr erfolgreiche Partnerschaft. Die wichtigste Anforderung bei dem ICE-Auftrag war, dass die Züge sehr schnell auf die Schiene kommen. Genau das schaffen wir, indem wir unsere bewährte Velaro-Plattform einsetzen.“

Bis 2026 werden 421 ICE-Züge mit rund 220.000 Sitzplätzen im deutschen Netz unterwegs sein. Und für den neuen ICE gibt es neben den bestellten 30 Zügen die Option auf weitere 60 Fahrzeuge.
Der neue ICE wird an Siemens-Standorten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Österreich gefertigt. Technisch basiert der Zug auf der bewährten Plattform des ICE 3. Er hat 440 Sitzplätze und erreicht 320 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mehr Komfort bieten unter anderem frequenzdurchlässige Scheiben für stabilen Mobilfunkempfang und Fahrradstellplätze in jedem Zug.

Quelle/Grafik: DB AG

Neue Fahrzeuge, mehr Strecken, dichtere Takte: Investitionen in Berlins ÖPNV

Der Senat Berlins hat auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, dem neuen Verkehrsvertrag mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) für die Jahre 2020 bis 2035 zugestimmt. Mit diesem Vertrag wird das landeseigene Verkehrsunternehmen im Rahmen einer Direktvergabe ab dem 1. September 2020 beauftragt, die ausgehandelten, umfangreichen ÖPNV-Leistungen zu erbringen. Der Verkehrsvertrag, dem der BVG-Aufsichtsrat bereits zugestimmt hat, ist damit die vertragliche Umsetzung des 2019 vom Senat beschlossenen Nahverkehrsplans samt den geplanten Investitionen in neue Fahrzeuge, Erweiterung der Netze und Verdichtung der Takte.

Senatorin Günther: „Dieser Verkehrsvertrag markiert den Aufbruch in eine neue Ära der Investitionen. Die BVG wird ihren Fuhrpark und ihr Netz in den kommenden Jahren erneuern, erweitern, klimafreundlich umbauen und damit entscheidend verbessern. Zusammen mit zusätzlichen Milliarden-Investitionen etwa für die S-Bahn und für das Schienen-Pendlerprojekt i2030 werden wir den stadtverträglichen ÖPNV in Berlin auf ein nie dagewesenes Niveau bei Verlässlichkeit, Schnelligkeit, Erreichbarkeit und Barrierefreiheit bringen.“

Der BVG-Verkehrsvertrag hat ein Volumen von bis zu 12,7 Milliarden Euro für die Grundvergütung der BVG und Tarifersatzleistungen (für Schüler/Azubi-Ticket, für Ticket S und Schwerbehinderten-Freifahrten). Die Tarifersatzleistungen summieren sich auf rund 3,1 Milliarden Euro.

Darüber hinaus werden über die zukünftigen Haushalte finanziert:

  1. rund 4,3 Milliarden Euro ergänzende Zuschüsse (gut 2 Milliarden Euro für neue Straßenbahnstrecken, rund 1,7 Milliarden Euro für Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen, rund 600 Millionen Euro für laufende Projekte wie U5); und
  2. rund 2 Milliarden Euro für die Dekarbonisierung (voraussichtlich zwischen 1,3 und 2,4 Milliarden Euro insbesondere für Infrastruktur, noch ohne Zuschüsse des Bundes). Im Vertrag bereits abgedeckt sind 450 Millionen Euro für den Betrieb von insgesamt 227 E-Bussen.

Die Inanspruchnahme von Haushaltsmitteln bis 2035 beträgt rund 19 Milliarden Euro in den kommenden 15 Jahren. Zum Vergleich: In der vergangenen Dekade betrugen die Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur bei der BVG im Durchschnitt knapp 300 Millionen Euro pro Jahr. Im kommenden Jahrzehnt mit dem neuen Verkehrsvertrag werden diese Summen um mehr als das Zweieinhalbfache auf durchschnittlich rund 800 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Für das Jahr 2024 ist eine erste große Revision des Vertrags verabredet, um gegebenenfalls Anpassungen der Pläne ab 2031 vornehmen zu können.

Im neuen BVG-Verkehrsvertrag ist fixiert, dass bis 2030 die U-Bahn (für rund 2,4 Milliarden Euro) und die Straßenbahn (für rund 740 Millionen Euro) jeweils einen runderneuerten, vergrößerten Fahrzeugpark erhalten, der künftig für die Bedienung von Neubaustrecken ebenso genutzt wird wie für Leistungsverbesserungen im Bestandsnetz. Insbesondere das Straßenbahnnetz soll um knapp 40 Prozent erweitert werden, etwa um Neubaugebiete von Anfang an und stark verdichtete Viertel auch weiterhin komfortabel anzubinden. Vereinbart wurden Taktverdichtungen bei allen Verkehrsmitteln sowie der Einsatz größerer Fahrzeuge, wo es möglich ist.

Zudem wird ein deutlich erweitertes 10-Minuten-Netz im Tagesverkehr einen attraktiven Takt insbesondere für die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner bieten, die außerhalb des S-Bahnrings leben. Im Vertrag langfristig gesichert sind auch zusätzliche Ausbildungskapazitäten, um den erhöhten Bedarf an Fahrerinnen und Fahrern abbilden zu können.

Ein Alleinstellungsmerkmal dieses Verkehrsvertrags ist die mit der BVG vereinbarte Mobilitätsgarantie beim Thema Barrierefreiheit. Ab dem Jahr 2022 sind die Verkehrsbetriebe verpflichtet, die obligatorische Barrierefreiheit im Netz immer auch bei Störungen (etwa dem Ausfall von Aufzügen) sicherzustellen, indem sie konkrete Alternativen innerhalb des ÖPNV anbieten. Die technische Ausgestaltung dieser Mobilitätsgarantie wird derzeit erarbeitet.

Auf die Folgen der Corona-Pandemie für die Einnahmesituation der BVG wurde im Rahmen des vorliegenden Verkehrsvertrags – wie bei anderen Landesbetrieben – mit einer Finanzierungsgarantie reagiert: Pandemiebedingte Einnahmeausfälle werden durch das Land bis zur ersten Revision 2024 ersetzt. Der Senatsbeschluss beinhaltet insofern die Zustimmung zu einem Mantelvertrag mit allen Vorgaben zu Fahrplanangebot und Vergütung, auf dessen Grundlage die Liniengenehmigungsverfahren starten können. Noch nicht ausformulierte Passagen werden bis zum Herbst dieses Jahres finalisiert.

Quelle: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin; Foto: Michael Kauer/Pixabay

Siemens liefert weitere 22 U-Bahn-Züge für München

Nachdem im Mai 2020 der erste C2-Metro-Zug aus der ersten Option aus dem Jahr 2016 den Fahrgastbetrieb aufnahm, haben die Stadtwerke München (SWM) auch die zweite und letzte Option über 22 sechsteilige U-Bahn-Züge bei Siemens abgerufen. Damit kommen bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) künftig insgesamt 67 C2-Züge zum Einsatz.

Ingo Wortmann, MVG-Chef und SWM Geschäftsführer Mobilität: „Mit den neuen C2-Zügen setzen wir die Verjüngung unserer U-Bahn-Flotte konsequent fort. Für unsere Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Platz und mehr Komfort. Über die nächsten zehn Jahre wollen wir alle alten A- und B-Wagen ausmustern und unsere U-Bahn künftig ausnahmslos mit modernen Hochleistungszügen betreiben. Damit bringen wir bereits ohne weitere Taktverdichtungen rund 5.000 Plätze mehr auf die Schiene.“

„Wir sind stolz, dass die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft sich entschlossen haben die zweite und letzte Option, dieses Großauftrags abzurufen. Einschließlich dieser Züge haben wir dann insgesamt 67 Züge mit 402 Wagen an die Stadtwerke München geliefert. Die neuen C2-Züge tragen zu einer nachhaltigen Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus und zu verbessertem Fahrgastkomfort bei. Damit sind wir an der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Heimatstadt maßgeblich beteiligt“ sagt Sabrina Soussan, CEO Siemens Mobility.

Die neuen Züge basieren auf dem bewährten Design der vorhergehenden Fahrzeuggeneration („C-Wagen“), das vom international renommierten Münchner Fahrzeugdesigner Alexander Neumeister stammt und weiterentwickelt wurde. In den C2-Fahrzeugen haben sich unter anderem die Kopfform mit neuer LEDBeleuchtungstechnologie und die bessere Erkennbarkeit des Öffnungs- und Schließvorgangs der Türen durch farbige LED-Leuchtbänder in den Türkanten verändert. Mehr Komfort für die Fahrgäste bieten die Videokameras, das FahrgastTV und die neugestaltete Innenbeleuchtung mit LED-Leuchten. Weitere Vorteile sind die hohe Kapazität und die hohe Verfügbarkeit: Durch die Umgestaltung des Fahrgastraums und ein neues Sitzplatzkonzept mit breiteren Türen gegenüber den zu ersetzenden Altfahrzeugen können mehr Fahrgäste im Vergleich zu den Vorgängerfahrzeugen befördert werden. Insgesamt bietet der C2 jetzt Platz für 940 Fahrgäste. Da es keine Einzelwagen mehr gibt, ist der Zug komplett durchgängig.

Siemens liefert für München besonders umweltfreundliche und energiesparende Züge. Der Energiebedarf wird durch die Kombination von verschiedenen innovativen Konzepten reduziert. Bei der Auswahl der Materialien wurden keine schädlichen Stoffe verwendet, energiesparende LED-Leuchten verarbeitet und das Material ist zu 97 Prozent recyclebar. Somit verbessern die neuen Fahrzeuge die CO2-Bilanz in München weiter und tragen zu einer Verminderung des Energiebedarfs im Verkehr bei.

Die Züge werden von Siemens Mobility in Wien gefertigt, die Drehgestelle kommen von Siemens Mobility in Graz. Die Inbetriebnahme der neuen Züge wird 2022 beginnen. Die Züge werden die Linien U3 und U6 wie die heute bereits im Einsatz befindlichen C2-Fahrzeuge befahren. Der Betrieb auf weiteren Linien ist ebenfalls geplant.

Quelle/Foto: Siemens

Postbank kooperiert mit nextbike

Die Postbank hat eine umfangreiche Kooperation mit dem Bike-Sharing-Anbieter nextbike vereinbart. Von Anfang Juli bis Ende September tragen insgesamt 1.730 nextbike-Fahrräder in 19 deutschen Städten nicht nur das Postbank Logo, Kunden und Mitarbeiter der Postbank können alle nextbike-Räder deutschlandweit kostenlos nutzen.

Die Aktion erstreckt sich auf ganz Deutschland, die Postbank-Fahrräder sind in Bonn, Bottrop, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Gießen, Heidelberg, Herne, Kaiserslautern, Kassel, Köln, Ludwigshafen, Mannheim, Oberhausen und Potsdam zu finden. Innerhalb des Aktionszeitraums können Personen mit einem Postbank Girokonto die Fahrräder einen Monat lang für 30 Minuten pro Fahrt gratis nutzen. Als erster Partner aus der Bankenbranche reagiert die Postbank mit dieser Kooperation auf aktuelle Debatten zu nachhaltiger Mobilität und setzt auf die Unterstützung von umweltbewusster Fortbewegung. Mitmachen können alle Kunden der Postbank, sofern sie ein Postbank Girokonto haben und dieses nach Beginn des Aktionszeitraums zum Bezahlen hinterlegen.

Nachhaltigkeit ist bei der Postbank ein fester Bestandteil der Geschäftsstrategie und wird auch von den Mitarbeitern aktiv unterstützt. Regelmäßig nimmt die Postbank an Aktionen zur Förderung des Radverkehrs teil. Ihren Mitarbeitern bietet sie an zahlreichen Standorten eine fahrradfreundliche Infrastruktur, etwa Duschen und gesicherte, überdachte Stellplätze.

Quelle/Foto: Postbank

Anne Mathieu ist neue Vorsitzende der Geschäftsführung bei Keolis Deutschland

Bei Keolis Deutschland kommt es zum 01. Juli zu einem Wechsel an der Spitze. Anne Mathieu wird neue Chief Executive Officer und übernimmt die Aufgaben von der bisherigen Vorsitzenden der Geschäftsführung Magali Euverte, die innerhalb der SNCF (Société Nationale des Chemins de fer Français, staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs) zur Geschäftsführerin ernannt wurde. „Wir gratulieren Anne Mathieu zur neuen Position und danken Magali Euverte vielmals für ihre praktische Führung und ihr Engagement für die eurobahn. Sie hat einen wesentlichen Beitrag zur aktiven Stärkung des Programms „Fokus Bahn“ geleistet, um nachhaltige Initiativen gegen den Fachkräftemangel zu ergreifen, welche die gesamte Branche und insbesondere unsere Fahrgäste bedienen“, sagt Bernard Tabary, Keolis Group Executive Director International.

Anne Mathieu wurde am 22. Juni 2020 zur CEO von Keolis Deutschland per Gesellschafterbeschluss ernannt. Seit Februar 2018 ist Mathieu als Geschäftsführerin bei Keolis Deutschland tätig; mit der Ernennung Mathieus` schafft das Unternehmen Kontinuität und treibt die Strategie weiter voran. Gemeinsam mit Geschäftsführer Oliver Glaser wird die neue CEO Themen, wie „Digitalisierung im Führerstand“ sowie die Verkehrswende in Zusammenarbeit mit dem Programm „Fokus Bahn“ weiterentwickeln. „Mit Rückblick auf die vergangenen rund 2 ½ Jahre freue ich mich, künftig unsere bisher eingeleiteten Projekte und Strategien konsequent fortzuführen. Höchste Priorität hat bereichsübergreifend der Punkt Sicherheit. Weitere Fokusse sind, verlässliche Qualität und Stabilität unseren Fahrgästen nachhaltig zu bieten und das Unternehmen wirtschaftlich stabil zu etablieren“, sagt Mathieu.

Mit über 68.500 Mitarbeitern in 15 Ländern gehört Keolis international zu den bedeutendsten Anbietern von Mobilitätsdienstleistungen. In Deutschland nahm Keolis unter dem Markennamen „eurobahn“ im Jahr 2000 den ersten Betrieb auf. Heute ist Keolis Deutschland mit einem Streckennetz von aktuell 16,3 Mio. Zugkilometern pro Jahr einer der größten privaten Anbieter im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen betreibt derzeit vier Netze (Maas-Rhein-Lippe-Netz, Hellweg-Netz, Ostwestfalen-Lippe-Netz, Teutoburger Wald-Netz) mit insgesamt 15 Linien und beschäftigt rund 885 Mitarbeiter. Seit 2016 haben außerdem Keolis-Triebfahrzeugführer das Steuer des Thalys auf dem deutschen Streckenabschnitt von Dortmund nach Aachen mit jährlich 650.000 Zugkilometern in der Hand.

Quelle/Foto: Keolis