Österreich: Personenwaggon stürzt in die Mur

Ein mit 40 Schülern besetzter Zug ist in Österreich entgleist, wobei ein Waggon in die Mur stürzte. Der Zug war am letzten Schultag vor den Ferien im Bundesland Salzburg unterwegs. Nach einem Sturm hatte ein auf den Schienen liegender Baum dsa Entgleisen verursacht.

Der Waggon des Regionalzuges stürzte die Böschung hinab und blieb seitlich im Fluss liegen. 17 Personen wurden verletzt und durch ein Großaufgebot, darunter zwei Hubschrauber, die Wasser- und Bergrettung gerettet.

Die lokale Freiwillige Feuerwehr war ebenfalls mit einem Boot vor Ort, nachdem sie um 7.13 Uhr alarmiert worden war. Nach drei Stunden konnte die Feuerwehr wieder abrücken.

Quelle/Foto: FFW Tamsweg

ÖBB: Hohe Luftwechselraten sorgen für sicheres Bahnfahren

Mit 19. Mai 2021 steht die lange herbeigesehnte Öffnung fast aller Bereiche des öffentlichen Lebens an. Damit werden nicht nur die sozialen Kontakte wieder zunehmen, sondern auch die Mobilität insgesamt. Trotz Corona-Virus lassen sich aber Klimaschutz und gesundes Reisen weiterhin vereinen. Das haben zuletzt der Innenraumanalytiker Peter Tappler und der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, im Zuge einer umfangreichen Messreihe in ÖBB-Railjets bestätigt. Denn dank besonders leistungsstarker Lüftungsanlagen ist im ÖBB-Railjet ein Luftwechsel von mindestens 11 x pro Stunde gewährleistet. Das ist deutlich mehr, als in den allermeisten anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie Restaurants und Fitnesscenter, aber auch Schulklassen oder Büroräume.

Die umfangreichen Messungen haben einmal mehr bestätigt, dass der öffentliche Verkehr im allgemeinen Infektionsgeschehen eine untergeordnete Rolle spielt. Das bedeutet, dass Reisen mit dem Zug auch bei hoher Belegung nicht mit einem höheren Ansteckungsrisiko durch Aerosole einhergeht, als es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens der Fall ist. Das liegt auch daran, dass durch die Lüftungsanlage ein rascher Abtransport der Aerosole gegeben ist. Eine Superspreading-Situation ist demnach laut Experten nicht zu erwarten.

ÖBB-Railjet: 1.700 m³ Frischluft pro Stunde
Auch wenn die Corona-Schutzimpfungen in ganz Österreich Fahrt aufgenommen haben, so gilt es auch weiterhin: gründlich Hände desinfizieren, Abstand halten wo es geht und auf den sicheren Sitz der FFP2-Maske achten. Zusätzlich sorgen im ÖBB-Railjet 1.700 m³ Frischluft pro Stunde für eine umgehende Verdünnung der Atemluft und die Lüftungsanlage für deren effizienten Abtransport. Entscheidend in der Pandemiebekämpfung bleibt weiterhin Summe der Präventionsmaßnahmen: Die Kombination aus rücksichtsvollem Miteinander, der Händedesinfektion, der Maskentragepflicht und dem enorm hohen Luftwechselraten im ÖBB Railjet stellen ein gesundes Reisen mit der Bahn sicher.

„Auch in Pandemiezeiten sichern wir für unsere Fahrgäste eine gesunde Umgebung. Es freut mich sehr, dass das einmal mehr durch externe Experten bestätigt wird. Der laufende Luftwechsel mit Frischluft bedeutet für die Fahrgäste Sicherheit für ihre Gesundheit und eine angenehme Atmosphäre. Wichtig bleibt aber weiterhin, die FFP2-Maske zu tragen und wo es geht, ausreichend Abstand zu halten. Dann steht auch einer längeren klimafreundlichen Reise mit der Bahn nichts im Wege,“ sagt ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.

Aerosoltest im ÖBB Railjet

Quelle/Foto/Video: ÖBB/Eisenberger

Österreich – Hamburg: Rekordergebnis auf der Schiene trotz Pandemie

Mit einer Tonnage von insgesamt 4,45 Mio. Tonnen konnte der Hamburger Hafen im vergangenen Jahr bei seinen Österreich-Verkehren das Rekordergebnis von 2019 um zwei Prozent übertreffen.

Für Österreich gehört der Hamburger Universalhafen zu den wichtigsten Drehkreuzen beim weltweiten Im- und Export von Gütern. Das zeigt auch das Umschlagergebnis aus dem vergangenen Jahr. Mit einem Plus von zwei Prozent und einer Tonnage von 4,45 Mio. Tonnen erzielte der Hamburger Hafen bei seinen Österreich-Verkehren ein Rekordergebnis. Das Jahr 2020 war somit, gemessen an der Tonnage, das erfolgreichste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in den 50er Jahren. Bereits 2019 zeichnete sich mit 4,36 Mio. Tonnen als Rekordjahr aus. Das konnte noch mal verbessert werden.

Eine der erfolgreichsten Relationen zwischen Hamburg und Österreich nutzt voestalpine. Allein im vergangenen Jahr importierte der Konzern 1,3 Mio. Tonnen an Erzen über das Terminal Hansaport. Im Rundlauf gehen dann Produkte für den Export im Container mit den leicht modifizierten Waggons wieder nach Hamburg.

Im Bereich Container wurde mit 301.000 TEU das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte erreicht. Für Alexander Till, Repräsentant von Hafen Hamburg Marketing in Wien ist das Ergebnis umso erfreulicher, da in Österreich wie in vielen anderen Ländern weltweit monatelang Einschränkungen durch Lockdowns gegeben waren. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den österreichischen Unternehmen und dem Hamburger Hafen wurde während der Pandemie weiter gefestigt“, betont Till.

Die Basis für diese positive Entwicklung bilden die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Österreich sowie die hohe Anzahl an Container-Ganzzug-Verbindungen. Derzeit verbinden 90 Züge pro Woche den Elbehafen mit der Alpenrepublik. Für das Jahr 2021 erwartet Alexander Till weiterhin eine positive Entwicklung der Volumina.

Quelle: Hafen Hamburg; Foto: Hafen Hamburg / Container Terminal Enns – CTE

VDV fordert Coronahilfen für den Schienengüterverkehr nach Vorbild Österreichs

Während die Bundesrepublik nach wie vor auf eine wettbewerbsrechtliche Genehmigung der EU-Kommission für die Kapitalerhöhung der Deutschen Bahn wartet, hat man in Österreich mit Zustimmung der Kommission die Weichen für einen finanziellen Ausgleich der coronabedingten Folgen im Schienengüterverkehr erfolgreich gestellt: Mit zwei Förderprogrammen bietet die Republik Österreich den Güterbahnen damit Soforthilfen in Höhe von insgesamt 266,4 Mio. Euro. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der 189 Schienengüterverkehrsunternehmen vertritt, sieht im Handeln der österreichischen Regierung ein positives Beispiel, wie man auch in diesen Zeiten schnell, pragmatisch und mit EU-Genehmigung dem Schienengüterverkehr helfen kann.

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff: „Der Bahnsektor ist insgesamt hart getroffen durch die Corona-Pandemie. Während die Bundesregierung und die Länder für den Schienenpersonennahverkehr und den ÖPNV sehr schnell und unkompliziert einen umfangreichen Rettungsschirm beschlossen haben, gibt es für den Rest der Bahnbranche nach wie vor keine oder keine geeigneten Corona-Hilfen. Vor allem der Schienengüterverkehr kämpft seit Jahren gegen Wettbewerbsnachteile gegenüber der Straße. Im Zuge dessen halten wir den nun in Österreich eingeschlagenen Weg der Unterstützung für geradezu mustergültig und fordern von der Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen.“

Damit die Güterbahnen in Österreich aufgrund der Pandemie keine Marktanteile an den LKW verlieren unterstützt der Staat sie rückwirkend ab 01.03. und zunächst befristet bis Jahresende durch eine Reduzierung der Trassenpreise um 115,7 Mio. Euro. Als weitere Maßnahme wird zudem ein bereits existierendes Förderprogramm zur Verlagerung von Transporten auf die umweltfreundliche Schiene kurzfristig um 150,7 Mio. Euro aufgestockt. In Summe wird der Schienengüterverkehr in Österreich damit um 266,4 Mio. Euro entlastet. „Das hilft den Unternehmen unmittelbar, um die coronabedingten Ausfälle zu kompensieren und es hilft dem Staat, um den eingeschlagenen Weg zu mehr klimaschonendem Schienengüterverkehr fortzusetzen. Insgesamt ist die dort gefundene Lösung sehr gut für die Branche“, so Wolff.

Passend zur gestrigen Meldung aus Österreich hat auch die FDP-Bundestagsfraktion einen Antrag zur befristeten und wettbewerbsneutralen Trassenpreissenkung im Schienengüter- und Personenfernverkehr eingereicht. „Die Grundidee, eine Trassenpreissenkung für alle Bahnen umzusetzen entspricht auch der VDV-Position. Dies ist sinnvoll, weil es dem gesamten Eisenbahnsektor zugute käme, denn schließlich sind sowohl die Deutsche Bahn als auch die privaten Eisenbahnunternehmen gleichermaßen von den Folgen der Pandemie betroffen. Insofern geht der FDP-Antrag allerdings dort zu weit, wo er gegen die finanzielle Unterstützung der Deutschen Bahn argumentiert. Denn natürlich ist auch die Deutsche Bahn im Schienengüter- und im Personenfernverkehr stark betroffen und muss unterstützt werden“, so Wolff abschließend.

Quelle: VDV

Startschuss für die erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge in Hessen

Wenn ein Staatssekretär des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen beim Bau einer Tankstelle persönlich Hand anlegt, dann muss es sich um ein Projekt der besonderen Art handeln. Tatsächlich ist die Tankstelle, die in den nächsten Monaten im Industriepark Höchst entstehen wird, alles andere als gewöhnlich: Es handelt sich um die erste Wasserstoff-Tankstelle für Passagierzüge in Hessen, an der ab Dezember 2022 die weltweit größte Brennstoffzellenzug-Flotte im Personenverkehr mit Wasserstoff versorgt werden soll. Den Startschuss für dieses Projekt hat Staatssekretär Jens Deutschendorf am Montag, 26. Oktober, gemeinsam mit RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat, Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer Alstom Deutschland und Österreich sowie Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer der Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst gegeben. Alstom liefert die Brennstoffzellenzüge, die der RMV einsetzen wird, die Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst errichtet und betreibt die Tankstelle.

Hessen als Vorreiter bei umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten „Hessen ist Schrittmacher auf dem Weg in eine klima- und umweltfreundliche Mobilität, das zeigt auch das Projekt Taunusnetz“, sagte Staatssekretär Deutschendorf. „2022 werden dort schadstofffreie Brennstoffzellen-Züge die alten Dieselfahrzeuge ablösen – ein Elektrobetrieb ohne Oberleitung, der auch für andere Regionen eine interessante Alternative sein kann. Ich danke dem RMV und dem Industriepark Höchst für ihren Mut, dieses innovative Vorhaben zu realisieren.“

RMV: Weltrekord mit der Brennstoffzellen-Flotte
Für den Rhein-Main-Verkehrsverbund hat das Projekt einen ganz besonderen Stellenwert. „Mit den Brennstoffzellenzügen von Alstom schlagen wir beim RMV ein neues Kapitel emissionsfreier Mobilität auf“, sagte RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat bei der Spatenstich-Veranstaltung. „Mit den 27 Fahrzeugen stellen wir einen Weltrekord auf: Nirgendwo sonst gibt es eine so große Brennstoffzellen-Flotte im Personennahverkehr.“ Prof. Ringat lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Schienenfahrzeug-Hersteller Alstom und Infraserv Höchst: „Ich bin hocherfreut, dass wir dieses Mammutprojekt im vorgesehenen Kosten- und Zeitplan stemmen.“ Das Gesamtauftragsvolumen beträgt 500 Millionen Euro.

Alstom-Züge: Emissonsfrei und geräuscharm durch den Taunus
„Mit dem heutigen Spatenstich läuten wir eine neue Ära im emissionsfreien Bahnverkehr in der Rhein-Main-Region ein. Wir freuen uns, dass Infraserv Höchst die Betankung unserer Serienzüge für den RMV übernimmt“, sagte Dr. Jörg Nikutta. Die Alstom-Brennstoffzellenzüge des Typs „Coradia iLint“, die dank einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern einen ganzen Tag lang im Netz des RMV fahren können, werden die mit Diesel betriebenen Loks auf den Linien (RB 11 Frankfurt-Höchst – Bad Soden), RB12 (Frankfurt-Königstein), RB15 (Frankfurt – Bad Homburg – Brandoberndorf) und RB16 (Friedrichsdorf – Friedberg) ersetzen. Der weltweit erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, fährt komplett emissionsfrei, ist geräuscharm und gibt nur Wasserdampf und Kondenswasser ab.

Infraserv Höchst: Engagiert für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie
In Sachen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des 4,6 Quadratkilometer großen Industrieparks Höchst, schon seit vielen Jahren aktiv. So wurde bereits 2006 am Industriepark die erste Wasserstoff-Tankstelle für Pkw in Betrieb genommen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass Infraserv Höchst und der Industriepark Höchst bei der Weiterentwicklung dieser Zukunftstechnologie einen Beitrag leisten können“, sagte Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. Die Chemie ist traditionell eine der Industriebranchen in Deutschland, die innovative Technologien hervorbringt. „Auch die drängenden Fragen zur Energieversorgung und den Mobilitätskonzepten der Zukunft werden nur mit der Chemieindustrie beantwortet werden können“, sagte Dr. Kreysing.

Quelle: Alstom; Foto: Infraserv Höchst

WESTbahn: Bahnpaket ist wichtig, aber unvollständig

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) hat bekannt gegeben, dass Österreich in den kommenden sechs Jahren 17,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Bahn-Infrastruktur investieren wird. „Diese begrüßenswerte und sinnvolle Investition wird den Schienenverkehr modernisieren und nutzungsfreundlicher machen“, meint die WESTahn. Weiter:

Klar ist aber: Die Infrastruktur soll hoffentlich nicht nur ausgebaut, sondern auch intensiv genutzt werden. Neben dem beeindruckenden Milliardenpaket für den Ausbau der Anlagen ist es daher dringend notwendig, jetzt Mittel für die Erhaltung aller durch die Corona-Krise getroffenen Unternehmen vorzusehen.

Trotz geringer Nachfrage werden vor allem Privatbahnen derzeit national wie international in der zweiten Welle alleine gelassen. Eine finanzielle Unterstützung, die über den Entfall des Infrastrukturbenützungsentgelts hinausgeht und auch mindestens bis Mitte 2021 gesichert ist, brauchen alle Bahnunternehmen, um die wirtschaftliche Situation zu bewältigen. Nur so kann der europäische Schienenverkehr auch nach Corona weiterwachsen und seine Attraktivität ausbauen.

Vom Wettbewerb auf der Schiene haben alle profitiert: Kundinnen und Kunden durch attraktive Preise und verbesserte Qualität und das Klima durch eine Verringerung der Zahl von Autofahrten. Klimaschutz braucht Wettbewerb auf der Schiene, in Zukunft sogar noch mehr. Daher ist jetzt Hilfe notwendig, um Zugangebote und damit auch Arbeitsplätze zu sichern. Die WESTbahn unterstützt daher das Forderungspaket von Roman Hebenstreit/vida.

Quelle/Foto: WESTbahn

Historisch: Durchschlag Koralmtunnel ist geschafft!

45 Minuten von Graz nach Klagenfurt und weniger als drei Stunden von Wien nach Klagenfurt – der Koralmtunnel macht es möglich. 18 Jahre nach den ersten Probebohrungen sind beide Röhren des Koralmtunnels vollständig gegraben. Der Durchschlag in der Nordröhre des Koralmtunnels ist ein historisches Ereignis, an dem mehrere Tausend Menschen beteiligt waren.

Genau 11.208 Meter haben sich die Mineure mit dem Tunnelbohrer „Kora“ seit 2014 vom Kärntner Lavanttal aus durch den Berg gegraben. Nach dem ersten Durchschlag im Jahr 2018 und den Weltrekorden der steirischen Tunnelbohrer „Mauli 1“ und „Mauli 2“, ist jetzt der gesamte Koralmtunnel gegraben. Eine herausragende Leistung, die international für Anerkennung sorgt. Der Koralmtunnel ist eines der längsten Tunnelbauwerke der Welt und besteht aus zwei parallelen Tunnelröhren mit jeweils 33 Kilometer Länge. Dazu kommen viele Querschläge, Lüftungsbauwerke und sogar eine 900 Meter lange Nothaltestelle mitten im Gebirge. Mithilfe des Koralmtunnels können Fahrgäste künftig in nur 2:40 komfortabel von Wien nach Klagenfurt reisen bzw. in 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt. Superlative sind bei diesem Projekt allgegenwärtig.

Wachsen mit der Herausforderung

Die Verhältnisse waren dabei nicht immer einfach. Trotz hartnäckiger Störzonen im Gebirge hat die Mannschaft und „Kora“ ihr Ziel schließlich erreicht. Das Ergebnis ist mehr als Symbolik. Der Koralmtunnel bedeutet ein Zusammenrücken der beiden Bundesländer Kärnten und Steiermark – eine neue Verbindung, die künftig eine entscheidende Rolle der neuen Südstrecke einnimmt und noch vielen Generationen zur Verfügung steht. Schon bald ist es soweit: In 45 Minuten vom Uhrturm zum Wörtersee – die Koralmbahn macht es möglich.

Tausende Menschen und 3 Megabohrer

45.480 Meter haben alle drei Megabohrer zusammen im Koralmtunnel innerhalb von sieben Jahren zurückgelegt. Mit jeweils 10.000 PS und 2.500 Tonnen Gewicht haben sie sich Meter für Meter durch den Berg gekämpft. Der Rest wurde in „Handarbeit“ erledigt – mittels Bagger- und Sprengarbeiten. Mehrere Tausend Menschen waren über die Jahre am Bau des Koralmtunnels beteiligt – aktuell sind es rund 800. Nach dem letzten Durchschlag steht jetzt auch auf Kärntner Seite der Innenausbau voll im Fokus. Rund zwei Drittel der Tunnelröhren werden mit einer zusätzlichen Innenschale ausgerüstet. Von steirischer Seite aus ist rund die Hälfte bereits geschafft.

Ein Jahrhundertprojekt geht ins Finale

Mit dem Durchschlag in der Nordröhre ist übrigens nicht nur der Vortrieb beim Koralmtunnel geschafft. An der gesamten Koralmbahn sind damit alle Vortriebsarbeiten fertiggestellt. Weite Teile der Koralmbahn in Unterkärnten konnten auch schon im Rohbau fertiggestellt werden – darunter beispielsweise die Tunnelkette St. Kanzian und das zweitlängste Tunnelsystem der Koralmbahn, der Granitztaltunnel. Und es geht im Eiltempo weiter. Derzeit entstehen parallel die Bahnhöfe St. Paul im Lavanttal und Weststeiermark sowie weitere offene Abschnitte. Ein Jahrhundertprojekt geht ins Finale.

Quelle/Foto: ÖBB

Steuergeld für heiße Luft bei DB Fernverkehr?

Angesichts der nun bekannt gewordenen finanziellen Forderungen der Deutschen Bahn AG nach zusätzlichen acht bis zehn Milliarden Euro bis 2024 fordert mofair, der Verband der Wettbewerbsbahnen, vollständige Transparenz, warum es der Mittel bedarf und wofür genau sie eingesetzt werden sollen: „Wenn es darum geht, dem Schienenwegsbetreiber DB Netz oder dem Bahnhofsbetreiber DB Station&Service krisenbedingte Einnahmenausfälle zu erstatten, ist das richtig und wichtig“, sagt mofair-Präsident Christian Schreyer, und fährt fort: „aber es muss ausgeschlossen werden, dass mit zusätzlichen Steuergeldern die Transportgesellschaften des DB-Konzerns, vor allem DB Fernverkehr, gefördert werden, deren Wettbewerber aber nicht.“ Sonst drohten massive Wettbewerbsverzerrungen.

Verkehrsunternehmen im Fernverkehr auf der Schiene (SPFV) müssen ihre Kosten aus Ticketeinnahmen bestreiten. In der Corona-Krise kamen aber keine Fahrgäste mehr, und die Unternehmen hatten angesichts der Stornierungen „negative Fahrgeldeinnahmen“. Daher mussten die SPFV-Wettbewerbsbahnen ihren Betrieb ab dem 20. März einstellen. Nur so konnten sie Schäden eindämmen und eine Chance erhalten, ihr Angebot nach dem Abklingen der Krise wieder aufzunehmen. Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit gehen.

Nicht so bei der DB Fernverkehr: Trotz geringster Passagiernachfrage fuhr sie 73 % bzw. 75 % ihres planmäßigen Angebots (gemessen in Sitzplatz- bzw. in Zugkilometern). Und obwohl touristische Reisen nach dringender Empfehlung der Bundesregierung nicht mehr unternommen werden sollten, gewährte sie sogar weiterhin Rabatte wie Sparpreise und Supersparpreise.

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ist dazu verpflichtet, drohenden Schaden abzuwenden oder zumindest zu minimieren. Dass die Verantwortlichen bei DB Fernverkehr und im Mutterkonzern Deutsche Bahn AG anders entschieden haben, kann zwei Gründe haben. Beide sind beunruhigend:

Entweder gibt es eine, vielleicht auch implizite, Absprache zwischen der Bundesregierung und der DB. Danach würde sich der Bund dafür erkenntlich zeigen, dass das Angebot trotz wirtschaftlicher Unsinnigkeit aufrechterhalten blieb. Es läge eine Art „Auferlegung“ vor. Das zur Leistung verpflichtete Unternehmen würde seine spezifischen Kosten gegen Nachweis erstattet bekommen. Allerdings hätte der Bund dann auch andere Unternehmen am Markt auf diese Weise verpflichten müssen. Schließlich waren und sind die Wettbewerber der DB Fernverkehr ebenso bereit und in der Lage, gegen Erstattung des Aufwands ihr bisheriges Angebot weiter zu fahren. Personal und Fahrzeuge sind vorhanden. Wie das rechtlich möglich ist, zeigt die Republik Österreich: Sie verpflichtete für ein Angebot im Stundentakt zwischen Wien und Salzburg über eine Notvergabe nicht nur die staatseigenen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), sondern auch die private WESTbahn.

Oder es geht der Deutschen Bahn AG eher darum, Druck auf die Bundespolitik auszuüben: In einer Krisensituation, da der Staat zu Hilfeleistungen geneigt ist, um die Wirtschaft zu stabilisieren, könnte die DB mit zusätzlichen Mitteln auch manch anderes finanzielle Problem abräumen. Dafür spricht auch die immense Höhe der geltend gemachten Forderungen von acht bis zehn 10 Milliarden Euro.

„Wie auch immer der Sachverhalt tatsächlich ist: DB und Bund müssen transparent und nachvollziehbar machen, wieviel Geld für welche Zwecke benötigt wird. Und wenn es tatsächlich darum gehen soll, Transportunternehmen des DB-Konzerns zu stützen, dann muss gleiches Recht für alle gelten. Es kann nicht sein, dass der Bund seine eigenen Unternehmen bevorzugt“, betonte Christian Schreyer.

„Die Vereinbarkeit der Eigenkapitalerhöhung für die Deutsche Bahn AG aus dem Klimapaket mit europäischem Wettbewerbsrecht ist noch lange nicht geklärt; der Fall liegt noch in Brüssel. Die Wettbewerber werden nicht zögern, auch weitere Unterstützungen für den integrierten Konzern durch die EU-Kommission überprüfen und notfalls stoppen zu lassen. Auch Bundeskartellamt und der Bundesrechnungshof werden sich dafür interessieren. Es muss verhindert werden, dass der Wettbewerb auf der Schiene in der Krise unter die Räder kommt,“ so Schreyer abschließend.

Quelle: mofair; Foto: Deutsche Bahn AG/Claus Weber

Nur Güter rollen: Grenzverkehr durch Covid-19 stark eingeschränkt

Aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 und der immensen Verbreitungsgefahr des Coronavirus wurde Italien praktisch abgeriegelt. Seit gestern ist auch der Personenzugverkehr aus Österreich von und nach Italien bis auf Weiteres auf Anordnung der österreichischen Regierung zur Gänze eingestellt worden. Der grenzüberschreitende Verkehr kommt damit quasi zum erliegen. Die Verbindungen Villach–Tarvisio Centrale, Sillian–San Candido/Innichen und Steinach am Brenner–Brennero werden nicht mehr befahren. Bereits zuvor waren die ÖBB-eigenen Nachtzugverbindungen eingestellt worden, auch die ROLA Wörgl–Trento rollt seit heute nicht mehr. Der Betrieb der ROLA-Verbindung Wörgl-Brenner ist aber aufrecht und richtet sich nach der Auslastung seitens der Speditionen und LKW-Fahrer.

Lediglich der Schienengüterverkehr ist noch in Betrieb. Die ÖBB Rail Cargo teilt mit, dass nach aktuellem Stand alle Güterzüge laut Fahrplan und ohne Einschränkungen verkehren, die Kapazität könne sogar jederzeit erhöht werden. Dabei halte sich die ÖBB strikt an die von den zuständigen Behörden erlassenen Maßnahmen, wobei Interventionen an die lokalen nationalen Gegebenheiten und die Entwicklung der Situation angepasst werde. Auch auf den Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter werde geachtet. Nach Grenzüberschreitung wechselt das Bahnpersonal.

Derweil brauche Südtirol im Rahmen der von Österreich erlassenen Schutzmaßnahmen dringend eine praktikable Lösung für den kleinen Grenzverkehr, fordert Landeshauptmann Arno Kompatscher von der österreichischen Regierung. „Dass auch Österreich Schutzmaßnahmen ergreift, ist durchaus verständlich, nachvollziehbar und richtig“, unterstreicht er. Es sei jedoch wichtig, praktikable Lösungen für den kleinen Grenzverkehr der Berufstätigen zwischen Österreich und Südtirol zu finden. „Hier geht es um gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Quelle: Autonome Provinz Bozen-Südtirol; ÖBB / Foto: ÖBB

Europäischer Signalstandard für deutsche Hochgeschwindigkeitszüge

Alstom hat von der Deutschen Bahn AG den Auftrag erhalten, 19 weitere ICE 1-Hochgeschwindigkeitszüge mit dem neuesten ETCS-Signaltechnikstandard nachzurüsten. Die Umrüstarbeiten im Wert von über 10 Millionen Euro sollen bis September 2021 abgeschlossen sein. Das Projekt ist ein Folgeauftrag für den ICE 1, von dem Alstom bereits 39 Züge für die Inbetriebnahme der VDE 8-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München nachgerüstet hat. Seit Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke haben sich die Fahrgastzahlen mehr als verdoppelt.

„Wir freuen uns, dass die Deutsche Bahn erneut Alstom für diese komplexe Umrüstung ihr Vertrauen ausspricht. Dies ist ein weiterer Schritt, um Deutschland für die „Digitale Schiene“ fit zu machen und garantiert der Deutschen Bahn eine einheitliche und flexibel einsetzbare ICE-Flotte“, sagt Dr. Jörg Nikutta, Alstom Geschäftsführer Deutschland und Österreich.

Der Auftrag umfasst die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung des digitalen Signaltechniksystems ETCS Level 2 Baseline 3 sowie dessen Installation, die Anbindung an bestehende Zugbeeinflussungssysteme und die Inbetriebnahme. Das neue System wird eine durchgängige Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke gewährleisten.

Die Umrüstarbeiten werden in Kooperation mit verschiedenen Alstom Standorten umgesetzt: Berlin, Braunschweig (Installationsdesign und Projektmanagement), Charleroi, Belgien (Produktentwicklung, Validierung und Assembly für ETCS) und Lyon/Villeurbanne, Frankreich (Herstellung von Komponenten). Der Umbau und die Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge werden gemeinsam mit der Deutschen Bahn im ICE-Werk Hamburg-Eidelstedt durchgeführt.

Quelle: Alstom; Foto: DB AG