SBB bestellt weitere Giruno-Züge

Die DB und die SBB bauen das Angebot im internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland weiter aus. Vor der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Zugreisen Richtung Deutschland kontinuierlich. Heute befindet sie sich bereits wieder auf dem Niveau von 2019. Voraussichtlich ab 2026 werden mehr direkte Verbindungen via Basel zu verschiedenen Destinationen in Deutschland angeboten, mehr dazu in der Medienmitteilung vom 15.10.2020.

Für den geplanten Angebotsausbau bestellt die SBB nun sieben weitere Giruno-Züge bei Stadler. Diese erfüllen die Geschwindigkeitsvoraussetzung von 250km/h für den Einsatz auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der DB. Die Züge werden zwischen der Schweiz und Deutschland via Basel verkehren. Die Investition beträgt rund 250 MCHF. Diese sieben Fahrzeuge sind Teil der bestehenden Optionsrechte, welche die SBB bei der Ausschreibung der Giruno publiziert hatte.

Die bestehenden 29 Giruno wurden 2014 bestellt. Am 10. Mai 2021 wurde der 29. Giruno ausgeliefert. Die Züge verkehren heute bereits zwischen Basel/Zürich bis nach Lugano/Mailand und weiter nach Genua, Bologna und Venedig

Quelle: SBB; Foto: Daniel Wimpf via Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

Škoda: Gute Ergebnisse in 2021

Die Škoda Transportation Group, Hersteller von Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, hat ihre geprüften Finanzergebnisse für das Jahr 2021 veröffentlicht. Trotz schwieriger Herausforderungen erzielte Škoda solide Finanzergebnisse, schloss eine Reihe wichtiger Projekte ab und gewann neue Großaufträge. Die Škoda Transportation Gruppe hat einen konsolidierten Nettogewinn von 22,6 Millionen Euro erzielt und die negativen Auswirkungen der Covid-Pandemie überwunden. Diese wirkten sich am stärksten im Jahr 2020 aus. Das EBITDA stieg um 178 % auf 41,36 Mio. €. Škoda verzeichnete auch einen Anstieg des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr, der um 40,6 % auf 604,4 Mio. € zunahm. Die Covid-19-Pandemie und der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise hatten erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns und die Auftragsabwicklung.

„Die letzten beiden Jahre waren für die gesamte Branche sehr schwierig, da wir mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie den steigenden Energie-, Rohstoff- und Versorgungskosten zu kämpfen hatten. Trotz alledem hat Škoda sehr gute Ergebnisse, Gewinne und Wachstum erzielt. Eine Voraussetzung für unser weiteres Wachstum ist die Fähigkeit, den Kunden neue Technologien anzubieten, die Produktion zu rationalisieren und die Digitalisierung deutlich voranzutreiben. Ich glaube, dass die in diesen Bereichen erzielten Erfolge im Jahr 2021 dazu beitragen werden, dass wir mit den größten europäischen Unternehmen noch wettbewerbsfähiger werden und Aufträge in neuen Gebieten gewinnen können“, sagt Didier Pfleger, Vorstandsvorsitzender der Škoda Gruppe.

Im Vergleich zu 2020 hat die Gruppe auch ihre Investitionen in die Produktion sowie in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht. Im Jahr 2021 erreichten die Investitionen in die Modernisierung und Erweiterung der Produktion 54,6 Millionen Euro, was einer Steigerung von fast 70 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Investitionen betrafen nicht nur die tschechischen Produktionsstätten in Plzeň, Ostrava und Šumperk, sondern auch das finnische Werk in Otanmäki. So erweiterte der Konzern seine Produktionskapazitäten, baute eine neue Prüfstation und Lackiererei und investierte in das Reparaturgeschäft. Die Škoda Transportation Gruppe investierte auch in die Forschung und Entwicklung ihrer Produkte, wo der Betrag 2 Milliarden Kronen (81,1 Millionen Euro) überstieg. Die Gruppe verzeichnete auch einen deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahl. Insgesamt wurden mehr als 800 neue Arbeitsplätze geschaffen, so dass die Gruppe nun mehr als 6.500 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir schätzen das Vertrauen und die Unterstützung unserer Kunden und das Engagement unserer Mitarbeiter. Ohne sie wäre das Wachstum von Škoda in einem Jahr, das von den Problemen des Covid-19 und der Lieferkette geprägt war, nicht möglich gewesen. Wichtig ist, dass wir unser Produktportfolio deutlich verbessern konnten und in den Bereichen Innovation bei neuen Antrieben, Fahrzeugautonomie und Datenanalytik erfolgreich waren. Škoda ist auf dem Weg in die Riege der großen europäischen Unternehmen im Bereich der Mobilität und Technologie im öffentlichen Verkehr. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Gruppe weiterhin eine starke Position auf den heimischen Märkten und im Ausland aufbauen wird“, kommentiert Stanislav Kuba, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Škoda Gruppe.

Finanzielle Ergebnisse der Škoda-Gruppe
Die Škoda Transportation Gruppe ist Teil der Škoda Gruppe, die achttausend Mitarbeiter beschäftigt und zu der unter anderem der Bushersteller Temsa gehört. Die Škoda-Gruppe wird im Jahr 2021 einen Umsatz von 614 Millionen Euro und ein EBITDA von 45 Millionen Euro erzielen. Bei den Ergebnissen des gesamten Škoda-Konzerns handelt es sich um ungeprüfte Zahlen.

Quelle/Grafik: Škoda

VDB: Starkes Jahr 2021, Herausforderungen für die Zukunft

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2021: Mit 12,9 Milliarden Euro erreicht die Bahnindustrie in Deutschland einen neuen Umsatzrekord, der 3 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Das Inlandsgeschäft steigt um 2,5 Prozent. Der Exportumsatz wächst um 4 Prozent. Auch die Beschäftigungszahl steigt auf 53.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. „Das ist die Bilanz einer resilienten, flexiblen Industrie mit starkem Wachstumspotenzial”, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Am stärksten bleibt das Fahrzeuggeschäft mit 9 Mrd. Euro Umsatz. Das Infrastrukturgeschäft wächst um 18 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro an.

Das Infrastrukturwachstum müsse laut Rodenbeck jedoch insbesondere im Inland im Pandemie-Kontext bewertet werden: „Wir gleichen die durch die Krise entstandene Delle zwar aus, stellen jedoch wie in den Vorjahren fest, dass wir damit noch lange nicht dort sind, wo wir für die Erreichung der Koalitionsvertragsziele hinkommen müssen.“ Der Infrastrukturumsatz im Inland bleibt knapp 4 Prozent unter den Werten von 2019. „Das passt ganz und gar nicht zu den politischen Zielen“, mahnte Rodenbeck. Die Verdopplung der Fahrgastzahlen und Steigerung des Güterverkehrs auf der Schiene erfordere Investitionen in eine leistungsstarke, digitale Schieneninfrastruktur. Die Bahnindustrie setzt nun hohe Erwartungen in das Klimaschutz-Sofortprogramm des Bundes.

Die Auftragsbücher der Bahnindustrie sind im vergangenen Geschäftsjahr 2021 sehr gut gefüllt. Auch im Auftragseingang verzeichnet die Bahnindustrie in Deutschland einen Rekordwert von 16,7 Milliarden Euro. Durch den Zuwachs von rund 19 Prozent liegt der Auftragseingang wieder deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Bahnindustrie erlebe nach der Pandemie einen Nachholeffekt, so Rodenbeck. Verschobene Projekte würden insbesondere auf den Weltmärkten wieder aufgenommen. Unter der Corona-Krise hatte insbesondere das Exportgeschäft gelitten. 2021 steigt der Auftragseingang im Ausland mit einem Plus von 71 Prozent wieder auf vor-Pandemie-Niveau. Auch im Inland wächst der AE um 2 Prozent.

Bahnindustrie fordert Tempo für die Dekarbonisierung
Die Bilanz für das Gesamtjahr 2021 spiegele die anfängliche Erholung einer zukunftsträchtigen Branche nach knapp zwei Jahren Pandemie – jedoch vor dem Krieg in der Ukraine. Klimaschutz ohne Aufschub bleibe jetzt mehr denn je der richtige Imperativ, betonte Rodenbeck: „Politik und Branche müssen Kurs halten für die Klimaziele und für die strategische Souveränität Europas.“ Dekarbonisierung und Energieeffizienz komme heute neben der klimapolitischen auch eine sicherheitspolitische Relevanz zu. Mehr denn je brauche es Tempo für die klimafreundliche Transformation der Mobilität.

Bahnindustrie fordert starke Lieferkettenpartnerschaft
Die Bahnindustrie in Deutschland ist als Klimaindustrie zentraler Akteur für die Realisierung der Klimaziele. Doch die globalen Lieferketten werden infolge der Pandemie und des russischen Angriffskriegs durch unabwendbare Kostenanstiege und präzedenzlose Nichtlieferbarkeiten bei kritischen Rohstoffen, Vorprodukten und Komponenten massiv beeinträchtigt. Das gefährdet die Umsetzung der Verkehrsziele des Koalitionsvertrags. Nötig sind klare politische Leitlinien. Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette muss durch Preisgleitung oder Mehrkostenteilung eine Anpassung an die Marktentwicklung ermöglicht werden. Solange Materialien für Züge unabwendbar nicht lieferbar sind, Fristen also unverschuldet verstreichen, muss darüber hinaus auf Pönalen verzichtet werden. „Nur in partnerschaftlicher Verantwortung wird es gelingen, die wichtigen Ziele des Koalitionsvertrages gemeinsam zu realisieren“, so Rodenbeck.

Bahnindustrie fordert deutliche Beschleunigung von Investitionen und Prozessen
Klimaschutz braucht darüber hinaus eine Finanzierungslinie mit Perspektive. Für die Digitalisierung der Schiene hat das Beratungsunternehmen McKinsey bereits 2018 ein notwendiges Investitionsvolumen von 32 Mrd. Euro berechnet. Bliebe es bei der aktuellen Finanzierungslinie, würde Deutschland, so Rodenbeck, dieses Volumen in etwa 55 Jahren erreichen – und das Ziel der vollständigen Schienendigitalisierung bis 2035 verfehlen. Notwendig sind jetzt mindestens 2 Mrd. Euro im Jahr. Auch für die Elektrifizierung des Schienennetzes muss ein konstantes Vergabevolumen der Industrie ermöglichen, entsprechende Kapazitäten aufzubauen. Dabei sind nicht allein Gelder entscheidend, sondern auch effiziente Prozesse. Deutschland sei bei Planungs- und Genehmigungsverfahren zu oft im Schneckentempo unterwegs. Dass es auch anders geht, zeigt das gemeinsam mit Bund, Eisenbahn Bundesamt und Deutsche Bahn AG aufgelegte Schnellläuferprogramm. Für die Modernisierung nicht-zeitgemäßer Stellwerke hat der Pilot die Umsetzungszeit von 5 Jahren auf etwa ein Jahr verkürzt. „Das muss der neue Standard werden. Neue Technologien und beste Angebote erfordern neue Wege“, forderte Rodenbeck.

Quelle/Grafik: VDB

PriMa Express 1/2022 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Alternative Antriebe: Stadler Flirt Akku erzielt Reichenweitenrekord
  • Personenverkehr: Keolis Deutschland wird zur Eurobahn
  • Corona-Krise: Betriebsleistung hat sich 2021 erholt
  • Güterverkehr: 88 Millionen Euro frisches Geld für DB Cargo
  • Infrastruktur: Neue Netzleitzentrale für die HGK

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PriMa Express 25/2021 erschienen!

Themen sind u.a.:

  • EVU: Die Tage von Abellio NRW sind gezählt
  • Umweltschutz: Licht und Schatten bei Bahnlärmschutz
  • Güterverkehr: BMVI prüft Güterverkehr im ÖPNV
  • Nahverkehr: 3G-Regel für Zugpersonal führt zu Ausfällen
  • Bahnpolitik: Rechnungshof geht mit BMVI und DB ins Gericht

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PriMa Express 21/21 erschienen!

Die Themen sind u.a.:

  • Verkehrspolitik: Rechnungshof ermuntert neuen Bundestag zu Bahnreform II
  • Personenverkehr: Rekord-Pünktlichkeit im Corona-Jahr 2020
  • Bahnpolitik: Vorfahrt für Elektrifizierungsvorhaben
  • Bahntechnik: S-Bahn lernt automatisches Fahren
  • Digitalisierung: Telematik-Module für Innofreight-Flotte

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Rolls-Royce: Power Systems erholt sich

Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems hat die Umsatz- und Ergebniserwartungen in der ersten Hälfte des Jahres 2021 erfüllt. „Wir liegen mit unserem wirtschaftlichen Ergebnis im Rahmen unserer Erwartungen“, sagt Louise Öfverström, CFO Rolls-Royce Power Systems. Mit 1,18 Mrd. £ (1,36 Mrd. EUR*) befindet sich der bereinigte Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2020: 1,21 Mrd. £, 1,366 Mrd. EUR), der bereinigte Gewinn stieg um 8 Millionen £ (9,3 Mio. EUR) auf 41 Millionen £ (47 Mio. EUR). Die bereinigte Umsatzrendite liegt bei 3,5 Prozent (Vorjahreszeitraum: 2,7 Prozent) und ist Ausdruck der aktuellen wirtschaftlichen Erholung. Der um 19 Prozent gestiegene Auftragseingang im ersten Halbjahr verspricht eine weitere positive Entwicklung.

Erholung in allen Märkten
„Wir haben in der Covid-19-Pandemie schnell und entschieden gehandelt, unsere Mitarbeiter bestmöglich vor Ansteckung geschützt und unser Geschäft trotz widriger Rahmenbedingungen erfolgreich fortgeführt. Auch die Transformation zum Lösungsanbieter haben wir konsequent vorangetrieben, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, sagt Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. In allen Endmärkten profitiert Power Systems von der Erholung der Weltwirtschaft. „Dass die 13 Marktsegmente, in denen wir tätig sind, unterschiedlich stark und schnell reagieren, erweist sich erneut als ein stabilisierender Faktor in unserem Geschäftsmodell“, ergänzt Louise Öfverström.

Service-Umsatz steigt
Der wirtschaftliche Aufschwung in der abklingenden Covid-19-Pandemie treibt bereits den Service-Umsatz an. Er stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 um 13 Prozent, weil die Kunden ihre mtu-Produkte wieder verstärkt einsetzen können und folglich mehr Serviceaufträge erteilen.

Kundennachfrage wächst
Steigende Investitionsbereitschaft spürt Rolls-Royce Power Systems beim Neugeschäft mit mtu-Produkten und Lösungen. Der schon frühzeitig wiedererstarkte chinesische Markt trug wieder signifikant zu Umsatz und Ertrag bei. Der Markt für Luxusyachten boomt, die Investitionen der Behördenkunden ziehen an, Industriekunden platzieren verstärkt Aufträge. Die kommerzielle Schifffahrt braucht offenbar noch etwas Zeit, da die pandemiebedingten Reisebeschränkungen das Transportgeschäft noch hemmen. Umsatzstärkstes Segment mit 32 Prozent Anteil am Power-Systems-Umsatz ist erneut das Geschäft mit Lösungen zur dezentralen Stromversorgung, vor allem mit Notstromanlagen für sensible Anlagen wie Rechenzentren oder Krankenhäuser.

„Wir sehen am Auftragseingang: Das Geschäft kehrt auf ein normaleres Niveau zurück“, sagt Öfverström. Der Auftragseingang stieg im Vergleichszeitraum um 19 Prozent auf 1,4 Mrd. £ (1,6 Mrd. EUR) (H1 2020: 1,2 Mrd. £, 1,5 Mrd. EUR). „Das wird sich positiv auf die Ergebnisse des zweiten Halbjahres auswirken, das bei Power Systems grundsätzlich stärker ist als die erste Jahreshälfte“, betont die Finanzvorständin. Den größten Auftragseingang verbuchten das Segment Power Generation sowie das Marine- und Behördengeschäft, das vor allem bei mtu- Antriebssystemen für Yachten zulegte.

Klimaschutz treibt Transformation
Insbesondere Kunden für dezentrale Energieanlagen signalisieren Bedarf an klimaschonenderen Lösungen, die in naher Zukunft wesentliche Umsatzanteile erwirtschaften werden. Diese werden seit einer umfangreichen Neuorganisation im Frühjahr 2021 in der neu gegründeten Geschäftseinheit Sustainable Power Solutions entwickelt. „Sustainable Power Solutions befindet sich im Vergleich zu unseren etablierten Geschäften noch im Aufbau. Dabei stellen wir ein erfreulich großes und beeindruckendes Interesse unserer Kunden an solchen Lösungen fest, auch hier verbunden mit einem zunehmenden Auftragseingang“, erklärt Andreas Schell.

Schon heute klimaschonende Produkte im Portfolio
Klimaschonende Produkte hat der Rolls-Royce-Geschäftsbereich schon seit einiger Zeit im Portfolio: So ging das erste in Serie gebaute mtu Bahn-Hybrid-PowerPack im Juli 2021 auf einer Bahnlinie im Vereinigten Königreich in Betrieb, und Aufträge für klimaschonende Batteriespeichersysteme kommen aus der ganzen Welt. Power Systems hatte erst im Juli seine ambitionierten Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität vorgestellt: Bis 2030 sollen im Vergleich zum Jahr 2019 die verkauften Produkte über neue Technologien 35 Prozent Treibhausgas-Emissionen reduzieren, basierend auf wissenschaftlich anerkannten Standards. Die vollständige Klimaneutralität soll im Einklang mit der Gesamtstrategie von Rolls-Royce bis zum Jahr 2050 erreicht werden. Möglich machen sollen dies Energielösungen auf Basis von Brennstoffzellen mit nachhaltig hergestelltem Wasserstoff und für nachhaltige Kraftstoffe zertifizierte Motoren. „Mit ‚Net Zero at Power Systems tun wir nicht nur aktiv etwas für den Klimaschutz. Wir haben unsere Strategie, gemäß der Nachfrage unserer Kunden, auf umweltfreundliche Lösungen für Energie und Antrieb ausgerichtet. Diese sehen wir bereits in den kommenden Jahren ausdrücklich als Wachstumschance“, sagt Andreas Schell.

Im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von 2019
Für das zweite Halbjahr 2021 erwartet Rolls-Royce Power Systems dank des gestiegenen Auftragseingangs eine weitere Erholung des Geschäfts. Die Auftragslage für Neuware erholt sich etwas langsamer als erwartet, dennoch geht Louise Öfverström davon aus, dass der Geschäftsbereich Power Systems im Jahr 2022 die Zahlen des Vor-Pandemiejahres 2019 erreichen wird. Auch das tägliche Arbeitsleben bewegt sich zunehmend in Richtung Normalität: Die Mitarbeiter kehren unter strengen Regeln und in Schichten aufgeteilt in die Büros zurück. „Wir betrachten die Pandemie noch nicht als überwunden, kümmern uns weiter um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und betrachten aufmerksam, wie sich Pandemie und Geschäft entwickeln“, erklärt Andreas Schell.

Bundesnetzagentur: Starker Rückgang der Verkehrsleistung

Die Bundesnetzagentur hat einen Sonderbericht über die Entwicklung des Eisenbahnmarktes 2020 in Deutschland unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie veröffentlicht.

Die Verkehrsleistung sank im Jahr 2020 um 38 Prozent im Schienenpersonennahverkehr und um 47 Prozent im Schienenpersonenfernverkehr. Die Verkehre der nicht-bundeseigenen Fernverkehrsanbieter wurden aus wirtschaftlichen Gründen in einigen Monaten komplett eingestellt. Die Nahverkehrsunternehmen sowie die DB Fernverkehr bedienten ihre Verbindungen mit Ausnahme der Monate April und Mai ohne nennenswerte Einschränkungen weiter.

Die Leistungen des Schienengüterverkehrs gingen um 5 Prozent zurück. Vor allem im zweiten Quartal wurde weniger transportiert; im zweiten Halbjahr 2020 blieb der Güterverkehr stabil. Im Schienengüterverkehr haben nicht-bundeseigene Bahnen – ebenso wie im Schienenpersonennahverkehr – Marktanteile gewonnen.

Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr hat sich deutlich verbessert. Hierbei half die geringere Auslastung der Züge und des Schienennetzes.

Erhebliche Verluste
Sonderkosten von rund 100 Millionen Euro entstanden den Eisenbahnunternehmen für pandemiebedingte Gesundheits- oder Reinigungsmaßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden. Mit Fokus auf den ÖPNV wurde ein staatlicher Rettungsschirm aufgespannt, der u.a. den Eisenbahnverkehrsunternehmen des Nahverkehrs entgangene Umsätze ausglich.

Dennoch verbleiben bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen erhebliche Verluste, welche durch die Pandemie verursacht sind. Die Bundesnetzagentur schätzt diese in 2020 auf 2,55 Milliarden Euro; wobei auf den Schienenpersonenfernverkehr mit knapp 2 Milliarden Euro der Hauptanteil entfällt. Für den Schienenpersonenfernverkehr und den Schienengüterverkehr ist eine nachträgliche Förderung von Trassenentgelten in Planung, welche die Verluste bei den Unternehmen um ca. 1,1 Milliarden Euro verringern würde.

Quelle: Bundesnetzagentur; Foto: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Die Rückkehr der Fahrgäste

Die Nahverkehrsunternehmen und Verbünde in Deutschland wollen mit zahlreichen Maßnahmen ab Sommer so viele Kundinnen und Kunden für den ÖPNV zurückgewinnen, wie möglich. Neben verschiedenen regionalen und landesweiten Aktivitäten, bei denen die Fahrgäste mit ihren Tickets zusätzliche Angebote, wie erweiterte Mitnahmemöglichkeiten und Geltungsbereiche, nutzen können, wird vom 13. bis 26. September eine bundesweit einmalige Aktion umgesetzt. Diese richtet sich als Dank an alle Abonnent*innen. In den zwei Wochen im September können Fahrgäste, die ein gültiges ÖPNV-Abo besitzen, bundesweit ohne zusätzliche Kosten Nahverkehrsangebote nutzen.

Ingo Wortmann, Präsident des Branchenverbands VDV: „Die Rückgewinnung der Fahrgäste steht ab sofort ganz klar im Fokus der Branche. Nachdem wir, dank der Unterstützung durch Bund und Länder, durch zwei Corona-Rettungsschirme in den Jahren 2020 und 2021 die allergrößten Einnahmeverluste ausgleichen konnten, müssen und wollen wir nun so schnell wie möglich Fahrgäste zurückgewinnen. Denn mit Blick auf die Klimaschutzziele im Verkehrssektor, bei deren Erreichung bis 2030 der ÖPNV eine Schlüsselrolle spielt, ist es nötig, möglichst zeitnah nicht nur genauso viele Menschen wie vor der Covid-Krise in Bussen und Bahnen zu befördern, sondern deutlich mehr. Selbstverständlich haben wir die Pandemieentwicklung dabei weiterhin fest im Blick und setzen nur das um, was im Rahmen der geltenden Bestimmungen möglich ist.“

Herausforderung: Aus der Krise zurück in die Mobilitätswende
Aktuell liegen die Fahrgastzahlen zumindest in den Großstädten und Ballungsräumen wieder bei etwa 60 % des Vorkrisenniveaus, im zweiten Lockdown Ende 2020 waren nur ca. 40 % der sonst üblichen Fahrgäste mit dem ÖPNV unterwegs. Doch trotzdem ist die Branche noch weit entfernt von den letzten Fahrgastrekordwerten aus dem Jahr 2019 (10,4 Milliarden Fahrgäste). Dies liegt zum einen daran, dass durch weniger Tourismus, durch anhaltende Kurzarbeit, eingeschränkte Schulöffnungen und noch nicht wieder stattfindende Großveranstaltungen vielen Menschen nach wie vor die Fahrtanlässe fehlen. Aber es zeigen sich durch die lange Dauer der Lockdowns auch Trends eines veränderten Mobilitätsverhaltens.

„Digitalisierung, Homeoffice und auch die Unsicherheit vor möglichen Ansteckungen, vor allem zu Beginn der Pandemie, haben zu einer Zunahme von individueller statt geteilter Mobilität geführt. Zudem haben unsere Fahrgäste, die auch während der vergangenen 15 Monate mit uns gefahren sind, höhere Qualitätsansprüche bzgl. der Abstände im Fahrzeug, bei Reinigung und Fahrgastinformationen. Mit diesen Veränderungen müssen wir als Branche umgehen. Wir brauchen neben dem noch immer preislich attraktiven Jahresabo deshalb zum Beispiel vermehrt flexiblere Ticketangebote und wir müssen noch stärker als vorher durch Verknüpfung multimodaler Verkehrsangebote auf die individuelleren Mobilitätsbedürfnisse der Kundinnen und Kunden reagieren. Und natürlich müssen wir die Kapazitäten und das Leistungsangebot im ÖPNV bis 2030 massiv erhöhen, um mehr Menschen mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele zum Umstieg zu bewegen“, so Wortmann.

Leistungskostengutachten ermittelt den zusätzlichen Finanzbedarf
Um mithilfe des ÖPNV die Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 zu erreichen, müsste unter anderem die Betriebsleistung (Fahrzeugkilometer) in den kommenden neun Jahren um 60 % erhöht werden, die Verkehrsleistung (Personenkilometer) müsste im selben Zeitraum um 24 % steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein unabhängiges Leistungskostengutachten im Auftrag des VDV. Dadurch und durch weitere Maßnahmen, etwa den umfangreichen Ausbau von On-Demand-Verkehren im ländlichen Raum, entstünden den Verkehrsunternehmen laut Gutachten Kostensteigerungen um etwa 90 % im Vergleich zu heute. Die Erlöse, vornehmlich durch Ticketeinnahmen, können allerdings nur um rund 50 % gesteigert werden. So entsteht eine Finanzierunglücke, die ohne zusätzliche Finanzmittel auf elf Milliarden Euro im Jahr 2030 anwächst. „Wir müssen die ÖPNV-Angebote deutlich erweitern, können aber die daraus entstehenden Kosten für die Mobilitätswende nicht den Fahrgästen in Rechnung stellen. Wir müssen also mit Bund, Ländern und Kommunen über eine kohärente Finanzierung des Gesamtsystems ÖPNV bis 2030 sprechen und Lösungen dafür finden“, erklärt Wortmann abschließend.

Dankeschön-Aktion für ÖPNV-Stammkunden Mitte September
Neben der mittelfristig notwendigen Angebotsausweitung im ÖPNV steht in den kommenden Monaten, wenn der Pandemieverlauf dies weiterhin zulässt, vor allem die Rückgewinnung der Fahrgäste im Vordergrund. Im Rahmen der bundesweiten Gemeinschaftskampagne #besserweiter, die von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und den Verkehrsunternehmen unter Federführung des VDV umgesetzt wird, gibt es verschiedene Maßnahmen, um das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in Bus und Bahn wieder nachhaltig zu stärken. Für die Abonnent*innen wird die Branche gemeinsam mit den Bundesländern eine besondere und einzigartige Aktion umsetzen: Vom 13. bis zum 26. September können alle Fahrgäste, die ein gültiges ÖPNV-Abo besitzen, in den teilnehmenden Verkehrsverbünden in ganz Deutschland das dortige Bus- und Bahn-Angebot des Nahverkehrs ohne zusätzliche Kosten nutzen. Dafür gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Zeitraum: zwei Wochen vom 13. bis 26.9.
  • Berechtigung: ÖPNV-Abo-Tickets aller Kundengruppen
  • Gültigkeit: bundesweit bei teilnehmenden Verkehrsunternehmen und
    Verbünden (90 % bereits zugesagt, einige noch in der finalen Prüfung), gültig im ÖPNV und SPNV
  • Fernverkehr: Abo-Kund*innen berechtigt für Kauf einer vergünstigten
    BahnCard 25
  • Anmeldung zentral via Internetportal (wird gerade aufgebaut)
  • Kundeninformation: erfolgt rechtzeitig zentral über die Gemeinschaftskampagne #besserweiter und über die Verkehrsunternehmen und Verbünde
  • Umsetzung der Aktion in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen

Quelle: VDV; Foto: Pixabay.com/tookapic

ÖBB: Hohe Luftwechselraten sorgen für sicheres Bahnfahren

Mit 19. Mai 2021 steht die lange herbeigesehnte Öffnung fast aller Bereiche des öffentlichen Lebens an. Damit werden nicht nur die sozialen Kontakte wieder zunehmen, sondern auch die Mobilität insgesamt. Trotz Corona-Virus lassen sich aber Klimaschutz und gesundes Reisen weiterhin vereinen. Das haben zuletzt der Innenraumanalytiker Peter Tappler und der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, im Zuge einer umfangreichen Messreihe in ÖBB-Railjets bestätigt. Denn dank besonders leistungsstarker Lüftungsanlagen ist im ÖBB-Railjet ein Luftwechsel von mindestens 11 x pro Stunde gewährleistet. Das ist deutlich mehr, als in den allermeisten anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie Restaurants und Fitnesscenter, aber auch Schulklassen oder Büroräume.

Die umfangreichen Messungen haben einmal mehr bestätigt, dass der öffentliche Verkehr im allgemeinen Infektionsgeschehen eine untergeordnete Rolle spielt. Das bedeutet, dass Reisen mit dem Zug auch bei hoher Belegung nicht mit einem höheren Ansteckungsrisiko durch Aerosole einhergeht, als es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens der Fall ist. Das liegt auch daran, dass durch die Lüftungsanlage ein rascher Abtransport der Aerosole gegeben ist. Eine Superspreading-Situation ist demnach laut Experten nicht zu erwarten.

ÖBB-Railjet: 1.700 m³ Frischluft pro Stunde
Auch wenn die Corona-Schutzimpfungen in ganz Österreich Fahrt aufgenommen haben, so gilt es auch weiterhin: gründlich Hände desinfizieren, Abstand halten wo es geht und auf den sicheren Sitz der FFP2-Maske achten. Zusätzlich sorgen im ÖBB-Railjet 1.700 m³ Frischluft pro Stunde für eine umgehende Verdünnung der Atemluft und die Lüftungsanlage für deren effizienten Abtransport. Entscheidend in der Pandemiebekämpfung bleibt weiterhin Summe der Präventionsmaßnahmen: Die Kombination aus rücksichtsvollem Miteinander, der Händedesinfektion, der Maskentragepflicht und dem enorm hohen Luftwechselraten im ÖBB Railjet stellen ein gesundes Reisen mit der Bahn sicher.

„Auch in Pandemiezeiten sichern wir für unsere Fahrgäste eine gesunde Umgebung. Es freut mich sehr, dass das einmal mehr durch externe Experten bestätigt wird. Der laufende Luftwechsel mit Frischluft bedeutet für die Fahrgäste Sicherheit für ihre Gesundheit und eine angenehme Atmosphäre. Wichtig bleibt aber weiterhin, die FFP2-Maske zu tragen und wo es geht, ausreichend Abstand zu halten. Dann steht auch einer längeren klimafreundlichen Reise mit der Bahn nichts im Wege,“ sagt ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.

Aerosoltest im ÖBB Railjet

Quelle/Foto/Video: ÖBB/Eisenberger