PriMa Express 1/2022 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Alternative Antriebe: Stadler Flirt Akku erzielt Reichenweitenrekord
  • Personenverkehr: Keolis Deutschland wird zur Eurobahn
  • Corona-Krise: Betriebsleistung hat sich 2021 erholt
  • Güterverkehr: 88 Millionen Euro frisches Geld für DB Cargo
  • Infrastruktur: Neue Netzleitzentrale für die HGK

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PriMa Express 25/2021 erschienen!

Themen sind u.a.:

  • EVU: Die Tage von Abellio NRW sind gezählt
  • Umweltschutz: Licht und Schatten bei Bahnlärmschutz
  • Güterverkehr: BMVI prüft Güterverkehr im ÖPNV
  • Nahverkehr: 3G-Regel für Zugpersonal führt zu Ausfällen
  • Bahnpolitik: Rechnungshof geht mit BMVI und DB ins Gericht

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PriMa Express 21/21 erschienen!

Die Themen sind u.a.:

  • Verkehrspolitik: Rechnungshof ermuntert neuen Bundestag zu Bahnreform II
  • Personenverkehr: Rekord-Pünktlichkeit im Corona-Jahr 2020
  • Bahnpolitik: Vorfahrt für Elektrifizierungsvorhaben
  • Bahntechnik: S-Bahn lernt automatisches Fahren
  • Digitalisierung: Telematik-Module für Innofreight-Flotte

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Rolls-Royce: Power Systems erholt sich

Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems hat die Umsatz- und Ergebniserwartungen in der ersten Hälfte des Jahres 2021 erfüllt. „Wir liegen mit unserem wirtschaftlichen Ergebnis im Rahmen unserer Erwartungen“, sagt Louise Öfverström, CFO Rolls-Royce Power Systems. Mit 1,18 Mrd. £ (1,36 Mrd. EUR*) befindet sich der bereinigte Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2020: 1,21 Mrd. £, 1,366 Mrd. EUR), der bereinigte Gewinn stieg um 8 Millionen £ (9,3 Mio. EUR) auf 41 Millionen £ (47 Mio. EUR). Die bereinigte Umsatzrendite liegt bei 3,5 Prozent (Vorjahreszeitraum: 2,7 Prozent) und ist Ausdruck der aktuellen wirtschaftlichen Erholung. Der um 19 Prozent gestiegene Auftragseingang im ersten Halbjahr verspricht eine weitere positive Entwicklung.

Erholung in allen Märkten
„Wir haben in der Covid-19-Pandemie schnell und entschieden gehandelt, unsere Mitarbeiter bestmöglich vor Ansteckung geschützt und unser Geschäft trotz widriger Rahmenbedingungen erfolgreich fortgeführt. Auch die Transformation zum Lösungsanbieter haben wir konsequent vorangetrieben, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, sagt Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. In allen Endmärkten profitiert Power Systems von der Erholung der Weltwirtschaft. „Dass die 13 Marktsegmente, in denen wir tätig sind, unterschiedlich stark und schnell reagieren, erweist sich erneut als ein stabilisierender Faktor in unserem Geschäftsmodell“, ergänzt Louise Öfverström.

Service-Umsatz steigt
Der wirtschaftliche Aufschwung in der abklingenden Covid-19-Pandemie treibt bereits den Service-Umsatz an. Er stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 um 13 Prozent, weil die Kunden ihre mtu-Produkte wieder verstärkt einsetzen können und folglich mehr Serviceaufträge erteilen.

Kundennachfrage wächst
Steigende Investitionsbereitschaft spürt Rolls-Royce Power Systems beim Neugeschäft mit mtu-Produkten und Lösungen. Der schon frühzeitig wiedererstarkte chinesische Markt trug wieder signifikant zu Umsatz und Ertrag bei. Der Markt für Luxusyachten boomt, die Investitionen der Behördenkunden ziehen an, Industriekunden platzieren verstärkt Aufträge. Die kommerzielle Schifffahrt braucht offenbar noch etwas Zeit, da die pandemiebedingten Reisebeschränkungen das Transportgeschäft noch hemmen. Umsatzstärkstes Segment mit 32 Prozent Anteil am Power-Systems-Umsatz ist erneut das Geschäft mit Lösungen zur dezentralen Stromversorgung, vor allem mit Notstromanlagen für sensible Anlagen wie Rechenzentren oder Krankenhäuser.

„Wir sehen am Auftragseingang: Das Geschäft kehrt auf ein normaleres Niveau zurück“, sagt Öfverström. Der Auftragseingang stieg im Vergleichszeitraum um 19 Prozent auf 1,4 Mrd. £ (1,6 Mrd. EUR) (H1 2020: 1,2 Mrd. £, 1,5 Mrd. EUR). „Das wird sich positiv auf die Ergebnisse des zweiten Halbjahres auswirken, das bei Power Systems grundsätzlich stärker ist als die erste Jahreshälfte“, betont die Finanzvorständin. Den größten Auftragseingang verbuchten das Segment Power Generation sowie das Marine- und Behördengeschäft, das vor allem bei mtu- Antriebssystemen für Yachten zulegte.

Klimaschutz treibt Transformation
Insbesondere Kunden für dezentrale Energieanlagen signalisieren Bedarf an klimaschonenderen Lösungen, die in naher Zukunft wesentliche Umsatzanteile erwirtschaften werden. Diese werden seit einer umfangreichen Neuorganisation im Frühjahr 2021 in der neu gegründeten Geschäftseinheit Sustainable Power Solutions entwickelt. „Sustainable Power Solutions befindet sich im Vergleich zu unseren etablierten Geschäften noch im Aufbau. Dabei stellen wir ein erfreulich großes und beeindruckendes Interesse unserer Kunden an solchen Lösungen fest, auch hier verbunden mit einem zunehmenden Auftragseingang“, erklärt Andreas Schell.

Schon heute klimaschonende Produkte im Portfolio
Klimaschonende Produkte hat der Rolls-Royce-Geschäftsbereich schon seit einiger Zeit im Portfolio: So ging das erste in Serie gebaute mtu Bahn-Hybrid-PowerPack im Juli 2021 auf einer Bahnlinie im Vereinigten Königreich in Betrieb, und Aufträge für klimaschonende Batteriespeichersysteme kommen aus der ganzen Welt. Power Systems hatte erst im Juli seine ambitionierten Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität vorgestellt: Bis 2030 sollen im Vergleich zum Jahr 2019 die verkauften Produkte über neue Technologien 35 Prozent Treibhausgas-Emissionen reduzieren, basierend auf wissenschaftlich anerkannten Standards. Die vollständige Klimaneutralität soll im Einklang mit der Gesamtstrategie von Rolls-Royce bis zum Jahr 2050 erreicht werden. Möglich machen sollen dies Energielösungen auf Basis von Brennstoffzellen mit nachhaltig hergestelltem Wasserstoff und für nachhaltige Kraftstoffe zertifizierte Motoren. „Mit ‚Net Zero at Power Systems tun wir nicht nur aktiv etwas für den Klimaschutz. Wir haben unsere Strategie, gemäß der Nachfrage unserer Kunden, auf umweltfreundliche Lösungen für Energie und Antrieb ausgerichtet. Diese sehen wir bereits in den kommenden Jahren ausdrücklich als Wachstumschance“, sagt Andreas Schell.

Im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von 2019
Für das zweite Halbjahr 2021 erwartet Rolls-Royce Power Systems dank des gestiegenen Auftragseingangs eine weitere Erholung des Geschäfts. Die Auftragslage für Neuware erholt sich etwas langsamer als erwartet, dennoch geht Louise Öfverström davon aus, dass der Geschäftsbereich Power Systems im Jahr 2022 die Zahlen des Vor-Pandemiejahres 2019 erreichen wird. Auch das tägliche Arbeitsleben bewegt sich zunehmend in Richtung Normalität: Die Mitarbeiter kehren unter strengen Regeln und in Schichten aufgeteilt in die Büros zurück. „Wir betrachten die Pandemie noch nicht als überwunden, kümmern uns weiter um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und betrachten aufmerksam, wie sich Pandemie und Geschäft entwickeln“, erklärt Andreas Schell.

Bundesnetzagentur: Starker Rückgang der Verkehrsleistung

Die Bundesnetzagentur hat einen Sonderbericht über die Entwicklung des Eisenbahnmarktes 2020 in Deutschland unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie veröffentlicht.

Die Verkehrsleistung sank im Jahr 2020 um 38 Prozent im Schienenpersonennahverkehr und um 47 Prozent im Schienenpersonenfernverkehr. Die Verkehre der nicht-bundeseigenen Fernverkehrsanbieter wurden aus wirtschaftlichen Gründen in einigen Monaten komplett eingestellt. Die Nahverkehrsunternehmen sowie die DB Fernverkehr bedienten ihre Verbindungen mit Ausnahme der Monate April und Mai ohne nennenswerte Einschränkungen weiter.

Die Leistungen des Schienengüterverkehrs gingen um 5 Prozent zurück. Vor allem im zweiten Quartal wurde weniger transportiert; im zweiten Halbjahr 2020 blieb der Güterverkehr stabil. Im Schienengüterverkehr haben nicht-bundeseigene Bahnen – ebenso wie im Schienenpersonennahverkehr – Marktanteile gewonnen.

Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr hat sich deutlich verbessert. Hierbei half die geringere Auslastung der Züge und des Schienennetzes.

Erhebliche Verluste
Sonderkosten von rund 100 Millionen Euro entstanden den Eisenbahnunternehmen für pandemiebedingte Gesundheits- oder Reinigungsmaßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden. Mit Fokus auf den ÖPNV wurde ein staatlicher Rettungsschirm aufgespannt, der u.a. den Eisenbahnverkehrsunternehmen des Nahverkehrs entgangene Umsätze ausglich.

Dennoch verbleiben bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen erhebliche Verluste, welche durch die Pandemie verursacht sind. Die Bundesnetzagentur schätzt diese in 2020 auf 2,55 Milliarden Euro; wobei auf den Schienenpersonenfernverkehr mit knapp 2 Milliarden Euro der Hauptanteil entfällt. Für den Schienenpersonenfernverkehr und den Schienengüterverkehr ist eine nachträgliche Förderung von Trassenentgelten in Planung, welche die Verluste bei den Unternehmen um ca. 1,1 Milliarden Euro verringern würde.

Quelle: Bundesnetzagentur; Foto: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Die Rückkehr der Fahrgäste

Die Nahverkehrsunternehmen und Verbünde in Deutschland wollen mit zahlreichen Maßnahmen ab Sommer so viele Kundinnen und Kunden für den ÖPNV zurückgewinnen, wie möglich. Neben verschiedenen regionalen und landesweiten Aktivitäten, bei denen die Fahrgäste mit ihren Tickets zusätzliche Angebote, wie erweiterte Mitnahmemöglichkeiten und Geltungsbereiche, nutzen können, wird vom 13. bis 26. September eine bundesweit einmalige Aktion umgesetzt. Diese richtet sich als Dank an alle Abonnent*innen. In den zwei Wochen im September können Fahrgäste, die ein gültiges ÖPNV-Abo besitzen, bundesweit ohne zusätzliche Kosten Nahverkehrsangebote nutzen.

Ingo Wortmann, Präsident des Branchenverbands VDV: „Die Rückgewinnung der Fahrgäste steht ab sofort ganz klar im Fokus der Branche. Nachdem wir, dank der Unterstützung durch Bund und Länder, durch zwei Corona-Rettungsschirme in den Jahren 2020 und 2021 die allergrößten Einnahmeverluste ausgleichen konnten, müssen und wollen wir nun so schnell wie möglich Fahrgäste zurückgewinnen. Denn mit Blick auf die Klimaschutzziele im Verkehrssektor, bei deren Erreichung bis 2030 der ÖPNV eine Schlüsselrolle spielt, ist es nötig, möglichst zeitnah nicht nur genauso viele Menschen wie vor der Covid-Krise in Bussen und Bahnen zu befördern, sondern deutlich mehr. Selbstverständlich haben wir die Pandemieentwicklung dabei weiterhin fest im Blick und setzen nur das um, was im Rahmen der geltenden Bestimmungen möglich ist.“

Herausforderung: Aus der Krise zurück in die Mobilitätswende
Aktuell liegen die Fahrgastzahlen zumindest in den Großstädten und Ballungsräumen wieder bei etwa 60 % des Vorkrisenniveaus, im zweiten Lockdown Ende 2020 waren nur ca. 40 % der sonst üblichen Fahrgäste mit dem ÖPNV unterwegs. Doch trotzdem ist die Branche noch weit entfernt von den letzten Fahrgastrekordwerten aus dem Jahr 2019 (10,4 Milliarden Fahrgäste). Dies liegt zum einen daran, dass durch weniger Tourismus, durch anhaltende Kurzarbeit, eingeschränkte Schulöffnungen und noch nicht wieder stattfindende Großveranstaltungen vielen Menschen nach wie vor die Fahrtanlässe fehlen. Aber es zeigen sich durch die lange Dauer der Lockdowns auch Trends eines veränderten Mobilitätsverhaltens.

„Digitalisierung, Homeoffice und auch die Unsicherheit vor möglichen Ansteckungen, vor allem zu Beginn der Pandemie, haben zu einer Zunahme von individueller statt geteilter Mobilität geführt. Zudem haben unsere Fahrgäste, die auch während der vergangenen 15 Monate mit uns gefahren sind, höhere Qualitätsansprüche bzgl. der Abstände im Fahrzeug, bei Reinigung und Fahrgastinformationen. Mit diesen Veränderungen müssen wir als Branche umgehen. Wir brauchen neben dem noch immer preislich attraktiven Jahresabo deshalb zum Beispiel vermehrt flexiblere Ticketangebote und wir müssen noch stärker als vorher durch Verknüpfung multimodaler Verkehrsangebote auf die individuelleren Mobilitätsbedürfnisse der Kundinnen und Kunden reagieren. Und natürlich müssen wir die Kapazitäten und das Leistungsangebot im ÖPNV bis 2030 massiv erhöhen, um mehr Menschen mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele zum Umstieg zu bewegen“, so Wortmann.

Leistungskostengutachten ermittelt den zusätzlichen Finanzbedarf
Um mithilfe des ÖPNV die Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 zu erreichen, müsste unter anderem die Betriebsleistung (Fahrzeugkilometer) in den kommenden neun Jahren um 60 % erhöht werden, die Verkehrsleistung (Personenkilometer) müsste im selben Zeitraum um 24 % steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein unabhängiges Leistungskostengutachten im Auftrag des VDV. Dadurch und durch weitere Maßnahmen, etwa den umfangreichen Ausbau von On-Demand-Verkehren im ländlichen Raum, entstünden den Verkehrsunternehmen laut Gutachten Kostensteigerungen um etwa 90 % im Vergleich zu heute. Die Erlöse, vornehmlich durch Ticketeinnahmen, können allerdings nur um rund 50 % gesteigert werden. So entsteht eine Finanzierunglücke, die ohne zusätzliche Finanzmittel auf elf Milliarden Euro im Jahr 2030 anwächst. „Wir müssen die ÖPNV-Angebote deutlich erweitern, können aber die daraus entstehenden Kosten für die Mobilitätswende nicht den Fahrgästen in Rechnung stellen. Wir müssen also mit Bund, Ländern und Kommunen über eine kohärente Finanzierung des Gesamtsystems ÖPNV bis 2030 sprechen und Lösungen dafür finden“, erklärt Wortmann abschließend.

Dankeschön-Aktion für ÖPNV-Stammkunden Mitte September
Neben der mittelfristig notwendigen Angebotsausweitung im ÖPNV steht in den kommenden Monaten, wenn der Pandemieverlauf dies weiterhin zulässt, vor allem die Rückgewinnung der Fahrgäste im Vordergrund. Im Rahmen der bundesweiten Gemeinschaftskampagne #besserweiter, die von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und den Verkehrsunternehmen unter Federführung des VDV umgesetzt wird, gibt es verschiedene Maßnahmen, um das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in Bus und Bahn wieder nachhaltig zu stärken. Für die Abonnent*innen wird die Branche gemeinsam mit den Bundesländern eine besondere und einzigartige Aktion umsetzen: Vom 13. bis zum 26. September können alle Fahrgäste, die ein gültiges ÖPNV-Abo besitzen, in den teilnehmenden Verkehrsverbünden in ganz Deutschland das dortige Bus- und Bahn-Angebot des Nahverkehrs ohne zusätzliche Kosten nutzen. Dafür gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Zeitraum: zwei Wochen vom 13. bis 26.9.
  • Berechtigung: ÖPNV-Abo-Tickets aller Kundengruppen
  • Gültigkeit: bundesweit bei teilnehmenden Verkehrsunternehmen und
    Verbünden (90 % bereits zugesagt, einige noch in der finalen Prüfung), gültig im ÖPNV und SPNV
  • Fernverkehr: Abo-Kund*innen berechtigt für Kauf einer vergünstigten
    BahnCard 25
  • Anmeldung zentral via Internetportal (wird gerade aufgebaut)
  • Kundeninformation: erfolgt rechtzeitig zentral über die Gemeinschaftskampagne #besserweiter und über die Verkehrsunternehmen und Verbünde
  • Umsetzung der Aktion in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen

Quelle: VDV; Foto: Pixabay.com/tookapic

ÖBB: Hohe Luftwechselraten sorgen für sicheres Bahnfahren

Mit 19. Mai 2021 steht die lange herbeigesehnte Öffnung fast aller Bereiche des öffentlichen Lebens an. Damit werden nicht nur die sozialen Kontakte wieder zunehmen, sondern auch die Mobilität insgesamt. Trotz Corona-Virus lassen sich aber Klimaschutz und gesundes Reisen weiterhin vereinen. Das haben zuletzt der Innenraumanalytiker Peter Tappler und der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, im Zuge einer umfangreichen Messreihe in ÖBB-Railjets bestätigt. Denn dank besonders leistungsstarker Lüftungsanlagen ist im ÖBB-Railjet ein Luftwechsel von mindestens 11 x pro Stunde gewährleistet. Das ist deutlich mehr, als in den allermeisten anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie Restaurants und Fitnesscenter, aber auch Schulklassen oder Büroräume.

Die umfangreichen Messungen haben einmal mehr bestätigt, dass der öffentliche Verkehr im allgemeinen Infektionsgeschehen eine untergeordnete Rolle spielt. Das bedeutet, dass Reisen mit dem Zug auch bei hoher Belegung nicht mit einem höheren Ansteckungsrisiko durch Aerosole einhergeht, als es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens der Fall ist. Das liegt auch daran, dass durch die Lüftungsanlage ein rascher Abtransport der Aerosole gegeben ist. Eine Superspreading-Situation ist demnach laut Experten nicht zu erwarten.

ÖBB-Railjet: 1.700 m³ Frischluft pro Stunde
Auch wenn die Corona-Schutzimpfungen in ganz Österreich Fahrt aufgenommen haben, so gilt es auch weiterhin: gründlich Hände desinfizieren, Abstand halten wo es geht und auf den sicheren Sitz der FFP2-Maske achten. Zusätzlich sorgen im ÖBB-Railjet 1.700 m³ Frischluft pro Stunde für eine umgehende Verdünnung der Atemluft und die Lüftungsanlage für deren effizienten Abtransport. Entscheidend in der Pandemiebekämpfung bleibt weiterhin Summe der Präventionsmaßnahmen: Die Kombination aus rücksichtsvollem Miteinander, der Händedesinfektion, der Maskentragepflicht und dem enorm hohen Luftwechselraten im ÖBB Railjet stellen ein gesundes Reisen mit der Bahn sicher.

„Auch in Pandemiezeiten sichern wir für unsere Fahrgäste eine gesunde Umgebung. Es freut mich sehr, dass das einmal mehr durch externe Experten bestätigt wird. Der laufende Luftwechsel mit Frischluft bedeutet für die Fahrgäste Sicherheit für ihre Gesundheit und eine angenehme Atmosphäre. Wichtig bleibt aber weiterhin, die FFP2-Maske zu tragen und wo es geht, ausreichend Abstand zu halten. Dann steht auch einer längeren klimafreundlichen Reise mit der Bahn nichts im Wege,“ sagt ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.

Aerosoltest im ÖBB Railjet

Quelle/Foto/Video: ÖBB/Eisenberger

PriMa Express 10/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Personennahverkehr: Covid-Infektionsgefahr im ÖPNV nicht höher als im MIV
  • Fernverkehr: Flixtrain baut Streckennetz aus
  • Infrastruktur: DB verbaut auch 2020 nicht alle Bundesmittel
  • Wartung: Go-Ahead und Stadler streiten über Vertrag
  • Nahverkehr: Grünes Licht für neue Rettungsschirm-Milliarde

Wir wünschen angenehme Lektüre und ein schönes Himmelsfahrts-Wochenende!

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mofair: Corona-Rettungsschirm 2021 fortsetzen

Die Corona-Krise lastet weiter schwer auf dem öffentlichen Verkehr. Damit der Nahverkehr mit Bussen und Bahnen weiter rollen kann, benötigt er nach Berechnungen der Branche im Jahr 2021 ca. 3,6 Milliarden Euro Ausgleich für die weggebrochenen Einnahmen. Da Restmittel aus 2020 vorhanden waren, heißt das, dass Bund und Länder noch je eine Milliarde Euro leisten müssen, um einen baldigen Stillstand zu vermeiden.

mofair-Präsident Tobias Heinemann: „Die Verkehrsunternehmen stehen jeden Tag bereit, ihre Fahrgäste zur Arbeit und zur Schule zu bringen. Auch die Politik würdigt die Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allseits. Dafür sind wir dankbar. Nur: Die Anerkennung allein hilft nicht mehr. Die Liquiditätsreserven sind aufgebraucht. Wir brauchen jetzt schnell eine Verständigung zwischen Bund und Ländern. Dazu gehört eine einmalige Auf-stockung der Regionalisierungsmittel des Bundes und die klare Verpflichtung der Länder, ihren komplementären Anteil zu leisten. Zeit für Kompetenzgerangel zwischen den staatlichen Ebenen haben jetzt wir nicht.“

Seit Pandemiebeginn sind die Fahrgastzahlen im gemeinwirtschaftlichen Verkehr (Busse und Bahnen auf kommunaler und Landesebene) eingebrochen, und mit ihnen die Einnahmen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hätten die Fahrzeuge seit Mitte März 2020 im Depot bleiben müssen. Um die Daseinsvorsorge weiter sichern zu können, taten sich die Verbände VDV, mofair, bdo und BAG-SPNV sehr früh zusammen und konzipierten einen Rettungsschirm. Bund und Länder haben diesem entsprechend jeweils 2,5 Mrd. Euro für das Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Auf Antrag und auf Nachweis erhielten die betroffenen Unternehmen die Corona-bedingten Mindereinnahmen erstattet.

Unter anderem weil die Zahl der Abonnenten weniger stark als befürchtet zurückging, wurden von den insgesamt 5 Milliarden Euro für die Zeit bis Ende 2020 „nur“ 3,28 Milliarden Euro geltend gemacht. Die verbleibenden Mittel konnten in das Jahr 2021 übertragen und zur weiteren Liquiditätssicherung genutzt werden. Inzwischen aber sind bei vielen Unter-nehmen – und bei Bruttoverträgen im SPNV auch bei vielen Aufgabenträgern – die Reserven aufgebraucht. Bund und Länder müssen jetzt schnell je eine Milliarde für eine Fortsetzung des Rettungsschirms für 2021 leisten, um die für dieses Jahr prognostizierten Einnahmenausfälle von 3,6 Milliarden Euro zu kompensieren.

Quelle: mofair; Foto: Pixabay.com/Gerd Altmann

PriMa Express 9/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Infrastruktur: Bundestag entschärft Novelle des SGFFG zugunsten der NE-Bahnen
  • Güterverkehr: Ermewa-Verkauf geht in die Schlussphase
  • Ausbildung: NEE treibt einheitliche Funktionsausbildung voran
  • Bahnpolitik: Bund senkt Trassenpreise für Fern- und Güterverkehr
  • Bahnindustrie: Corona-Krise lässt Exportaufträge abstürzen

Wir wünschen angenehme Lektüre und ein schönes Wochenende!
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