Bundesregierung: RoLa nicht wirtschaftlich

Die sogenannte „Rollende Landstraße“ (RoLa), bei der komplette Lkw und Sattelzüge per Bahn transportiert werden, ist aus Sicht der Bundesregierung „eine vergleichsweise teure Beförderungsart, die sich nur auf speziellen Relationen rechnet“. Das geht aus der Antwort der Regierung (19/19103) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/18804) hervor. Im Rahmen der „Task Force RoLa“ seien konkrete Maßnahmen zur Wiedereinführung der RoLa auf der Strecke zwischen Regensburg und Wörgl und damit insgesamt eine Stärkung der RoLa auf der Brennerachse geprüft worden, heißt es. Die Task Force habe aber eine deutlich fehlende Wirtschaftlichkeit für die geprüfte Strecke Regensburg – Wörgl festgestellt, obwohl sogar zusätzliche staatliche Betriebszuschüsse in EU-rechtlich zulässiger Höhe unterstellt wurden, schreibt die Bundesregierung

Quelle: Deutscher Bundestag; Foto: ÖBB/Gasser-Mair

Nur Güter rollen: Grenzverkehr durch Covid-19 stark eingeschränkt

Aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 und der immensen Verbreitungsgefahr des Coronavirus wurde Italien praktisch abgeriegelt. Seit gestern ist auch der Personenzugverkehr aus Österreich von und nach Italien bis auf Weiteres auf Anordnung der österreichischen Regierung zur Gänze eingestellt worden. Der grenzüberschreitende Verkehr kommt damit quasi zum erliegen. Die Verbindungen Villach–Tarvisio Centrale, Sillian–San Candido/Innichen und Steinach am Brenner–Brennero werden nicht mehr befahren. Bereits zuvor waren die ÖBB-eigenen Nachtzugverbindungen eingestellt worden, auch die ROLA Wörgl–Trento rollt seit heute nicht mehr. Der Betrieb der ROLA-Verbindung Wörgl-Brenner ist aber aufrecht und richtet sich nach der Auslastung seitens der Speditionen und LKW-Fahrer.

Lediglich der Schienengüterverkehr ist noch in Betrieb. Die ÖBB Rail Cargo teilt mit, dass nach aktuellem Stand alle Güterzüge laut Fahrplan und ohne Einschränkungen verkehren, die Kapazität könne sogar jederzeit erhöht werden. Dabei halte sich die ÖBB strikt an die von den zuständigen Behörden erlassenen Maßnahmen, wobei Interventionen an die lokalen nationalen Gegebenheiten und die Entwicklung der Situation angepasst werde. Auch auf den Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter werde geachtet. Nach Grenzüberschreitung wechselt das Bahnpersonal.

Derweil brauche Südtirol im Rahmen der von Österreich erlassenen Schutzmaßnahmen dringend eine praktikable Lösung für den kleinen Grenzverkehr, fordert Landeshauptmann Arno Kompatscher von der österreichischen Regierung. „Dass auch Österreich Schutzmaßnahmen ergreift, ist durchaus verständlich, nachvollziehbar und richtig“, unterstreicht er. Es sei jedoch wichtig, praktikable Lösungen für den kleinen Grenzverkehr der Berufstätigen zwischen Österreich und Südtirol zu finden. „Hier geht es um gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Quelle: Autonome Provinz Bozen-Südtirol; ÖBB / Foto: ÖBB

ÖBB-ROLA: Deutlich mehr Lkw auf Schiene

Seit Jahreswechsel ist in Tirol das ausgedehnte sektorale Fahrverbot in Kraft. Parallel hat die ÖBB Rail Cargo Group die Kapazitäten auf der Rollenden Landstraße (ROLA) nach oben geschraubt. „Die gesetzten Maßnahmen zeigen bereits Wirkung, denn das neue Jahr hat mit einem starken Start für die ROLA begonnen. Bei den transportierten Lkw konnte ein deutliches Plus von rund 32 Prozent verzeichnet werden. Waren es von 1. Jänner bis 15. Februar 2019 noch 16.165 Lkw, waren es heuer im gleichen Zeitraum bereits 21.394 Lkw, die mit der ROLA auf der Brennerachse befördert wurden. Betrachtet man nur die erste Februarhälfte, beträgt die Steigerung sogar rund 40 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit der ROLA steht den vom Sektoralen Fahrverbot betroffenen Straßentransportunternehmen eine simple und attraktive Alternative zum Transport auf der Straße zur Verfügung“, freut sich Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, verweist aber auch gleichzeitig darauf, „dass wir die weiteren Entwicklungen bei der Verlagerung sehr genau beobachten und der Europäischen Kommission darüber berichten werden.“

Bei voller Auslastung der auf der ROLA angebotenen Kapazitäten fahren täglich 1.000 Lkw weniger durch Tirol. Eine wesentliche Entlastung des Transitverkehrs und ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Denn jede Tonne Fracht auf der Straße verursacht 21-mal mehr CO2 als auf der Schiene. „Das System ROLA schafft es in kurzer Zeit sehr große Mengen zu verlagern. Durch die kurzen Be- und Entladezeiten der ROLA-Züge können rasche Zugwenden und hochfrequente Verkehre umgesetzt werden. Ein Vorteil auch für die Transportunternehmen, die ihre Lkw ohne Anschaffung von Zusatzequipment rasch auf Schiene bringen können. Als weiteren Anreiz haben wir die ROLA Preise auf der Brennerachse zu Jahresbeginn 2020 nicht erhöht“, so Bernhard Ebner, Business Unit Manager Intermodal, Rail Cargo Group.

Ganz konkret bieten die ÖBB seit Jahresbeginn 46 Züge auf der Brennerachse (davon 42 Wörgl – Brenner und retour). In Lkw ausgedrückt steht seit Jahresbeginn eine Kapazität von 250.000 Lkw pro Jahr auf der ROLA auf der Brennerachse zur Verfügung. Im Laufe des Jahres wird diese auf 400.000 Lkw pro Jahr gesteigert. Das bedeutet letztlich eine Verdoppelung der aktuellen Kapazitäten. Damit kann der erwartete Verlagerungsbedarf an Lkw auf der Schiene aufgenommen und umweltfreundlich durch Tirol transportiert werden.

Quelle/Foto: ÖBB

Zukunft der alpenquerenden RoLa gesichert

Die Rollende Landstraße (RoLa) vom bayernhafen Regensburg über den Brenner nach Trento ist gesichert: Nach dem Aus durch den bisherigen Betreiber Ökombi gelang es bayernhafen im Teamwork mit dem Terminalbetreiber in Trento, Interbrennero, der Trenitalia, dem Unternehmen Trasposervizi und dem privaten deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen Lokomotion, die Zukunft der Rollenden Landstraße zu sichern. Seit 8. Dezember 2012 bringt der Zug wieder täglich LKWs über den Brenner. Die Rollende Landstraße brachte 2011 insgesamt 27.433 Lkw vom bayernhafen Regensburg auf der Schiene über den Brenner. Anfang Dezember 2012 stellte der bisherige Betreiber Ökombi den Betrieb ein. Vermutlich waren Restrukturierungsgründe für diesen Entschluss der ÖBB-Tochter verantwortlich.
Jetzt rollt die alpenquerende RoLa wieder – und das in deutsch-italienischer Teamwork

[Quelle/Foto: bayernhafen Gruppe]