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Über 70 Millionen Euro investieren Bund, Länder und Deutsche Bahn in den Lärmschutz im Mittelrheintal. Nach der Unterzeichnung von separaten Finanzierungsvereinbarungen zwischen den Beteiligten ist nun auch formal der Weg frei gemacht worden.

 

Güterzug im Mittelrheintal (Foto: DB AG)
Güterzug im Mittelrheintal (Foto: DB AG)

 

„Wir haben heute einen Meilenstein für einen besseren Schutz der Anwohner vor Lärm erreicht. Gemeinsam mit Bund und Ländern können wir jetzt die Projekte vorantreiben“, erklärte Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der DB.

Schienenstegdämpfer und Lärmschutzwände

Insgesamt fließen bis 2021 und darüber hinaus auf beiden Rheinseiten knapp 73 Millionen Euro in zusätzliche lärmmindernde Projekte. “Unser Ziel ist es, den Schienenlärm spürbar zu reduzieren. Wir investieren in effektive, zusätzliche Lärmsanierungsmaßnahmen, um die Anwohner an den besonders belasteten Strecken im Mittelrheintal besser zu schützen und die Akzeptanz für den Schienenverkehr zu erhöhen“, so Enak Ferlemann parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Zum Einsatz kommen unter anderem Schienenstegdämpfer und Lärmschutzwände. Rund 50 Lärmschutzmaßnahmen werden den Schienenverkehrslärm im Welterbebereich des oberen Mittelrheintals zwischen Koblenz/Lahnstein und Bingen/Rüdesheim sowie in den Orten Weißenthurm, Leutesdorf, Oestrich-Winkel und Eltville weiter reduzieren. Die Planungen für die Umsetzungen der Maßnahmen laufen bereits seit mehreren Monaten, so dass in diesem Jahr erste Projekte realisiert werden können.

Fahrverbot für laute Güterwagen

Von den Gesamtkosten von knapp 73 Millionen übernimmt der Bund einen Anteil von rund 53, die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz zusammen wie die DB einen Anteil von je rund 10 Millionen Euro.

Die Verkehrsminister der Länder Rheinland-Pfalz (Volker Wissing) und Hessen (Tarek Al-Wazir) verwiesen auf die große Bedeutung des Schienengüterverkehrs für eine nachhaltige Mobilität. Eine größere Rolle der Schiene setze aber voraus, dass auch das Lärmproblem gelöst werde. Deshalb müsse es ergänzend zu einem Fahrverbot für laute Güterwagen ab dem Fahrplanwechsel 2020/21 kommen. „Die Länder haben dem entsprechenden Gesetzentwurf des Bundes im Bundesrat am 10. Februar mit hohen Erwartungen zugestimmt. Es ist sowohl für die Menschen im Mittelrheintal als auch für die Attraktivität der Region eine tolle Nachricht, dass der Lärm jetzt Schritt für Schritt reduziert wird.“

Die Vereinbarung mit den Ländern dient auch als Modell für mehr Lärmschutz in anderen Regionen wie beispielsweise dem Inn- oder Elbtal.