Strukturwandel im Güterwagenmarkt
Nach mehreren Jahren steigender Auslieferungen hat der weltweite Güterwagenmarkt 2025 deutlich an Dynamik verloren. Eine schwache Güterverkehrsnachfrage, wirtschaftliche Unsicherheit, veränderte Warenströme und anhaltende geopolitische Konflikte belasten den Markt. Dennoch erwartet SCI Verkehr bis 2030 ein Wachstum des globalen Marktvolumens um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr auf 35,8 Milliarden Euro. Dahinter stehen jedoch sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen. Insbesondere in Europa setzt sich zudem ein langfristiger Strukturwandel fort: Leasinggesellschaften haben die ehemaligen Staatsbahnen inzwischen als größte Eigentümergruppe von Güterwagen überholt. Das sind zentrale Ergebnisse der neuen MultiClient-Studie „Freight Wagons – Global Market Trends 2026“ von SCI Verkehr, einer auf Bahn und Logistik spezialisierten Unternehmensberatung.
Die Abkühlung im Jahr 2025 bedeutet nicht, dass sich die Schwäche in allen Märkten fortsetzen wird. Die großen Güterwagenmärkte befinden sich in verschiedenen Phasen ihrer Investitionszyklen und weisen entsprechend unterschiedliche Perspektiven auf: In Nordamerika dürfte auf die aktuelle Schwächephase wieder ein zyklischer Aufschwung folgen. Indien bleibt nach dem außergewöhnlich starken Beschaffungs- und Produktionszyklus der vergangenen Jahre von großer Bedeutung. Der europäische Markt wird weiterhin durch schwache Industrieproduktion, eine verhaltene Nachfrage im Schienengüterverkehr und die umfangreichen Neubeschaffungen der vergangenen Jahre belastet. Insbesondere bei Intermodalwagen wirken die während der vorherigen Wachstumsphase aufgebauten Kapazitäten nach.
Das erwartete Wachstum des weltweiten OEM-Marktes wird stärker von steigenden Fahrzeugpreisen als von höheren Stückzahlen getragen. Die Zahl der jährlich ausgelieferten Güterwagen wird bis 2030 nur begrenzt zunehmen. Die regionalen Entwicklungen bei Transportnachfrage, Flottenbedarf und Investitionen eröffnen unterschiedliche Chancen für Hersteller, Betreiber und Investoren.
In Europa hat die wachsende Bedeutung der Leasinggesellschaften einen wichtigen Meilenstein erreicht: 42 Prozent der europäischen Flotte gehören inzwischen Leasingunternehmen, während die ehemaligen Staatsbahnen nur noch über 40 % der Güterwagen verfügen. Während insbesondere
Incumbents ihre eigenen Wagenbestände langfristig reduziert haben, haben Leasinggesellschaften ihre Flotten kontinuierlich ausgebaut. Sie ermöglichen Betreibern und Verladern einen flexibleren Zugang zu Rollmaterial und sind die mit Abstand wichtigsten Beschaffer neuer Güterwagen geworden.
Im weltweiten Vergleich unterscheiden sich die Eigentümerstrukturen erheblich. Während Leasinggesellschaften insbesondere in Europa und Nordamerika eine bedeutende Rolle spielen, dominieren in vielen anderen Regionen weiterhin Bahnbetreiber. Auch in bislang weniger etablierten Leasingmärkten entwickeln sich neue Leasingangebote und Eigentumsstrukturen. Die Studie zeigt, welche strukturellen Veränderungen den weltweiten Güterwagenmarkt prägen und wie sich Flotten, Beschaffungsmärkte und Wettbewerbsstrukturen in den einzelnen Regionen bis 2030 entwickeln.
SCI Verkehr untersucht in der neu erschienenen Studie „Freight Wagons – Global Market Trends 2026“ den weltweiten Güterwagenmarkt in sieben Weltregionen sowie in ausgewählten Fokusmärkten. Die Marktstudie ist ab sofort in englischer Sprache unter www.sci.de/shop erhältlich. Zur Studie steht ein Datenanhang im Excel-Format zur Verfügung, in dem alle in der Studie enthaltenen Zahlen transparent und übersichtlich aufbereitet werden.
Kontakt: Kata Borbély, k.borbely@sci.de, Tel.: +49 40 50719718, sci.de
Quelle/Grafik: SCI Verkehr
