Das KRITIS-Dachgesetz soll kritische Infrastruktur widerstandsfähiger gegen Naturkatastrophen, technisches und menschliches Versagen, Sabotage, Terrorismus und hybride Bedrohungen machen. Die Betreiber kritischer Infrastruktur sind in der Pflicht, regelmäßige Risikoanalysen durchzuführen. Die Qualität dieser Analysen hängt allerdings wesentlich von der Genauigkeit und Aktualität der zugrunde liegenden Daten ab, berichtet das global operierenden Technologieunternehmens Trimble.

Am 17. Juli 2026 öffnete die gemeinsame Registrierungsplattform des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für Betreiber kritischer Infrastrukturen. „Kritische Infrastruktur lässt sich nur wirksam schützen, wenn Betreiber genau wissen, was sie schützen müssen“, sagt Ronald Van Coevorden, Vertical Markets Director, EMEA bei Trimble, einem globalen Technologieunternehmen. „Dafür braucht es ein präzises und aktuelles digitales Bild der tatsächlichen Infrastruktur.“

Das KRITIS-Dachgesetz setzt die europäische CER-Richtlinie in deutsches Recht um und soll kritische Infrastruktur widerstandsfähiger gegen Naturkatastrophen, technisches und menschliches Versagen, Sabotage, Terrorismus und hybride Bedrohungen machen. Für betroffene Betreiber folgen auf die Registrierung unter anderem Risikoanalysen und gegebenenfalls Resilienzmaßnahmen.

Genau hier sieht Trimble eine bislang unterschätzte Voraussetzung: Die Qualität dieser Analysen hängt wesentlich von der Genauigkeit und Aktualität der zugrunde liegenden Infrastrukturdaten ab.

Die Datengrundlage entscheidet

Ende 2025 waren in Deutschland nach einer Auswertung der gemeinnützigen Plattform OpenKRITIS mehr als 1.200 Betreiber mit über 2.100 KRITIS-Anlagen erfasst. Dazu zählen unter anderem Anlagen der Energie- und Wasserversorgung, Krankenhäuser, Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur sowie Rechenzentren.

„Veraltete oder unvollständige Bestandsdaten können dazu führen, dass Risiken falsch eingeschätzt und Maßnahmen nicht dort priorisiert werden, wo sie am dringendsten benötigt werden“, sagt Ronald Van Coevorden. „Aktuelle Infrastrukturdaten werden damit zu einer wesentlichen Grundlage für Resilienz.“

Wie relevant diese Frage ist, zeigen Ereignisse der letzten Monate. Ein Brandanschlag auf die Strominfrastruktur im Berliner Südwesten führte Anfang 2026 zu einem Stromausfall bei rund 45.000 Haushalten und mehr als 2.200 Unternehmen. Im schweizerischen Blatten zerstörte Mitte 2025 ein Bergsturz fast das gesamte Dorf und große Teile der Infrastruktur. Hinzu kommen zunehmend Drohnensichtungen über kritischer und militärischer Infrastruktur: Das Bundeskriminalamt registrierte 2025 bundesweit eine vierstellige Zahl entsprechender Vorfälle.

Die Realität digital erfassen

Komplexe Infrastrukturen sind über Jahrzehnte gewachsen und verändern sich kontinuierlich. Anlagen werden erweitert, neue Leitungen verlegt und Bauteile ersetzt. Wenn die Betreiber diese Veränderungen nicht konsequent dokumentieren, bilden Bestandsdaten die physische Realität nicht mehr vollständig ab.

Technologien wie 3D-Laserscanning, Mobile Mapping und hochpräzise Positionierung ermöglichen es, Anlagen und ihre Umgebung präzise digital zu erfassen. Monitoring-Systeme machen Veränderungen über die Zeit sichtbar, während GIS-basierte Asset-Management-Lösungen die gewonnenen Informationen mit bestehenden Infrastruktur- und Zustandsdaten zusammenführen und verfügbar machen. So erhalten Betreiber eine belastbare Datengrundlage, um Veränderungen zu erkennen, Risiken zu bewerten und Maßnahmen gezielt zu planen.

Im Ernstfall zählt das Lagebild

Nach einer großen Katastrophe, etwa einem Hochwasser oder Erdrutsch, muss schnell geklärt werden, was tatsächlich betroffen ist. Aktuelle Bestandsdaten zeigen, wie die Infrastruktur vor dem Ereignis aussah. Reality-Capture-Technologien ermöglichen es, den Zustand nach einem Ereignis neu zu erfassen und mit vorhandenen Daten abzugleichen. Schäden lassen sich so gezielter bewerten und notwendige Maßnahmen besser planen.

„Resilienz beginnt lange vor einem Schadensereignis“, sagt Ronald Van Coevorden. „Wer seine Infrastruktur kontinuierlich erfasst und die Veränderungen kennt, kann die Risiken besser bewerten. Und wenn etwas passiert, lässt sich schneller feststellen, wo gehandelt werden muss.“

Pressemeldung Trimble
Foto: magnific
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