BAV verstärkt Direktion
Per 1. August 2026 hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) seine Direktion mit zwei erfahrenen Führungspersönlichkeiten verstärkt. Reto von Salis übernahm die Leitung der Abteilung Infrastruktur, Astrid Krauthausen die Leitung der Sektion Strategische Projekte. Beide kommen von der SBB und bringen unterschiedliche, sich ergänzende Profile mit.
Reto von Salis: Infrastrukturkenner übernimmt Schlüsselabteilung
Reto von Salis (54) trat als Vizedirektor und Direktionsmitglied die Nachfolge von Anna Barbara Remund an. Der Baselbieter leitete zuletzt bei der SBB die Geschäftseinheit Netzentwicklung in der Abteilung Infrastruktur – und war dort auch Gesamtverantwortlicher für “Verkehr ’45”, das langfristige Schweizer Verkehrsprogramm, das der Bundesrat im Juni 2026 als Vernehmlassungsvorlage vorgelegt hat.
Über 25 Jahre durchlief von Salis bei der SBB verschiedenste Stationen: Projektleiter im Ingenieurbau, Führungsfunktionen in der Bahntechnik und im Projektmanagement sowie zuletzt als Regionenleiter. Beim BAV bringt er damit ein seltenes Profil mit: die operative Nähe zu Infrastrukturprojekten einerseits, die strategische Sicht auf Finanzierung und Netzentwicklung andererseits.
Sein inhaltlicher Fokus für die ersten Monate ist klar umrissen: “Verkehr ’45”, der effiziente Einsatz der finanziellen Mittel und die langfristige Weiterentwicklung des Bahnsystems. Dabei formuliert von Salis ein Grundprinzip, das in der Schweizer Verkehrsplanung nicht selbstverständlich ist: „Am Anfang jeder Planung sollten die verkehrliche Nachfrage und das daraus abgeleitete Angebot stehen. Die Infrastruktur ist kein Selbstzweck, sondern muss dafür die bestmögliche Lösung bieten.”
Astrid Krauthausen: Digitale Transformation und Mobilitätsdaten
Astrid Krauthausen (46) übernahm die Leitung der Sektion Strategische Projekte und wurde ebenfalls Mitglied der Direktion. Zu ihren zentralen Aufgaben gehört die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der Mobilitätsdateninfrastruktur (MODI) – ein Vorhaben, das die Grundlage für vernetzte, datenbasierte Mobilitätslösungen in der Schweiz schaffen soll.
Krauthausen kam ebenfalls von der SBB, wo sie seit 2021 strategische Programme mit grosser Systemwirkung verantwortete. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin Innovation der SBB, steuerte das Innovationsportfolio und baute neue Geschäftsfelder im Mobilitätsbereich auf. Ihre Karriere begann nicht im Bahnsektor: Krauthausen arbeitete zunächst für Post und Swisscom und bringt damit Erfahrung aus der Entwicklung digitaler, kundenorientierter Lösungen aus verschiedenen Branchen mit. Die gebürtige Deutsche lebt in Bern.
Zwei Profile, ein gemeinsames Thema
Was die beiden neuen Direktionsmitglieder verbindet, ist mehr als die gemeinsame SBB-Herkunft: Beide betonen die Systemsicht – die Überzeugung, dass gute Lösungen im öffentlichen Verkehr nur entstehen, wenn Planung, Betrieb, Technologie und Finanzierung zusammengedacht werden.
Für das BAV, das als Aufsichts- und Regulierungsbehörde an der Schnittstelle zwischen Politik, Infrastrukturbetreibern und Eisenbahnverkehrsunternehmen agiert, sind genau diese Profile relevant: ein Infrastrukturexperte mit tiefer Kenntnis des Schweizer Bahnnetzes und eine Digitalexpertin mit branchenübergreifender Erfahrung.
Quelle/Foto: BAV/zvg
