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Thema der Woche

Planvoll hochfahren mit 3-Säulen-Strategie

Die erste Phase der Corona-Pandemie ist nun geschafft, wie Kanzerlin Angela Merkel schon Anfang Mai verkündete. Damit kann der Lockdown und das sogenannte „Social Distancing“, welche das öffentliche, aber auch private Leben stark einschränkten, schrittweise aufgehoben werden. In der gesamten Bundesrepublik gelten daher mit dieser Woche wieder gelockerte Regelungen, auch wenn weiterhin Abstandsregeln und Maskenpflicht herrscht. Damit geht auch einher, dass die Verkehre wieder hochgefahren werden. Das erfordert aber planvolles Vorgehen.

Nach dem Lockdown fährt die Wirtschaft wieder hoch – und damit nehmen auch die Verkehre wieder zu. Gerade jetzt ist aber wichtig planvoll zu handeln. Das Deutsche Verkehrsforum fordert daher die Einhaltung einer 3-Säulen-Strategie, um Lebensadern offen zu halten und Mobilitäts- sowie Logistikunternehmen zu stabilisieren und zukunftssicher zu machen.
Foto: Pixabay

Daher hat der Wirtschaftsverband der deutschen Mobilitätsbranche, das Deutsche Verkehrsforum (DVF), in einem Schreiben an das Corona-Kabinett der Bundesregierung eine 3-Säulen-Strategie für den Hochlauf der deutschen Verkehrswirtschaft gefordert. Der DVF-Präsidiumsvorsitzende Raimund Klinkner fasst die Forderung zusammen: „Wir müssen den aktuellen Hochlauf und langfristige Maßnahmen vordenken und jetzt umsetzen, auf mögliche weitere Infektionswellen kurzfristig reagieren können und gleichzeitig unsere Wirtschaft für die Zukunft stärken.“ Um dies zu gewährleisten seien drei Säulen nötig: Erstens bestehende Verbindung zu erhalten, die Mobilitätswirtschaft zu stabilisieren und drittens diese zukunftssicher zu gestalten.

Da Mobilität und Logistik für den Neustart der Wirtschaft nach der Corona-Krise eine Schlüsselfunktion haben, sei es extrem wichtig, die Lebensadern offen zu halten. Gleichzeitig ist Mobilitätswirtschaft einer der Sektoren, die die Krise am härtesten getroffen habe. Daher müsse man sie stabilisieren, um die Wirtschaft überhaupt am Laufen halten zu können. Und schließlich müssen schon jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, die Mobilitäts- und Logistik-Unternehmen erlauben, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

„Funktionierende Verkehrs- und Warenströme sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die gesamte Branche hat in den vergangenen zwei Monaten unter Hochdruck daran gearbeitet, die Lebensadern offen zu halten, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und ganz besonders die systemrelevanten Arbeitnehmer an ihren Einsatzort zu bringen“, sagt Klinkner. „Das ist gelungen, weil alle an einem Strang gezogen haben.“ Diese Zusammenarbeit müsse jetzt fortgesetzt werden, um mit den dynamischen Anforderungen der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft und Lebensbereiche umzugehen.

Hier sei nun die Politik gefordert. Die Wirtschaft könne nur wieder erstarken, wenn die Unternehmen mit ihren teils erheblichen Liquiditätsengpässen und Deckungslücken nicht alleine gelassen werden. Klinkner fordert dazu eine Verlängerung beziehungsweise Optimierung der Krisenwerkzeuge wie Steuerstundung und Kurzarbeitergeld. Um die Lager wieder zu füllen müssten die Unternehmen zudem unbürokratisch agieren können. Bundesweit müssten dafür einheitliche Regelung gefunden werden, etwa Ausnahmeregelungen im Verkehrsbereich für Sonn- und Feiertage, aber auch vereinfachte Kontroll- und Zulassungsverfahren. „Ebenso müssen endlich durchgehend Fastlanes an den Grenzen dafür sorgen, dass Waren- und Fernpendlerströme nicht mehr unterbrochen werden“, fügt Klinkner hinzu.

Neben diesen kurzfristigen Instrumenten zur Krisensteuerung sollten aber eben auch langfristige Maßnahmen angeschoben werden. Gerade bei den Stichpunkten Digitalisierung und Infrastruktur müsste man ansetzen. Die Rahmenbedingungen müssten zugunsten von Innovations- und Investitionsfreundlichkeit angepasst werden. „Die Wirtschaft braucht mehr denn je klare Perspektiven und Verbindlichkeit und die Politik hat es in der Hand, hier mit zügigem Handeln und einer verbindlichen Haushaltsplanung weiterhin die richtigen Signale zu setzen“, so Klinkner weiter. „Das vom DVF geforderte Fondsmodell nach Schweizer Vorbild für Investitionsmittel ist heute aktueller denn je. Damit würde sich die Politik klar zur Zukunft unseres Standortes bekennen und Planungssicherheit schaffen.“

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Mirko Strauss, Geschäftsführer der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH

Entgegen einer immer mehr schlagzeilenorientierten Berichterstattung ist das Privatbahn Magazin, mit gut recherchierten und ausführlichen Berichten aus der Szene, eine willkommene Lektüre für Bahner und auch darüber hinaus.

Aktuelle Ausgabe

HEFT-NR. 3 | AUSGABE Mai/Juni 2020

Titelstory

Frankreich

Lebensretter auf der Schiene

Krisen bringen oft das Beste in Mensch und Gesellschaft zum Vorschein,  soauch in der Technik. Die Schiene hat während der Corona-Pandemie ihrenWert bewiesen, besonders in Sachen Gütertransport: imVerhältnis zur Straße wenig Personal, das bestens geschütztwerden kann, dazu eine Umschlagmenge und Effizienz pro Fahrzeug,mit der kein Lkw je mithaltenkönnte. Doch auch in einem Bereich, in dem die Bahn bisher nicht zutage trat, hat sie sich bewährt: beim Krankentransport von Corona-Patienten. In Frankreich bringen TGV der Staatsbahn SNCF Intensivpatienten von den überlasteten Ballungsgebieten inKrankenhäuser imWesten und Südwesten, die ausreichend Kapazitäten haben. Aufgrund derGeschwindigkeitwerden Krankentransporte oft über den Luftweg abgefertigt. Doch auch hier zeigt sich derVorteil der Schiene –mit hohen Kapazitäten und einer extremruhigen Fahrlage. Die imkünstlichenKoma liegendenn Patienten ruhen auf Tragen über den Sitzen im TGV. Dasmedizinische Gerät kann bequem darunter platziert werden. Und auch derTGVist schnell:
Nach zwei bis drei Stunden sind die Patientensicher am Ziel angekommen und können weiter behandelt werden.

Das Begleitpersonal ist dabei ebenso sicher wie die Schwerkranken. Es ist ein einmaliges Projekt in der G eschichte der Eisenbahn, die sich hier als wahrer Lebensretter erweist. SNCF, Lokführer,Begleitpersonal: Alle helfen Hand in Hand und freiwillig, um die Krise gemeinsam zu überwinden.Mehr als 600 Personen wurden so schon überführt, viele von ihnen verdanken der Aktion ihr Leben. Und sollte eine weitere Infektionswelle losbrechen, ist der TGV bereit.

Den kompletten Artikel zum finden Sie im Privatbahn Magazin 03/2020 ab Seite 8.

Bild: SNCF

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Innovationspreis

Für Bahntechnik 2018/2019

Am 2. April 2019 wurde erstmals der Innovationspreis des Privatbahn Magazins im Rahmen der HANNOVER MESSE verliehen. Dabei standen die ausgezeichneten Produkte ganz im Zeichen von Recycling, Lärmschutz und effizienter Nutzung von Energie.

Den größten Beitrag leisten die Lokführer des Regionalverkehrs. Sie sparen durch energieeffiziente Fahrweise jährlich etwa 105 Millionen Kilowattstunden Energie ein. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren jeweils um bis zu vier Prozent angestiegen – auch dank der Trainings, die alle Lokführer regelmäßig durchlaufen. Auch im Fernverkehr konnte die Energieeffizienz durch kluge Bremsvorgänge und Ausrollen weiter gesteigert werden. Die Bremsenergie wird wieder zurück ins Netz eingespeist. Auf einzelnen Strecken sind so Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich.

Neu ist die „Zuglaufregelung Grüne Funktion“, auch „grüne Welle“ genannt. Die Fahrempfehlungen für die Lokführer berücksichtigen jetzt neben dem Streckenprofil auch die aktuelle Betriebslage.

Zunehmend unterstützt moderne Technik das kluge Fahren bei DB Cargo: 60 neue energieeffiziente Mehrsystemloks und 80 neue energieeffiziente Triebfahrzeuge sorgten für weitere Energieeinsparungen.