Das Privatbahn Magazin

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Thema der Woche

Bahn bildet Flüchtlinge zu Lokführern aus

Die Deutsche Bahn setzt im Kampf gegen die Personalnot bei Lokomotivführern auch weiterhin auf Flüchtlinge. Der Personalmangel zwingt die Bahn dazu, neue Wege zu beschreiten.

Es gibt zu wenig Lokomotivführer – neue Wege müssen beschritten werden.
Bild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lauer

Die Personalgewinnung ist eine der größten Herausforderungen der Bahnbranche. Eine erste Gruppe von 15 Flüchtlingen im Alter von 22 bis 36 Jahren hat ihre einjährige Ausbildung im November 2019 in Mannheim begonnen. Nun soll es einen zweiten sogenannten Check-up für etwa ein Dutzend Bewerber geben, teilte die Bahn mit. In der ersten Runde kamen die meisten aus Syrien, gefolgt von Marokko, Tunesien und Sri Lanka. Die Auszubildenden mit gesichertem Aufenthaltsstatus haben bereits Verträge mit der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG), Go-Ahead, Abellio und der MEV. Die zweite Gruppe wird in Stuttgart ausgebildet, eine dritte Gruppe soll in Hechingen entstehen.

Der „Bewerber-Check-up“ dient insbesondere dazu, den Teilnehmern Deutsch beizubringen. Darüber hinaus lernen sie das Wichtigste für die Ausbildung zum Lokführer: Grundkenntnisse in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Dabei werden die Bewerber sowohl von Sozialpädagogen als auch erfahrenen Trainern begleitet. „Wer den Check-up erfolgreich durchläuft und anschließend einen Medizinisch-Psychologischen Test besteht, bekommt einen Ausbildungsplatz“, verspricht die Bahn. Dann winkt die zweijährige Ausbildung zum anerkannten IHK-Berufsabschluss „Eisenbahner im Betriebsdienst“.

Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg betonte, dass die Deutsche Bahn Geflüchteten mit der Ausbildung eine neue Perspektive gebe. Gleichzeitig sei die Qualifizierung auch „ein wichtiger Baustein, um dem Mangel an Lokführern zu begegnen“. In Baden-Württemberg leben momentan etwa 44.000 Arbeit suchende Flüchtlinge.

Das mehr als eine Million Euro teure Modellprojekt war vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden. Ziel war es, dem Personalmangel in der Bahnbranche zu begegnen und gleichzeitig Menschen mit Fluchterfahrung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Chef der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Agentur für Arbeit lobt das Projekt als ein „rundes Paket“, das Vorbild auch für andere Branchen sein könnte.

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Und das meint…

Thomas Schmidt, Geschäftsführer Alpha Trains Europa GmbH

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Aktuelle Ausgabe

HEFT-NR. 6 | AUSGABE November/Dezemberr 2019

» Titelthema Heft 06/19

Jobmaschine

Bahnberufe haben Zukunft

Deutschland, Österreich und die Schweiz stöhnen unter dem Fachkräftemangel. Ohne Frage, die gegenwärtige Situation ist für Arbeitnehmer sehr komfortabel. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung lag allein in Deutschland die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2018 bei fast 1,5 Millionen. Doch mittlerweile scheint die bisher robuste Konjunktur Schwächen zu zeigen, die auch auf dem Arbeitsmarkt erste Spuren hinterlassen. Ein weiterer Grund, genau jetzt auf die Perspektiven hin zuweisen, die die Bahnbranche mit sicheren  und zukunftsfähigen Berufsmöglichkeiten bietet: vom Lokführer bis zum Ingenieur.

 

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Innovationspreis

Für Bahntechnik 2018/2019

Am 2. April 2019 wurde erstmals der Innovationspreis des Privatbahn Magazins im Rahmen der HANNOVER MESSE verliehen. Dabei standen die ausgezeichneten Produkte ganz im Zeichen von Recycling, Lärmschutz und effizienter Nutzung von Energie.

Den größten Beitrag leisten die Lokführer des Regionalverkehrs. Sie sparen durch energieeffiziente Fahrweise jährlich etwa 105 Millionen Kilowattstunden Energie ein. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren jeweils um bis zu vier Prozent angestiegen – auch dank der Trainings, die alle Lokführer regelmäßig durchlaufen. Auch im Fernverkehr konnte die Energieeffizienz durch kluge Bremsvorgänge und Ausrollen weiter gesteigert werden. Die Bremsenergie wird wieder zurück ins Netz eingespeist. Auf einzelnen Strecken sind so Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich.

Neu ist die „Zuglaufregelung Grüne Funktion“, auch „grüne Welle“ genannt. Die Fahrempfehlungen für die Lokführer berücksichtigen jetzt neben dem Streckenprofil auch die aktuelle Betriebslage.

Zunehmend unterstützt moderne Technik das kluge Fahren bei DB Cargo: 60 neue energieeffiziente Mehrsystemloks und 80 neue energieeffiziente Triebfahrzeuge sorgten für weitere Energieeinsparungen.