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Europa auf der Schiene entdecken

2022 ist das Europäische Jahr der Jugend. Aus diesem Anlass verlost die EU-Kommission 70.000 Interrail-Tickets, mit denen junge Europäerinnen und Europäer ihren Kontinent entdecken sollen, wie EU-Jugend-Kommissarin Mariya Gabriel bekannt gab. Damit werden im Rahmen des Programms „DiscoverEU“, das seit 2018 läuft, 10.000 Tickets mehr verlost als sonst.

Die EU-Kommission vergibt in diesem Jahr 70.000 Interrail-Tickets an Jugendliche aus ganz Europa. Ab dem 7. April können sich alle 18-jährigen Reiselustigen im Rahmen des Programms DiscoverEU um eines bewerben.
Fotos: Eurail B.V.

Finanziert wird die Chance, Europa auf der Schiene zu entdecken, vom Europäischen Parlament, das dafür 29 Millionen Euro in die Hand nimmt. Ab dem 7. April können sich zwei Wochen lang ­alle 18-jährigen EU-Bürgerinnen und -Bürger und Gleichaltrige aus Serbien, Nordmazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei auf ein Ticket bewerben. Dazu gehört erstmals auch eine spezielle Karte, die in den besuchten Ländern Ermäßigung beim Kauf von Lebensmitteln bietet.

Wenn dann im Juli die Tickets ausgegeben sein werden, haben die Gewinnerinnen und Gewinner ein Jahr Zeit, ihre Reise quer durch den Kontinent anzutreten. Die darf in 30 Tagen eine bestimmte Anzahl an Zugfahrten beinhalten.

Wie EU-Kommissarin Gabriel betonte, sollen sich auch Menschen mit Behinderung bewerben, denn Inklusion sei wichtiger Bestandteil des Programmes DiscoverEU.

 

Zwei Studenten, ein Traum

Das Programm hat seine Wurzeln in der großen Reise zweier deutscher Studenten, die im Jahr 2014 vierzehn Länder bereisten. So fanden sie nicht nur in ganz Europa Freundinnen und Freunde, sondern entdeckten auch ihre europäische Identität. Die Idee des freien Reisens für die Jugend Europas war geboren. Die Vision von Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer wurde zunächst belächelt, dann aber von der europäischen Politik aufgegriffen und ab Juni 2018 umgesetzt. In den ersten zwei Jahren bewarben sich bereits 350.00 Personen auf die Tickets, insgesamt 70.000 wurden an 18-Jährige ausgegeben. Seit 2021 ist DiscoverEU Teil des Programms Erasmus+ und im Jahr der Jugend wird nun in einem Rutsch noch einmal 70.000 Jugendlichen die Chance geboten, Europa zu entdecken.

Dazu bietet der Zug die besten Möglichkeiten, ist das Programm überzeugt. Die Gründe? Vielfältig:

  • Bahnreisen ist nachhaltig: Die Bahn ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, auch weil 75 Prozent der Strecken elektrifiziert sind. Zudem hat sie als öffentliches (Massen-) Verkehrsmittel quasi automatisch einen geringen CO2-Fußabdruck.
  • Sicher und leicht zugänglich: Das europäische Schienennetz ist eines der sichersten der Welt. Nachtzüge erlauben das bequeme Reisen während des Schlafens, und Menschen mit eingeschränkter Mobilität haben in den meisten Zügen Platz.
  • Europäische Kultur: Die Eisenbahn gehört zur euro­päischen Geschichte und Kultur, Strecken wir die öster­reichische Semmeringbahn sind sogar UNESCO-­Weltkulturerbe.
  • Clever und innovativ: Hochgeschwindigkeitszüge, WLAN, digitale Fahrscheine und nicht zuletzt sogar ­autonome Bahnen – die Schiene ist der Verkehrsträger der Zukunft!
  • Arbeitsplätze: Rund um die Schiene gibt es vielfältige Jobs. 916.000 Menschen waren 2018 in Europas Bahnsektor tätig – und nach wie vor werden Hundert­tausende Fachkräfte gesucht.

 

50 Jahre Interrail

Das Hauptargument für eine Europareise auf der Schiene ist aber, dass wir auf diese Weise Länder und Menschen besser als mit irgendeinem anderen Transportmittel erleben und kennenlernen. Teils historische Routen verbinden die europäischen Zentren – und im Gespräch mit Mit­reisenden lassen sich direkte Kontakte knüpfen. Und anders als beim Fliegen mit dem Flugzeug schauen wir dabei aus dem Zugfenster und erleben unmittelbar die vorbeiziehenden Landschaften und Städte.

Seit 50 Jahren bietet Interrail dieses Erlebnis in 33 Ländern an. Mit Ausnahme von Malta und Zypern gelten Interrail-Tickets in der ganzen EU, dazu können außerdem Bosnien und Herzegowina, Großbritannien, Monte­negro, Nordmazedonien, Norwegen, die Schweiz, Serbien und die Türkei bereist werden. Neben der Zugreise selbst sind oft auch Ermäßigungen für Unterkünfte, Stadtverkehre und kulturelle Einrichtungen enthalten.

Da das Interrail-Ticket ein All-in-one-Pass ist und mittlerweile digital auf dem Smartphone verfügbar, können die Reisenden flexibel im gebuchten Zeitrahmen in so viele Züge steigen, wie sie möchten. So können sie City-Hopping betreiben und sich eine ganz individuelle Europareise zusammenstellen. Lediglich bei Nachtzügen sowie Hochgeschwindigkeitszügen muss vorher noch ein Sitzplatz reserviert werden.

Das Angebot steht allen offen – auch abseits der Discover­EU-Aktion. Einen sogenannten Global-Pass gibt es ab 185 Euro, einen Interrail-Ein-Länder-Pass ab 51 Euro. Reisewillige, die unter 27 oder über 60 Jahre alt sind, erhalten Ermäßigungen.

dt

Und das meint…

Christian Stavermann
Geschäftsführer
egoo Eisenbahngesellschaft Ostfriesland-Oldenburg mbH

 

 

Ich schätze die stetige Aktualität und die zuverlässige Berichtserstattung, auch bei kritischen Themen. Gerne so weiter

Aktuelle Ausgabe

HEFT-NR. 1 | AUSGABE März April 2022

Infrastrukturbau: Die Basis schaffen

Mottos wie das der DB Cargo AG „Güter gehören auf die Schiene!“ nutzen die Schiene als Metapher, denn sie soll die Basis der Verkehrswende werden. Dabei ist die Schiene ganz unmetaphorisch die Basis des Eisenbahnverkehrs. Ohne diese wichtige Infrastruktur geht gar nichts. Daher wirft das Privatbahn Magazin einen Blick auf den Bau der Infrastruktur. Zusammen mit namhaften Partnern aus der Industrie wird moderne Technik vorgestellt, die Schaufel, Hammer und Spitzhacke ablöst, die zu den Anfangszeiten der Eisenbahn Land und Leute in mühevoller Arbeit verbunden haben.

Heute stopfen riesige Maschinen Schotter und legen Gleise. Diese Wunder der Technik können dabei oft auch noch von unabhängigen Unternehmen nachgerüstet werden, um eine noch bessere Umweltbilanz der Schiene zu erreichen – und noch wirtschaftlicher arbeiten zu können. Innovationen, wie sie die Überwachungsgesellschaft Gleisbau (ÜGG) prämiert hat, machen das Arbeiten im Gleisbett noch sicherer und bringen die ganze Branche voran.

Dazu braucht es geschultes Fachpersonal, das allerdings schwer zu finden ist. Der Fachkräftemangel trifft auch den Infrastrukturbau. Die Bahnbranche muss handeln und die Aus- oder Weiterbildung attraktiver machen. Doch hier ist auch die Politik gefordert, die zudem mehr in die Schieneninfrastruktur investieren muss. Die Bundesregierung steckt zum ersten Mal mehr Geld in die Schiene als in die Straße – aber für die Verkehrswende ist deutlich mehr nötig. Nicht zuletzt beklagt die bauende Industrie komplizierte und langwierige Genehmigungsverfahren, die es mit Blick auf den Klimawandel schnellstmöglich zu verschlanken und zu beschleunigen gilt.

Den kompletten Artikel finden Sie im Privatbahn Magazin 02/2022 ab Seite 12.

Innovationspreis

Für Bahntechnik 2018/2019

Am 2. April 2019 wurde erstmals der Innovationspreis des Privatbahn Magazins im Rahmen der HANNOVER MESSE verliehen. Dabei standen die ausgezeichneten Produkte ganz im Zeichen von Recycling, Lärmschutz und effizienter Nutzung von Energie.