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Das Privatbahn Magazin ist ein Produkt des Bahn-Media Verlags, der als aktuelles Informationsmedium, Plattform für Diskussion und Ideengeber sowie Wissensproduzent tätig ist.

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Thema der Woche

Mehr Geld für die Schiene

Der Klimawandel macht es dringender denn je notwendig, die politisch gewollte Verkehrswende nun ernsthaft anzugehen. Ein wesentlicher Baustein zur Senkung der CO2-Emission ist die Verlagerung von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene. Soll die Mobilitätswende gelingen, muss der Verkehrssektor seine Emissionen bis zum Jahr 2030 bezogen auf den Referenzwert von 150 Millionen Tonnen CO2 um rund 40 Prozent auf 98 bis 95 Millionen Tonnen CO2 senken – und dies gelingt nur mit der Eisenbahn.

Mehr Geld für die Schiene – aber ist es auch richtig verteilt? Das Privatbahn Magazin blickt hinter die Kulissen.
Bild: Willy Giltmann

Um dieses Ziel zu erreichen, beschloss das Klimakabinett im September 2019 eine Reihe von (zusätzlichen) Maßnahmen, um mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Dazu gehören eine Erhöhung der Mittel für den Ausbau des ÖPNV, Investitionen von insgesamt 86 Milliarden Euro durch den Bund und die Deutsche Bahn zur Erneuerung des Schienennetzes sowie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahnfahrkarten auf 7 Prozent zum 1. Januar 2020.

Ferner soll die DB von 2020 bis 2030 jeweils eine Milliarde Euro zusätzliches Eigenkapital erhalten, um sie in die Lage zu versetzen, in Modernisierung, Ausbau und Elektrifizierung des Schienennetzes zu investieren.

Im Rahmen der aktuellen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV), die von 2020 bis 2029 läuft, wurden die Rechte und Pflichten der Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) der DB AG zur Erhaltung des Bestandsnetzes sowie die entsprechende Höhe der öffentlichen Zuschüsse geregelt. Festgelegt wurden ein Mindestinvestitions- und Instandhaltungsniveau für die Eisenbahninfrastruktur. Zur Überprüfung der Einhaltung von Qualitätsstandards wird jährlich ein Infrastrukturbericht vorgelegt. Werden Qualitätsziele verfehlt, kann der Bund Sanktionen verhängen und gegebenenfalls Mittel zurückfordern.

Aber auch Maßnahmen wie eine stärkere Elektrifizierung regionaler Schienenstrecken und größere Ausgaben für die Forschung sind im Haushalt geplant. Das neu geschaffene Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung soll so in die Lage versetzt werden, neue Impulse zu setzen.

Bereits seit 1996 erfolgt die Bestellung und Finanzierung des SPNV durch die Bundesländer. Diese bekommen vom Bund hierfür sogenannte Regionalisierungsmittel, die insbesondere für die Finanzierung des SPNV verwendet werden sollen. Grundlage bildet dabei das Grundgesetz, wonach den Bundesländern ein Anteil aus dem Steueraufkommen des Bundes für den öffentlichen Personennahverkehr zusteht. Der bisherige Grundbetrag wird bis 2031 jährlich um 1,8 Prozent erhöht. Um mehr öffentlichen SPNV zu bestellen und die Fahrgastzahlen zu erhöhen, hat die Bundesregierung ferner beschlossen, die Regionalisierungsmittel zusätzlich weiter aufzustocken.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs zu erhöhen, wurden erstmalig 2018 die Trassenpreise der DB Netz AG um 50 Prozent gesenkt. Wie im Jahr 2019 stehen auch 2020 wieder 350 Millionen Euro zur Verfügung, für 2021 existiert bereits eine entsprechende Verpflichtungsermächtigung in gleicher Höhe.

Die nunmehr angekündigten und teils bereits beschlossenen Mittel werden dringend benötigt für die Modernisierung der Infrastruktur und den Ausbau des Netzes. In Zeiten des Klimawandels kann die Verkehrswende von der Straße auf die Schiene nur gelingen, wenn das notwendige Geld vorhanden ist, um die „Baustellen“ im Bereich der Infrastruktur, des Schienengüterverkehrs und der Digitalisierung anzupacken. Aber reicht das Geld aus? Ist die Finanzierung ausgewogen, gibt es Schwachstellen? Oder wären Gelder an anderer Stelle nicht vielleicht besser, sinnvoller investiert? Das Privatbahn Magazin hat für die Ausgabe 1/2020 Politiker, Eisenbahner und Fachleute gebeten, einen Blick hinter die Kulissen des angekündigten „Geldregens“ zu werfen. Das Heft erscheint am 30. Januar 2020.

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Und das meint…

Christoph Katzensteiner, CEO ELL Gruppe

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HEFT-NR. 6 | AUSGABE November/Dezemberr 2019

» Titelthema Heft 06/19

Jobmaschine

Bahnberufe haben Zukunft

Deutschland, Österreich und die Schweiz stöhnen unter dem Fachkräftemangel. Ohne Frage, die gegenwärtige Situation ist für Arbeitnehmer sehr komfortabel. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung lag allein in Deutschland die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2018 bei fast 1,5 Millionen. Doch mittlerweile scheint die bisher robuste Konjunktur Schwächen zu zeigen, die auch auf dem Arbeitsmarkt erste Spuren hinterlassen. Ein weiterer Grund, genau jetzt auf die Perspektiven hin zuweisen, die die Bahnbranche mit sicheren  und zukunftsfähigen Berufsmöglichkeiten bietet: vom Lokführer bis zum Ingenieur.

 

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Innovationspreis

Für Bahntechnik 2018/2019

Am 2. April 2019 wurde erstmals der Innovationspreis des Privatbahn Magazins im Rahmen der HANNOVER MESSE verliehen. Dabei standen die ausgezeichneten Produkte ganz im Zeichen von Recycling, Lärmschutz und effizienter Nutzung von Energie.

Den größten Beitrag leisten die Lokführer des Regionalverkehrs. Sie sparen durch energieeffiziente Fahrweise jährlich etwa 105 Millionen Kilowattstunden Energie ein. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren jeweils um bis zu vier Prozent angestiegen – auch dank der Trainings, die alle Lokführer regelmäßig durchlaufen. Auch im Fernverkehr konnte die Energieeffizienz durch kluge Bremsvorgänge und Ausrollen weiter gesteigert werden. Die Bremsenergie wird wieder zurück ins Netz eingespeist. Auf einzelnen Strecken sind so Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich.

Neu ist die „Zuglaufregelung Grüne Funktion“, auch „grüne Welle“ genannt. Die Fahrempfehlungen für die Lokführer berücksichtigen jetzt neben dem Streckenprofil auch die aktuelle Betriebslage.

Zunehmend unterstützt moderne Technik das kluge Fahren bei DB Cargo: 60 neue energieeffiziente Mehrsystemloks und 80 neue energieeffiziente Triebfahrzeuge sorgten für weitere Energieeinsparungen.