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Thema der Woche

Ausgebremst

Gefährdet die Novelle des SGFFG das NE-Netz?

Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit soll das Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetz (SGFFG) eine Neuerung erfahren, die wichtigeTeile der deutschen Infrastruktur bedroht. Das Privatbahn Magazin meldet sich mit einer Sonderausgabe dazu.

Zur geplanten Novelle des Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetzes (SGFFG) bringt das Privatbahn Magazin eine Sonderausgabe heraus.

Der deutschen Schieneninfrastruktur droht durch eine Gesetzesänderung gewaltige Gefahr: Durch die Novellierung des SGFFG könnten Teile des Systems Schiene wirtschaftlich untragbar werden. Die Folge: der Wegfall dieser wichtigen Infrastruktur und eine Verkehrsverlagerung auf die Straße. Ein Unding in Zeiten des Klimawandels.

Bisher gelten für die von den sogenannten Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) betriebenen Strecken andere Auflagen als für das übergeordnete Netz. Auf dem NE-Netz fahren deutlich langsamere Züge, meist für den Güterverkehr, etwa der holz- oder metallverladenden Industrie. Mit der geplanten Novellierung des SGFFG gälten auch für diese Strecken dieselben Auflagen wie für das übergeordnete Netz, auf dem etwa Hochgeschwindigkeitszüge verkehren. Auflagen, die keiner der Betreiber, die schon jetzt auf Fördermittel der Länder angewiesen sind, tragen könnte. Das wäre im Vergleich dasselbe, als würde man jeden Wirtschaftsweg auf dem Land wie eine Autobahn absichern müssen – auf Kosten der kleinen Unternehmen.

Die Folge wäre das Ende dieser kurzen, aber oft sehr wichtigen Strecken, die die erste und letzte Meile vieler Güterverkehre auf der Schiene ermöglichen – völlig konträr zur von Gesellschaft und Politik gewollten Verkehrswende und im direkten Widerspruch zum Masterplan Schienengüterverkehr und dem Schienenpakt.

Sonderausgabe des Privatbahn Magazins
Angesichts dieser immensen Bedrohung nicht nur wichtiger Infrastruktur und der Bahnbranche als Ganzes, sondern auch der Existenz vieler Unternehmen, legt die Redaktion des Privatbahn Magazins in einer Sonderausgabe dar, was das SGFFG ist und welche Folgen die geplante Novelle für das System Schiene hätte.

Der Streit über die Eisenbahninfrastruktur in Deutschland ist dabei nicht neu, seit Langem gibt es ein Zerren zwischen der Bundesrepublik und der Europäischen Union, denn andere Staaten kennen keine Trennung in NE- und übergeordnetes Netz. Reinhard Müller, Eisenbahnrechtsexperte des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr, zeigt detailliert die brisanten Gefahren der geplanten Novellierung des SGFFG auf.

Das deutsche Netz ist auch in seiner bilateralen Form interoperabel, hier bedürfe es keiner überbordenden EU-Regeln für NE-Bahnen, meint Bahnbetriebsexperte Dr. Carsten Hein. Er zeigt im Interview auf, dass für NE-Bahnen schon aufgrund ihrer Struktur weiterhin angemessene Regeln gelten müssen – ansonsten drohe die Stilllegung wichtiger Teile des Systems Schiene. Weitere Beiträge wichtiger Player der Branche und der Verkehrspolitik machen deutlich, worum es geht – und wie man gegensteuern kann.

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Und das meint…

Dipl.-Ing. Christoph Bretschneider
Geschäftsführer BBR Verkehrstechnik GmbH in Braunschweig

Das Privatbahn Magazin ist für die BBR Verkehrstechnik GmbH ein wichtiger Partner und zählt für uns zu den bedeutenden Informationsquellen in der Bahnbranche.

Aktuelle Ausgabe

HEFT-NR. 2 | AUSGABE März/April 2021

Retrofit – Aus alt mach neu

Schienenfahrzeuge sind robust: Mit ‧einer Lebensdauer von oft über 30 oder 40 Jahren und einer Laufleistung von mehreren Millionen Kilometern gehören sie zu den langlebigsten – und damit nachhaltigsten – Verkehrsmitteln. Doch der Mensch und ist recht kurz‧lebig. Ein eben noch frisches Design wirkt nach wenigen Jahren altbacken. Neben dem Empfinden wandeln sich auch das Verhalten sowie die genutzte Technik. Wer hätte vor 40 Jahren gedacht, dass heute jeder einen Mini-Computer mit sich herumträgt? Entsprechend erwarten Menschen in Zügen nicht mehr Aschenbecher, sondern Steckdosen an jedem Sitzplatz.
Hier schafft „Retrofit“, also die Erneu‧erung oder der Umbau wesentlicher Teile, Abhilfe. Neben neuen Farben und‧ Sitzpolstern zählt dazu auch vieles, das dem Fahrgast nicht bewusst ist, aber Effizienz und Zuverlässigkeit von Fahrzeugen steigert. Und selbst, wenn die Hardware noch nicht in die Jahre gekommen ist, kann auch neue Software als Modernisierung verstanden werden. Das Privatbahn Magazin gibt einen Überblick über das weite Feld des „Retrofit“ und stellt unter anderem die großen Programme von FlixTrain, SBB und LNVG vor.
Dabei spart die Modernisierung nicht nur Geld, sondern ist als Teil einer Kreislaufwirtschaft in höchstem Maße nachhaltig, sogar ohne Umstellung von Diesel- auf Elektromotor: Allein die CO2-Emission, die man beim Auffrischen der Wagenplattformen im Vergleich zum Herstellen von neuen einspart, kann von keinem noch so sauberen Antrieb aufgeholt werden.
dt

 

Titelgrafik: Dominic Dupont + Kai Michael Neuhold Deutsche Bahn AG, Montage: Julien Goldschmidt

 

Den kompletten Artikel zum finden Sie im Privatbahn Magazin 02/2021 ab Seite 14.

 

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Innovationspreis

Für Bahntechnik 2018/2019

Am 2. April 2019 wurde erstmals der Innovationspreis des Privatbahn Magazins im Rahmen der HANNOVER MESSE verliehen. Dabei standen die ausgezeichneten Produkte ganz im Zeichen von Recycling, Lärmschutz und effizienter Nutzung von Energie.