Aktuelle Ausgabe

Privatbahn Magazin November/Dezember 2022

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Titelstory

 

Brennstoffzelle:
Eine saubere Sache!

Die InnoTrans 2022 stand ganz im Zeichen der Brennstoffzelle: Zahlreiche Produktlösungen haben gezeigt, dass die europäische Bahnindustrie mit wasserstoffbetriebenen Schienenfahrzeugen schon jetzt saubere Lösungen für die Mobilität der Zukunft anbieten kann.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden der Brennstoffzelle selbst von Fachleuten keine großen Zukunftschancen eingeräumt. Doch seit der Klimawandel ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt ist und Russland Europa den Gashahn abgedreht hat, gelten Brennstoffzelle und Wasserstoff als Hoffnungsträger, um der Klimakrise zu begegnen und Putins Gas-Würgegriff zu entkommen. Zumal die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle aus technischer Sicht eine Ideallösung für den Einsatz im Schienenverkehr zu sein scheint.

Wasserstoff: nicht automatisch grün
Doch eine Umstellung der europäischen Volkswirtschaften auf Wasserstoff als Energieträger ist technisch nicht ganz so einfach, denn Wasserstoff ist nicht automatisch grün, nachhaltig und CO2-arm. Noch fehlen nämlich in Deutschland und Europa die Erzeugungsanlagen für grünen Wasserstoff, die erst noch gebaut werden müssen. Der Wasserstoff, der heute am Markt angeboten wird, ist in der Regel grauer Wasserstoff, der vorrangig aus Erdgas erzeugt wird. Bei diesem Verfahren wird mithilfe von Wasserdampf der im Erdgas enthaltene Wasserstoff vom Kohlendioxid getrennt – ein Produktionsprozess, in dem sehr viel CO2 freigesetzt wird.

Bahnindustrie bietet Lösungen
Dass die europäische Bahnindustrie die Zeichen der Zeit verstanden hat, zeigt die Vielzahl der auf der InnoTrans vorgestellten Produktlösungen und Aktivitäten. Um nur einige Beispiele zu nennen: Der polnische Schienenfahrzeughersteller Pesa und der Mineralölkonzern PKN Orlen haben auf der InnoTrans eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beim Thema Wasserstoff getroffen. Siemens präsentierte mit dem Mireo Plus H die nächste Generation von Wasserstoffzügen, Stadler zeigte erstmals den wasserstoffbetriebenen Triebzug FLIRT H2 für den amerikanischen Personenverkehr. Die Besucher der InnoTrans konnten den wasserstoffbetriebenen Coradia iLint von Alstom sogar im Betrieb erleben, denn der Zug pendelte während der Messe zweimal täglich von Berlin-Spandau nach Berlin-Ostbahnhof.
Im Schienenverkehr wird die Brennstoffzelle schon bald dort eine wichtige Alternative darstellen, wo elektrifizierte Strecken nicht vorhanden sind. Perspektivisch ist die Wasserstofftechnologie eine saubere Sache, denn sie kann einen signifikanten Teil der heutigen Dieselloks ersetzen und wird damit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas weiter verringern.

 

Den kompletten Artikel finden Sie im Privatbahn Magazin 06/2022 ab Seite 16.