Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat am 20. März 2026 den Abschlussbericht der Taskforce zuverlässige Bahn vorgestellt. Das Gremium, dem seit November 2025 Vertreter von Bund, Ländern, Eisenbahn-Bundesamt, Bundesnetzagentur, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verbänden, Gewerkschaften und der DB InfraGO AG angehörten, hat 22 Maßnahmenempfehlungen beschlossen, die überwiegend in den Jahren 2026 und 2027 wirksam werden sollen.

Zu den zentralen Empfehlungen zählen sogenannte Joker-Gleise in hochbelasteten Bahnhöfen, Flex-Abfahrten zur Reduktion von Folgeverspätungen, verbindliche Pufferzeiten ab 2027 auf ausgewählten Strecken sowie der flächendeckende Einsatz des digitalen Befehls, der im Fernverkehr eine Pünktlichkeitsverbesserung von bis zu zwei Prozentpunkten ermöglichen soll. Hinzu kommen KI-gestützte Dispositionsassistenz und der Aufbau einer gemeinsamen virtuellen Betriebszentrale.

Bundesminister Patrick Schnieder wertete die Ergebnisse als wichtigen Meilenstein der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene”. Die Reaktionen der Branche sind differenziert: VDV-Präsident Ingo Wortmann begrüßte die Maßnahmen grundsätzlich, mahnte aber strukturelle Finanzierungszusagen des Bundes und mehr Gewicht für den Schienengüterverkehr an. PRO-BAHN-Bundesvorsitzender Professor Lukas Iffländer bezeichnete die Ergebnisse als wirksames Schmerzmittel, das die notwendige Systemtherapie nicht ersetze. Die GÜTERBAHNEN enthielten sich: Geschäftsführer Peter Westenberger kritisierte, dass die Maßnahmen zu wenig Durchschlagskraft hätten und der Güterverkehr bei der Diskussion über mögliche Zugstreichungen in sieben Großknoten erst spät einbezogen wurde – eine Einbeziehung von Güterzügen wurde von DB-InfraGO-Chef Dr. Philipp Nagl erst am Tag der Vorstellung bestätigt.

 

Quellen: Bundesverkehrsministerium, DIE GÜTERBAHNEN, Fahrgastverband PRO BAHN, VDV
Foto: BMV