Die Zuverlässigkeit der S-Bahn München hat sich im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Im Schnitt waren 87,9 Prozent aller ihrer Züge pünktlich. Das war knapp ein Prozentpunkt mehr als 2024 mit noch 87,0 Prozent. Zudem fielen 2025 auch weniger Züge aus – die Zugausfallquote verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent. Auffallend war allerdings, dass die Pünktlichkeit im Laufe des Jahres wieder nachließ. Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Die Hauptursache für Verspätungen im Münchner S-Bahn-Verkehr war nach wie vor die störanfällige Bahninfrastruktur. Für die Zugausfälle waren 2025 erneut Bauarbeiten der Streckenbetreiberin DB InfraGO der maßgebliche Faktor.

„Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf und auch noch nicht die erhoffte Trendumkehr. Wir wollen aber, dass die S-Bahn München wieder Pünktlichkeitswerte wie in den 2010er-Jahren mit um die 93 bis 94 Prozent erreichen kann. Das wird für den neuen Münchner S-Bahn-Chef Matthias Glaub eine Herkulesaufgabe. Dabei braucht er auch Rückenwind durch den Bund und DB InfraGO, denn Dreh- und Angelpunkt bleibt eine endlich wieder zuverlässige Bahninfrastruktur im Raum München“, sagt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) ist. Matthias Glaub wird zum 1. Mai die Nachfolge von Heiko Büttner als Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der S-Bahn München übernehmen.

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, stößt ins selbe Horn: „Die Zuverlässigkeit der Münchner S-Bahn ist noch lange nicht wieder dort, wo sie sein soll. Aufgrund der durchaus wirksamen Gegenmaßnahmen der DB hatten wir uns eigentlich eine bessere Jahresbilanz erhofft, sind aber dann in der zweiten Jahreshälfte leider stark ernüchtert worden. Das bereitet mir schon erhebliche Sorge.“

Pünktlichkeitsquote gibt im Jahresverlauf deutlich nach

Nachdem sich die Pünktlichkeitswerte bis Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahr noch weitgehend positiv entwickelt hatten und im Schnitt bei über 90 Prozent lagen, verschlechterten sich die Werte im weiteren Verlauf wieder. Im Oktober und November 2025 wurde dann als Tiefstand nur noch eine Quote von knapp über 80 Prozent erreicht.

Die Gründe für den Rückgang im zweiten Halbjahr waren insbesondere Langsamfahrstellen auf mehreren Strecken (u. a. S4 und S7), Störungen an der Signaltechnik sowie eine hohe Dichte parallellaufender Baustellen. Zudem erschweren das Alter und die hohe Auslastung der Infrastruktur eine schnelle Stabilisierung des Betriebs. So dauert es nach behobenen Störungen häufig länger, bis der Verkehr wieder im Takt ist.

Die höchste Pünktlichkeitsquote erreichten die S-Bahnen auf dem Ostast der Linie S3 München – Holzkirchen: 93,7 Prozent kamen auf dieser Strecke im Jahresdurchschnitt pünktlich an. Auf dem Westast der Linie S4 München –Geltendorf waren dagegen nur 83,4 Prozent der S-Bahnen pünktlich unterwegs und bildeten damit im Vergleich der einzelnen Linienäste das Schlusslicht. Maßgeblicher Grund dafür waren Langsamfahrstellen. Zudem verkehrt die S4 auf dieser Strecke im Mischverkehr mit Regional-, Fern- und Güterzügen, die die Pünktlichkeit der S-Bahn beeinflussen, wenn sie verspätet im S-Bahn-Bereich ankommen.

Vor allem durch die Wiedereinführung der S5 und die Teilung der S7 haben sich die Pünktlichkeitswerte auf diesen beiden Strecken verbessert: Auf der Linie S5 waren 2025 91,7 Prozent aller S-Bahnen pünktlich – das entspricht einer Verbesserung von 4,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (frühere S7 Ost: 87,4 Prozent). Die Pünktlichkeitsquote der S7 lag im Jahresdurchschnitt bei 86,8 Prozent und damit um 2,2 Prozentpunkte über dem Wert von 2024 (ehemalige S7 West: 84,6 Prozent). Im ersten Halbjahr 2025 zählte die S7 zeitweise zu den pünktlichsten Linien im gesamten Netz.

Der lange eingleisige Abschnitt der Linie S7 bleibt jedoch herausfordernd, da schon geringe Verzögerungen zu Kettenreaktionen führen. Das wirkte sich besonders im zweiten Halbjahr aus, als zeitweise drei Langsamfahrstellen an der S7 bestanden – mit besonders großen Auswirkungen im Bereich Baierbrunn. Auch Bauarbeiten, etwa zwischen Mittersendling und Heimeranplatz, belasteten die Pünktlichkeit.

Die Teilung der S7 hilft grundsätzlich dem gesamten Münchner S-Bahn-System: Da die Züge der S7 nicht mehr durch die Stammstrecke fahren, sondern aus Wolfratshausen kommend oberirdisch am Münchner Hauptbahnhof enden, reduzieren sich die durch Rückstau verursachten Verspätungen in der Stammstrecke.

Maßgebliche Verspätungsursachen

Knapp die Hälfte aller Verspätungen im gesamten S-Bahn-Netz war auf infrastrukturbedingte Störungen zurückzuführen, also auf Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen (47,8 Prozent). Auf externe Einflüsse gingen 11,4 Prozent der Fälle zurück. Dazu zählen neben witterungsbedingten Ereignissen auch Ereignisse wie Personen im Gleis oder Notarzteinsätze. Auf Bauarbeiten entfielen 9,1 Prozent der Verspätungen, Haltezeitüberschreitungen hatten einen Anteil von 8,8 Prozent.

Auf die verkehrliche Durchführung, also Verspätungen, die im Verantwortungsbereich der DB Regio als Betreiberin der S-Bahn München liegen, waren 5,9 Prozent der Verspätungsfälle zurückzuführen. Dazu gehört beispielsweise, wenn Personal nicht rechtzeitig am Einsatzort ist oder sich die Bereitstellung der Fahrzeuge verzögert. 5,7 Prozent der Verspätungsfälle wurden durch Fahrzeugstörungen verursacht.

Die häufigsten Ausfallursachen

Für nahezu zwei Drittel aller Zugausfälle im Münchner S-Bahn-Verkehr waren 2025 Bauarbeiten der DB InfraGO verantwortlich (63,9 Prozent). Zu Großbaumaßnahmen auf der Stammstrecke, wie etwa die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) am Ostbahnhof oder die Sperrung in Laim in den Herbstferien, kamen kurzfristig notwendige Baustellen dazu. Hierzu zählte die Weichenerneuerung in Deisenhofen im Sommer, wodurch der Ostast der Linie S3 über mehrere Wochen gesperrt war.

Infrastrukturbedingte Ausfälle gingen mit 19,8 Prozent in die Statistik ein, darunter insbesondere Störungen an Stellwerken, Weichen und Signalanlagen. Beispielsweise waren nach der Inbetriebnahme des ESTW am Ostbahnhof noch Anpassungen an der neuen Technik erforderlich, sodass vorübergehend Verstärkerzüge entfallen mussten, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Auf der Linie S5 war die Strecke zwischen Aying und Kreuzstraße über mehrere Monate aufgrund defekter Bahnübergänge nicht befahrbar.

Die überdurchschnittlich hohen Zugausfallquoten im Juni (11,9 Prozent) und November (18,6 Prozent) kamen insbesondere dadurch zustande, dass mehrere der oben genannten Baumaßnahmen und Störungen zusammentrafen.

8,1 Prozent der Zugausfälle waren 2025 auf externe Einflüsse zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 30,2 Prozent) bedeutet das einen erheblichen Rückgang. Das lag maßgeblich daran, dass deutlich weniger witterungsbedingte Einschränkungen zu verzeichnen waren und es 2025 keine Streiks der Bahnbediensteten gab. Rückläufig war erfreulicherweise auch der Auslöser „Personen im Gleis“. „Bei aller berechtigten Kritik muss man auch mal loben: Das ist gerade ein Resultat aus richtigen Präventivmaßnahmen der DB, die an neuralgischen Stellen Zäune errichtet hat, um unbefugtes Überschreiten von Gleisen zu verhindern“, bewertet BEG-Chefin Fuchs.

Die Jahreszahlen 2025 für die S-Bahn Nürnberg und den bayerischen Regionalverkehr wird die BEG zu gegebener Zeit separat veröffentlichen. Ausführliche Informationen und Diagramme zu den Jahreswerten 2025 der S-Bahn München finden Sie unter: www.beg.bahnland-bayern.de/s-bahn-muenchen

Foto: BEG/Uwe Miethe