Im Schnitt waren im Jahr 2025 84,9 Prozent aller Regionalzüge und S-Bahnen in Bayern pünktlich unterwegs. Das zeigen die heute von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) veröffentlichten Zahlen zum bayerischen Schienenpersonennahverkehr. Zum Vergleich: Bei den Zügen von DB Fernverkehr lag die Pünktlichkeitsquote im Jahr 2025 nur bei 60,1 Prozent.

Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Hauptursache für Verspätungen war der weiterhin schlechte Zustand der Bahninfrastruktur. Für die Zugausfälle war vor allem das hohe Bauvolumen der bundeseigenen DB InfraGO der maßgebliche Treiber. Sie ist für Erhalt und Ausbau der Schieneninfrastruktur zuständig.

„Der Schienenpersonennahverkehr im Freistaat boomt bei der Nachfrage, tritt aber gleichzeitig bei der Pünktlichkeit leider weiter auf der Stelle. Das ist für die Fahrgäste enttäuschend und wir können damit nicht zufrieden sein“, kommentiert Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist, die jüngsten Qualitätszahlen. „Wir brauchen einen langen Atem, bis die Deutsche Bahn bei der Infrastruktur endlich deutlich vorwärtskommt. Es ist wichtig, dass die Sofortmaßnahmen der ‚Taskforce zuverlässige Bahn‘ schon kurzfristig greifen und die Zuverlässigkeit landauf, landab voranbringen.“

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, fordert bei DB InfraGO ein verbessertes Baustellenmanagement ein: „Bauen ist richtig und wichtig. Aber die Steuerung der Bauarbeiten verläuft auch im bayerischen Netz häufig unkoordiniert und die Baumaßnahmen werden oftmals leider nicht rechtzeitig angekündigt. Etwa 100 mängelbedingte Langsamfahrstellen im Freistaat haben im vergangenen Jahr die Fahrpläne im Freistaat durcheinandergebracht. Zusammen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen konnten wir dann unter hohem Zeitdruck nur noch die schlimmsten Auswirkungen auf die Fahrgäste lindern. Frühzeitige Ankündigungen von Baumaßnahmen, mehr Termintreue und eine bessere Koordination: All das hat DB InfraGO selbst in der Hand, um trotz zahlreicher Baumaßnahmen mehr Zuverlässigkeit in den Bahnbetrieb zu bringen und Fahrgästen damit eine verlässlichere Reiseplanung zu ermöglichen.“

Maßgebliche Verspätungsursachen

Insgesamt waren 84,9 Prozent der Züge pünktlich (2024: 85,3 Prozent). Mit 46,1 Prozent war nahezu die Hälfte aller Verspätungen im Freistaat auch im Jahr 2025 infrastrukturell bedingt (2024: 47,2 Prozent). Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen verursachten dabei 31,5 Prozent aller verbuchten Fälle (2024: 36,4 Prozent). Auf hohem Niveau blieben dabei die zahlreichen Langsamfahrstellen, die aufgrund von Fahrbahnmängeln und Gleislagefehlern eingerichtet werden mussten. Beispielhaft steht dafür das Allgäu, das flächendeckend massiv von Langsamfahrstellen betroffen war. Bauarbeiten waren bayernweit für 14,6 Prozent der Verspätungsfälle verantwortlich (2024: 10,8 Prozent). Neben der Behebung von Fahrbahnmängeln zählten dazu auch Bautätigkeiten in Vorbereitung auf die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg, die seit Februar 2026 läuft.

Auf die Kategorie „Verkehrliche Durchführung“ entfielen 15,7 Prozent der Verspätungsfälle (2024: 15,2 Prozent). Dabei handelt es sich um Ursachen, die im Verantwortungsbereich der Verkehrsunternehmen liegen, etwa wenn Personal nicht rechtzeitig am Einsatzort war oder sich die Bereitstellung der Fahrzeuge verzögerte.

Pünktlichkeitsquoten in einzelnen Netzen

 In acht von 33 Netzen erreichten die Eisenbahnverkehrsunternehmen eine Pünktlichkeitsquote von über 90 Prozent, dort kam also maximal einer von zehn Zügen im Jahresdurchschnitt zu spät.

Generell lässt sich die Leistung der Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Blick auf die Pünktlichkeitswerte allerdings nur sehr bedingt miteinander vergleichen: Strecken, auf denen Regionalzüge komplett oder überwiegend allein unterwegs sind oder kürzere Distanzen zurückzulegen haben, schneiden naturgemäß besser ab als Strecken mit Mischverkehr aus Regional-, Fern- und Güterzügen.

So erreichte die Bayerische Zugspitzbahn auf ihrer eigenen Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Grainau eine stabile Pünktlichkeitsquote von 98,6 Prozent (2024: 98,7 Prozent). Auf der Stichstrecke Gotteszell – Viechtach, die von der Länderbahn betrieben wird und letztmals separat ausgewiesen wird, waren 97,4 Prozent der Züge pünktlich (2024: 96,5 Prozent). Die Erfurter Bahn erreichte im Netz Kissinger Stern trotz vergleichsweise hoher betrieblicher Komplexität eine Pünktlichkeitsquote von 93,3 Prozent.

In zehn Netzen kamen 2025 mindestens zwei von zehn Zügen zu spät, was Pünktlichkeitsquoten von unter 80 Prozent bedeutet. 2024 war das noch bei zwölf Netzen der Fall. Spürbare Verbesserungen verzeichneten die Netze Expressverkehr Ostbayern Los 1 und Los 2: Auf der Linie RE 2 München – Hof (Los 1, Betreiber: DB Regio) erreichten 68,4 Prozent der Züge ihre Zielhalte pünktlich (2024: 62,4 Prozent). Auf der Linie RE 25 München – Prag (Los 2, Betreiber: Die Länderbahn) lag die Pünktlichkeitsquote bei 56,5 Prozent und damit 12,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert (2024: 43,7 Prozent). Ein Grund dafür: Im Jahresverlauf 2025 hatte DB InfraGO einen Großteil der Langsamfahrstellen entlang dieser Linien behoben.

Eine ähnlich positive Entwicklung war im Netz Werdenfelsbahn (Betreiber: DB Regio) zu verzeichnen. Auch hier führte das Beheben von Fahrbahnmängeln zu einem Abbau von Verspätungen. Die Pünktlichkeitsquote verbesserte sich um 6,5 Prozentpunkte auf 84,1 Prozent (2024: 77,6 Prozent).

Die beiden bayerischen S-Bahn-Netze erreichten 2025 Pünktlichkeitsquoten von 87,9 Prozent (S-Bahn München) beziehungsweise 92,0 Prozent (S-Bahn Nürnberg). Ausführliche Informationen sind jeweils den hierzu bereits veröffentlichten Presseinformationen vom 01.04.2026 (S-Bahn München) und 28.04.2026 (S-Bahn Nürnberg) zu entnehmen.

Die häufigsten Ausfallursachen

Eine Verbesserung gab es bei der Zugausfallquote: Sie ging von 8,1 Prozent im Jahr 2024 auf 6,9 Prozent im Jahr 2025 zurück. Für nahezu drei Viertel aller Zugausfälle war das sehr hohe Baugeschehen verantwortlich. Die Kategorie Bauarbeiten notierte mit 71,5 Prozent. Das waren 27 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (2024: 44,5 Prozent).

Für zwei Netze verzeichnete die BEG Ausfallquoten von jeweils unter zwei Prozent. Im Netz Kissinger Stern (Betreiber: Erfurter Bahn) fiel die Ausfallquote um 7,3 Prozentpunkte auf nur noch 0,7 Prozent (2024: 8,0 Prozent). Sehr zuverlässig unterwegs waren die Züge auch im Netz Neigetechnik Thüringen (Betreiber: DB Regio). Hier fiel die Ausfallquote um 4,3 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent (2024: 5,4 Prozent).

Am deutlichsten sank die Zugausfallquote im Dieselnetz Ulm (Betreiber: DB Regio), und zwar um 9,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent (2024: 13,1 Prozent). Erneut stark verbessert hatte sich zudem die Ausfallquote im Netz Werdenfelsbahn (Betreiber: DB Regio). Sie fiel um 9,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent (2024: 13,8 Prozent).

Die positiven Entwicklungen in den genannten Netzen sind unter anderem auch auf deutlich weniger witterungsbedingte Einschränkungen als im Vorjahr und das Ausbleiben von Streiks zurückzuführen. Analog fiel der Anteil der Kategorie „Externe Einflüsse“ an den Zugausfällen insgesamt im Berichtsjahr um 20,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent (2024: 26,3 Prozent).

In sieben Netzen lag die Ausfallquote im Jahr 2025 bei mehr als zehn Prozent. Im Vorjahr war dies in elf Netzen der Fall gewesen. Die höchste Ausfallquote entfiel mit 18,5 Prozent auf das von der DB RegioNetz Verkehrs GmbH (Westfrankenbahn) betriebene Netz Hohenlohe-Franken-Untermain (2024: 13,8 Prozent). Hier fiel besonders negativ ins Gewicht, dass der Infrastrukturbetreiber DB RegioNetz Infrastruktur GmbH mit erheblichen Personalengpässen in den Stellwerken zu kämpfen hatte, weshalb zeitweise Ersatzkonzepte umgesetzt werden mussten.

Ausführliche Informationen mit Diagrammen unter:

Jahrespünktlichkeit 2025 

Zugausfälle 2025 

Jahreswerte der S-Bahn München 2025

 Jahreswerte der S-Bahn Nürnberg 2025

 Anschlusssicherung 2025

 

Quelle/Foto: BEG/Manuel Schmid