Mitglieder des Präsidiums des Deutschen Verkehrsforums (DVF) haben sich zu einem persönlichen Austausch über die aktuelle EU-Mobilitätspolitik mit dem Kommissar der Generaldirektion Mobilität und Verkehr (DG MOVE) Apostolos Tzitzikostas getroffen.

Anlass sind die großen Herausforderungen, denen die deutsche Verkehrswirtschaft gegenübersteht. Hohe Kosten, Bürokratie, ambitionierte Klimaziele und nicht aufeinander abgestimmte regulatorische Anforderungen sind nur einige der Hürden im globalen Wettbewerb. Die Europäische Union spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung dieser Rahmenbedingungen.

EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas sagte: „Europa muss den bürokratischen Aufwand reduzieren. Dies ist entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Erreichung unserer Umweltziele. Wir haben uns daher verpflichtet, den Verwaltungsaufwand für alle Unternehmen um mindestens 25 Prozent und für KMU um mindestens 35 Prozent zu senken. Ich bin heute optimistisch, dass wir dies erreichen werden, und zähle auf Ihre Unterstützung.“

Der stellvertretende Vorsitzende des DVF-Präsidiums Matthias Magnor, Vorsitzender des Vorstands, BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, führte die Anliegen der deutschen Verkehrswirtschaft aus: „Die weltweite politische wie wirtschaftliche Situation verlangt von uns allen ein Höchstmaß an Innovationskraft und Flexibilität. Die politischen Rahmenbedingungen müssen auf nationaler wie europäischer Ebene so gestaltet sein, dass wir mithalten können. Darum stehen für uns momentan Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Standortes an erster Stelle. Die Bedingungen für ein Wachstum aus eigener Kraft sind momentan nicht gut. Und das ist existenzgefährdend für die europäische Wirtschaft.“

Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, müssten Regulierungsdichte und Bürokratie zurückgefahren werden, die Klimatransformation auf realistischen Annahmen aufsetzen und flexiblere Lösungen ermöglichen. Ebenso müsse die EU zum Wegbereiter der Digitalisierung werden, damit Europa die Chancen der Digitalisierung nutzen und mit eigenen Innovationen wieder an die globale Spitze aufrücken könne.

„Voraussetzung ist, dass die transeuropäischen Verkehrsinfrastrukturen funktionieren. Dafür müssen sie weiterhin durch die CEF (Connecting Europe Facility) ausreichend finanziell unterlegt sein. Dies ist auch vor dem Hintergrund der militärischen Herausforderungen essenziell und betrifft ebenso die zentralen Umschlagspunkte wie See- und Binnenhäfen“, betonte Magnor.

 

Quelle/Fotos: DFV

Trafen sich in Berlin: Matthias Magnor (v.l.; stellvertretender Vorsitzender des DVF-Präsidiums und Vorsitzender des Vorstands der BLG Logistics Group AG & Co. KG); Apostolos Tzitzikostas, (Kommissar der Generaldirektion Mobilität und Verkehr DG MOVE); Heike van Hoorn (DVF-Geschäftsführerin) und Florian Eck (DVF-Geschäftsführer und Sprecher).

Diskussion in großer Runde: Rainer Schätzlein (v.l.), Tobias Maaßen, L. Daniel Hosseus, Anna Panagopoulou, Prof. Dr. Peter König, Dr. Simone Ritzek-Seidl, Matthias Magnor, Apostolos Tzitzikostas, Dr. Heike van Hoorn, Dr. Michael Peterson, Holger Lösch, Dr. Florian Eck, Constantin Lehnert, Jürgen Mindel, Ernestas Oldyrevas.