Noch im Juni will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen „Masterplan Schienengüterverkehr“ vorlegen. Die darin vorgesehene Halbierung der Trassenpreise soll eine Entlastung von 360 Millionen Euro jährlich für die Güterbahnbetreiber bringen. In einem an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gerichtetes Schreiben kritisieren nun der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) und der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) die „pauschale Kostensenkung für den Schienengüterverkehr“. „Wollte man die Binnenschifffahrt in ähnlichem Maße anhand ihrer Transportmengen in Deutschland fördern, so müsste man diese mit ungefähr 230 Millionen Euro gezielt entlasten, unter anderem die Wasserstraßengebühren vollständig abschaffen“, heißt es in dem Schreiben. Die Halbierung der Trassengebühren würden hauptsächlich zu Lasten des Transports auf den Wasserstraßen gehen. „Man kann nicht hingehen und einfach sagen, ich reduziere mal die Trassenpreise, und dann habe ich die Ideallösung für die Entlastung der Straße gefunden. So wird es nicht funktionieren“, so BDB- Geschäftsführer Jens Schwanen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Es fehle bisher eine Analyse, „welche Güter und welche Menge davon sich konkret durch diese Maßnahme überhaupt verlagern lassen“. Schwanen wies darauf hin, dass beim Transport von Massengütern wie Kohle, Erzen, Baustoffen, Chemieprodukten und Containern vor allem Bahn und Binnenschiff miteinander konkurrieren.