Die Deutsche Bahn AG und Frau Karin Dohm haben sich ieinvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt.
Diese Entscheidung erfolge ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe oder Mutmaßungen, mit denen der Aufsichtsrat sich eingehend befasst hat. Vor dem Hintergrund dieser Befassung bestehe kein Anlass für einen Vertrauensentzug, so die DB. Zweifel an der fachlichen Qualifikation, Integrität oder ordnungsgemäßen Amtsführung von Frau Dohm bestünden ebenfalls nicht. Vielmehr sei es in den letzten Monaten klar geworden, dass unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausgestaltung der Funktion sowie zentrale Fragen der Unternehmensentwicklung bestünden. Die DB wünscht Dohm für ihre berufliche und persönliche Zukunft viel Erfolg.
Kürzlich erst hatte die
Süddeutsche Zeitung berichtet, dass ein Schreiben – unterzeichnet von Bahn-Chefin Evelyn Palla sowie den Vorstandsmitgliedern Michael Peterson, Martin Seiler, Bernhard Osburg und Harmen van Zijderveld – dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Gatzer um die Abberufung von Finanzvorständin Karin Dohm gebeten habe.
Dohm war im Dezember 2025 als Nachfolgerin von Levin Holle ins Unternehmen gekommen. Zuvor hatte sie unter anderem beim Automobilzulieferer Continental gearbeitet – auch dort endete das Engagement bereits nach zwei Monaten. Bei der DB soll sie von Beginn an keinerlei Hilfe und Ratschläge angenommen haben. Statt sich zunächst in Prozesse und Abläufe einzuarbeiten, unterzog sie ihre Mitarbeiter unmittelbar nach Amtsantritt persönlichen Leistungskontrollen – zu einem Zeitpunkt, als sie das Team nach Angaben Betroffener noch kaum kannte. Für Irritationen in der Berliner Zentrale sorgte zudem, dass sich Dohm – obwohl ein Großteil ihrer Mitarbeiter in Berlin arbeitet – gleich zu Beginn ein Management-Büro an einem Frankfurter Standort einrichtete. Den vorläufigen Höhepunkt markierte die Unterzeichnung einer Gesellschafterweisung zur Aufspaltung der DB-Tochter DB Services ohne vorherige Einbindung der zuständigen Arbeitnehmervertreter. Der Konzernbetriebsrat reagierte scharf: Vorsitzende Heike Moll sprach öffentlich von einer überschrittenen „roten Linie“ und fehlender sozialer Kompetenz.
Quellen: DB, SZ