Michail Stahlhut ist neuer NEE-Innovationsbeauftragter

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) e.V. hat mit Michail Stahlhut einen Innovationsbeauftragten berufen. Der gebürtige Dortmunder wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zu Gast bei Freunden“ offiziell vorgestellt. Stahlhut plädierte beim Spätsommerabend des Netzwerks in Berlin dafür, erst die Produktionsprozesse zu optimieren, bevor hergebrachte Prozesse ungeprüft digitalisiert würden: „Niemand braucht neue Megaideen, die guten vorhandenen Ideen müssen mit Speed umgesetzt werden.“ Die Logistiker der Verlader müssten die Umsetzungsstärke des Sektors sehen.

Michail Stahlhut wurde 1966 in Dortmund geboren, nach einer sechsjährigen Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr hat er nach dem Studium des Bauingenieurwesen & Umwelttechnik an der TUHH mehrere Jahre zunächst bei der Gütersparte der Deutschen Bahn gearbeitet, bevor er im Bahnbausektor ein Eisenbahnunternehmen gründete. Weitere berufliche Stationen im Schienenverkehr waren bei Arriva Deutschland sowie zuletzt acht Jahre die SBB Cargo International AG. Auch sein neuer Arbeitgeber, die Hupac S.A. in Chiasso, ist besonders stark im europäischen Güterverkehr mit Schwerpunkt zwischen Nordsee und Norditalien engagiert.

Foto: Ti-Press / Pablo Gianinazzi

Baden-Württemberg: Runder Tisch zum Personalmangel

Das Thema Personalgewinnung ist ein brisantes. Im baden-württembergischen Verkehrsministerium  hat am 27. Juli 2018 bereits zum zweiten Mal ein Runder Tisch zu diesem Thema getagt. Dabei ging es nicht nur um Lokführer, auch die Sparte der Zugbegleiter und des Werkstattpersonals sind von Engpässen betroffen. Weit mehr als 1.000 Stellen müssen in den nächsten Jahren im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg neu besetzt werden. Die erste Auflage des Runden Tisches zu diesem Thema hatte bereits am 6. März 2018 stattgefunden.

Diskutiert wurde wie neue Mitarbeiter gewonnen werden können, die Attraktivität von Bahnberufen in der öffentlichen Wahrnehmung gesteigert und der Übergang von Personal bei einem Betreiberwechsel einheitlich organisiert werden kann. Prof. Dr. Uwe Lahl, Amtschef im Verkehrsministerium, hatte die in Baden-Württemberg tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie Vertreter der Gewerkschaften dazu eingeladen.

Alle Teilnehmer des Runden Tisches waren sich einig, dass die Personalsuche sowohl im Bundesgebiet als auch im Ausland erfolgen muss. In diesem Rahmen wird das Land Baden-Württemberg die Eisenbahnverkehrsunternehmen bei der Ausbildung von Personal fördern und die Gewinnung durch gezielte Werbeaktionen unterstützen. Des Weiteren soll mit den beteiligten Akteuren eine branchenweite Lösung beim Personalübergang im Falle eines Betreiberwechsels erarbeitet werden, mit der das Verfahren bei einem Wechsel von Mitarbeitern zu einem anderen Unternehmen für alle gleich geregelt werden soll.

Quelle: Pressemeldung Ministerium für Verkehr

Schienenverkehr am Bahnübergang hat Vorrang

In einer Pressemeldung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) heißt es unter anderem:

„Es sind die schweren Zugunglücke an Bahnübergängen, über die gesprochen wird, wie der Zusammenprall eines Lkws mit der Regionalbahn in Buseck bei Gießen Ende Mai. 17 Menschen sind dabei verletzt worden, der Lokomotivführer lebensgefährlich. Tatsächlich passiert im Durchschnitt alle zwei bis drei Tage ein Unfall an einem der rund 18 700 Bahnübergänge der Deutschen Bahn und an den Kreuzungen von anderen Bahnen, die sich bundesweit auf knapp 50 000 summieren …

Das Problem dabei: Fast 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurückzuführen. Neben Unkenntnis und Unaufmerksamkeit scheinen sich viel zu viele bewusst über die Vorschriften hinwegzusetzen. ‚Das Rotlicht am Bahnübergang wird einfach ignoriert. Selbst an bereits geschlossenen Halbschranken huscht so mancher noch vorbei‘, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Zwar kann das Missachten der Schranke mit einem Bußgeld bis zu 700 Euro und einem dreimonatigen Fahrverbot geahndet werden. Viel schlimmer ist jedoch: ‚Die Verkehrsteilnehmer bringen dabei sich selbst und auch andere in Lebensgefahr. Besonders gefährdet sind dabei unsere Lokomotivführer‘, so Weselsky. ‚Neben den körperlichen Verletzungen, wird insbesondere die Psyche in Mitleidenschaft gezogen.‘ Anders als Fahrzeuge auf der Straße können Züge Hindernissen nicht ausweichen. Und ein Zug, der mit 160 Stundenkilometern fährt, benötigt bei einer Schnellbremsung, je nachdem ob es sich um einen Personen- oder Güterzug handelt, mehrere Hundert Meter bis fast einem Kilometer, bis er zum Stillstand gekommen ist. Weselsky: ‚Der Lokomotivführer sieht somit das Unglück und kann es nicht verhindern.‘

 

 

Zwar gibt es noch Verbesserungspotenzial bei der Sicherung an Bahnübergängen. So testet die Deutsche Bahn beispielsweise gerade die Anzeige von Bahnübergängen in Navigationssystemen, einen benutzergesteuerten Bahnübergang und Nachwarnsysteme für Bahnübergänge beim Defekt von technischen Sicherungen. Im Straßenverkehr werden die Autofahrer an nicht-technisch gesicherten Bahnübergängen schon vereinzelt mit einem Blitzlicht animiert, nach links und rechts zu schauen, um so einen herannahenden Zug rechtzeitig wahrzunehmen. Auch die Aufklärung kann noch verbessert werden …“

Foto: DB/Michael Neuhaus

 

 

SMC: Eisenbahn-Expertin wechselt in Geschäftsführung

Das in der Verkehrstechnik aktive Beratungsunternehmen Schlummer Management Consulting GmbH (SMC), Zierenberg, verstärkt sich um eine Eisenbahn-Expertin. Christiane Brunn hat zum Jahresbeginn die Funktion der Geschäftsführerin Marketing, Vertrieb und Projekte übernommen. „Ich freue mich sehr, dass wir unseren Sachverstand in der Bahn-Technik mit Frau Brunn noch einmal kräftig aufstocken können”, erklärte Edmund Schlummer, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. „Verkehrswende, Digitalisierung, Klimaschutz – da kommen reichlich Herausforderungen auf die Bahn-Branche zu.”

Zum Jahresende 2017 hatte Udo Zapf aus persönlichen Gründen seine Tätigkeit als Geschäftsführer beendet. Der Diplom-Ingenieur wird dem Unternehmen weiterhin als freier Mitarbeiter und Partner eng verbunden bleiben.

 

Christiane Brunn

Die Diplom-Kauffrau, die bereits seit 2014 als freie Mitarbeiterin Projekte für SMC erfolgreich durchgeführt hatte, blickt auf mehr als eineinhalb Jahrzehnte Berufserfahrung im Eisenbahnsektor zurück. Unter anderem war sie Projektleiterin und Businessanalystin für die Konzernstrategie der Deutschen Bahn und als Produktbereichsleiterin Elektrische Triebzüge und Werkleiterin am Standort Krefeld der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH verantwortete sie die so genannte schwere Instandhaltung an elektrischen Triebzügen der DB AG.

Foto: SMC

DB: 20 Millionen Euro verschenkt

Wie Spiegel online am 8. Januar 2018 berichtet, haben bei der Deutschen Bahn nicht nur Züge Verspätung, auch Zehntausende Rechnungen werden zu spät bezahlt. 2017 sollen es nach Informationen des Online-Portals 20.325 Millionen Euro Skontoverlust gewesen sein. Skonto ist ein Rabatt, den Firmen ihren Auftraggebern einräumen, wenn diese eine Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist bezahlen.

Zwischenzeitlich stauten sich in der Buchhaltung circa 90.000 Belege, wie aus einem internen Bericht aus dem Dezember 2017 hervorgeht. 2013 hatte der Bahnvorstand beschlossen, die Buchhaltung für den Weltkonzern an drei Standorten zu bündeln. Berlin sollte für alle deutschen Rechnungen zuständig sein, Zweigstellen in Rumänien und auf den Philippinen den Rest der Welt abarbeiten. Das sei wohl gründlich schief gegangen, konstatiert Spiegel online. Um den Rückstand aufzuarbeiten, wolle das Management „Samstagsarbeit und Überstunden gemäß Betriebsvereinbarung“ nutzen, so das Online-Portal.

Foto: RainerSturm / pixelio.de

Zugunglück von Meerbusch beruhte auf falsche Information

Wie die Montagsausgabe der „Kölner Stadtanzeiger“ informierte, habe zu dem Zugunglück von Meerbusch eine Serie von Kommunikationspannen zwischen zwei Stellwerken geführt. Nach Recherchen der Zeitung hat der Fahrdienstleiter des Stellwerks in Meerbusch-Osterath seinem Kollegen an der Abzweigung Weißenberg auf dessen Anfrage eine falsche Information übermittelt: Der Gleisabschnitt, den der Regional-Express 7 von Köln nach Krefeld befahren wollte, sei frei. Das war ein Irrtum: In diesem Abschnitt stand zu diesem Zeitpunkt der Güterzug, auf den der Regional-Express wenig später auffuhr. Warum dem Fahrdienstleiter offenbar dieser Fehler unterlief, ermittelt die Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchungen. Der Fahrdienstleiter in Weißenberg hat dann dem Regional-Express per Befehl die Freigabe erteilt, obwohl das Signal weiter auf Rot stand und es sich auf normalem Wege nicht umschalten ließ. Eine erneute Rückfrage bei seinem Kollegen hat es offenbar nicht gegeben.

Nach Informationen unserer Zeitung hatten die Fahrdienstleiter auf beiden Stellwerken relativ wenig Berufserfahrung. Das Unglück hätte nach Informationen der Zeitung wesentlich schlimmere Folgen haben können. Dass der Aufprall des Regional-Express auf den Güterzug vergleichsweise glimpflich ablief, liegt daran, dass der Güterzug kurz zuvor grünes Licht bekommen hatte und schon losgefahren war. So war der Zug nicht auf ein stehendes Hindernis aufgeprallt.

Christian Schmidt kommissarisch Bundesverkehrsministers

Wie die Verkehrsrundschau berichtet, wird Christian Schmidt das Ressort Verkehr bis zum Abschluss der Koalitionsgespräche und der Regierungsbildung führen. Alexander Dobrindt hat sein Amt als Bundesverkehrsminister abgegeben, um sich ganz auf seine Arbeit als CSU-Landesgruppenchef zu konzentrieren. Der Bundeslandwirtschaftsminister übernimmt kommissarisch.

Warnstreik in Nordwestbahn-Werkstätten

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihre Mitglieder bei der Nordwestbahn zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Werkstätten in Bremerhaven, Dorsten und Mettmann. In der Zeit von 3.30 bis 8.00 Uhr ruhte dort gestern die Arbeit.

„Unsere Geduld hat Grenzen, jetzt ist Zeit zu handeln“, machte Verhandlungsführer Ludger Ingendahl deutlich. In den bisher drei Verhandlungsrunden habe sich keine Lösung abgezeichnet. „Statt der geforderten Verbesserungen will der Arbeitgeber die Entgelttabelle verschlechtern “, kritisierte Ingendahl.

Die EVG fordert einen Abschluss im Volumen von 7 Prozent – davon 4,5 Prozent als Tabellenerhöhung und weitere 2,5 Prozent in Form des EVG-Wahlmodells. Das heißt: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie ab dem 1. Januar 2018 noch einmal mehr Geld, sechs Tage mehr Urlaub oder eine Arbeitszeitverkürzung wollen.

„Unser Ziel ist es, das EVG-Wahlmodell in der gesamten Branche durchzusetzen. Das gelingt uns bei immer mehr Betrieben. Das ist für uns Ansporn, unsere Forderungen auch bei der NWB durchzusetzen“, ergänzte Verhandlungsführerin Katy Hübner.

Foto: EVG

Kurzstudie Personalmanagement ist erschienen

Der demografische Wandel zählt zu den Mega-Trends des 21. Jahrhunderts.

Unternehmen spüren bereits heute seine Auswirkungen. Auch die Schienenverkehrsbranche ist davon betroffen und sucht nach Lösungen, wie es Eisenbahnverkehrsunternehmen,Bahnindustrie und Bahnbau-Unternehmen jetzt und in Zukunft gelingt, ausreichend Mitarbeiter zu gewinnen, die motiviert und gut ausgebildet sind.
Der Branchenreport Personalmanagement liefert Ideen, Anregungen und Instrumente für den Umgang mit dem demografischen Wandel und seinen Folgen. Denn jeder Wandel eröffnet immer zugleich auch Chancen. Wir zeigen Ihnen, welche.

Herausgeber:
Prof. Dr. Uwe Höft, Dr. Stefan Buske, Sven Flore, Christian Wiechel-Kramüller,
Bahn-Media Institut für Management,
Qualität und Verkehrsmittelreinigung UG
(haftungsbeschränkt)

ISSN 2567-1715

Format: personalisiertes Paper (PDF)
Auf Anfrage als Printausgabe erhältlich (zuzüglich Druck- und Versandkosten)

Erhältlich im Onlineshop

Rechtsgrundlagen des autonomen Fahrens im öffentlichen Verkehr werden untersucht

Das Bundesverkehrsministerium hat einem Konsortium aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Verbänden einen Förderbescheid für das Forschungsprojekt RAMONA (Realisierung Automatisierter Mobilitätskonzepte im Öffentlichen Nahverkehr) überreicht. Innerhalb von 36 Monaten sollen die beteiligten Partner gemeinsam untersuchen, wie sich der Einsatz automatisierter und vernetzter Mobilitätskonzepte in den bestehenden öffentlichen Nahverkehr integrieren lässt. Neben dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (als Konsortialführer), die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Technische Universität München (Lehrstuhl für Ergonomie) und die Hochschule Esslingen (Forschungs- und Lehrgebiet „Design for Manufacturing“) an dem Projekt beteiligt.

Mit dem Ziel, ein hochautomatisiertes und vernetztes Betriebskonzept im Realbetrieb zu erproben, geht das Projekt deutlich über den momentanen Stand des Wissens hinaus. „Wir wollen gemeinsam herausfinden, welche Rahmenbedingungen notwendig sind und wie diese weiterentwickelt werden müssen, um einen sicheren und effizienten Mischbetrieb zwischen  herkömmlich geführten und autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr zu ermöglichen“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Zugleich erhoffen sich die Projektpartner Erkenntnisse darüber, welche Anforderungen insbesondere potenzielle Nutzer an den automatisierten ÖPNV der Zukunft haben und welche Aspekte zu einer Erhöhung der Akzeptanz für solche Angebote führen. Für den VDV liegt der Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit im Rahmen von RAMONA bei der Untersuchung der Rechtsgrundlagen für das hochautomatisierte und autonome Fahren im öffentlichen Verkehr. „Eine technisch und rechtlich sichere Zulassung autonomer Fahrzeuge auf der Straße ist auf den fest definierten Linienwegen des öffentlichen Verkehrs leichter zu realisieren als im allgemeinen Straßenverkehr. Insofern sehen wir das automatisierte Fahren als eine zentrale Herausforderung gerade auch im ÖPNV. Und dafür braucht es neben betrieblichen und technischen Konzepten auch Lösungen wie der bestehende Rechtsrahmen sinnvoll weiterentwickelt werden kann“, so Wolff abschließend.