Erstmalig in Deutschland: Batteriezug im Fahrgastbetrieb

Heute startet der Testbetrieb des deutschlandweit ersten Batteriezuges im Fahrgastbetrieb. Das Alstom-Fahrzeug wird von der Deutschen Bahn AG  in Baden-Württemberg und ab Februar in Bayern eingesetzt. Die Unternehmen sprechen von einem großen Schritt für eine umwelt- und klimafreundliche Antriebstechnologie im Nahverkehr.

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SWEG wird noch leiser

Der Zugverkehr der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) am Kaiserstuhl wird noch geräuschärmer: Die fünf dreiteiligen Talent-3-Elektrofahrzeuge, die auf der Linie S5 (Breisach – Riegel-Malterdingen) fahren, werden vom 1. Dezember 2021 bis voraussichtlich Ende Februar 2022 nach und nach mit hydraulischen Achslenkerlagern (HALL) ausgerüstet. Diese Achslenkerlager ermöglichen ein kurvenkonformes Einstellen der Radsätze, wodurch ein verschleiß- und geräuschärmerer Kurvenlauf als bei konventionellen Achslenklagern ermöglicht wird. „Das wird die Lärmbelastung noch ein-mal deutlich reduzieren“, sagt Tobias Harms, Vorsitzender der SWEG-Geschäftsführung und betont: „Wir haben uns für den Einbau des HALL-Systems eingesetzt, weil wir die Anliegen der Anwohner an den Gleisen ernst nehmen.“

Deutschland-Premiere für innovative Technik
Das innovative HALL-System kommt erstmals in Talent-3-Triebzügen in Deutschland zum Einsatz. Ein früherer Einbau war nicht möglich, weil erst die Genehmigung und Zulassung der Technik für die SWEG-Fahrzeuge abgewartet werden musste. Für Umrüstung, Software-Updates und den damit verbundenen Zulassungsprozess müssen die Talent-3-Fahrzeuge jeweils für zwei bis drei Wochen zum Hersteller nach Görlitz überführt wer-den. Im genannten Zeitraum stehen deshalb nicht alle Elektro-Fahrzeuge für den Einsatz auf der Linie S5 zur Verfügung und es werden teilweise noch einmal die bereits bekannten RegioShuttle zum Einsatz kommen.

Quelle/Foto: SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG

PriMa Express 24/2021 erschienen!

Themen sind u.a.:

  • Verkehrspolitik: Ampel will gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte im DB-Konzern
  • Nahverkehr: NEB setzt für Ostbrandenburg auf Batteriebetrieb
  • Fernverkehr: VRR beschließt Notvergabe der Abellio-Verkehr
  • Bahnindustrie: CAF übernimmt Talent-Produktlinie von Alstom
  • Bahnpolitik: Neues Gutachten pro SPFV-Bundesaufgabenträger

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Northrail: 7 neue Siemens Vectron vermietet

Die Northrail GmbH (Northrail) meldet die erfolgreiche Vermietung von sieben neuen Lokomotiven des Typs Vectron Dual Mode. Die modernen Zweikraftlokomotiven des Herstellers Siemens vereinen die Vorteile einer vollwertigen Diesellokomotive mit denen einer elektrischen Lokomotive. „Der Typ Vectron Dual Mode ist Teil einer Lokomotiven-Generation, die für eine nachhaltige Zukunft des Schienengüterverkehrs steht. Mit ihren zwei Antriebsarten spart die Lokomotive auf elektrifizierten Streckenabschnitten Kraftstoff und Emissionen ein und reduziert Instandhaltungskosten. Zugleich bietet sie unseren Mietern ein Maximum an Einsatzflexibilität und Betriebssicherheit, da diese Baureihe auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten ihre Fahrt ohne Lokwechsel im Dieselbetrieb fortsetzen kann“, erklärt Dr. Volker Simmering, geschäftsführender Gesellschafter der Paribus Rail Investment Management GmbH und der Northrail GmbH.

Die vierachsige Lokomotive basiert auf dem bewährten Konzept der Siemens Vectron-Baureihe. Sie ist für den Einsatz im deutschen Streckennetz vorgesehen. Bereits erprobte Vectron-Komponenten wie der Führerstand und das Fahrerpult gewährleisten eine hohe Bediensicherheit. Zum Umfang der Vermietung gehört auch ein 24/7-Full-Service des Herstellers Siemens Mobility GmbH, der für die Überwachung von Fristen und Intervallen für die Wartung sowie sämtliche Instandhaltungsleistungen verantwortlich ist.

Typ Vectron Dual Mode überzeugt künftige Mieter durch Testbetrieb und reduzierten CO2-Ausstoß
Die sieben neuen Lokomotiven sind jeweils über zwei Jahre oder länger vermietet und werden seit Oktober 2021 ausgeliefert. Drei Lokomotiven gehen an das Eisenbahnverkehrsunternehmen Rheincargo GmbH & Co. KG (Auslieferung Dezember 2021), zwei weitere an die LOCON Logistik & Consulting AG (Oktober und November 2021) sowie jeweils eine Lokomotive an die BM Bahndienste GmbH (Oktober 2021) und die TRIANGULA Logistik GmbH (Dezember 2021). „Wir haben den Typ Vectron Dual Mode ausgiebig getestet. Nachdem die Lokomotive uns überzeugt hat, freuen wir uns auf die Auslieferung und die Erweiterung und Modernisierung unseres Fahrzeugparkes“, erklärt Martin Weidlich, Geschäftsführer der TRIANGULA Logistik GmbH. Daniel Jacobs, Leiter des RheinCargo-Fahrzeugmanagements der Eisenbahn-Sparte der RheinCargo GmbH & Co. KG, ergänzt: „Durch den Einsatz der modernen Dual Mode Lokomotiven können wir den CO²-Ausstoß der Verkehre gegenüber einer durchgehenden Dieseltraktion um über 90 Prozent reduzieren. Der Dieselmotor wird nur noch auf der letzten Meile für wenige Kilometer im Terminal benötigt. Der Löwenanteil der Strecke wird mit 100 Prozent Ökostrom emissionsfrei zurückgelegt.“

„Das duale Antriebskonzept des Typs Vectron Dual Mode in Kombination mit einem umfassenden Full-Service-Paket überzeugt sowohl bestehende als auch neue Mietkunden von Northrail. Wir sind uns sicher, dass dieser Lokomotiven-Typ mit seinem flexiblen und zugleich nachhaltigen Antriebskonzept künftig seinen festen Platz in den modernen Fahrzeugflotten unserer Kunden haben wird. Durch den aktuellen Abruf der nächsten Lokomotiven können wir bereits weitere drei Loks zur Vermietung anbieten“, so Juliane Storm-Ohm, Geschäftsführerin der Northrail GmbH.

Northrail baut Flotte mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen weiter aus
Die Auslieferung der ersten Lokomotiven vom Typ Vectron Dual Mode ist für Northrail ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau seiner Flotte mit leistungsstarken, energieeffizienten Hybridfahrzeugen. Weitere Hybridfahrzeuge im Management bei Northrail sind neu entwickelte batterieelektrische DM20-EBB Rangier- und Mittelstreckenlokomotiven des zu CRRC-ZELC gehörenden Herstellers Vossloh Locomotives (Auslieferung ab 2024), batterieelektrische Flirt-Regionalzüge des Herstellers Stadler (Auslieferung ab 2022) sowie Dieselbatterie-Loks vom Typ Alstom H3. Darüber hinaus hat Northrail in den vergangenen Monaten bereits 17 moderne Siemens-Smartron Elektrostreckenlokomotiven aus einem bestehenden Rahmenkaufvertrag über 25 Lokomotiven ins Management übernommen.

„Der Schiene kommt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung hin zu einem klimafreundlichen Schienenverkehr zu. Mit unserem leistungsstarken Portfolio an modernen Mietlokomotiven für die unterschiedlichsten Anforderungen und Einsatzgebiete leisten wir gemeinsam mit unseren Kunden einen wichtigen Beitrag dazu, Klimaschutz und Wirtschaft in Einklang zu bringen“, erklärt Storm-Ohm.

Quelle/Foto: Northrail GmbH

Prototyp für NordWestBahn

Talbot Services hat im Auftrag von Alpha Trains, Kontinentaleuropas größter Leasinggesellschaft für Züge und Lokomotiven, den Prototyp für den Umbau von insgesamt 35 Triebzügen des Typs Alstom Coradia Continental im Talbot-Werk in Aachen fertiggestellt. Durch die Entwicklung dieses prototypisch umgebauten Zuges sind alle Voraussetzungen für den reibungslosen und schnellen Umbau der verbleibenden Fahrzeugflotte geschaffen.

Die langjährigen Erfahrungen des Engineering Teams von Alpha Trains mit Modernisierungs- und Umbauprojekten sind ein entscheidender Vorteil bei dem größten Umbauprojekt in der Geschichte des Unternehmens: So wurden die Spezifikationen für die Umbaumaßnahmen auf Grundlage der Anforderungen der Aufgabenträger erstellt, die technische Ausarbeitung in enger Zusammenarbeit mit Talbot Services entwickelt und der Bau des Prototyps durch Alpha Trains eng begleitet.

„Der Prototyp kann sich wirklich sehen lassen! Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, dass bewährte Fahrzeuge durch fachkundigen Umbau wieder auf den neuesten Stand gebracht werden können, um so den Fahrgästen einen neufahrzeugähnlichen Komfort zu bieten. Durch die erheblichen Ressourceneinsparungen entsteht ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Gesamtkonzept“, sagt Thomas Schmidt, Geschäftsführer der Alpha Trains Europa GmbH.

Alter und neuer Betreiber der Flotte ist die NordWestBahn, ein Tochterunternehmen der französischen Transdev-Gruppe, die die Züge auf dem 270 Kilometer langen Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen (RSBN) bereits seit Dezember 2010 betreibt. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) hat sich 2019 in einem europaweiten Ausschreibungswettbewerb durchgesetzt und erhielt den Zuschlag für den bis Dezember 2036 laufenden neuen Verkehrsvertrag.

Der Umbau und die Modernisierung der weiteren 34 Bestandszüge erfolgt sukzessive ab Januar 2023. Dann sollen jeweils zwei Züge innerhalb von sechs Wochen umgebaut und modernisiert werden. „Das umgebaute Fahrzeug bietet einen tollen Vorgeschmack auf das, was unsere Fahrgäste ab 2023 im gesamten Streckennetz der Regio-S-Bahn erwartet. Mit dieser modernsten Technik können wir hoffentlich noch viele Menschen mehr vom Komfort und von den Vorzügen der Regio-S-Bahn im Speziellen aber auch des SPNV im Allgemeinen überzeugen“, sagt NordWestBahn-Geschäftsführer Ulrich Ehrhardt.

Zum Winter-Fahrplanwechsel im Dezember 2022 kommen neben der Coradia-Bestandsflotte 16 neue Stadler Flirt XL für die Ausweitung des Streckennetzes hinzu, so dass dann insgesamt 51 Elektrotriebzüge von Alpha Trains in und um die Hansestadt herum im Einsatz sein werden.

Der Umbau der Züge im Überblick
Der Umbau der Züge umfasst die Ausstattung mit WLAN inklusive einer 5G-Vorrüstung und des Einbaus eines neuen Fahrgast-Informationssystems mit großen Bildschirmen und Echtzeitinformationen über Anschlusszüge. Darüber hinaus werden die Fahrzeuge mit Fahrrad-Ladesteckdosen, einem modernen Videoüberwachungssystem, einer energieeffizienten LED-Beleuchtung, getönten Kratzschutzfolien und zahlreichen Steckdosen ausgestattet.

Die neue Lackierung im Transdev-Design und ein modernes Innendesign mit neuen Sitzpolstern und -bezügen, neuen Armlehnen und Tischen machen das Bild komplett. Zudem wird auch der hygienische Standard deutlich angehoben. So verfügen die Züge in Zukunft über Desinfektionsmittel- und Duftspender in den WCs sowie über besonders resistente Pulverlacksysteme auf den Handstangen.

Die Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste wurde ebenfalls optimiert und umfasst den Einbau eines Blindenleitsystems, Türtaster mit einem Auffindeton sowie den verbesserten Zugang zum großzügigen Mehrzweckbereich für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder.

Quelle/Foto: Alpha Trains

PriMa Express 5/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Personennahverkehr: Alstom soll 34 Triebzüge für LNVG-Fahrzeugpool liefern
  • Regulierung: Länder wollen Rahmenverträge forcieren
  • Verkehrspolitik: Über DB-Kapitalspritze wird offiziell verhandelt
  • Corona-Krise: Beitrag des ÖPNV zum Infektionsgeschehen gering
  • Digitalisierung: Länder fordern EU-Geld für ETCS-Bordgeräte

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PriMa Express 3/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Bundesnetzagentur sät Zweifel an der Höhe der Corona-Schäden der DB
  • Bahnindustrie: Bombardier Transportation ist jetzt Geschichte
  • Infrastruktur: Vorentscheidung über Brennerzulauf-Trassen
  • Güterverkehr: Dellner nun mit zwei Kupplungen in DAK-Auswahl
  • Medien: Wie eine Pressemitteilung im Chaos endete

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Abschluss der Übernahme von Bombardier Transportation durch Alstom

Alstom gibt den Abschluss der Übernahme von Bombardier Transportation bekannt. Auf Grundlage seiner klaren Alstom in Motion-Strategie sowie der soliden operativen Grundlagen und finanziellen Entwicklung wird Alstom seine Führungsposition auf dem wachsenden Markt für nachhaltige Mobilität mit diesem Schritt ausbauen. Durch die Integration von Bombardier Transportation baut der Konzern seine globale Reichweite aus und ergänzt sein bestehendes Portfolio um weitere innovative Produkte und Lösungen.

Der erweiterte Konzern hat einen kombinierten Pro-forma-Umsatz von rund 15,7 Mrd. € und einen Auftragsbestand von insgesamt 71,1 Mrd. €. Er beschäftigt 75.000 Mitarbeiter in 70 Ländern weltweit, kann auf beispiellose Kapazitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung zugreifen und bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio aus bahntechnischen Produkten und Lösungen.

„Heute ist ein besonderer Tag für Alstom und den globalen Mobilitätssektor, denn durch die Übernahme von Bombardier Transportation entsteht ein neues weltweit führendes Unternehmen im Bereich der smarten und nachhaltigen Mobilität. Die Welt muss sich heute stärker denn je für einen tiefgreifenden ökologischen und gesellschaftlichen Wandel einsetzen, um die erheblichen Herausforderungen der Urbanisierung, des gleichberechtigten Zugangs zu Wirtschaftswachstum und des Klimawandels zu bewältigen. Als unverzichtbarer Bestandteil des modernen Berufs- und Gesellschaftslebens, aber auch mit erheblichen Umweltauswirkungen spielt der Verkehrssektor dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit unseren 75.000 Mitarbeitern besteht unsere Verantwortung bei Alstom darin, unsere gebündelten Kräfte zu nutzen, um den Weg für diesen notwendigen Wandel zu ebnen. Wir tragen die Verantwortung, der Welt die Innovationen bereitzustellen, die erforderlich sind, um diese extremen Herausforderungen zu bewältigen. Zudem verpflichten wir uns, allen Menschen weltweit Zugang zu hochwertigen und effizienten Mobilitätslösungen zu geben, damit sie zur Arbeit kommen oder Freunde und Verwandte besuchen können. Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, den Planeten für nachfolgende Generationen zu schützen.“

Henri Poupart-Lafarge, Chairman und CEO von Alstom

Neuer Weltmarktführer im Bereich der smarten und nachhaltigen Mobilität
Der Markt für Bahntechnik wird von wesentlichen Wachstumstreibern gestützt. Dazu gehören die beschleunigte Urbanisierung, öffentliche Investitionsstrategien und die weltweite Förderung der nachhaltigen und digitalen Transformation von Verkehrssystemen. Trotz der aktuellen Pandemie unterstreichen die jüngst angekündigten staatlichen Subventionen eindeutig, dass die Förderung der nachhaltigen Mobilität und speziell des Schienenverkehrs langfristig Priorität haben wird. Der Bahntechnik-Markt wird bis 2025 voraussichtlich jährlich um 2,3 Prozent wachsen.

Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen mit ihren sich ergänzenden Kundenstämmen ist die neue Gruppe in allen Regionen bestens aufgestellt, um ihren Kunden weltweit zu dienen. Während Alstom bereits einen festen Kundenstamm in Frankreich, Italien, Spanien, Indien, Südostasien, Nordafrika und Brasilien hat, führt der Zusammenschluss mit Bombardier Transportation zu einer stärkeren Kundennähe in strategischen Märkten wie Großbritannien, Deutschland, den Nordischen Ländern, China und Nordamerika. Insbesondere in Europa und Nordamerika, die rund 75 Prozent des Gesamtmarktumfangs für OEM ausmachen, ist die Gruppe jetzt besonders stark vertreten.

Wie angekündigt, wird das operative Geschäft in der Region vom neuen Hauptsitz von Alstom Amerika in Montreal, Quebec, geführt. Zudem ist ein Centre of Excellence für Design und Engineering geplant, das von den Stärken Quebecs in den Bereichen Innovation und nachhaltige Mobilität profitieren wird. Alstom wird seinen Kunden noch näher sein und sein weltweites Know-how im Mobilitätsbereich nutzen, um ihnen die besten und passendsten Mobilitätslösungen bereitzustellen.

Umfassendes Portfolio aus Bahntechnik-Produkten und -Lösungen sowie erweiterte Produktlinien
Die Gruppe beliefert Mobilitätsunternehmen und Betreiber von Mobilitätsnetzwerken mit Produkten und Lösungen entlang der gesamten Bahntechnik-Wertschöpfungskette. Im Zuge der Integration von Bombardier Transportation verfügt Alstom über das umfangreichste Portfolio für Bahntechnik. Im Segment Schienenfahrzeuge reicht das Angebot von Nahverkehrs- und Regionalzügen bis zu Hochgeschwindigkeitszügen und umfasst zudem neue strategische Produkte wie People Mover und Einschienenbahnen. Im Servicesegment steht der Gruppe künftig ein größeres Netzwerk aus Wartungsanlagen sowie erweiterte Kapazitäten für die prädiktive Instandhaltung bereit. Mit einer Flotte aus 150.000 Schienenfahrzeugen verfügt Alstom zudem über die weltweit größte installierte Basis und legt damit den Grundstein, um seine Führungsposition im Servicebereich auszubauen. Auch das Signaltechniksegment wächst durch die Übernahme technischer und kommerzieller Kapazitäten auf sich ergänzenden strategischen Märkten und steigt somit weltweit zur Nummer 2 in puncto Umsatz auf.

Größere globale Reichweite durch Zugang strategischer Standorte
Die Gruppe erweitert ihre globale Präsenz um weitere strategische Industriestandorte zu einem wettbewerbsfähigen Footprint, der sich sowohl auf gesättigte Märkte wie Westeuropa, Nordamerika und Australien als auch auf Wachstumsmärkte wie Osteuropa, Mexiko und Indien erstreckt. Bombardier Transportation unterhält Kompetenzzentren für Lokomotiven und Drehgestelle in Deutschland, für Einschienenbahnen und People Mover in Kanada, für Vorort- und Regionalbahnen in Frankreich und Großbritannien, für Antriebe in Schweden sowie Engineering-Zentren in Best Cost Countries wie Thailand. Außerdem bringt das Unternehmen sieben etablierte Joint Ventures in China mit. Durch diese unmittelbaren strategischen Zugänge zum diversifizierten weltweiten Netzwerk von Alstom erweitert der Konzern seine industrielle Kompetenz und ist zugleich näher an seinen Kunden.

Beispiellose F&E-Kapazitäten für nachhaltige und smarte Mobilität Alstom gehört bereits jetzt zu den Vorreitern im Mobilitätsektor – mit führenden Innovationen wie dem kürzlich vorgestellten Wasserstoffzug, automatisiertes Fahren im Schienenverkehr, energieeffiziente Schienenfahrzeuge und Bahninfrastrukturen. Durch die Bündelung von rund 17.500 Ingenieuren und F&E-Experten aus beiden Unternehmen, einen umfangreichen Pool aus 10.000 Patenten und die Integration erheblicher zusätzlicher Technologien von Bombardier Transportation – beispielsweise in den Bereichen prädiktive Instandhaltung, Signaltechnik und digitalen Betrieb –kann die Gruppe Lösungen schneller und im größeren Maßstab entwickeln, um die Mobilität der Zukunft zu realisieren. Alstom hat einen weiteren wichtigen Schritt getan, um zum weltweiten Innovationsführer für nachhaltige und smarte Mobilität aufzusteigen.

Schaffung von langfristigen Werten für alle Stakeholder bestätigt Kunden und Fahrgäste profitieren von der Nähe der Alstom-Angestellten und Alstom-Standorte, von einer unerreichten Innovationsfähigkeit, einem umfassenden Portfolio von Bahntechnikprodukten und -lösungen und einer Verpflichtung zu effizienter Auslieferung.

Die Angestellten von Bombardier Transportation gehören ab dem 29. Januar 2021 zur Alstom-Gruppe. Diese neuen Talente werden Alstoms Profil auf allen Ebenen bereichern und mit den Alstom-Angestellten ein agiles, inklusives und verantwortungsvolles Team bilden.

Die Eisenbahn ist das motorisierte Transportmittel mit den niedrigsten CO2-Emissionen. Daher verfolgt die Gruppe wie nie zuvor das Ziel, Mobilität zu dekarbonisieren. Alstom bekräftigt erneut sein Engagement, an seinen Standorten einen positiven Einfluss auszuüben, Angestellten die beste Arbeitsumgebung und -erfahrung zu bieten und in puncto verantwortlicher Geschäftstätigkeit die höchsten Standards zu erfüllen.

Alstom bleibt bei seinem Ziel, auf Basis der jährlichen Ergebnisse bis zum vierten oder fünften Jahr Kostensynergien in Höhe von 400 Mio. € pro Jahr zu generieren und die Gewinnspanne von Bombardier Transportation mittelfristig wieder auf einen Standardwert zu bringen. Es wird erwartet, dass die Transaktion ab dem 2. Jahr nach Übernahmestichtag einen zweistelligen Gewinnzuwachs pro Aktie mit sich bringt und Alstoms starkes Bonitätsprofil mit einem Baa2-Rating bewahrt.

Aktienbesitz und Unternehmensführung: ein neuer Hauptaktionär mit langfristigem Investmentansatz
CDPQ (Caisse de dépôt et placement du Québec) wird heute Alstoms Hauptaktionär mit 17,5 % von Alstoms Aktienkapital. CDPQ verfolgt einen langfristigen Aktionärsansatz mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz bei Investitionen in Infrastruktur- und Transportunternehmen. Bouygues hält jetzt ca. 6 % von Alstoms Aktienkapital. In Übereinstimmung mit den von der Alstom-Aktionärsversammlung am 29. Oktober 2020 angenommenen Beschlüssen sind Frau Kim Thomassin, als Vertreterin für CDPQ, und Herr Serge Godin heute in den Aufsichtsrat von Alstom eingetreten. Herr Benoit Raillard wurde auf Vorschlag von CDPQ vom Alstom-Aufsichtsrat zum Beobachter (censeur) ernannt.

Preis und Finanzierung
Der Referenzpreis wurde mit 5,5 Mrd. € festgelegt und befindet sich damit am unteren Ende der am 16. September 2020 kommunizierten Spanne von 5,5 Mrd. € bis 5,9 Mrd. €. Der Verkaufserlös der Übernahme wurde auf 4,4 Mrd. € festgelegt; darin enthalten ist die Auswirkung des Mechanismus zur Anpassung der Mindestbarmittel, der auf einer negativen Nettoliquidität von Bombardier Transportation per 31. Dezember 2020 basiert sowie auf weiteren vertraglichen Anpassungen zu einem Betrag von 1,1 Mrd. €.

Die Übernahme wurde finanziert durch die Emission von Bezugsrechten in Höhe von ca. 2 Mrd. €, die am 7. Dezember 2020 abgeschlossen wurde, und teilweise durch die Ausgabe erstrangiger Schuldverschreibungen in Höhe von 750 Mio. €, die am 11. Januar 2021 abgeschlossen war, und durch die Erhöhung des reservierten Kapitals zugunsten der Partner von CDPQ und Bombardier Inc. in einem Gesamtumfang von 2,6 Mrd. € bzw. 500 Mio. €, die heute als Teil des Transaktionsabschlusses vollendet wurde.

Nächste Schritte
Alstom wird den Verkauf bestimmter Assets der kombinierten Gruppe fortsetzen und abschließen, in Übereinstimmung mit den Verpflichtungen, die in der Presseerklärung der Europäischen Kommission vom

31. Juli 2020 beschrieben sind. Die Veräußerungen werden im Einklang mit allen anwendbaren gesellschaftlichen Prozessen und unter Einbeziehung der Angestelltenvertretungen erfolgen. Alstom wird im Sommer einen Kapitalmarkttag veranstalten.

Quelle: Alstom; Foto: Pixabay.com

VDB stellt Weichen für die Zukunft

Das Präsidium des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. hat am 18. Dezember 2020 einstimmig Andre Rodenbeck, CEO Rail Infrastructure der Siemens Mobility GmbH, wieder zum VDB-Präsidenten gewählt. Rodenbeck steht seit 24. Juli 2020 an der Spitze des VDB. „Ich freue mich auf die weiterhin enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im VDB-Präsidium für die Gestaltung der klimafreundlichen Mobilität der Zukunft in und aus Europa. Auf der Schiene aus der Krise und in die Zukunft – das ist jetzt die Mission des VDB. Die Bahnindustrie weiß um ihre hohe Verantwortung für den Green Re-Start“, sagte VDB-Präsident Rodenbeck.

Andreas Becker, Geschäftsführer der EPHY MESS Gesellschaft für Elektro-Physikalische Messgeräte mbH, repräsentiert weiterhin als VDB-Vizepräsident den bahnindustriellen Mittelstand. Dr. Michael Bernhardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rail Power Systems GmbH, bleibt VDB-Vizepräsident Infrastruktur. Und der im Juli 2020 gewählte Jure Mikolčić, CEO der Stadler Pankow GmbH und Mitglied der Konzernleitung der Stadler Rail AG, wurde als VDB-Vizepräsident Fahrzeuge bestätigt.

Die VDB-Mitgliederversammlung hat beschlossen, das Megathema Innovation noch stärker im VDB-Präsidium zu spiegeln. Dafür wurde die neue Position des VDB-Vizepräsidenten Innovation eingeführt. In dieses Amt hat das Präsidium Dr. Jörg Nikutta, Sprecher der Geschäftsführung für Alstom in Deutschland und Österreich, einhellig gewählt. Er wird als VDB-Vizepräsident Innovation zentrale Wachstumstrends für die Bahnindustrie vorantreiben.

Auch das fundamental wichtige Zukunftsthema digitale Sicherheit wird nach dem Willen des VDB-Präsidiums mit der Ernennung von Dr. Christoph Hoppe, CEO von Thales Deutschland, zum VDB-Sprecher für Cybersecurity eine noch prominentere Rolle haben.

Die Mitgliederversammlung des VDB hatte zuvor das gesamte VDB-Präsidium wieder-gewählt. Die Präsiden sind mit der Wahl auf weitere drei Jahre mandatiert.

Quelle: VDV; Foto:

LNVG erteilt Auftrag für Modernisierung

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat Alstom in Stendal damit beauftragt, von 2021 bis 2026 169 Bombardier-Doppelstockmittelwagen zu modernisieren. Die Fahrzeuge, die bei den Bahnunternehmen Metronom und der DB-Tochtergesellschaft Start Unterelbe rollen, sind 15 bis 18 Jahre alt und haben damit etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer erreicht. Laut LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl werden in diese Wagen rund 27 Millionen Euro investiert. „Die Fahrgäste bekommen dafür eine Qualität, die fast an Neubauten heranreicht“, betonte sie.

Das Material für den Umbau stammt von Bombardier. In die Wagen werden komplett neue Sitze eingebaut, insgesamt rund 24.000 Stück. Die Sitze bekommen Klapptische mit Laptop-Halterung. An den Vierer-Sitzgruppen lässt die LNVG Steckdosen einbauen. Die Wagen werden zudem mit Videoaufzeichnung ausgerüstet. Umgestaltet werden auch die WCs, hier kommen unter anderem Duftspender zur Verbesserung des Raumklimas zum Einsatz. Eine neue Gestaltung soll Vandalismus vorbeugen. Künftig leuchten in den Wagen energiesparende LED-Lampen. Der Einstiegsbereich wird heller ausgeleuchtet. Ebenso werden die Fahrzeuge mit Informationsmonitoren ausgerüstet, auf denen in Echtzeit Informationen zur jeweiligen Zugfahrt dargestellt werden. Für blinde und stark sehbehinderte Fahrgäste werden Tastleisten an den Türflügeln nachgerüstet. Pro Waggon werden bei der Erneuerung 1,8 Kilometer Kabel eingezogen.

In der vorher ausgeschriebenen „Hauptuntersuchung XL Doppelstockwagen (HU XL Dosto)“ hat die LNVG 2019 Bombardier damit beauftragt, 37 Lokomotiven, 37 Steuerwagen und die ersten 14 Mittelwagen für rund 80 Millionen Euro zu überarbeiten. Dieser Auftrag hat laut LNVG einen Wert von rund 80 Millionen Euro. Zukünftig werden alle Wagen ein einheitliches Erscheinungsbild haben. (pm/roe)

Foto: LNVG