Stadler: Großauftrag für RENFE

Das staatliche spanische Eisenbahnunternehmen RENFE hat Stadler mit dem Bau und der Lieferung von 59 Hochkapazitäts-Nahverkehrszügen beauftragt. Der Auftragswert beträgt rund eine Milliarde Euro und beinhaltet die Ersatzteile und die Wartung über einen Zeitraum von 15 Jahren. Der Vertrag wird gemäß dem Vergabeverfahren später unterzeichnet.

Das staatliche spanische Eisenbahnunternehmen RENFE hat Stadler den Auftrag über die Lieferung von 59 Nahverkehrszügen erteilt, der auch die Ersatzteile und die Wartung über einen Zeitraum von 15 Jahren beinhaltet. Dieser Zuschlag ist eines der Lose im Bieterverfahren für die vom spanischen Betreiber ausgeschriebenen Hochkapazitätszüge. Stadler schlägt vor, die Kapazität durch den Einsatz von Doppelstockwagen mit einer skalierbaren Länge von 100 bis 120 Metern und von 160 bis 240 Metern zu maximieren. Die Züge mit iberischer Spurweite werden auf Strecken mit 3-Kilovolt-Gleichstrom-Oberleitungen verkehren und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde erreichen. Sie werden im Nahverkehr in den größten spanischen Städten eingesetzt.

Dies ist der erste Auftrag von RENFE an Stadler. Sowohl das Engineering als auch die Produktion der Züge sollen im Stadler-Werk Valencia stattfinden. Der Vertrag soll eine Option für 44 weitere Einheiten und deren Wartung enthalten.

Iñigo Parra, CEO von Stadler Valencia, sagt: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung von RENFE und das Vertrauen in Stadler. In Spanien sollen neue Züge für den Einsatz im spanischen Nahverkehr entstehen – das erfüllt uns mit Stolz.“

Quelle: Stadler; Foto: Pixabay/Antonio Garcia Prats

Ausschreibung: Doppelspurausbau Lötschberg-Basistunnel

Die zweite Tunnelröhre des Lötschberg-Basistunnels soll bahntechnisch ausgebaut werden. Der Ausbau wird von der BLS nun öffentlich ausgeschrieben und soll 2016 in die Planung gehen.

Die Ausschreibung umfasst die Planungsarbeiten des 15 Kilometer langen Teilausbaus zwischen Mitholz und Ferden sowie als Option den Ausbau Ferden-Frutigen. Im Rahmen der FABI-Vorlage (Ausbauschritt 2025) hat die Bundesversammlung für diese Planungsarbeiten bereits Mittel bereitgestellt. Die entsprechenden Arbeiten werden von der BLS vorbereitet und sollen 2016 beginnen.

Der Halbstundentakt im Fernverkehr vom Mittelland ins Wallis wird erst möglich, wenn zumindest die 15 Rohbaukilometer bahntechnisch ausgebaut werden. Ein Vollausbau hat zusätzliche Vorteile: Er schafft beispielsweise mehr Spielraum bei der Fahrplangestaltung und ermöglicht erhebliche Einsparungen durch die Redimensionierung der Bergstrecke, die vom Güterverkehr weitgehend entlastet würde.

Quelle: BLS AG

www.bls.ch

Grafik Lötschberg-Basistunnel

Milliarden-Projekt RRX ist auf der Zielgeraden

Verkehrsverbünde aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen unter Führung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) wollen am 26. März 2015 den größten Nahverkehrsauftrag Deutschlands – den Rhein-Ruhr Express (RRX) – vergeben.

Der Rhein-Ruhr Express ist mit 15 Millionen Zugkilometern Deutschlands bedeutendstes Nahverkehrsprojekt. Die Aufträge für Fahrzeuge und den Betrieb belaufen sich auf etwa 4 Milliarden Euro. Die Besonderheit des Verfahren zeigt sich neben den beeindruckenden Zahlen aber insbesondere in dem innovativen Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, das das Team von Heuking Kühn Lüer Wojtek um die Vergaberechtsexpertin Dr. Ute Jasper mitentwickelt hat: „Die RRX-Vergaben setzen Nordrhein-Westfalen an die Spitze der innovativen Ausschreibungen im Öffentlichen Personennahverkehr. Die Investitionen werden erstmals nachhaltig nach den Gesamtkosten für Bau, Betrieb und Energie vergeben. Davon profitieren Fahrgäste, Steuerzahler und Umwelt.“

(Heuking Kühn Lüer Wojtek)

Heuking Kühn Lüer Wojtek begleitet Baden-Württemberg bei der Vergabe weiterer Nahverkehrsnetze

Ende Dezember 2014 hat Verkehrsminister Winfried Hermann weitere Ausschreibungen im Schienennahverkehr auf den Weg gebracht. Heuking Kühn Lüer Wojtek berät das Land Baden-Württemberg auch bei diesen Verfahren.

„Wir freuen uns, dass wir diese komplexen Projekte unterstützen dürfen und dass die von uns mitentwickelten Finanzierungsmodelle auch in Baden-Württemberg zu mehr Wettbewerb und zu niedrigeren Preisen führen“, kommentiert Dr. Ute Jasper, Vergabespezialistin bei Heuking Kühn Lüer Wojtek.

Bereits im Juli 2014 war die Ausschreibung der Stuttgarter Netze gestartet – mit großem Erfolg. Jetzt wurden die Netze Stuttgart-Ulm-Bodensee, Gäu-Murr, Donau-Ostalb und Breisgau-Ost-West bekannt gemacht. Insgesamt werden von 2014 bis 2016 Leistungen von 65 Mio. Zugkilometern ausgeschrieben.

Lieferantentreffen Straßen- und Schienenbau in Norwegen

Norwegen investiert derzeit massiv in Ausbau und Erneuerung seiner Verkehrsinfrastruktur. Auf dem Lieferantentreffen am 24. Oktober in München werden Marktchancen und Rahmenbedingungen für den Markteintritt für Bauunternehmen, Planungsbüros und Lieferanten in den Bereichen Bahntechnik, Schienen- und Straßenbau aus dem deutschsprachigen Raum dargestellt.

Für die kommenden Jahre sieht der nationale Transportplan 2014-2023 ein hohes Ausbautempo vor. In den nächsten zehn Jahren will die Regierung 75 Mrd. Euro für die Infrastruktur in Norwegen aufwenden. Das stellenweise stark veraltete und überlastete Schienennetz, der steigende Bedarf im Gütertransport sowie das starke Bevölkerungswachstum in den Ballungsgebieten machen staatliche Investitionen von mehreren hundert Millionen norwegischen Kronen jährlich notwendig. Eine gleichsam hohe Priorität genießt das Straßennetz, für das ebenfalls größere Neubauten sowie Instandhaltungsarbeiten von Straßen, Tunneln und Brücken anstehen.

Um den immensen Nachholbedarf bei Aus- und Neubau sowie die Herausforderungen in der Instandhaltung meistern zu können, werben die norwegischen Verkehrsbehörden aktiv um die Kompetenz und Kapazität ausländischer Bauunternehmen und Zulieferer. Mit Spitzentechnologie und termingerechten Bauleistungen haben Infrastrukturfirmen aus dem deutschsprachigen Raum gute Geschäftschancen in Norwegen.

Besonders attraktiv für interessierte Unternehmen ist die Anwesenheit der norwegischen Straßen- und Eisenbahnbehörden. Die staatlichen Unternehmen Statens Vegvesen und Jernbaneverket sind für den Ausbau und die Wartung der gesamten Straßen- und Schieneninfrastruktur Norwegens zuständig und somit zentrale Auftraggeber. Für die Teilnehmer besteht die Möglichkeit, individuelle Termine mit relevanten Ansprechpartnern der beiden Auftraggeber zu vereinbaren.

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich in elektronischer Form bis zum 10. Oktober über die Internetseite www.handelskammer.no.

Baden-Württemberg startet Ausschreibung für SPNV

Das Land Baden-Württemberg startete in der vergangenen Woche den der Teilnahmewettbewerb zur Erbringung von Eisenbahnverkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in dem Bundesland. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (MVI) veröffentlichte die Ausschreibung für die Übergangsverträge bis 2018 mit einem Verkehrsvolumen von rund 39 Millionen Zugkilometern im EU-Amtsblatt.

Bislang regelt der sogenannte „große Verkehrsvertrag“ mit der DB Regio AG aus dem Jahr 2003 welche Strecken in welchem Takt und mit welchem Zugtyp bedient werden. Dieser Vertrag umfasst annähernd 60 Prozent der landesbestellten Zugkilometer in Baden-Württemberg (s. Download). Hinzu kommt zeitgleich eine bundesweit hohe Anzahl an Vergaben im SPNV, welche die Chance auf Wettbewerb verringert.

Am Verhandlungsverfahren interessierte Unternehmen sind ab sofort aufgerufen, entsprechende Teilnahmeanträge bis zum 29. August 2014, 12:00 Uhr bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) einzureichen.

(MVI)

NEE / mofair: Deutsche Bahn fürchtet fairen Wettbewerb im SPNV in NRW

Nach Informationen der Verbände Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) und mofair hat sich Bahnchef Grube Presseberichten vom 13.6.2014 zufolge bei der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft über die Bedingungen beschwert, die der Ausschreibung des Rhein-Ruhr-Express (RRX) zugrunde liegen. Die Deutsche Bahn fürchtet, dass ihre Nahverkehrstochter DB Regio im Wettbewerb mit anderen Anbietern nicht bestehen könnte. Dann würden viele Bahnmitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Deshalb fordert sie, dass ihr Lohn- und Gehaltsniveau für alle Anbieter verbindlich vorgeschrieben wird und der Gewinner der Ausschreibung das Personal von DB Regio übernehmen muss. Ferner möchte sie die Entscheidung nicht akzeptieren, dass Fahrzeuge und deren Wartung getrennt von dem eigentlichen Zugbetrieb ausgeschrieben werden.

Mit diesen Forderungen zeige Grube deutlich, dass es ihm nach wie nicht um fairen Wettbewerb gehe, kommentierte Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der wettbewerblichen Verkehrsunternehmen auf Schiene und Straße, das widersprüchliche Vorgehen der Deutschen Bahn. „Vor wenigen Tagen lobte er bei Vorstellung des DB-Wettbewerbsberichts noch die wettbewerbsfreundliche Haltung der DB. Aber wenn es darauf ankommt, setzt er persönlich die Politik unter Druck, um zu erreichen, dass der Wettbewerb zu seinen Bedingungen veranstaltet wird“, so Meyer.

(NEE/mofair)

Nasa: Halle (Saale) – Goslar künftig ohne Neigetechnik

Schnelle Zugverbindungen von Halle (Saale) in den Nordharz sollen künftig von Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt betrieben werden, teilte die landeseigene Nahverkehrsservicegesellschaft Nasa heute mit. Mit dem Ende des Betriebs durch den derzeitigen Betreiber DB Regio AG endet zugleich die Zeit der Neigetechnikzüge in Sachsen-Anhalt.

Eingeführt werde ein neues Fahrplankonzept mit einem schnellen Stundentakt zwischen Halle und Halberstadt, erklärt  Nasa-Geschäftsführer Rüdiger Malter. „Die Vorteile des besser nutzbaren stündlichen Angebots überwiegen aus unserer Sicht die zehn Minuten Fahrzeitverlust zum Neigetechnikfahrplan.“

Nach Beschluss des Aufsichtsrates der NASA GmbH sowie der Verbandsversammlung des ebenfalls beteiligten Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) werden zunächst die unterlegenen Bieter informiert, bevor nach einer zehntägigen Wartefrist der Zuschlag erteilt werden kann.   

Der Auftrag sieht eine Vertragslaufzeit von zwei Jahren vor (Dezember 2015 bis Dezember 2017) – mit einer Option auf Verlängerung um ein Jahr bis Dezember 2018, die voraussichtlich genutzt werden soll. Das Leistungsvolumen beträgt etwa eine Million Zugkilometer. Es handelt sich um eine Übergangsvergabe zur Anpassung von Vertragslaufzeiten. Die Linie wird ab Dezember 2018 Bestandteil des „Dieselnetzes Sachsen-Anhalt“, das noch in diesem Jahr europaweit ausgeschrieben wird.   

 (Nasa)

LNVG schreibt Teilnetz Weser-Ems aus

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) hat SPNV-Leistungen  im Teilnetz Weser-Ems im Europäischen Amtblatt ausgeschrieben. Die Ausschreibung umfasst im Einzelnen die Linien RE 18 Osnabrück – Oldenburg – Wilhelmshaven, RB 58 Osnabrück – Vechta – Bremen, RB 59 Wilhelmshaven – Sande – Esens, RE 19 Wilhelmshaven – Oldenburg – Bremen.

Die Vertragslaufzeit für die Netze beträgt laut Ausschreibung 10 Jahre zzgl. einer Verlängerungsoption um bis zu zwei weitere Jahre und beginnt mit dem internationalen Fahrplanwechsel im Dezember 2016. Für die Leistungserbringung werden die einzusetzenden Fahrzeuge von der LNVG beigestellt.

Zur Ausschreibung im Europäischen Amtsblatt

(TED)

cantus gewinnt SPNV-Ausschreibung in Hessen

Die cantus Verkehrsgesellschaft, ein Gemeinschaftsunternehmen von BeNEX und Hessischer Landesbahn, wird auch künftig die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Netz Nordost-Hessen erbringen. Den Zuschlag erhielt cantus aufgrund des wirtschaftlichsten Angebotes in dem europaweiten Ausschreibungsverfahren, teilt das Unternehmen heute mit.

Seit Ende 2006 betreibt cantus den SPNV im Nordost-Hessen-Netz mit vier Regionalbahnlinien zwischen Kassel, Göttingen, Bebra, Fulda und Eisenach. Der neue Verkehrsvertrag umfasst weiterhin 3,9 Millionen Zugkilometer pro Jahr und hat eine Laufzeit bis Ende des Jahres 2031. Auch künftig handelt es sich hierbei um einen Bruttovertrag mit Anreizsystem. Die heute schon in Betrieb befindlichen insgesamt 21 FLIRT-Triebfahrzeuge von Stadler werden weiterverwendet.

(BeNEX)