PriMa Express 3/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Bundesnetzagentur sät Zweifel an der Höhe der Corona-Schäden der DB
  • Bahnindustrie: Bombardier Transportation ist jetzt Geschichte
  • Infrastruktur: Vorentscheidung über Brennerzulauf-Trassen
  • Güterverkehr: Dellner nun mit zwei Kupplungen in DAK-Auswahl
  • Medien: Wie eine Pressemitteilung im Chaos endete

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Abschluss der Übernahme von Bombardier Transportation durch Alstom

Alstom gibt den Abschluss der Übernahme von Bombardier Transportation bekannt. Auf Grundlage seiner klaren Alstom in Motion-Strategie sowie der soliden operativen Grundlagen und finanziellen Entwicklung wird Alstom seine Führungsposition auf dem wachsenden Markt für nachhaltige Mobilität mit diesem Schritt ausbauen. Durch die Integration von Bombardier Transportation baut der Konzern seine globale Reichweite aus und ergänzt sein bestehendes Portfolio um weitere innovative Produkte und Lösungen.

Der erweiterte Konzern hat einen kombinierten Pro-forma-Umsatz von rund 15,7 Mrd. € und einen Auftragsbestand von insgesamt 71,1 Mrd. €. Er beschäftigt 75.000 Mitarbeiter in 70 Ländern weltweit, kann auf beispiellose Kapazitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung zugreifen und bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio aus bahntechnischen Produkten und Lösungen.

„Heute ist ein besonderer Tag für Alstom und den globalen Mobilitätssektor, denn durch die Übernahme von Bombardier Transportation entsteht ein neues weltweit führendes Unternehmen im Bereich der smarten und nachhaltigen Mobilität. Die Welt muss sich heute stärker denn je für einen tiefgreifenden ökologischen und gesellschaftlichen Wandel einsetzen, um die erheblichen Herausforderungen der Urbanisierung, des gleichberechtigten Zugangs zu Wirtschaftswachstum und des Klimawandels zu bewältigen. Als unverzichtbarer Bestandteil des modernen Berufs- und Gesellschaftslebens, aber auch mit erheblichen Umweltauswirkungen spielt der Verkehrssektor dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit unseren 75.000 Mitarbeitern besteht unsere Verantwortung bei Alstom darin, unsere gebündelten Kräfte zu nutzen, um den Weg für diesen notwendigen Wandel zu ebnen. Wir tragen die Verantwortung, der Welt die Innovationen bereitzustellen, die erforderlich sind, um diese extremen Herausforderungen zu bewältigen. Zudem verpflichten wir uns, allen Menschen weltweit Zugang zu hochwertigen und effizienten Mobilitätslösungen zu geben, damit sie zur Arbeit kommen oder Freunde und Verwandte besuchen können. Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, den Planeten für nachfolgende Generationen zu schützen.“

Henri Poupart-Lafarge, Chairman und CEO von Alstom

Neuer Weltmarktführer im Bereich der smarten und nachhaltigen Mobilität
Der Markt für Bahntechnik wird von wesentlichen Wachstumstreibern gestützt. Dazu gehören die beschleunigte Urbanisierung, öffentliche Investitionsstrategien und die weltweite Förderung der nachhaltigen und digitalen Transformation von Verkehrssystemen. Trotz der aktuellen Pandemie unterstreichen die jüngst angekündigten staatlichen Subventionen eindeutig, dass die Förderung der nachhaltigen Mobilität und speziell des Schienenverkehrs langfristig Priorität haben wird. Der Bahntechnik-Markt wird bis 2025 voraussichtlich jährlich um 2,3 Prozent wachsen.

Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen mit ihren sich ergänzenden Kundenstämmen ist die neue Gruppe in allen Regionen bestens aufgestellt, um ihren Kunden weltweit zu dienen. Während Alstom bereits einen festen Kundenstamm in Frankreich, Italien, Spanien, Indien, Südostasien, Nordafrika und Brasilien hat, führt der Zusammenschluss mit Bombardier Transportation zu einer stärkeren Kundennähe in strategischen Märkten wie Großbritannien, Deutschland, den Nordischen Ländern, China und Nordamerika. Insbesondere in Europa und Nordamerika, die rund 75 Prozent des Gesamtmarktumfangs für OEM ausmachen, ist die Gruppe jetzt besonders stark vertreten.

Wie angekündigt, wird das operative Geschäft in der Region vom neuen Hauptsitz von Alstom Amerika in Montreal, Quebec, geführt. Zudem ist ein Centre of Excellence für Design und Engineering geplant, das von den Stärken Quebecs in den Bereichen Innovation und nachhaltige Mobilität profitieren wird. Alstom wird seinen Kunden noch näher sein und sein weltweites Know-how im Mobilitätsbereich nutzen, um ihnen die besten und passendsten Mobilitätslösungen bereitzustellen.

Umfassendes Portfolio aus Bahntechnik-Produkten und -Lösungen sowie erweiterte Produktlinien
Die Gruppe beliefert Mobilitätsunternehmen und Betreiber von Mobilitätsnetzwerken mit Produkten und Lösungen entlang der gesamten Bahntechnik-Wertschöpfungskette. Im Zuge der Integration von Bombardier Transportation verfügt Alstom über das umfangreichste Portfolio für Bahntechnik. Im Segment Schienenfahrzeuge reicht das Angebot von Nahverkehrs- und Regionalzügen bis zu Hochgeschwindigkeitszügen und umfasst zudem neue strategische Produkte wie People Mover und Einschienenbahnen. Im Servicesegment steht der Gruppe künftig ein größeres Netzwerk aus Wartungsanlagen sowie erweiterte Kapazitäten für die prädiktive Instandhaltung bereit. Mit einer Flotte aus 150.000 Schienenfahrzeugen verfügt Alstom zudem über die weltweit größte installierte Basis und legt damit den Grundstein, um seine Führungsposition im Servicebereich auszubauen. Auch das Signaltechniksegment wächst durch die Übernahme technischer und kommerzieller Kapazitäten auf sich ergänzenden strategischen Märkten und steigt somit weltweit zur Nummer 2 in puncto Umsatz auf.

Größere globale Reichweite durch Zugang strategischer Standorte
Die Gruppe erweitert ihre globale Präsenz um weitere strategische Industriestandorte zu einem wettbewerbsfähigen Footprint, der sich sowohl auf gesättigte Märkte wie Westeuropa, Nordamerika und Australien als auch auf Wachstumsmärkte wie Osteuropa, Mexiko und Indien erstreckt. Bombardier Transportation unterhält Kompetenzzentren für Lokomotiven und Drehgestelle in Deutschland, für Einschienenbahnen und People Mover in Kanada, für Vorort- und Regionalbahnen in Frankreich und Großbritannien, für Antriebe in Schweden sowie Engineering-Zentren in Best Cost Countries wie Thailand. Außerdem bringt das Unternehmen sieben etablierte Joint Ventures in China mit. Durch diese unmittelbaren strategischen Zugänge zum diversifizierten weltweiten Netzwerk von Alstom erweitert der Konzern seine industrielle Kompetenz und ist zugleich näher an seinen Kunden.

Beispiellose F&E-Kapazitäten für nachhaltige und smarte Mobilität Alstom gehört bereits jetzt zu den Vorreitern im Mobilitätsektor – mit führenden Innovationen wie dem kürzlich vorgestellten Wasserstoffzug, automatisiertes Fahren im Schienenverkehr, energieeffiziente Schienenfahrzeuge und Bahninfrastrukturen. Durch die Bündelung von rund 17.500 Ingenieuren und F&E-Experten aus beiden Unternehmen, einen umfangreichen Pool aus 10.000 Patenten und die Integration erheblicher zusätzlicher Technologien von Bombardier Transportation – beispielsweise in den Bereichen prädiktive Instandhaltung, Signaltechnik und digitalen Betrieb –kann die Gruppe Lösungen schneller und im größeren Maßstab entwickeln, um die Mobilität der Zukunft zu realisieren. Alstom hat einen weiteren wichtigen Schritt getan, um zum weltweiten Innovationsführer für nachhaltige und smarte Mobilität aufzusteigen.

Schaffung von langfristigen Werten für alle Stakeholder bestätigt Kunden und Fahrgäste profitieren von der Nähe der Alstom-Angestellten und Alstom-Standorte, von einer unerreichten Innovationsfähigkeit, einem umfassenden Portfolio von Bahntechnikprodukten und -lösungen und einer Verpflichtung zu effizienter Auslieferung.

Die Angestellten von Bombardier Transportation gehören ab dem 29. Januar 2021 zur Alstom-Gruppe. Diese neuen Talente werden Alstoms Profil auf allen Ebenen bereichern und mit den Alstom-Angestellten ein agiles, inklusives und verantwortungsvolles Team bilden.

Die Eisenbahn ist das motorisierte Transportmittel mit den niedrigsten CO2-Emissionen. Daher verfolgt die Gruppe wie nie zuvor das Ziel, Mobilität zu dekarbonisieren. Alstom bekräftigt erneut sein Engagement, an seinen Standorten einen positiven Einfluss auszuüben, Angestellten die beste Arbeitsumgebung und -erfahrung zu bieten und in puncto verantwortlicher Geschäftstätigkeit die höchsten Standards zu erfüllen.

Alstom bleibt bei seinem Ziel, auf Basis der jährlichen Ergebnisse bis zum vierten oder fünften Jahr Kostensynergien in Höhe von 400 Mio. € pro Jahr zu generieren und die Gewinnspanne von Bombardier Transportation mittelfristig wieder auf einen Standardwert zu bringen. Es wird erwartet, dass die Transaktion ab dem 2. Jahr nach Übernahmestichtag einen zweistelligen Gewinnzuwachs pro Aktie mit sich bringt und Alstoms starkes Bonitätsprofil mit einem Baa2-Rating bewahrt.

Aktienbesitz und Unternehmensführung: ein neuer Hauptaktionär mit langfristigem Investmentansatz
CDPQ (Caisse de dépôt et placement du Québec) wird heute Alstoms Hauptaktionär mit 17,5 % von Alstoms Aktienkapital. CDPQ verfolgt einen langfristigen Aktionärsansatz mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz bei Investitionen in Infrastruktur- und Transportunternehmen. Bouygues hält jetzt ca. 6 % von Alstoms Aktienkapital. In Übereinstimmung mit den von der Alstom-Aktionärsversammlung am 29. Oktober 2020 angenommenen Beschlüssen sind Frau Kim Thomassin, als Vertreterin für CDPQ, und Herr Serge Godin heute in den Aufsichtsrat von Alstom eingetreten. Herr Benoit Raillard wurde auf Vorschlag von CDPQ vom Alstom-Aufsichtsrat zum Beobachter (censeur) ernannt.

Preis und Finanzierung
Der Referenzpreis wurde mit 5,5 Mrd. € festgelegt und befindet sich damit am unteren Ende der am 16. September 2020 kommunizierten Spanne von 5,5 Mrd. € bis 5,9 Mrd. €. Der Verkaufserlös der Übernahme wurde auf 4,4 Mrd. € festgelegt; darin enthalten ist die Auswirkung des Mechanismus zur Anpassung der Mindestbarmittel, der auf einer negativen Nettoliquidität von Bombardier Transportation per 31. Dezember 2020 basiert sowie auf weiteren vertraglichen Anpassungen zu einem Betrag von 1,1 Mrd. €.

Die Übernahme wurde finanziert durch die Emission von Bezugsrechten in Höhe von ca. 2 Mrd. €, die am 7. Dezember 2020 abgeschlossen wurde, und teilweise durch die Ausgabe erstrangiger Schuldverschreibungen in Höhe von 750 Mio. €, die am 11. Januar 2021 abgeschlossen war, und durch die Erhöhung des reservierten Kapitals zugunsten der Partner von CDPQ und Bombardier Inc. in einem Gesamtumfang von 2,6 Mrd. € bzw. 500 Mio. €, die heute als Teil des Transaktionsabschlusses vollendet wurde.

Nächste Schritte
Alstom wird den Verkauf bestimmter Assets der kombinierten Gruppe fortsetzen und abschließen, in Übereinstimmung mit den Verpflichtungen, die in der Presseerklärung der Europäischen Kommission vom

31. Juli 2020 beschrieben sind. Die Veräußerungen werden im Einklang mit allen anwendbaren gesellschaftlichen Prozessen und unter Einbeziehung der Angestelltenvertretungen erfolgen. Alstom wird im Sommer einen Kapitalmarkttag veranstalten.

Quelle: Alstom; Foto: Pixabay.com

Nur 18 von 29 Fahrzeugen: Weiterer Lieferverzug für das Netz Neckartal

Das Bahnunternehmen Abellio hat im Auftrag des Landes Baden-Württemberg insgesamt 52 Talent 2-Triebfahrzeuge für das Stuttgarter Netz/Neckartal bei Zughersteller Bombardier Transportation (BT) bestellt. Im Liefervertrag ist eine Übergabe dieser Fahrzeuge in drei Stufen vorgesehen – orientiert an den Betriebsaufnahmen von Abellio im Streckennetz. Doch das kanadische Bahnindustrieunternehmen hängt bei der Fahrzeugproduktion beträchtlich hinterher. Nach mehreren nicht gehaltenen Lieferzusagen ist Bombardier Abellio aktuell noch 22 Fahrzeuge schuldig. Insgesamt 41 Züge sollten bis Dezember 2019 schon ausgeliefert sein, doch nur 19 Fahrzeuge sind es bislang tatsächlich. In Ermangelung von Neufahrzeugen ist Abellio seit der ersten Betriebsstufe im Juni 2019 gezwungen, ein Ersatzkonzept mit Leihzügen anderer Anbieter zu fahren.

Seit November 2019 verspricht Bombardier nun eine vollständige Nachlieferung der fehlenden 22 Züge bis zum 14. Juni 2020 – dem Starttermin der dritten Betriebsstufe von Abellio. Zudem sollen bis dahin vertragsgemäß weitere sieben Züge an Abellio übergeben werden. In Summe sind das 29 Neufahrzeuge. Der neueste Lieferplan (der eigentlich schon für Ende Januar zugesagt war aber erst seit wenigen Tagen final vorliegt) macht jedoch deutlich, dass bis zum Stichtag nur insgesamt 18 Fahrzeuge übergeben werden können. Auch die betrieblich notwendige Teilzulassung der Züge in Dreifach- und Mischtraktion, die im Dezember 2019 hätte vorliegen müssen, wird sich weiter nach hinten verschieben.

Da Abellio den erneuten Wortbruch von Bombardier bereits Ende Januar vorhersah, wird − unterstützt durch das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg − schon seit Wochen an einem neuen Ersatzkonzept gearbeitet. Dieses soll ab Juni 2020 umgesetzt werden und − unter Einsatz weiterer Leihfahrzeuge − einen stabilen Fahrbetrieb auf den aktuellen und noch hinzukommenden Linien von Abellio im Netz Neckartal ermöglichen. Insbesondere die verspätete Zulassung durch Bombardier stellt dabei eine große betriebliche Herausforderung dar.

Da die Genehmigung zum Kuppeln drei artgleicher und mehrerer unterschiedlicher Zugeinheiten zum Start der dritten Betriebsphase fehlt, kann Abellio die vorhandenen Neufahrzeuge zunächst nicht auf allen Strecken zum Einsatz bringen. Dadurch, und weil zahlreiche Neufahrzeuge fehlen, muss das komplette Betriebskonzept neu geplant werden. In Folge dessen entsteht für Abellio ein Mehrbedarf, sowohl an Ersatzfahrzeugen, als auch an Fahrpersonal. Zudem müssen die Neufahrzeuge nach Erhalt der Zulassung noch einmal sukzessive aus dem Verkehr genommen werden, um ein für die Zugkupplung notwendiges Software-Update durchführen zu können.

„Die erneute Unzuverlässigkeit von Bombardier bedeutet für uns einen immensen planerischen und finanziellen Mehraufwand. Der gesamte Zugverkehr im Netz Neckartal muss neu gedacht, geplant und umgesetzt werden − mit mehr Fahrzeugen verschiedener Baureihen und mehr Personal. Wir sehen uns erneut mit einer echten Mammutaufgabe konfrontiert, die wir aber auch dieses Mal bewältigen werden. Oberste Priorität hat für uns die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebes für unsere Fahrgäste“, sagte Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH.

Die Fahrzeugzulassung in Dreifach- und Mischtraktion beabsichtigt Bombardier nun bis Mitte Juni zu realisieren. Alle 52 Fahrzeuge der Abellio-Flotte verspricht der Hersteller bis September dieses Jahres ausgeliefert zu haben ─ so der aktuelle Planungsstand.

Quelle: ABRB; Foto: Bombardier

Niedersachsen modernisiert rollendes Material

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) will kräftig in die technische und optische Modernisierung ihrer Zugflotte investieren. Mit Bombardier Transportation hat sie jetzt einen Vertrag zur Modernisierung von insgesamt 88 Doppelstockwagen, Elektro-und Diesellokomotiven unterzeichnet. Der Auftragswert erreicht rund 80 Millionen Euro. Die LNVG läutet damit eine weitreichende Modernisierung ihres 383 Schienenfahrzeuge umfassenden Pools ein. Bis 2026 sollen weitere 169 Doppelstockwagen von Grund auf modernisiert werden, teilte die 100-prozentige Landestochter  in Hannover mit. Dazu will sie 2019 einen europaweiten Ausschreibungswettbewerb starten. Welcher Dienstleister den Zuschlag erhält, entscheidet sich im Frühjahr 2021.

Handschlag in Hannover: Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG -Geschäftsführung, und Michael Fohrer, Deutschland-Chef von Bombardier, nach der Vertragsunterzeichnung in Hannover.
Foto: LNVG/Kolmer

Weltpremiere: Bombardier Transportation präsentiert neuen Batteriezug

Emissionsfrei, energieeffizient und geräuscharm – mit diesen Merkmalen punktet der neue Batteriezug von Bombardier Transportation, der heute erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Eine gemeinsame Jungfernfahrt mit dem elektrohybriden Zug vom Typ TALENT 3 war das Highlight der Presseveranstaltung am Bombardier-Standort in Hennigsdorf. Unter den Gästen waren Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, sowie Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider.

Der neue Batteriezug ist der erste seiner Art, der in den vergangenen 60 Jahren für Deutschland entwickelt wurde. Er fährt abgasfrei und setzt mit Spitzenwerten von 90 Prozent in den Bereichen Wirkungsgrad und Recycelbarkeit die Standards für smarte Mobilität. Zudem ist er etwa um die Hälfte leiser als moderne Dieselzüge. Laut einer Vergleichsstudie der TU Dresden hat der Batterietriebzug auch bei der Gesamtkostenbetrachtung über die komplette Laufzeit von 30 Jahren deutlich die Nase vorn.  „Mit unserem neuen Batteriezug setzen wir eine echte Innovation auf die Schiene“, so Michael Fohrer, Deutschlandchef von Bombardier Transportation.

Generell ist die Perspektive für den Batteriezug positiv. Die Reichweite wächst proportional zur kontinuierlichen Leistungssteigerung neuer Batterieentwicklungen. Der aktuelle Prototyp ist mit vier BOMBARDIER MITRAC Traktionsbatterien ausgestattet und kann Strecken von rund 40 Kilometern zurücklegen – 2019 kann die nächste Fahrzeuggeneration des Batteriezuges schon nicht elektrifizierte Strecken bis zu 100 Kilometern befahren. Die DB startet 2019 in der Region Alb-Bodensee mit dem aktuellen Prototypen einen zwölfmonatigen Testbetrieb mit Fahrgästen.

Die Entwicklung des Batteriezuges wird im Rahmen eines Innovationsprogramms für Elektromobilität mit vier Millionen Euro von der Bundesregierung gefördert. Zu den Projektpartnern zählen die DB Regio-Tochtergesellschaft DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und die TU Berlin.

Foto: Bombardier

Bombardier liefert bis zu 50 TRAXX-MS3-Lokomotiven an CD Cargo

 

Bombardier Transportation und CD Cargo, die Frachttochtergesellschaft der Tschechischen Eisenbahn, haben einen Kaufvertrag über bis zu 50 TRAXX-Mehrsystem-Lokomotiven der neuesten Generation unterzeichnet. Dieser erste Abrufauftrag umfasst 10 TRAXX-MS3-Lokomotiven.

Bombardiers TRAXX-MS3-Lokomotive für die CD Cargo; Foto: Bombardier Transportation

Die TRAXX MS3 ist derzeit die einzige Mehrsystem-Lokomotive auf dem Markt mit einer Last-Mile-Funktion, durch die sich nicht-elektrifizierte Streckenabschnitte – wie sie in Häfen oder Frachtterminals zu finden sind – einfach überbrücken lassen. Diese neue Mehrsystem-Lokomotive ist mit der neuesten Version des europäischen Zugsicherungssystems ETCS, Baseline 3, ausgestattet.

Mit diesem neuen Auftrag wurden bereits 54 moderne interoperable Mehrsystem-Lokomotiven von tschechischen Kunden bestellt. Die ersten zehn Lokomotiven von CD Cargo werden für den Fracht- und Personenverkehr in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn eingesetzt, während die Einsatzfähigkeit der Flotte auf Slowenien und Kroatien ausgedehnt wird. Die Lokomotiven werden am Bombardier-Standort in Kassel montiert, wobei die Wagenkästen aus Wrocław in Polen stammen und die Drehgestelle in Siegen produziert werden.

TU Berlin, Bombardier und VVO untersuchen gemeinsam alternative Antriebe für Dieselnetze in Sachsen

In einer Pressemitteilung des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) wird mitgeteilt, dass TU Berlin, Bombardier und VVO gemeinsam umfasst vier Nebenstrecken ab Dresden in die Westlausitz, ins Osterzgebirge und in die Sächsische Schweiz untersuchen, die derzeit noch mit dieselbetriebenen Zügen befahren werden.  Derzeit sind dort Triebwagen des Typs Desiro im Einsatz. In Vorbereitung der Neuvergabe des Netzes ab 2024 wird untersucht, ob der Einsatz von einem batterieelektrischen Antrieben auf diesen nicht oder nur teilweise elektrifizierten Strecken möglich ist.

Der TALENT 3 Batterietriebzug (BEMU, von „Battery Electrical Multiple Unit“) von Bombardier kann unter Oberleitung als Elektrotriebzug und auf oberleitungsfreien Strecken im Batteriebetrieb fahren und so Dieseltriebzüge ersetzen.

Die Talent 3 sind als DualPowerTriebzüge einmal mit rein elektrischem (Oberleitung und Batterie) und zum anderen mit Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet. Foto: Bombardier Transportation

„Da der Streckenabschnitt Heidenau – Dresden-Klotzsche bereits elektrifiziert ist, kann der Einsatz solcher Fahrzeuge sinnvoll sein“, erläutert Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. „Zudem strebt der Freistaat Sachsen in der Zukunft einen weiteren Ausbau der Elektrifizierung an.“ Die nun beauftragte Machbarkeitsstudie prüft daher die Wirtschaftlichkeit der neuen Technologie und die mögliche Umsetzung.

Der VVO hat die TU Berlin und Bombardier mit der Untersuchung beauftragt, da diese bereits umfangreiche Erfahrungen mit batterieelektrischen Antrieben gesammelt haben. „Im Rahmen des Projektes BEMU fördern das Bundesverkehrsministerium und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie die enge Koperation zwischen den Fachgebieten „Schienenfahrwege und Bahnbetrieb“ sowie „Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik“ und Bombardier Transportation“, erläutert Professor Dr. Dietmar Göhlich von der TU Berlin.

Die Partner gehen davon aus, dass die Ergebnisse über eine mögliche Umsetzung im Februar 2019 vorliegen.

RheinCargo lädt zum Tag der Offenen Tür

Lokomotiven üben nicht nur auf Kinder eine große Faszination aus. Wer gerne einmal auf einen Führerstand klettern oder sogar mit in einer Lok fahren möchte, hat bald dazu die Gelegenheit: Die RheinCargo lädt am 9. September 2018 zur Tag der Offenen Tür in das Bahnbetriebswerk Brühl ein.

Das erwartet die Besucher unter anderem: Bei einer großen Lok-Parade werden rund 15 unterschiedliche Lokomotiven der RheinCargo ausgestellt, die von außen und innen besichtigt werden können. Von der modernen E-Lok über die Großdiesellok amerikanischer Bauart bis zur Rangierlok sind alle Leistungsklassen und Generationen vertreten. Halbstündig werden Führerstand-Mitfahrten angeboten. Einmal pro Stunde findet eine Führung durch die Lokwerk-statt der HGK statt.

Auch diese Bombardier-Lokomotiven vom Typ TRAXX AC3 werden zu sehen sein. Foto: Bombardier/Heiko Meyer

Auch der neue Fahrsimulator, den die RheinCargo zu Schulungs- und Ausbildungszwecken angeschafft hat, wird im Einsatz sein. Hier können Besucher virtuell erleben, was es heißt, ein Triebfahrzeug mit 7000 PS oder mehr über verschiedene Strecken zu steuern.

Der Tag der Offenen Tür richtet sich dabei an die ganze Familie. Wer sich für den Beruf des Triebfahrzeugführers/Triebfahrzeugführerinn oder andere Bahnberufe interessiert, kann sich an einem Stand der Personalabteilung oder von den Lokführern vor Ort mit Informationen aus erster Hand versorgen und einen kleinen Einblick das Arbeitsleben erhalten. Für Kinder wird es zahlreiche weitere Attraktionen geben.

Veranstaltungszeitraum: 9. September 2018, 11 bis 18 Uhr Adresse: HGK / RheinCargo, Am Volkspark, 50312 Brühl Vochem.

Quelle: Pressemeldung RheinCargo

Bombardier stellte TRAXX 3 vor

Bombardier Transportation hat am 4. Juli 2018 in Kassel seine neue Plattform BOMBARDIER TRAXX 3 vorgestellt. Bei dieser Veranstaltung nahmen mehr als 100 der führenden europäischen Transportunternehmen und weitere Stakeholder die Gelegenheit wahr, sich eingehend über die drei verschiedenen Ausführungen der TRAXX-Lokomotivenplattform zu informieren.

 

 

Zur Verbesserung der Planungseffizienz und zur Gewährleistung eines möglichst wirtschaftlichen Betriebs fanden bei der Auslegung der TRAXX 3-Plattform die neuesten digitalen Instandhaltungslösungen der Güterverkehrsbranche Berücksichtigung. Intelligente Plattformen auf Grundlage von zustandsabhängiger Wartung, Big Data und IoT-Technologie korrelieren Daten, die aus dem Fahrzeug und der Bahninfrastruktur stammen, um den Fahrzeugzustand in Echtzeit zu überwachen, erforderliche Wartungsmaßnahmen vorherzusagen und damit die maximale Leistung und Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte zu gewährleisten.

Foto: Bombardier Transportation

Bombardier liefert Talent-3-Züge nach Tirol

Bombardier Transportation und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben am 29. Juni 2018 eine Abrufbestellung für die Lieferung von 25 BOMBARDIER TALENT 3-Zügen unterzeichnet. Dieser zweite Abruf basiert auf einem Rahmenvertrag über 300 Züge aus dem Jahr 2016. Der Gesamtwert dieser Bestellung beläuft sich auf rund 188 Millionen. Dieser Abruf enthält eine Option für weitere fünf Züge.

 

Ein Talent-3-Zug im Einsatz in Tirol.

 

Von den 25 neuen sechsteiligen Elektrotriebzügen werden 19 Fahrzeuge in Tirol eingesetzt. In Südtirol, und damit im grenzüberschreitendem Verkehr nach Italien, kommen sechs Züge zum Einsatz. Dadurch werden die Mobilitätsangebote auf den wichtigen Verbindungen zwischen ländlichen und städtischen Gebieten in der österreichischen Region Tirol sowie im italienischen Südtirol gestärkt. Die Auslieferung der Züge für Tirol ist für 2020 geplant. Die für Südtirol ist für 2021 vorgesehen.