Eisenbahnbrücke Eurasia steht: Millionen Schutzmasken aus China in Deutschland eingetroffen

Die erste Großlieferung mit Millionen Masken und weiterer Schutzausrüstung hat über die „Eisenbahnbrücke Eurasia“ den Seehafen Rostock erreicht. An Bord: vier Container mit allein 7,4 Millionen Schutzmasken für Deutschland sowie sechs weitere Container mit dringend benötigter Schutzausrüstung für Italien. Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand Güterverkehr, hat die Ladung heute im Hafen in Empfang genommen.

DB-Chef Dr. Richard Lutz: „Ich freue mich, dass wir die Bundesregierung im Kampf gegen das Corona-Virus unterstützen können. Auf Initiative von Verkehrsminister Andreas Scheuer transportieren wir nun auch verstärkt Schutzartikel umweltfreundlich per Schiene. Gerne stellen wir unser Fachwissen im Einkauf und das internationale Logistiknetzwerk von DB Schenker und DB Cargo zur Verfügung, um bei der Versorgung zu helfen.“

Für Vertrieb und Logistik sorgen DB Cargo und DB Schenker mit kombinierten Leistungen. In nur zwölf Tagen geht es vom Terminal im chinesischen Xi’an per Zug über Kasachstan und Russland nach Kaliningrad – insgesamt über 10.000 Kilometer Bahnstrecke. Von Kaliningrad aus gelangen die Container per Schiff nach Rostock, wo sie dann weiter per Schiene nach Duisburg beziehungsweise Verona verteilt werden. Von den Terminals dort liefern LKW die Ware zum jeweiligen Endziel. Damit erfolgt die komplette Tür-zu-Tür-Lieferung inklusive Verpackung, Verzollung und Dokumentation für den Kunden aus einer Hand.

Die Deutsche Bahn hilft der Bundesregierung außerdem bei der Beschaffung von bis zu 50 Millionen Mundschutz-Masken der Klasse FFP2 aus China. Die Transporte mit den in deutschen Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen dringend benötigten Masken zum Schutz vor Corona-Viren sollen künftig ebenfalls auch per Zug nach Deutschland rollen.

Die Transporte per Schiene haben gegenüber der Luftfracht aus China zahlreiche Vorteile. Sie lassen sich wesentlich kostengünstiger und klimafreundlicher abwickeln. Allein der CO2-Ausstoß ist im Vergleich zehnmal geringer.

Quelle/Foto: Deutsche Bahn AG

OVG erklärt Rechtsstreit um Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona für beendet

Nach der im Februar am Verhandlungstisch unter Moderation von Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel zwischen dem Verkehrsclub Deutschland Nord e.V. (VCD), der Freien und Hansestadt Hamburg und der Deutschen Bahn AG (DB) erzielten Einigung zur Bahnhofsverlegung hatte die alte und neue Hamburgische Bürgerschaft den verabredeten Maßnahmen zur Projektgestaltung zugestimmt. Ein unabhängiges Ingenieurbüro hatte bestätigt, dass der neue Bahnhof am Diebsteich die geforderten bis zu 31 Züge pro Stunde bewältigen kann und damit für die Zukunft des Bahnverkehrs ausreichend robust geplant wird. Im Anschluss hatten VCD, Stadt und DB den Vergleich verbindlich angenommen. Mit der nun erfolgten Bestätigung des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) ist der Rechtsstreit endgültig beendet.

Erster Spatenstich für Frühjahr 2021 geplant

Für Herbst plant die DB bauvorbereitende Maßnahmen in Form von Vegetationsarbeiten sowie Säuberung und Rückbau noch bestehender Gleisanlagen im Postgleistrog. Dieser wird im Anschluss mit Sand und Kies verfüllt. In diesem Bereich wird das künftige Gleis der S-Bahn verlegt. Im geplanten Baufeld werden Gebäude, Signaltechnik, Kabelschächte und -kanäle, die keinen Einfluss auf den Bahnbetrieb haben, zurückgebaut. Zudem werden Baustelleneinrichtungsflächen geschaffen und als zentraler Bestandteil der Logistik der DB an das Schienennetz angeschlossen. Der erste Spatenstich ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Bei der Verlegung des Regional- und Fernbahnhofs bleibt der S-Bahnhof Altona unverändert erhalten.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Nach Zustimmung der Bürgerschaft habe ich für die Stadt formell den Beitritt zum Vergleich erklärt. Mit der erfolgten Zustimmung des EisenbahnBundesamtes wird die Einigung nun wirksam und der Rechtsstreit ist nun formell beendet. Wir haben uns gemeinsam entschieden, uns nicht vor Gericht zu streiten, sondern ambitioniert die Schienenverkehrsentwicklung in und um Altona gemeinsam anzupacken. Die Partner der Verständigung werden auch die nächsten Schritte eng abstimmen – insbesondere die Initiierung des geplanten Dialogforums. Vor uns liegt eine Dekade, in der für das System Schiene in Hamburg die Weichen richtig gestellt sind.“

Azzeddine Brahimi, Leiter Großprojekt Hamburg-Altona der Deutschen Bahn: „Wir haben nun amtlich und damit rechtsverbindlich grünes Licht für die Verlegung des Regional- und Fernbahnhofs Altona. Mit der Verlegung des Bahnhofs können wir Altona und den gesamten Hamburger Westen erheblich besser als bisher an den Regional- und Fernverkehr anschließen. Wir freuen uns, bereits im Herbst mit der Bauvorbereitung beginnen zu können.“

Rainer Schneider, Vorstand VCD Nord: „Wir haben zwei Jahre vor Gericht und in den Verhandlungen mit Bahn und Stadt für die Belange der Fahrgäste und den Ausbau des Systems Schiene gekämpft. Der erzielte Vergleich ist ein Kompromiss, und er war nur möglich, indem sich alle Partner bewegten. Die Aufgabe des Bahnhofs in der Mitte von Altona wiegt schwer, und dennoch überwiegen die erzielten Gewinne deutlich. Stadt und Bahn verpflichten sich sowohl politisch mit breiter Unterstützung der Bürgerschaft, aber auch vertraglich vor Gericht zu Maßnahmen, die gegenüber heute zu viel intensiverer Nutzung des öffentlichen Verkehrs im gesamten Hamburger Nordwesten und insbesondere des neuen Bahnhof führen werden, ja müssen. Mit Ende des Rechtsstreits beginnt die Phase der Konzepte, der Planungen, Prüfungen und der Umsetzung. Der VCD ist kein Zaungast der nur zuschaut und meckert, sondern er spielt im Dialogforum aktiv mit und übernimmt ganz bewusst Verantwortung dafür, dass die in intensiven Verhandlungen abgerungenen Ziele schnellstmöglich erreicht werden und nachhaltig Bestand haben.“

Quelle/Grafik: DB Netze

Eisenbahnknoten Köthen wieder in Betrieb

Die Deutsche Bahn hat die Elektronischen Stellwerke Köthen und Stumsdorf sowie die neu gebauten Anlagen wie Gleise, Oberleitungen, Bahnübergänge, Signal-, Leit- und Sicherungstechnik in Betrieb genommen.

Der Zugverkehr auf der Strecke Magdeburg–Köthen–Halle (Saale) und Aschersleben–Köthen–Dessau rollt. Die Züge des Fernverkehrs (IC-Linie Dresden/Leipzig–Halle (Saale)–Magdeburg–Köln/Norddeich Mole und die Nahverkehrszüge von Abellio und DB Regio steuern den Bahnhof Köthen wieder an. Die ersten Züge von Abellio (Dessau–Köthen–Bernburg–Aschersleben) und DB Regio (Magdeburg–Köthen–Halle) sind bereits gefahren.

Das Bauvorhaben startete im Mai 2019. Der Bahnhof Köthen und der Streckenabschnitt Köthen–Zöberitz erhielt moderne elektronische Stellwerkstechnik, Gleise, Weichen, Oberleitungen und die Bahnübergänge in Weißandt–Gölzau, Stumsdorf und Niemberg wurden erneuert. Die Deutsche Bahn und der Bund investierten dafür rund 120 Millionen Euro.

Damit wurden unter anderem 39 Weichen, 20 Kilometer Kabeltrasse, 3,5 Kilometer Entwässerungsanlagen, 230 Oberleitungsmasten, 20 Kilometer Oberleitung, 80 Signale sowie Ober-/Unterbau/Gleise (Schienen/Schotter/Schwellen) gebaut beziehungsweise erneuert.

Informationen zum Bauvorhaben unter finden sich hier.

Quelle, Foto: DB AG

Zusammen durch die Krise?

Heute wurde Kritik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) an der Deutschen Bahn AG (DB) laut: Der Bundesvorsitzende Claus Weselsky forderte, das Bahnangebot um die Hälfte zu reduzieren.

Die Kritik kommt zu einem verwunderlichen Zeitpunkt, gestern erst hatte die DB bekannt gegeben, mit der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Pakt geschlossen zu haben. Mit der Vereinbarung „Gemeinsam gegen Corona“ für den Systemverbund Bahn habe man eine Unterstützung für Eltern und die Sicherung von Arbeitsplätzen beschlossen. „Ein wichtiges Signal, dass wir in der Krise zusammenhalten und im Schulterschluss für die DB-Beschäftigten vorangehen“, hatte DB-Personalvorstand Martin Seiler betont.

Mitarbeiter schützen, Bahnbetrieb sichern

Die besondere Systemrelevanz der Berufsgruppen im Eisenbahnverbund bedinge auch, dass die Gesundheit der Mitarbeiter, ihrer Familien sowie der Kunden bestmöglich zu schützen seien. Gleichzeitig müsse der Bahnbetrieb „so lange und gut wie möglich“ aufrecht erhalten werden.

Die Vereinbarung, die bis zum 31. Juli 2020 gilt, gewährleistet daher die Sicherheit der Arbeitsplätze. „Aus Anlass der Corona-Krise wird es keine Kündigungen geben“, sagte Seiler. Daneben wurde für Eltern die Arbeitsbefreiung von bis zu 15 Arbeitstagen bei gleichzeitiger Lohnfortzahlung vereinbart, um die Kinderbetreuung bei Kita- und Schulschließung zu ermöglichen. Auch sollen Arbeitszeiten unbürokratisch ausgeglichen oder nachgearbeitet werden können. Allerdings seien sich GDL, EVG und DB einig, dass in manchen Bereichen Kurzarbeit nötig sei. Diese erfolge aber auf der Basis von tariflichen oder tarifvertraglichen und betrieblichen Regelungen und werde nur mit Zustimmung des Betriebsrats eingeführt.

Doch generell gelte: Soweit den Beschäftigten die Arbeitsleistung infolge der Corona-Krise nicht möglich ist und keine anderweitigen Optionen zu einer Fortsetzung der Tätigkeit bestehen (etwa andere Lage der Arbeitszeit, anderer Arbeitsort, Anpassung der Tätigkeit, mobiles Arbeiten), wird das verstetigte Entgelt ungekürzt fortgezahlt.

DB reagiert auf GDL-Kritik

Vor diesem Hintergrund sagte GDL-Chef Weselsky nun der Deutschen Presse-Agentur: „Wir müssen nicht auf Teufel komm raus heiße Luft transportieren. Wir müssen mindestens 50 Prozent runter.“ Noch sei die DB aber bei 90 Prozent. Auch Aufgrund der sinkenden Fahrgastzahlen sei es notwendig, Personalreserven zu bilden, um auch in den nächsten Wochen ein Grundangebot bieten zu können.

Die DB weist die Kritik zurück. Ihr stabiles Angebot sichere die Mobilität in Deutschland und die kritische Infrastruktur. Denn nicht zuletzt seien Krankenpfleger, Ärzte, Polizisten und andere Helfer mit der DB unterwegs und die Züge daher nicht nur mit „heißer Luft“ gefüllt. Dass es in den Zügen derzeit viel Platz gibt, gewährleiste dabei die Gesundheit der Reisenden, die somit genügend Abstand zu anderen Fahrgästen halten können. Auch führen im bundesweiten Durchschnitt nicht 90, sondern 75 bis 80 Prozent des üblichen Angebotes. Die DB habe also ihr Angebot zurückgefahren – auch, um schonend mit dem Personal umzugehen.

Aufsichtsrat diskutiert Jahresabschluss

Weitere Neuigkeiten rund um die DB werden heute erwartet, da der Aufsichtsrat zusammenkommt. Auf der Tagesordnung steht der Jahresabschluss 2019, für den ein Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr (2,1 Milliarden Euro) auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro erwartet wird. Auch werden mehrere Posten neu besetzt.

Dennis Tesch

Quellen: DPA, DB AG, GDL; Foto: DB AG / Dominic Dupont

Fünf der besten europäischen Bahnhöfe in Deutschland

Das Consumer Choice Center (CCC) hat den ersten europäischen Bahnhof Index (European Railway Station Index) veröffentlicht. Der Index bewertet die 50 größten Bahnhöfe Europas in puncto Passagierfreundlichkeit. In den Top Ten liegen mit Leipzig, München, Hamburg, Berlin und Frankfurt gleich fünf deutsche Bahnhöfe.

„Unsere Anstrengungen, die Bahnhöfe für unsere Kunden attraktiv zu machen, haben sich ausgezahlt. Doch darauf ruhen wir uns nicht aus: In den nächsten fünf Jahren investieren wir auch mit den Programmen des Bundes die Rekordsumme von 7,5 Milliarden Euro in unsere Bahnhöfe, um ein noch besserer Gastgeber für unsere Reisenden in großen und kleinen Bahnhöfen zu sein“, so Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand.

Das Ranking ist das erste seiner Art in Europa und soll Passagieren und Bahnhofsmanagern zeigen wo Komfort schon großgeschrieben wird und welche Bahnhöfe nachbessern müssen. Zu den Kriterien, die in der CCC-Studie bewertet wurden, gehören der barrierefreie Zugang, Aufzüge, die Sauberkeit, die Zahl der Geschäfte und Restaurants im Bahnhof, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die Zahl der Fahrgäste oder die Summe der internationalen Verbindungen. Fred Roeder, Geschäftsführer des Consumer Choice Center, bemerkt, dass dieser Index zeigt, wie wichtig Komfort für Bahnreisende ist.

“London St. Pancras führt den Index als Europas besten Bahnhof an. Deutschland ist gleich fünfmal in den Top10 vertreten. Kein einziger französischer Bahnhof hat es trotz eines dichten Hochgeschwindigkeitsnetzes in die besten zehn geschafft. Wir hoffen, dass dieses Ranking auch Bahnhöfen hilft zu verstehen, wo noch nachgebessert werden muss.“ schlussfolgert Roeder.

Die DB modernisierte im Jahr 2019 rund 650 Bahnhöfe. Dazu investierten DB, Bund und Länder rund 1,3 Milliarden Euro in die Errichtung neuer Stationen, in den barrierefreien Ausbau und in die Modernisierung. Darüber hinaus kümmerte sich die DB um mehr Sauberkeit, klimafreundliche Energieversorgung und ein attraktives Bahnhofsumfeld. Rund 20 Millionen Reisende nutzen Deutschlands Bahnhöfe täglich.

Quellen: CCC, DB AG; Foto: DB AG

Starke Schiene: 86 Milliarden €

Bund und DB unterzeichnen größtes Modernisierungsprogramm für das Schienennetz – Bis 2030 fließt die Rekordsumme von 86 Milliarden Euro in den Erhalt und die Modernisierung des bestehenden Schienennetzes. Damit werden Gleise und Bahnhöfe, Stellwerke und Energieversorgungsanlagen erneuert.

Heute unterzeichneten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der Vorstandsvorsitzende der DB AG Richard Lutz sowie DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla im Beisein von Bundesfinanzminister Olaf Scholz den Vertrag über die neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III).

Der Bund trägt 62 Milliarden €, die DB steuert 24 Milliarden € Eigenmittel hinzu und so stehen durchschnittlich 8,6 Milliarden € pro Jahr für Ersatzinvestitionen und Instandhaltung zur Verfügung. Das schaffe Planungssicherheit.

Scheuer, Lutz, Pofalla und Scholz sind zuversichtlich, dass die Bahn durch diese Investitionsmaßnahmen ihre Position als klimafreundliches Verkehrsmittel verbessern und durch eine Erhöhung der Zuverlässigkeit die Attraktivität für die Kunden gesteigert werden kann.

Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung setzt auf umfassende Transparenz und Kontrolle. Das EBA überwacht, wie die Vereinbarung umgesetzt wird. Es wurden 17 Kriterien vereinbart, um den Erfolg der Vereinbarung zu messen. Verfehlt die DB die vertraglichen Vorgaben, werden Strafzahlungen fällig.

Quelle: BMVI

Bahn für Europa!

Die Deutsche Bahn AG hat mit „Bahn für Europa“ eine sehr interessante und beachtenswerte Kampagne gestartet. Die DB möchte damit zum Ausdruck bringen, dass man sich den europäischen Werten, wie Freizügigkeit, Vielfalt und Toleranz verpflichtet fühlt.

28.03.2019 Berlin/Potsdamer Platz, Marriott Hotel
DB AG Bilanz PK
Foto: Pablo Castagnola

Digitalisierung der Bahn: SNCF und DB intensivieren Zusammenarbeit

Zwei Jahre nach dem Start der Digitalisierungskooperation zwischen SNCF und DB haben SNCF-Präsident Guillaume Pepy und Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, eine neue Absichtserklärung unterzeichnet, mit der sie die bisherige Initiative stärken wollen. In der zweiten Etappe der Zusammenarbeit sollen der Erfahrungs- und Know-how-Austausch vertieft und neue gemeinsame Projekte zur Entwicklung der Eisenbahn der Zukunft auf den Weg gebracht werden. Insgesamt wurden acht Bereiche festgelegt, in denen mit Hilfe digitaler Technologien die Automatisierung des Bahnbetriebs vorangetrieben sowie die Qualität, Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Schienenverkehrs erhöht werden sollen.

Guillaume Pepy: „Dieses neue Abkommen ist eine weitere Etappe in der deutsch-französischen Kooperation. Wir intensivieren die digitale Zusammenarbeit zwischen DB und SNCF zum Nutzen unserer Kunden und Mitarbeiter. Allein sind wir schneller, aber zusammen kommen wir weiter.“

Dr. Richard Lutz: „Immer mehr Kunden organisieren ihre täglichen Wege mit unseren Apps und nutzen während der Reise unsere digitalen Services, wie den Komfort-Check in. Der noch viel größere Kundengewinn liegt aber in der weiteren Digitalisierung von Zügen, Infrastruktur und Abläufen im Bahnbetrieb. Je enger und umfassender wir dafür in Europa zusammenarbeiten, desto schneller werden Bahnkunden davon profitieren.“

Im Projekt Connectivity, das am Anfang der Zusammenarbeit stand, liegt der Fokus vor allem auf dem weiteren Ausbau des mobilen Internets in Bahnhöfen. In Frankreich werden zudem bereits Sammelpunkte und Bewegungsströme von Fahrgästen ermittelt, auf deren Basis Kundenangebote individualisiert und verbessert werden können. Schnelle Fortschritte wollen beide Unternehmen auch in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), BIM (Building Information Modeling als Grundlage für digitale Bauplanung und -durchführung) sowie bei neuen Technologien wie Virtual und Augmented Reality erreichen.

Durch die verstärkte Kooperation in den Bereichen Forschung und Entwicklung bekräftigen die beiden großen europäischen Eisenbahnunternehmen ihre Vision und ihren Ehrgeiz, neue Standards bei der Modernisierung der europäischen Eisenbahn zu setzen und so dem stetig steigenden Mobilitätsbedarf gerecht zu werden.

DB AG 2016: Schwarze Zahlen und erneut rückläufiger Schienengüterverkehr

In der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bahn AG am 22. März 2017 konnte der Bahnvorstand feststellen, dass es mit einem erneuten Passagierrekord im Fernverkehr und einem Gewinnsprung der Deutsche Bahn AG im Geschäftsjahr 2016 gelungen ist, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Mit 139 Millionen Fahrgästen im Fernverkehr konnte das Ergebnis des Vorjahres nochmals um 7,1 Millionen (plus 5,4 Prozent) gesteigert werden. Zudem ging eine deutlich verbesserte Pünktlichkeit im Fernverkehr (plus 4,5 Prozentpunkte) einher mit einer höheren Kundenzufriedenheit. Im Schienengüterverkehr hingegen ging die Verkehrsleistung erneut um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 94,7 Milliarden Tonnenkilometer (tkm) zurück.

 

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, während der Bilanz-Pressekonferenz am 22. März 2017 im ICE-Werk Berlin-Rummelsburg.

 

Insgesamt reisten im Jahr 2016 europaweit 4,4 Milliarden Fahrgäste mit den Zügen und Bussen der DB, 81 Millionen (plus 1,9 Prozent) mehr als im Jahr zuvor. Im Schienenpersonenverkehr in Deutschland erhöhte sich die Fahrgastzahl um 7 Millionen auf mehr als 2 Milliarden, wobei dem Anstieg beim Fernverkehr konstante Fahrgastzahlen bei DB Regio gegenüberstanden.

Auch dank des Gewinns großer Verkehrsverträge in Großbritannien und den Niederlanden konnte DB Arriva im Jahr 2016 die Zahl der Fahrgäste um 98 Millionen auf 1,76 Milliarden Reisende erhöhen (plus 5,9 Prozent). Der Marktanteil von DB Arriva im britischen Schienenverkehrsmarkt stieg sogar von 14 auf 23 Prozent.

„Unsere Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit, Sauberkeit und eine bessere Information unserer Reisenden im Rahmen des Qualitätsprogramms Zukunft Bahn zeigen spürbare Wirkung“, stellte der neue DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz fest. Lutz weiter: „Zugleich haben wir mit einem operativen Ergebnis (EBIT bereinigt) von mehr als 1,9 Milliarden Euro einen Wert erzielt, der sowohl über der Planung als auch mit mehr als 10 Prozent deutlich über dem Vorjahr liegt. Auch bei unseren internationalen Geschäften konnten wir weiteres Wachstum generieren. 2016 war daher für die Deutsche Bahn ein gutes Jahr.“

Der Umsatz der DB erhöhte sich im Jahr 2016 um 108 Millionen (plus 0,3 Prozent) auf 40,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) stieg um 187 Millionen Euro (plus 10,6 Prozent) auf 1,95 Milliarden Euro. Die Brutto-Investitionen erhöhten sich um 166 Millionen Euro (plus 1,8 Prozent) auf 9,5 Milliarden Euro. Bei den Netto-Finanzschulden ergab sich im Geschäftsjahr 2016 nur ein leichter Anstieg um 133 Millionen (plus 0,8 Prozent) auf 17,6 Milliarden Euro. Verschuldungssenkende Effekte resultierten dabei aus der Entwicklung des Britischen Pfunds sowie vor allem aus Investitionen, die entgegen der ursprünglichen Planung jetzt erst 2017 zu Buche schlagen.

Foto: DB/Pablo Castagnola

Deutsche Bahn: 2016 über 40.000 Container zwischen China und Deutschland

Das Jahr 2016 hat für die Deutsche Bahn bei den Container-Transporten über die Schiene zwischen Deutschland und China einen Rekord gebracht. „Mit über 40.000 Containern haben wir als DB das bislang größte Gütervolumen über die längste Eisenbahnstrecke der Welt bewegt. Das ist ein gutes Fundament, um bis zum Jahr 2020 die Zahl der Container auf rund 100.000 zu steigern und damit gegenüber 2014 zu verdreifachen“, so Ronald Pofalla, Vorstand Wirtschaft, Recht und Regulierung der Deutschen Bahn. Das gute Ergebnis hatte sich schon Ende September angekündigt, als das Transportvolumen aus dem Gesamtjahr 2015 mit 35.000 bereits übertroffen war.

 

Die Fahrten über die 10.000 bis 12.000 Kilometer langen Strecken dauern in der Regel zwischen zwölf und 16 Tagen, inklusive mehrerer Verladungen der Container auf andere Spurweiten. Damit werden die von der DB gemeinsam mit den Eisenbahnen in Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, der Mongolei und China angebotenen Leistungen in der Hälfte der Zeit abgewickelt, die der Transport per Schiff dauert. Insbesondere Kunden mit zeitsensiblen Gütern wie Aktionswaren der Bekleidungsindustrie und kapitalintensiven Gütern wie Automobilteile und Elektronik gehören zu den Bestellern.