Weitere Verträge zwischen ArcelorMittal und CFL cargo

ArcelorMittal und CFL cargo geben die Verstärkung ihrer Partnerschaft durch die Unterzeichnung eines neuen Vertrages bekannt, um den Schienenverkehr zwischen den ArcelorMittal-Produktionsstandorten in Luxemburg und den Gütertransport in ganz Europa zu verbessern.

Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung bekräftigen ArcelorMittal und CFL cargo ihre erfolgreiche Partnerschaft, die auf die Gründung von CFL cargo im Jahr 2006 zurückgeht. Die von den entsprechenden Verträgen abgedeckten Dienstleistungen umfassen den Transport von Rohstoffen zu den wichtigsten Produktionsstandorten in Luxemburg, den internen Transport zwischen und an diesen Produktionsstandorten sowie die Lieferung fertiger Langprodukte in Europa über das Einzelwagenladungsnetz. Die Bereitstellung des angepassten Wagenparks für den Transport von Stahllangprodukten, einschließlich der Reparatur- und Wartungsleistungen, ist ebenfalls Bestandteil der Vereinbarung.

Beide Partner sind überzeugt, dass diese Kooperation den Schienenverkehr weiter vorantreiben und so einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten wird.

Laurence Zenner, CEO von CFL cargo: „Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit ArcelorMittal zu stärken. Unser Angebot an Schienenverkehrslösungen, als nahtloses und nachhaltiges Transportmittel in ganz Europa, trägt dazu bei, CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Unsere Partnerschaft zeigt auch, wie die Integration von Schienendienstleistungen in industrielle Produktionsstandorte dazu beisteuern kann, deren Verarbeitungskapazität zu erhöhen. Darüber hinaus hat diese Zusammenarbeit den Grundstein für die Entwicklung energieeffizienterer Schienenlösungen für den Transport der Endgüter auf wichtigen Schienenverkehrskorridoren gelegt.“

Roland Bastian, Head of country ArcelorMittal Luxembourg: „Die Schiene ist ein wichtiger Faktor bei der Diversifizierung unserer logistischen Mittel, um unsere Industriestandorte mit Rohstoffen zu versorgen und unsere Lieferungen von Fertigprodukten zu verwalten. Sie hat den Vorteil, hinsichtlich der CO2-Emissionen gut aufgestellt zu sein und passt somit perfekt in unsere CSR-Strategie. Die Erneuerung dieser Partnerschaft spiegelt das gemeinsame Interesse unserer beiden Unternehmen und unseren gemeinsamen Wunsch wider, nach wettbewerbsfähigen, flexiblen und effizienten Logistiklösungen zu streben.“

VDB fordert Tempo von der neuen Bundesregierung

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. fordert die kommende Bundesregierung in seinen Empfehlungen für die 20. Legislaturperiode zu drastisch höherem Tempo für die Modernisierung der Schiene auf: „Kluge Klimapolitik braucht intelligente Industriepolitik. Bei Green Mobility bilden Klimaschutz und Wirtschaft nicht länger Gegensätze, sondern eine Einheit. Wir sind überzeugt, dass die Bahnindustrie die drängenden Themen unserer Zeit erfolgreich verbinden kann: Mobilität, Klimaschutz, Energiewende und Wirtschaftswachstum“, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Jetzt komme es für Schiene 4.0 auf eine schnelle Realisierung an.

In der vergangenen Legislaturperiode habe Deutschland im vertrauensvollen Dialog zwischen Bund und Bahnbranche außerordentlich wichtige Impulse für den Bahnverkehr gesetzt und massiv investiert. „Viele Maßnahmen sind angestoßen, aber mit dem derzeitigen Umsetzungstempo wird Deutschland weder die Fahrgastverdopplung auf der Schiene noch die Klimaziele bis 2030 erreichen“, so Rodenbeck. Deshalb empfiehlt der VDB in seinem Programm „Kurs 2025: Schiene 4.0 mit doppeltem Tempo für die nächste Mobilitätsrevolution“ jetzt Prioritäten für die ersten 100 Tage der nächsten Bundesregierung:

  • A) Tempo für Schiene 4.0 verdoppeln. Für mehr Mobilität bei null Emissionen.
  • B) Netz umfassend digitalisieren und elektrifizieren.
  • C) Innovation durch klimagerechte Vergabe beschleunigen.
  • D) Europas Zukunftsindustrie und digitale Souveränität stärken.

Strategien für neue Mobilität müssten kundenorientiert und intermodal ausgerichtet werden. „Eine ganzheitlich gedachte, Verkehrsträger übergreifende Mobilitätsstrategie ist eine große Zukunftsaufgabe und zugleich eine faszinierende Chance für die Bahnindustrie Deutschlands“, bekräftigte Rodenbeck. In der 20. Legislaturperiode müsse die Bundesregierung den Kurs für die nächste Mobilitätsrevolution setzen. Die Bahnindustrie stehe als innovativer Technologiepartner bereit.

>> Download: Masterplan mit allen VDB-Empfehlungen <<

Quelle/Screenshot: VDB

VBB: Mit dem Kulturzug nach Breslau

Nach einer pandemiebedingten, Pause wird der Kulturzug/ Pociąg do kultury ab dem 18. Juni 2021 wieder zwischen Berlin, Cottbus und Breslau (Wrocław) verkehren. Die Fahrten finden jeweils am Freitag und an Wochenenden statt und kosten 19 Euro pro Person und Richtung. Auf das Kulturprogramm im Zug wird dabei selbstverständlich nicht verzichtet – unter Einhaltung aller Hygieneregel wird weiterhin jede Fahrt zu einem Erlebnis. Der Kulturzug fährt freitags hin und zurück, am Samstagmorgen von Berlin nach Breslau und am Sonntagnachmittag zurück nach Berlin.

Seit seiner Einführung anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahrs in Breslau (Wrocław) 2016 verkehrt der Kulturzug von Berlin über Cottbus und Forst (Lausitz) direkt nach Breslau (Wrocław). Dabei hält er in der Republik Polen außerdem zum Besuch der Städte Żary, Żagań und Legnica (Liegnitz). Er verbindet dabei die Bundeshauptstadt Berlin mit der niederschlesischen Metropole Breslau (Wrocław) in etwa 4 Stunden Fahrtzeit.
Nach einer Pause von Mitte November 2020 wird er ab dem 18. Juni 2021 sein internationales Publikum wieder grenzüberschreitend zusammenbringen.  

Quelle/Foto: VBB

Schiene-Schiene-Umschlag im MegaHub

Mit vier nationalen Verbindungen hat die Kombiverkehr KG gestern Abend ihr neues Verkehrssystem von und nach Hannover Lehrte gestartet. Damit ist die neue Schnellumschlaganlage in das nationale und internationale Netzwerk des Operateurs integriert. Nach heutiger Ankunft der ersten Züge aus Duisburg und Ludwigshafen wurden die eingehenden Ladeeinheiten in der Anlage zwischen 3 Uhr und 5 Uhr für ihre Zieldestinationen Lübeck Dänischburg CTL und Lübeck Skandinavienkai neu zugeordnet und auf die zielreinen Ausgangszüge verladen, die das MegaHub gegen 6:30 Uhr verlassen haben. „Zusammen mit DB Cargo und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Umschlaganlage haben wir den Schiene-Schiene-Umschlag in Hannover Lehrte und damit die grundlegende Systemidee des MegaHubs Wirklichkeit werden lassen. Der einzigartige Vorteil der Anlage – der schnelle Wechsel der Ladeeinheiten zwischen den Zügen in besonders kurzer Zeit – wird jetzt sichtbar“, kommentiert Armin Riedl, Geschäftsführer von Kombiverkehr, die Verkehrsaufnahme.

Neues Systemangebot schafft Flexibilität für Logistiker
In der nun realisierten Startphase hat der Frankfurter Intermodal-Spezialist die Terminals Ludwigshafen KTL, Duisburg Ruhrort Hafen DUSS, Lübeck Dänischburg CTL und das Baltic Rail Gate am Lübecker Skandinavienkai im direkten Zugverkehr mit Hannover Lehrte verbunden. Über das Terminal CTL der Firma Lehmann sind kontinentale Intermodalverkehre mit Kombiverkehr bis nach Stockholm und Gävle möglich. Die Lübecker Kais dienen insbesondere als intermodale Durchgangsstationen für Verkehre von und nach Schweden, Finnland, Norwegen und ins Baltikum via Fähre oder per Bahn über die Öresund-Brücke. Am 26. April werden München-Riem und Verona Interterminal als weitere Versand- und Empfangsbahnhöfe folgen. Über das MegaHub als zentrale Drehscheibe sind alle angebundenen Terminals miteinander verknüpfbar. Die Verbindungen sind so konzipiert, dass die Züge zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens eintreffen und nur kurze Standzeiten haben. Mit dem neuen Systemangebot von Kombiverkehr erhalten Spediteure und Logistikunternehmen bereits heute eine neue Vielfalt in der Erreichbarkeit von wichtigen Wirtschaftsstandorten und Häfen in Europa. „Unsere Speditionskunden profitieren ab sofort von neuen durchgehend buchbaren und schnellen Routings, die wir zukünftig in einer zweiten Ausbaustufe erweitern wollen. Zudem haben wir mit dem nun erfolgten Verkehrsstart die Wirtschaftsregion Hannover an unser Gesamtnetzwerk angeschlossen“, sagt Geschäftsführer Alexander Ochs. Für die Planung des zukünftigen Ausbaus des Verkehrssystems ist das Unternehmen bereits in Gesprächen.

Intermodaler Standortvorteil für die Region Hannover
Straßen- und schienenseitig liegt das MegaHub an einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt in Deutschland und damit in geographisch bester Verkehrslage. Mit dem Anschluss des MegaHubs an die Netzwerke wird der Logistikstandort Hannover nun weiter gestärkt. War bisher nur Verona in Norditalien im Fahrplan enthalten, stehen Industrie, Handel und Logistikunternehmen nun ein bunter Strauß an nationalen und internationalen Verbindungen zur Verlagerung von Straßentransporten auf die klimafreundliche Schiene zur Verfügung. Hannover ist nicht nur mit den direkten Zielterminals verbunden, sondern im Gatewayverkehr auch unter anderem mit Madrid, Triest, Pendik bei Istanbul, Wien, Budapest oder Hallsberg und Stockholm in Schweden.

Spezielles Leitsystem und Automated Guided Vehicles sorgen für schnellen Umschlag
Die Schnellumschlaganlage MegaHub Lehrte, an deren Betreibergesellschaft die Kombiverkehr KG neben der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS) zu 16,67 Prozent beteiligt ist, ist nach rund zweijähriger Bauzeit mit dem Güterumschlag zwischen Lkw und Zügen im Juni 2020 gestartet. Seit dem Spatenstich im Mai 2018 wurden auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Lehrte unter anderem sechs, jeweils rund 700 Meter lange Umschlaggleise und drei Portalkräne errichtet. Ein spezielles Betriebsleitsystem steuert das Zusammenspiel zwischen Kran, Längsförderanlage und Ressourcen. Damit wird eine überaus effektive Umschlag-Maximierung mit Berücksichtigung der einzuhaltenden Zeitfenster erreicht. Warte- und Stillstandzeiten werden vermieden, Energieverbrauch und Verschleiß auf ein Minimum reduziert. So genannte Automated Guided Vehicles, führerlose komplett elektrisch betriebene Fahrzeuge, befördern Ladeeinheiten in Längsrichtung zwischen den Portalkranen.

Quelle/Foto: Kombiverkehr KG

Gemeinsam für Europa: Neue Linien im Nachtzugverkehr

Europa soll noch enger zusammenwachsen – auch auf der Schiene. Dazu sollen die bereits erfolgreichen Kooperationen zwischen den vier Bahnunternehmen Deutsche Bahn (DB), den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der französischen SNCF und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) weiter ausgebaut werden. Darauf haben sich heute am Rande der Konferenz der europäischen Verkehrsminister die vier Bahnchefs Dr. Richard Lutz (DB), Andreas Matthä (ÖBB), Jean-Pierre Farandou (SNCF) und Vincent Ducrot (SBB) verständigt.

Die ersten konkreten Ergebnisse dieser Ausweitung der Kooperation sind vier neue Nightjet-Linien, die in den nächsten Jahren insgesamt 13 europäische Millionenmetropolen miteinander über Nacht verbinden werden:

  • Dezember 2021: Wien–München–Paris und Zürich–Köln–Amsterdam
  • Dezember 2023: Wien/Berlin–Brüssel/Paris
  • Dezember 2024: Zürich–Barcelona

Die Erklärung der vier Bahnunternehmen bildet den Auftakt zum Europäischen Jahr der Schiene. Am 1. Dezember hatten sich die Europaabgeordneten des Verkehrsausschuss darauf geeinigt, das kommende Jahr der Stärkung des Schienenverkehrs zu widmen. Ein starkes Schienennetz ist demnach unverzichtbar, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Dazu gehört auch ein starkes Nachtzugnetz, das Schlüssel zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität ist. Gemeinsam im engen Schulterschluss mit der Politik haben sich die vier Partnerbahnen nun in einem klaren Bekenntnis zum Nachtzug auf eine noch stärkere Zusammenarbeit auf allen Ebenen festgelegt.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Abends in München oder Berlin in den Zug steigen und morgens entspannt in Paris oder Brüssel ankommen – mit unserem Trans-Europ-Express TEE 2.0 und attraktiven Nachtzugangeboten auf der Schiene sind wir künftig in Europa noch klima- und umweltfreundlicher unterwegs. Das ist ein ganz konkretes Ergebnis unseres Schienengipfels und unserer EU-Ratspräsidentschaft.”

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Nachtzüge sind die Zukunft der klimafreundlichen Mobilität innerhalb Europas. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe für ein gutes Angebot für die Menschen in Europa zu sorgen. Damit dies nachhaltig gelingt, gilt es die Rahmenbedingungen für den europäischen Nachtzugverkehr in den kommenden Jahren gut zu gestalten. Ich freue mich über dieses gemeinsame Bekenntnis quer durch Europa.“

Staatsminister Jean-Baptiste Djebbari: „Wir alle glauben fest daran, dass Nachtzüge eine Schlüsselrolle im Europa von morgen spielen werden. Sie sind umweltfreundlich und werden das Interesse unserer Bürger am Zugfahren steigern.“

Peter Füglistaler, Direktor des schweizerischen Bundesamts für Verkehr: „Ich freue mich über diesen international abgestimmten Grundsatzentscheid. Nun haben die Bahnen die nötige politische Unterstützung, um mit attraktiven neuen Angeboten die Kunden zu überzeugen.“

Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: „Europas führende Bahnen vereinen ihre Kräfte für den Nachtzug. Das ist ein guter Tag für das Klima, unsere Kunden und das Zusammenwachsen Europas auf der Schiene. Der Nachtzug ist ein Geschäft unter Partnern. Wenn jede Bahn ‚ein bisschen Nachtzug‘ machen würde, wäre niemandem geholfen. Die Lösung ist eine klare Arbeitsteilung, eingebettet in echtes Teamplay.“

Andreas Matthä, CEO der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB): „Nur durch die intensive Zusammenarbeit der Bahnen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich können wir das Nightjet-Netz deutlich erweitern und somit noch mehr klimafreundliche Mobilität in Europa anbieten. Mit Paris, Berlin, Amsterdam, Brüssel, Zürich, Wien und Barcelona werden noch mehr europäische Metropolen künftig umweltfreundlich über Nacht mit dem Nightjet verbunden.”

Jean-Pierre Farandou, Vorstandsvorsitzender der SNCF: „Für die SNCF ist diese Zusammenarbeit eine gute Chance, den nationalen Nachtzugservice mit einem internationalen Angebot zu ergänzen. Nachtzüge sind für die SNCF historisch. Das Interesse und die Begeisterung der Fahrgäste und der Behörden sind groß, denn diese Züge sind für die Verbindung unserer Regionen unverzichtbar. Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren europäischen Partnern von der Erfahrung mit dem Nightjet profitieren können, um ein attraktives europäisches Nachtzugangebot voranzutreiben.“

Vincent Ducrot, Vorstandsvorsitzender der SBB: „Der Ausbau der internationalen Verbindungen im Tages- und Nachtverkehr auf der Schiene ist für die Schweiz sehr wichtig. Diese Kooperation ermöglicht, unsere Ausbaupläne nun auch schnell umzusetzen. Im Nachtverkehr werden wir so das Angebot ab der Schweiz bis 2024 von sechs auf zehn Linien zu 25 Destinationen ausbauen. Das ist ein sehr wichtiger Beitrag zur Förderung der klimafreundlichen Mobilität.”

Quelle: DB AG/BMVI; Grafik: DB AG

BAG-SPNV: Digitale Schiene bleibt mit analogen Fahrzeu-gen auf der Strecke

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) begrüßt das Engagement von Staatssekretär Enak Ferlemann, sich für die Förderung des mobilen Teils des Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) einzusetzen. Dieser hatte jüngst eine Förderung durch die EU im Rahmen des Green Deal angeregt. Die BAG-SPNV unterstützt diese Idee grundsätzlich, weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die kostenintensive Umsetzung der erforderlichen Fahrzeug-nachrüstung für den SPNV nur bei voller Kostenübernahme durch Dritte gesichert werden kann. Das Ob und Wie der entsprechenden Förderung ist nach langen Diskussionen nun zeitnah, verlässlich und nachhaltig gemäß dem Rollout-Plan der Streckendigitalisierung zu regeln und die Unsicherheit für Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger zu beenden.

Anteilige Förderung der EU macht Unterstützung durch den Bund notwendig

Da in der Regel eine Förderung durch die EU nur einen Teil der Kosten abdecken würde, wäre eine zusätzliche Komplementärförderung durch den Bund nach Auffassung der BAG-SPNV unbedingt erforderlich. Denn die Einführung des Zugsicherungssystems ETCS ist wesentlich für die Zukunft der Schiene: „ETCS ist eine wichtige Voraussetzung für die Steigerung der Kapazität sowie der Zuverlässigkeit und damit für das Erreichen der Verkehrswende. Damit ETCS überhaupt zu einer Erhöhung der Kapazität führt, ist es be-sonders wichtig, dass der SPNV, der für zwei Drittel aller Verkehre auf dem Netz der Deutschen Bahn steht, komplett mit ETCS ausgestattet ist. Denn ohne entsprechend ausge-statteter Fahrzeuge wäre ETCS letztendlich nicht funktionsfähig“ so Frank Zerban, Haupt-geschäftsführer der BAG-SPNV, die die Interessen der SPNV-Aufgabenträger vertritt.

Da bei der ETCS-Technik Funktionen, die heute in der streckenseitigen Infrastruktur lie-gen, in die Fahrzeuge verlagert werden, sieht die BAG-SPNV den Bund nicht zuletzt auch deswegen bei der Finanzierung in der Pflicht: „Die Schieneninfrastruktur ist Sache des Bundes und darf sich nicht nur auf die reinen streckenbezogenen Anteile bei DB Netz beziehen“ fordert Zerban. Damit die Züge des Nahverkehrs zum richtigen Zeitpunkt mit ETCS ausgestattet werden können, muss die Förderung entsprechend des Ausbauplans für ETCS zur Verfügung stehen.

Quelle: BAG-SPNV; Foto: Deutsche Bahn AG/Max Lautenschläger

Neue Ausgabe des RID

Die Ausgabe 2021 der Ordnung für die internationale Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter (RID) ist ab sofort auf der Website der Zwischenstaatlichen Organisation für den internationalen Eisenbahnverkehr (OTIF) in den drei Arbeitssprachen der Organisation (Deutsch, Englisch, Französisch) verfügbar.

Die englische und die französische Fassung dieser Neuauflage des RID werden darüber hinaus von zwei Verlagen, deren Kontaktdaten auf der Website der OTIF zu finden sind, auch in gedruckter Form herausgegeben. Die Ausgabe 2021 des RID tritt am 1. Januar 2021 in Kraft und löst damit die Ausgabe 2019 ab. Gemäß einer allgemeinen Übergangsvorschrift dürfen allerdings die Vorschriften des RID 2019 noch bis zum 30. Juni 2021 angewendet werden.

Das RID gilt für die grenzüberschreitende Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter zwischen den derzeit 45 RID-Vertragsstaaten in Europa, Asien und Nordafrika. In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gilt es darüber hinaus auch für den nationalen Verkehr. Um den multimodalen Verkehr zu erleichtern, ist das RID ferner eng mit mit den Gefahrgutvorschriften für die Straße (ADR) und die Binnenschifffahrt (ADN) abgestimmt.

Das RID 2021 enthält verschiedene Neuerungen, die dem technischen und wissenschaftlichen Fortschritt Rechnung tragen und die dazu beitragen, die Sicherheit des sauberen und energieeffizienten Verkehrsträgers Schiene weiter zu erhöhen.

So wird für feste Abfälle, die aus der medizinischen oder veterinärmedizinischen Behandlung von durch ansteckungsgefährliche Stoffe der Kategorie A infizierten Menschen oder Tiere resultieren, beispielsweise eine neue, weltweit geltende UN-Nummer (UN 3549) eingeführt. Des Weiteren wird in der RID-Ausgabe 2021 auf neue Checklisten für die Befüllung und Entleerung von Kesselwagen für flüssige Stoffe und für Gase verwiesen, die darauf abzielen, die Sicherheit bei der Beförderung zu erhöhen.

Im Laufe des Jahres 2021 wird auch eine russische Fassung auf der Website der OTIF veröffentlicht.Das Sekretariat der OTIF würdigt an dieser Stelle die gemeinsam mit den Vertragsstaaten und der UNECE geleistete Arbeit, dank derer trotz der COVID-19-Pandemie und der veränderten Arbeitsgewohnheiten der zweijährige Revisionszyklus des RID eingehalten werden konnte.

Quelle/Foto: OTIF

Alstom: Erstmals vollständige Zertifizierung

Alstom beweist erneut seine führende Position im Bereich der digitalen Schiene und ist das erste Unternehmen der Welt, das vollständig für die neuesten bord- und streckenseitigen ETCS1-Standards zertifiziert wurde. Die Zertifizierungen wurden von der unabhängigen Bahnzertifizierungs- und Prüforganisation Belgorail ausgestellt. Die neueste Softwareentwicklung gewährleistet Interoperabilität mit Baseline 3 Maintenance Release 2 für das komplette Eisenbahnsystem.

“Wir sind stolz, wieder einen neuen Standard im Schienenverkehr gesetzt zu haben. Wir sind auf dem besten Weg, alle bestehenden inkompatiblen Systeme in ganz Europa schrittweise zu ersetzen und den internationalen Güter- und Personenverkehr zu optimieren und zu steigern“, sagt Jean Francois-Beaudoin, SVP Alstom Digital Mobility.

ETCS ist wohl das effizienteste Zugsicherungssystem der Welt und bietet erhebliche Vorteile hinsichtlich Kosteneinsparungen in der Instandhaltung, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Verkehrskapazität. Dies erklärt, warum ETCS zunehmend erfolgreich außerhalb Europas ist und sich derzeit zum bevorzugten Zugsicherungssystem für Länder wie Australien, Indien, Taiwan, Südkorea und Saudi-Arabien entwickelt.

Mit den ersten Projekten will Alstom als erstes Unternehmen die neuen Standards auf einer konventionellen Strecke in Monza-Chiasso, Italien (Fahrgastbetrieb geplant ab Sommer 2021) und auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Lyon, Frankreich (Fahrgastbetrieb geplant ab 2024) anwenden.

Alstom ist mit seiner Atlas-Lösung ein wichtiger Lieferant von bord- und streckenseitiger ETCS-Ausrüstung: 70 Prozent der weltweit im Einsatz befindlichen bordseitigen Systeme stammen von Alstom und 18.000 Streckenkilometer wurden weltweit von Alstom ausgerüstet. Insgesamt wurde Alstom beauftragt, 9.000 Züge mit Atlas-Bordlösungen auszustatten, von denen 1.100 Fahrzeuge mit der Baseline 3 Release 2-Lösung ausgerüstet werden. Heute hat Alstom in über 30 Ländern eine signifikante Leistungssteigerung bei allen ETCS-Standards erzielt, einschließlich der allerersten Anwendung von ETCS Level 3 in Deutschland.

Quelle: Alstom; Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger

WESTbahn: Bahnpaket ist wichtig, aber unvollständig

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) hat bekannt gegeben, dass Österreich in den kommenden sechs Jahren 17,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Bahn-Infrastruktur investieren wird. „Diese begrüßenswerte und sinnvolle Investition wird den Schienenverkehr modernisieren und nutzungsfreundlicher machen“, meint die WESTahn. Weiter:

Klar ist aber: Die Infrastruktur soll hoffentlich nicht nur ausgebaut, sondern auch intensiv genutzt werden. Neben dem beeindruckenden Milliardenpaket für den Ausbau der Anlagen ist es daher dringend notwendig, jetzt Mittel für die Erhaltung aller durch die Corona-Krise getroffenen Unternehmen vorzusehen.

Trotz geringer Nachfrage werden vor allem Privatbahnen derzeit national wie international in der zweiten Welle alleine gelassen. Eine finanzielle Unterstützung, die über den Entfall des Infrastrukturbenützungsentgelts hinausgeht und auch mindestens bis Mitte 2021 gesichert ist, brauchen alle Bahnunternehmen, um die wirtschaftliche Situation zu bewältigen. Nur so kann der europäische Schienenverkehr auch nach Corona weiterwachsen und seine Attraktivität ausbauen.

Vom Wettbewerb auf der Schiene haben alle profitiert: Kundinnen und Kunden durch attraktive Preise und verbesserte Qualität und das Klima durch eine Verringerung der Zahl von Autofahrten. Klimaschutz braucht Wettbewerb auf der Schiene, in Zukunft sogar noch mehr. Daher ist jetzt Hilfe notwendig, um Zugangebote und damit auch Arbeitsplätze zu sichern. Die WESTbahn unterstützt daher das Forderungspaket von Roman Hebenstreit/vida.

Quelle/Foto: WESTbahn

Mit der Bahn besser durch Europa

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat mit seinen EU-Amtskollegen, der Europäischen Kommission sowie Vertretern der Eisenbahnunternehmen über einen leistungsfähigen modernen europäischen Schienenverkehr beraten. Er stellte dabei das Konzept für einen „TransEuropExpress (TEE) 2.0“ vor. Außerdem wurde die „Berliner Erklärung“ verabschiedet, um den Schienengüterverkehr zu stärken.

Bundesverkehrsminister Scheuer:

Die Bahn macht Europa noch klima- und umweltfreundlicher. Gute Angebote können Lkw-Fahrten und Flüge ersetzen. Wir wollen den Schienengüterverkehr weiter stärken und dazu beitragen, die europäischen Metropolen mit Hochgeschwindigkeits- und Nachtzügen besser zu verbinden. Unser Konzept TransEuropExpress 2.0. setzt auf attraktive, schnelle und durchgehende Fernverkehre über Grenzen hinweg. Auf einen Europatakt für die Schiene. Das Ziel: Mit der Bahn besser durch Europa.

TransEuropExpress (TEE) 2.0

Auf Initiative von Bundesminister Scheuer hat das BMVI das Konzept „TransEuropExpress (TEE) 2.0 erarbeitet. Damit können bestehende Zugverbindungen besser miteinander verknüpft werden. Auf Basis nationaler Taktverkehre und Verbindungen kann ein grenzüberschreitender Europa-Takt entstehen, mit Hochgeschwindigkeitszügen und Nachtzügen, die von den Unternehmen eigenwirtschaftlich betrieben werden können.

Beispiele: von Paris über Brüssel und Berlin nach Warschau. Oder von Berlin über Frankfurt, Straßburg und Lyon nach Barcelona.

Der Weg zum TEE 2.0

Enger Austausch der Mitgliedstaaten: Ziel ist, unter Moderation der Mitgliedsstaaten möglichst viele Unternehmen vom TEE-Konzept zu überzeugen und zum Mitmachen zu bewegen, damit noch während der deutschen Ratspräsidentschaft eine Absichtserklärung unterzeichnet werden kann.

Digitale Buchungsplattform: Über eine digitale Plattform sollen europäische Bahnverbindungen gebucht werden können. Die Deutsche Bahn und weitere europäische Eisenbahnunternehmen haben dazu bereits Vorschläge erarbeitet.

Europäisch einsetzbare Fahrzeuge: Fahrzeuge für den grenzüberschreitenden Verkehr sind teurer, als jene, die nur national einsetzbar sind (verschiedene Fahrstrom- und Zugsicherungssysteme; höhere Anforderung an Ausstattung). Deutschland setzt sich für ein entsprechendes EU-Förderprogramm ein.

Bundesverkehrsminister Scheuer:

Wir wollen klimafreundliches Reisen und einen sauberen Gütertransport ermöglichen. Die Vision ist: Keine Verbote, sondern jeder kann das passende Verkehrsmittel frei wählen. Die beste Möglichkeit gewinnt. Dieser Gedanke steckt auch in der Idee für den Trans-Europ-Express TEE 2.0. Wir wollen Zugverbindungen europaweit besser miteinander verknüpfen. Auf Basis nationaler Taktverkehre und Verbindungen kann so ein grenzüberschreitender Europatakt entstehen. Damit können Unternehmen Hochgeschwindigkeits- und Nachtzüge gezielt einsetzen und Bahnfahren wird auch für weite Strecken echt interessant.

Berliner Erklärung

Mit der „Berliner Erklärung“ bekennt sich die deutsche Ratspräsidentschaft klar zum Schienengüterverkehr. Er soll weiter gestärkt werden, durch:

  • die Digitale Automatische Kupplung,
  • den weiteren Ausbau digitaler Leit- und Sicherungstechnik ERTMS/ETCS und digitaler Stellwerke
  • den digitalen Datenaustausch bei Logistikprozessen und im Verkehrsmanagement,
  • mehr Kapazität von Infrastrukturen und Terminals,
  • bessere Interoperabilität,
  • den Einsatz von 740 Meter langen Zügen,
  • die weitere Stärkung des Kombinierten Verkehrs,
  • wirksamen Lärmschutz an der Schiene, und
  • gut ausgebildetes Personal.

Digitale Automatische Kupplung

Auch heute noch werden Güterwaggons mühsam per Hand mit Schraubenkupplungen miteinander verbunden. Aufwändige Arbeiten mit hohem Personaleinsatz sind notwendig, bis ein Güterzug abfahren kann.

Die „Digitale Automatische Kupplung“ kann hier zum Innovationstreiber werden. Güterzüge können dadurch leichter, schneller, effizienter und kostensparender zusammengestellt werden. Mithilfe von durchgehenden Strom-, Daten- und Druckluftleitungen zwischen den Waggons können zudem Prozesse automatisiert und digitalisiert werden.

Das BMVI hat ein Forschungsprojekt gestartet und mit 13 Millionen Euro gefördert, den „DAK-Demonstrator“. Dabei werden verschiedene Systeme in der Praxis getestet.

Durchgeführt wird es von einem internationalen Konsortium aus sechs Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich, angeführt von der Deutschen Bahn. Weitere Partner: SBB Cargo, Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Laufzeit des Projekts: bis Ende 2022

Ziel des Projektes ist, in enger europäischer Abstimmung den flächendeckenden Einsatz dieser innovativen Technologie für den Schienengüterverkehr vorzubereiten.

Quelle/Foto: BMVI