EIB: 2 Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr

Die Europäische Investitionsbank hat neue Finanzierungen im Umfang von 3,6 Milliarden Euro genehmigt. Sie sollen die Einführung sauberer Verkehrsmittel, Unternehmensinvestitionen und Innovationen sowie Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft und Wohnungsbau vorantreiben.

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Wir haben heute auch Finanzierungen für Innovationen, Unternehmensinvestitionen und den Klimaschutz in Europa und weltweit beschlossen. Die Mittel helfen, den städtischen Verkehr in ganz Europa nachhaltiger zu gestalten, neue elektrische und wasserstoffbetriebene Verkehrsmittel zu entwickeln und die Nutzung erneuerbarer Energien in Afrika, Asien und dem Nahen Osten auszuweiten. Diese Regionen leiden mit am stärksten unter den Folgen der Klimaveränderungen und zunehmenden Klimaextreme. Und dies geschieht mit alarmierender Geschwindigkeit. Deshalb müssen wir jetzt handeln.“

Zwei Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr in Europa und Afrika
Die EIB hat Finanzierungen für den Ausbau des Madrider U-Bahn-Netzes und den Bau der vierten Prager Metrolinie genehmigt. Die sieben Kilometer lange Ausbaustrecke der Linie 11 in Madrid umfasst fünf neue und modernisierte Bahnhöfe. Auf dem fünf Kilometer langen ersten Streckenabschnitt der Prager Metrolinie D mit fünf neuen Bahnhöfen werden fahrerlose Züge eingesetzt und nach vollständiger Inbetriebnahme jährlich voraussichtlich 30 Millionen Fahrgäste befördert.

Finanziert werden zudem Forschungsvorhaben von Unternehmen zur Verbesserung des wasserstoffbetriebenen Bus-, Lkw- und Pkw-Verkehrs, Projekte zur Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen für mehr Fahrzeug- und Fußgängersicherheit sowie Innovationen und moderne Fertigungsverfahren für Elektrofahrzeuge.

Die EIB stellt außerdem Mittel für die Modernisierung eines nationalen Eisenbahnnetzes in Afrika bereit. Dies umfasst auch die Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Signalanlagen sowie die Erhöhung der Sicherheit.

1,4 Milliarden Euro für Innovationen und Investitionen von Unternehmen

Die EIB unterstützt auch neue Finanzierungsprogramme für Unternehmen in Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, der Slowakei, Spanien und Portugal sowie Innovationsvorhaben von Unternehmen.

Neue Finanzierungsinitiativen mit lokalen Finanzpartnern umfassen spezielle Programme zur Förderung von Innovationen und größeren Klimainvestitionen von Unternehmen, um die Energieeffizienz durch den Einsatz moderner, energiesparender Anlagen zu erhöhen.

Quelle/Foto: EIB

Europa auf der Schiene entdecken

2022 ist das Europäische Jahr der Jugend. Aus diesem Anlass verlost die EU-Kommission 70.000 Interrail-Tickets, mit denen junge Europäerinnen und Europäer ihren Kontinent entdecken sollen, wie EU-Jugend-Kommissarin Mariya Gabriel bekannt gab. Damit werden im Rahmen des Programms „DiscoverEU“, das seit 2018 läuft, 10.000 Tickets mehr verlost als sonst.

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Neuer Highspeed-Player in Europa

Die Geschäftsführungen von SNCF Voyageurs, Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ), SNCB und Federated Hermes Infrastructure geben die Zusammenführung von Eurostar und Thalys bekannt.

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Luksic: Logisitkbranche leidet unter Krieg

Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland haben massive Auswirkungen auf die Transport- und Logistikbranche in Deutschland. Darauf wies der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Oliver Luksic (FDP), am Mittwoch vor dem Verkehrsausschuss hin. Die Lage für die Branche sei gefährlich, sagte Luksic. Die Bundesregierung stehe in einem engen Dialog mit der Branche, um kurzfristige und mittelfristige Lösungen zu finden. Luksic informierte den Ausschuss über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den Verkehrssektor insgesamt und stellte sich den Fragen der Abgeordneten.

Die Transport- und Logistikbranche sei zum einen stark durch die gestiegenen Kraftstoffpreise betroffen, führte Luksic aus. Derzeit seien viele Fahrten ein Minusgeschäft, da die gestiegenen Preise noch nicht in den laufenden Verträgen abgebildet seien. Zum anderen sei bereits jetzt ein Mangel an Lkw-Fahrern zu beobachten, da viele der in Deutschland beschäftigten Fahrer aus der Ukraine, Weißrussland und Russland stammten. Die Situation könne sich weiter verschärfen, wenn Polen verstärkt Reservisten einberufen sollte. Dann könne weiteres Personal ausfallen, sagte Luksic. Insgesamt sei Warenverkehr zwischen der Europäischen Union und den Ländern Asiens durch die Sperrung des russischen Luftraums und die Unterbrechung des Schienenverkehrs belastet. Die Versorgung von Supermärkten mit Lebensmitteln sei derzeit aber gesichert.

Die Sanktionen gegen Russland treffen den Verkehrssektor in Deutschland nach den Ausführungen Luksic aber auch in anderen Bereichen. So sei die Automobilindustrie beispielsweise durch die längeren Lieferwege für Chips von den asiatischen Märkten betroffen. Zudem sei die Ukraine ein wichtiger Zulieferer von Kabelbäumen. Russland sei wiederum ein wichtiger Zulieferer von Stahl und Bitumen. Dies habe Auswirkungen auf die dringende Sanierung von Brücken in Deutschland.

Übereinstimmend lobten und dankten die Abgeordneten aller Fraktionen sowie Luksic der Arbeit der Deutschen Bahn und der zivilen Hilfsorganisationen beim Transport von Flüchtlingen und von Hilfsgütern. Die Bahn setze Sonderzüge zur Beförderung von Flüchtlingen von der polnisch-ukrainischen Grenze nach Deutschland ein, führte Luksic aus. Zudem sei die Beförderung von ukrainischen Flüchtlingen in den Zügen der Deutschen Bahn kostenfrei.

Quelle: Deutscher Bundestag; Foto: Pixabay.com/Joa70

Krieg in Europa: Die Schiene hilft

Zum Schrecken des gesamten Kontinents ist der Krieg zurück in Europa. Entrüstung und Solidarität überfluten die Medien. Derweil leistet die Schiene einen Kraftakt: Evakuierungen unter Beschuss, die Verteilung der Millionen Menschen im sicheren Westen, Transport von humanitären Hilfsgütern und nicht zu letzt auch die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Lieferketten findet per Bahn statt.

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Weitere Verträge zwischen ArcelorMittal und CFL cargo

ArcelorMittal und CFL cargo geben die Verstärkung ihrer Partnerschaft durch die Unterzeichnung eines neuen Vertrages bekannt, um den Schienenverkehr zwischen den ArcelorMittal-Produktionsstandorten in Luxemburg und den Gütertransport in ganz Europa zu verbessern.

Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung bekräftigen ArcelorMittal und CFL cargo ihre erfolgreiche Partnerschaft, die auf die Gründung von CFL cargo im Jahr 2006 zurückgeht. Die von den entsprechenden Verträgen abgedeckten Dienstleistungen umfassen den Transport von Rohstoffen zu den wichtigsten Produktionsstandorten in Luxemburg, den internen Transport zwischen und an diesen Produktionsstandorten sowie die Lieferung fertiger Langprodukte in Europa über das Einzelwagenladungsnetz. Die Bereitstellung des angepassten Wagenparks für den Transport von Stahllangprodukten, einschließlich der Reparatur- und Wartungsleistungen, ist ebenfalls Bestandteil der Vereinbarung.

Beide Partner sind überzeugt, dass diese Kooperation den Schienenverkehr weiter vorantreiben und so einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten wird.

Laurence Zenner, CEO von CFL cargo: „Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit ArcelorMittal zu stärken. Unser Angebot an Schienenverkehrslösungen, als nahtloses und nachhaltiges Transportmittel in ganz Europa, trägt dazu bei, CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Unsere Partnerschaft zeigt auch, wie die Integration von Schienendienstleistungen in industrielle Produktionsstandorte dazu beisteuern kann, deren Verarbeitungskapazität zu erhöhen. Darüber hinaus hat diese Zusammenarbeit den Grundstein für die Entwicklung energieeffizienterer Schienenlösungen für den Transport der Endgüter auf wichtigen Schienenverkehrskorridoren gelegt.“

Roland Bastian, Head of country ArcelorMittal Luxembourg: „Die Schiene ist ein wichtiger Faktor bei der Diversifizierung unserer logistischen Mittel, um unsere Industriestandorte mit Rohstoffen zu versorgen und unsere Lieferungen von Fertigprodukten zu verwalten. Sie hat den Vorteil, hinsichtlich der CO2-Emissionen gut aufgestellt zu sein und passt somit perfekt in unsere CSR-Strategie. Die Erneuerung dieser Partnerschaft spiegelt das gemeinsame Interesse unserer beiden Unternehmen und unseren gemeinsamen Wunsch wider, nach wettbewerbsfähigen, flexiblen und effizienten Logistiklösungen zu streben.“

VDB fordert Tempo von der neuen Bundesregierung

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. fordert die kommende Bundesregierung in seinen Empfehlungen für die 20. Legislaturperiode zu drastisch höherem Tempo für die Modernisierung der Schiene auf: „Kluge Klimapolitik braucht intelligente Industriepolitik. Bei Green Mobility bilden Klimaschutz und Wirtschaft nicht länger Gegensätze, sondern eine Einheit. Wir sind überzeugt, dass die Bahnindustrie die drängenden Themen unserer Zeit erfolgreich verbinden kann: Mobilität, Klimaschutz, Energiewende und Wirtschaftswachstum“, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Jetzt komme es für Schiene 4.0 auf eine schnelle Realisierung an.

In der vergangenen Legislaturperiode habe Deutschland im vertrauensvollen Dialog zwischen Bund und Bahnbranche außerordentlich wichtige Impulse für den Bahnverkehr gesetzt und massiv investiert. „Viele Maßnahmen sind angestoßen, aber mit dem derzeitigen Umsetzungstempo wird Deutschland weder die Fahrgastverdopplung auf der Schiene noch die Klimaziele bis 2030 erreichen“, so Rodenbeck. Deshalb empfiehlt der VDB in seinem Programm „Kurs 2025: Schiene 4.0 mit doppeltem Tempo für die nächste Mobilitätsrevolution“ jetzt Prioritäten für die ersten 100 Tage der nächsten Bundesregierung:

  • A) Tempo für Schiene 4.0 verdoppeln. Für mehr Mobilität bei null Emissionen.
  • B) Netz umfassend digitalisieren und elektrifizieren.
  • C) Innovation durch klimagerechte Vergabe beschleunigen.
  • D) Europas Zukunftsindustrie und digitale Souveränität stärken.

Strategien für neue Mobilität müssten kundenorientiert und intermodal ausgerichtet werden. „Eine ganzheitlich gedachte, Verkehrsträger übergreifende Mobilitätsstrategie ist eine große Zukunftsaufgabe und zugleich eine faszinierende Chance für die Bahnindustrie Deutschlands“, bekräftigte Rodenbeck. In der 20. Legislaturperiode müsse die Bundesregierung den Kurs für die nächste Mobilitätsrevolution setzen. Die Bahnindustrie stehe als innovativer Technologiepartner bereit.

>> Download: Masterplan mit allen VDB-Empfehlungen <<

Quelle/Screenshot: VDB

VBB: Mit dem Kulturzug nach Breslau

Nach einer pandemiebedingten, Pause wird der Kulturzug/ Pociąg do kultury ab dem 18. Juni 2021 wieder zwischen Berlin, Cottbus und Breslau (Wrocław) verkehren. Die Fahrten finden jeweils am Freitag und an Wochenenden statt und kosten 19 Euro pro Person und Richtung. Auf das Kulturprogramm im Zug wird dabei selbstverständlich nicht verzichtet – unter Einhaltung aller Hygieneregel wird weiterhin jede Fahrt zu einem Erlebnis. Der Kulturzug fährt freitags hin und zurück, am Samstagmorgen von Berlin nach Breslau und am Sonntagnachmittag zurück nach Berlin.

Seit seiner Einführung anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahrs in Breslau (Wrocław) 2016 verkehrt der Kulturzug von Berlin über Cottbus und Forst (Lausitz) direkt nach Breslau (Wrocław). Dabei hält er in der Republik Polen außerdem zum Besuch der Städte Żary, Żagań und Legnica (Liegnitz). Er verbindet dabei die Bundeshauptstadt Berlin mit der niederschlesischen Metropole Breslau (Wrocław) in etwa 4 Stunden Fahrtzeit.
Nach einer Pause von Mitte November 2020 wird er ab dem 18. Juni 2021 sein internationales Publikum wieder grenzüberschreitend zusammenbringen.  

Quelle/Foto: VBB

Schiene-Schiene-Umschlag im MegaHub

Mit vier nationalen Verbindungen hat die Kombiverkehr KG gestern Abend ihr neues Verkehrssystem von und nach Hannover Lehrte gestartet. Damit ist die neue Schnellumschlaganlage in das nationale und internationale Netzwerk des Operateurs integriert. Nach heutiger Ankunft der ersten Züge aus Duisburg und Ludwigshafen wurden die eingehenden Ladeeinheiten in der Anlage zwischen 3 Uhr und 5 Uhr für ihre Zieldestinationen Lübeck Dänischburg CTL und Lübeck Skandinavienkai neu zugeordnet und auf die zielreinen Ausgangszüge verladen, die das MegaHub gegen 6:30 Uhr verlassen haben. „Zusammen mit DB Cargo und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Umschlaganlage haben wir den Schiene-Schiene-Umschlag in Hannover Lehrte und damit die grundlegende Systemidee des MegaHubs Wirklichkeit werden lassen. Der einzigartige Vorteil der Anlage – der schnelle Wechsel der Ladeeinheiten zwischen den Zügen in besonders kurzer Zeit – wird jetzt sichtbar“, kommentiert Armin Riedl, Geschäftsführer von Kombiverkehr, die Verkehrsaufnahme.

Neues Systemangebot schafft Flexibilität für Logistiker
In der nun realisierten Startphase hat der Frankfurter Intermodal-Spezialist die Terminals Ludwigshafen KTL, Duisburg Ruhrort Hafen DUSS, Lübeck Dänischburg CTL und das Baltic Rail Gate am Lübecker Skandinavienkai im direkten Zugverkehr mit Hannover Lehrte verbunden. Über das Terminal CTL der Firma Lehmann sind kontinentale Intermodalverkehre mit Kombiverkehr bis nach Stockholm und Gävle möglich. Die Lübecker Kais dienen insbesondere als intermodale Durchgangsstationen für Verkehre von und nach Schweden, Finnland, Norwegen und ins Baltikum via Fähre oder per Bahn über die Öresund-Brücke. Am 26. April werden München-Riem und Verona Interterminal als weitere Versand- und Empfangsbahnhöfe folgen. Über das MegaHub als zentrale Drehscheibe sind alle angebundenen Terminals miteinander verknüpfbar. Die Verbindungen sind so konzipiert, dass die Züge zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens eintreffen und nur kurze Standzeiten haben. Mit dem neuen Systemangebot von Kombiverkehr erhalten Spediteure und Logistikunternehmen bereits heute eine neue Vielfalt in der Erreichbarkeit von wichtigen Wirtschaftsstandorten und Häfen in Europa. „Unsere Speditionskunden profitieren ab sofort von neuen durchgehend buchbaren und schnellen Routings, die wir zukünftig in einer zweiten Ausbaustufe erweitern wollen. Zudem haben wir mit dem nun erfolgten Verkehrsstart die Wirtschaftsregion Hannover an unser Gesamtnetzwerk angeschlossen“, sagt Geschäftsführer Alexander Ochs. Für die Planung des zukünftigen Ausbaus des Verkehrssystems ist das Unternehmen bereits in Gesprächen.

Intermodaler Standortvorteil für die Region Hannover
Straßen- und schienenseitig liegt das MegaHub an einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt in Deutschland und damit in geographisch bester Verkehrslage. Mit dem Anschluss des MegaHubs an die Netzwerke wird der Logistikstandort Hannover nun weiter gestärkt. War bisher nur Verona in Norditalien im Fahrplan enthalten, stehen Industrie, Handel und Logistikunternehmen nun ein bunter Strauß an nationalen und internationalen Verbindungen zur Verlagerung von Straßentransporten auf die klimafreundliche Schiene zur Verfügung. Hannover ist nicht nur mit den direkten Zielterminals verbunden, sondern im Gatewayverkehr auch unter anderem mit Madrid, Triest, Pendik bei Istanbul, Wien, Budapest oder Hallsberg und Stockholm in Schweden.

Spezielles Leitsystem und Automated Guided Vehicles sorgen für schnellen Umschlag
Die Schnellumschlaganlage MegaHub Lehrte, an deren Betreibergesellschaft die Kombiverkehr KG neben der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS) zu 16,67 Prozent beteiligt ist, ist nach rund zweijähriger Bauzeit mit dem Güterumschlag zwischen Lkw und Zügen im Juni 2020 gestartet. Seit dem Spatenstich im Mai 2018 wurden auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Lehrte unter anderem sechs, jeweils rund 700 Meter lange Umschlaggleise und drei Portalkräne errichtet. Ein spezielles Betriebsleitsystem steuert das Zusammenspiel zwischen Kran, Längsförderanlage und Ressourcen. Damit wird eine überaus effektive Umschlag-Maximierung mit Berücksichtigung der einzuhaltenden Zeitfenster erreicht. Warte- und Stillstandzeiten werden vermieden, Energieverbrauch und Verschleiß auf ein Minimum reduziert. So genannte Automated Guided Vehicles, führerlose komplett elektrisch betriebene Fahrzeuge, befördern Ladeeinheiten in Längsrichtung zwischen den Portalkranen.

Quelle/Foto: Kombiverkehr KG

Gemeinsam für Europa: Neue Linien im Nachtzugverkehr

Europa soll noch enger zusammenwachsen – auch auf der Schiene. Dazu sollen die bereits erfolgreichen Kooperationen zwischen den vier Bahnunternehmen Deutsche Bahn (DB), den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der französischen SNCF und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) weiter ausgebaut werden. Darauf haben sich heute am Rande der Konferenz der europäischen Verkehrsminister die vier Bahnchefs Dr. Richard Lutz (DB), Andreas Matthä (ÖBB), Jean-Pierre Farandou (SNCF) und Vincent Ducrot (SBB) verständigt.

Die ersten konkreten Ergebnisse dieser Ausweitung der Kooperation sind vier neue Nightjet-Linien, die in den nächsten Jahren insgesamt 13 europäische Millionenmetropolen miteinander über Nacht verbinden werden:

  • Dezember 2021: Wien–München–Paris und Zürich–Köln–Amsterdam
  • Dezember 2023: Wien/Berlin–Brüssel/Paris
  • Dezember 2024: Zürich–Barcelona

Die Erklärung der vier Bahnunternehmen bildet den Auftakt zum Europäischen Jahr der Schiene. Am 1. Dezember hatten sich die Europaabgeordneten des Verkehrsausschuss darauf geeinigt, das kommende Jahr der Stärkung des Schienenverkehrs zu widmen. Ein starkes Schienennetz ist demnach unverzichtbar, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Dazu gehört auch ein starkes Nachtzugnetz, das Schlüssel zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität ist. Gemeinsam im engen Schulterschluss mit der Politik haben sich die vier Partnerbahnen nun in einem klaren Bekenntnis zum Nachtzug auf eine noch stärkere Zusammenarbeit auf allen Ebenen festgelegt.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Abends in München oder Berlin in den Zug steigen und morgens entspannt in Paris oder Brüssel ankommen – mit unserem Trans-Europ-Express TEE 2.0 und attraktiven Nachtzugangeboten auf der Schiene sind wir künftig in Europa noch klima- und umweltfreundlicher unterwegs. Das ist ein ganz konkretes Ergebnis unseres Schienengipfels und unserer EU-Ratspräsidentschaft.”

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Nachtzüge sind die Zukunft der klimafreundlichen Mobilität innerhalb Europas. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe für ein gutes Angebot für die Menschen in Europa zu sorgen. Damit dies nachhaltig gelingt, gilt es die Rahmenbedingungen für den europäischen Nachtzugverkehr in den kommenden Jahren gut zu gestalten. Ich freue mich über dieses gemeinsame Bekenntnis quer durch Europa.“

Staatsminister Jean-Baptiste Djebbari: „Wir alle glauben fest daran, dass Nachtzüge eine Schlüsselrolle im Europa von morgen spielen werden. Sie sind umweltfreundlich und werden das Interesse unserer Bürger am Zugfahren steigern.“

Peter Füglistaler, Direktor des schweizerischen Bundesamts für Verkehr: „Ich freue mich über diesen international abgestimmten Grundsatzentscheid. Nun haben die Bahnen die nötige politische Unterstützung, um mit attraktiven neuen Angeboten die Kunden zu überzeugen.“

Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: „Europas führende Bahnen vereinen ihre Kräfte für den Nachtzug. Das ist ein guter Tag für das Klima, unsere Kunden und das Zusammenwachsen Europas auf der Schiene. Der Nachtzug ist ein Geschäft unter Partnern. Wenn jede Bahn ‚ein bisschen Nachtzug‘ machen würde, wäre niemandem geholfen. Die Lösung ist eine klare Arbeitsteilung, eingebettet in echtes Teamplay.“

Andreas Matthä, CEO der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB): „Nur durch die intensive Zusammenarbeit der Bahnen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich können wir das Nightjet-Netz deutlich erweitern und somit noch mehr klimafreundliche Mobilität in Europa anbieten. Mit Paris, Berlin, Amsterdam, Brüssel, Zürich, Wien und Barcelona werden noch mehr europäische Metropolen künftig umweltfreundlich über Nacht mit dem Nightjet verbunden.”

Jean-Pierre Farandou, Vorstandsvorsitzender der SNCF: „Für die SNCF ist diese Zusammenarbeit eine gute Chance, den nationalen Nachtzugservice mit einem internationalen Angebot zu ergänzen. Nachtzüge sind für die SNCF historisch. Das Interesse und die Begeisterung der Fahrgäste und der Behörden sind groß, denn diese Züge sind für die Verbindung unserer Regionen unverzichtbar. Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren europäischen Partnern von der Erfahrung mit dem Nightjet profitieren können, um ein attraktives europäisches Nachtzugangebot voranzutreiben.“

Vincent Ducrot, Vorstandsvorsitzender der SBB: „Der Ausbau der internationalen Verbindungen im Tages- und Nachtverkehr auf der Schiene ist für die Schweiz sehr wichtig. Diese Kooperation ermöglicht, unsere Ausbaupläne nun auch schnell umzusetzen. Im Nachtverkehr werden wir so das Angebot ab der Schweiz bis 2024 von sechs auf zehn Linien zu 25 Destinationen ausbauen. Das ist ein sehr wichtiger Beitrag zur Förderung der klimafreundlichen Mobilität.”

Quelle: DB AG/BMVI; Grafik: DB AG