SBB bestellt weitere Giruno-Züge

Die DB und die SBB bauen das Angebot im internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland weiter aus. Vor der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Zugreisen Richtung Deutschland kontinuierlich. Heute befindet sie sich bereits wieder auf dem Niveau von 2019. Voraussichtlich ab 2026 werden mehr direkte Verbindungen via Basel zu verschiedenen Destinationen in Deutschland angeboten, mehr dazu in der Medienmitteilung vom 15.10.2020.

Für den geplanten Angebotsausbau bestellt die SBB nun sieben weitere Giruno-Züge bei Stadler. Diese erfüllen die Geschwindigkeitsvoraussetzung von 250km/h für den Einsatz auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der DB. Die Züge werden zwischen der Schweiz und Deutschland via Basel verkehren. Die Investition beträgt rund 250 MCHF. Diese sieben Fahrzeuge sind Teil der bestehenden Optionsrechte, welche die SBB bei der Ausschreibung der Giruno publiziert hatte.

Die bestehenden 29 Giruno wurden 2014 bestellt. Am 10. Mai 2021 wurde der 29. Giruno ausgeliefert. Die Züge verkehren heute bereits zwischen Basel/Zürich bis nach Lugano/Mailand und weiter nach Genua, Bologna und Venedig

Quelle: SBB; Foto: Daniel Wimpf via Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

PriMa 3/22 erschienen!

Das neue PriMa ist da! Im Titel geht es um die dringend nötige Verkehrwende und die Frage, wie diese angesichts der aktuellen Zeitenwende gelingen kann.

Lesen Sie mehr in unserem Thema der Woche.

VDB: Starkes Jahr 2021, Herausforderungen für die Zukunft

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2021: Mit 12,9 Milliarden Euro erreicht die Bahnindustrie in Deutschland einen neuen Umsatzrekord, der 3 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Das Inlandsgeschäft steigt um 2,5 Prozent. Der Exportumsatz wächst um 4 Prozent. Auch die Beschäftigungszahl steigt auf 53.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. „Das ist die Bilanz einer resilienten, flexiblen Industrie mit starkem Wachstumspotenzial”, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Am stärksten bleibt das Fahrzeuggeschäft mit 9 Mrd. Euro Umsatz. Das Infrastrukturgeschäft wächst um 18 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro an.

Das Infrastrukturwachstum müsse laut Rodenbeck jedoch insbesondere im Inland im Pandemie-Kontext bewertet werden: „Wir gleichen die durch die Krise entstandene Delle zwar aus, stellen jedoch wie in den Vorjahren fest, dass wir damit noch lange nicht dort sind, wo wir für die Erreichung der Koalitionsvertragsziele hinkommen müssen.“ Der Infrastrukturumsatz im Inland bleibt knapp 4 Prozent unter den Werten von 2019. „Das passt ganz und gar nicht zu den politischen Zielen“, mahnte Rodenbeck. Die Verdopplung der Fahrgastzahlen und Steigerung des Güterverkehrs auf der Schiene erfordere Investitionen in eine leistungsstarke, digitale Schieneninfrastruktur. Die Bahnindustrie setzt nun hohe Erwartungen in das Klimaschutz-Sofortprogramm des Bundes.

Die Auftragsbücher der Bahnindustrie sind im vergangenen Geschäftsjahr 2021 sehr gut gefüllt. Auch im Auftragseingang verzeichnet die Bahnindustrie in Deutschland einen Rekordwert von 16,7 Milliarden Euro. Durch den Zuwachs von rund 19 Prozent liegt der Auftragseingang wieder deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Bahnindustrie erlebe nach der Pandemie einen Nachholeffekt, so Rodenbeck. Verschobene Projekte würden insbesondere auf den Weltmärkten wieder aufgenommen. Unter der Corona-Krise hatte insbesondere das Exportgeschäft gelitten. 2021 steigt der Auftragseingang im Ausland mit einem Plus von 71 Prozent wieder auf vor-Pandemie-Niveau. Auch im Inland wächst der AE um 2 Prozent.

Bahnindustrie fordert Tempo für die Dekarbonisierung
Die Bilanz für das Gesamtjahr 2021 spiegele die anfängliche Erholung einer zukunftsträchtigen Branche nach knapp zwei Jahren Pandemie – jedoch vor dem Krieg in der Ukraine. Klimaschutz ohne Aufschub bleibe jetzt mehr denn je der richtige Imperativ, betonte Rodenbeck: „Politik und Branche müssen Kurs halten für die Klimaziele und für die strategische Souveränität Europas.“ Dekarbonisierung und Energieeffizienz komme heute neben der klimapolitischen auch eine sicherheitspolitische Relevanz zu. Mehr denn je brauche es Tempo für die klimafreundliche Transformation der Mobilität.

Bahnindustrie fordert starke Lieferkettenpartnerschaft
Die Bahnindustrie in Deutschland ist als Klimaindustrie zentraler Akteur für die Realisierung der Klimaziele. Doch die globalen Lieferketten werden infolge der Pandemie und des russischen Angriffskriegs durch unabwendbare Kostenanstiege und präzedenzlose Nichtlieferbarkeiten bei kritischen Rohstoffen, Vorprodukten und Komponenten massiv beeinträchtigt. Das gefährdet die Umsetzung der Verkehrsziele des Koalitionsvertrags. Nötig sind klare politische Leitlinien. Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette muss durch Preisgleitung oder Mehrkostenteilung eine Anpassung an die Marktentwicklung ermöglicht werden. Solange Materialien für Züge unabwendbar nicht lieferbar sind, Fristen also unverschuldet verstreichen, muss darüber hinaus auf Pönalen verzichtet werden. „Nur in partnerschaftlicher Verantwortung wird es gelingen, die wichtigen Ziele des Koalitionsvertrages gemeinsam zu realisieren“, so Rodenbeck.

Bahnindustrie fordert deutliche Beschleunigung von Investitionen und Prozessen
Klimaschutz braucht darüber hinaus eine Finanzierungslinie mit Perspektive. Für die Digitalisierung der Schiene hat das Beratungsunternehmen McKinsey bereits 2018 ein notwendiges Investitionsvolumen von 32 Mrd. Euro berechnet. Bliebe es bei der aktuellen Finanzierungslinie, würde Deutschland, so Rodenbeck, dieses Volumen in etwa 55 Jahren erreichen – und das Ziel der vollständigen Schienendigitalisierung bis 2035 verfehlen. Notwendig sind jetzt mindestens 2 Mrd. Euro im Jahr. Auch für die Elektrifizierung des Schienennetzes muss ein konstantes Vergabevolumen der Industrie ermöglichen, entsprechende Kapazitäten aufzubauen. Dabei sind nicht allein Gelder entscheidend, sondern auch effiziente Prozesse. Deutschland sei bei Planungs- und Genehmigungsverfahren zu oft im Schneckentempo unterwegs. Dass es auch anders geht, zeigt das gemeinsam mit Bund, Eisenbahn Bundesamt und Deutsche Bahn AG aufgelegte Schnellläuferprogramm. Für die Modernisierung nicht-zeitgemäßer Stellwerke hat der Pilot die Umsetzungszeit von 5 Jahren auf etwa ein Jahr verkürzt. „Das muss der neue Standard werden. Neue Technologien und beste Angebote erfordern neue Wege“, forderte Rodenbeck.

Quelle/Grafik: VDB

Luksic: Logisitkbranche leidet unter Krieg

Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland haben massive Auswirkungen auf die Transport- und Logistikbranche in Deutschland. Darauf wies der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Oliver Luksic (FDP), am Mittwoch vor dem Verkehrsausschuss hin. Die Lage für die Branche sei gefährlich, sagte Luksic. Die Bundesregierung stehe in einem engen Dialog mit der Branche, um kurzfristige und mittelfristige Lösungen zu finden. Luksic informierte den Ausschuss über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den Verkehrssektor insgesamt und stellte sich den Fragen der Abgeordneten.

Die Transport- und Logistikbranche sei zum einen stark durch die gestiegenen Kraftstoffpreise betroffen, führte Luksic aus. Derzeit seien viele Fahrten ein Minusgeschäft, da die gestiegenen Preise noch nicht in den laufenden Verträgen abgebildet seien. Zum anderen sei bereits jetzt ein Mangel an Lkw-Fahrern zu beobachten, da viele der in Deutschland beschäftigten Fahrer aus der Ukraine, Weißrussland und Russland stammten. Die Situation könne sich weiter verschärfen, wenn Polen verstärkt Reservisten einberufen sollte. Dann könne weiteres Personal ausfallen, sagte Luksic. Insgesamt sei Warenverkehr zwischen der Europäischen Union und den Ländern Asiens durch die Sperrung des russischen Luftraums und die Unterbrechung des Schienenverkehrs belastet. Die Versorgung von Supermärkten mit Lebensmitteln sei derzeit aber gesichert.

Die Sanktionen gegen Russland treffen den Verkehrssektor in Deutschland nach den Ausführungen Luksic aber auch in anderen Bereichen. So sei die Automobilindustrie beispielsweise durch die längeren Lieferwege für Chips von den asiatischen Märkten betroffen. Zudem sei die Ukraine ein wichtiger Zulieferer von Kabelbäumen. Russland sei wiederum ein wichtiger Zulieferer von Stahl und Bitumen. Dies habe Auswirkungen auf die dringende Sanierung von Brücken in Deutschland.

Übereinstimmend lobten und dankten die Abgeordneten aller Fraktionen sowie Luksic der Arbeit der Deutschen Bahn und der zivilen Hilfsorganisationen beim Transport von Flüchtlingen und von Hilfsgütern. Die Bahn setze Sonderzüge zur Beförderung von Flüchtlingen von der polnisch-ukrainischen Grenze nach Deutschland ein, führte Luksic aus. Zudem sei die Beförderung von ukrainischen Flüchtlingen in den Zügen der Deutschen Bahn kostenfrei.

Quelle: Deutscher Bundestag; Foto: Pixabay.com/Joa70

Rekord für Hamburger Hafenbahn

Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen entwickelte sich nach dem vorjährigen Einbruch durch die Corona-Pandemie im Jahr 2021 positiver als erwartet. So fiel der Seegüterumschlag mit einem Ergebnis von 128,7 Millionen Tonnen und somit einem Plus von rund zwei Prozent besser aus als im ersten Jahr der Corona-Pandemie. Der Containerumschlag erreichte mit 8,7 Millionen TEU ein Plus von 2,2 Prozent.

Für ein Rekordergebnis im Jahr 2021 sorgte der Güterverkehr auf der Schiene. Die Hamburger Hafenbahn konnte im vergangenen Jahr ein Transportvolumen von 48,5 Millionen Tonnen (+4,0 Prozent) abfertigen. Beim Containertransport wurde mit 2,79 Millionen TEU sogar ein Plus von acht Prozent erreicht. „Hamburg baut eindrucksvoll seine führende Position als weltweit größter Eisenbahnhafen aus. Trotz anhaltender Herausforderungen durch die Pandemie und aus dem Takt gekommener Transportketten wurde für den umweltfreundlichen Gütertransport auf der Schiene ein neues Rekordergebnis erzielt“, sagt Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM).

Zusätzliche Containerzugverbindungen und zunehmende Transporte im mittleren Distanzbereich bis 300 Kilometer förderten das Wachstum auf der Schiene. Der Modal-Split-Anteil der Eisenbahn liegt in Hamburg beim Containertransport inzwischen bei 51,5 Prozent. Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene erfolgt in Hamburg beispielhaft und entlastet die Straßen und schont die Umwelt. Der LKW-Anteil geht in Hamburg zurück und beträgt 46,1 Prozent. Das Binnenschiff erreicht beim Containertransport von und nach dem Hamburger Hafen einen Anteil von 2,4 Prozent.

Starkes Wachstum bei Containertransporten auf der Neuen Seidenstraße
In Ergänzung zum Seetransport werden immer zahlreicher auch Container auf der Schiene zwischen China und Hamburg transportiert. Hamburg ist in Deutschland der führende Start- und Endpunkt für Containertransporte per Seeschiff und für Containerzugverbindungen auf der Neuen Seidenstraße. „Auch wenn für die mehr als 12.000 Kilometer lange Strecke zwischen China und Hamburg derzeit rund 20 Tage für den Transport per Eisenbahn benötigt werden, ist der Landweg über die Neue Seidenstraße schneller als mit dem Seeschiff. Für zeitkritische Güter bieten die Containerzug-verbindungen zwischen Hamburg und China somit eine attraktive Transport-Alternative. Rund 160.000 TEU wurden im vergangenen Jahr per Eisenbahn zwischen Hamburg und mehr als 25 Zielorten in China befördert. Das ist ein starkes Plus von 51 Prozent. Von verschiedenen Anbietern werden insgesamt mehr als 290 Chinazugverbindungen von und nach Hamburg vermarktet“, erläutert Axel Mattern, Vorstand von HHM.

Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen im Jahr 2021
Die weltweit spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussten auch im Jahr 2021 die Umschlag- und Verkehrsentwicklung in Deutschlands größtem Universalhafen. Im gesamten Jahr 2021 wurden im Hamburger Hafen 128,7 Millionen Tonnen Seegüter an den Terminals geladen oder gelöscht. Das ist im Vergleich zum Vorjahresergebnis ein Plus von 1,9 Prozent. Sowohl der Stückgutumschlag, der mit 88,9 Millionen Tonnen ein Plus von 1,3 Prozent aufweist, als auch der Massengutumschlag mit 39,8 Millionen Tonnen (+3,3 Prozent), trugen dazu bei. Im Segment Containerumschlag wurden im Jahr 2021 in Hamburg insgesamt 8,7 Millionen TEU umgeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 2,2 Prozent.

Innerhalb des Segments Massengut entwickelte sich der Umschlag von Greifergut mit insgesamt 21,6 Millionen Tonnen positiv und erreichte ein Plus von 11,2 Prozent. Zu diesem Wachstum trug vor allem der Import von Kohle mit 5,5 Millionen Tonnen (+15,9 Prozent) und Erz mit 10,5 Millionen Tonnen (+10,6 Prozent) bei. Im Agribulk-Bereich wurden im Jahr 2021 insgesamt 6,4 Millionen Tonnen Sauggut umgeschlagen. Der Rückgang von insgesamt 14,7 Prozent ist auf weniger Umschlag von Getreide zurückzuführen. Im Segment Flüssigladung lag der Umschlag im Jahr 2021 insgesamt bei 11,8 Millionen Tonnen (+1,7 Prozent). Mehr Exporte bei Mineralölprodukten sind vor allem für das leichte Plus in diesem sich insgesamt sehr stabil entwickelnden Segment zu nennen. „Zusätzlich zur Betrachtung der im Hafen umgeschlagenen Gütermengen sollte man auch berücksichtigen, dass über den Hamburger Hafen allein aus deutscher Produktion jährlich Waren im Wert von rund 116 Milliarden Euro in alle Welt exportiert werden. Der Hamburger Hafen sichert in Deutschland rund 607.000 Arbeitsplätze“, sagt Egloff.

China, die USA und Singapur führen in der Rankingliste der Top 10 Partnerländer Hamburgs im Containerumschlag
Beim Containerumschlag der zehn wichtigsten Partnerländer des Hamburger Hafens blieben die Länder auf den Positionen von Platz eins bis sechs unverändert. Der noch im Vorjahr zu verzeichnende Mengenrückgang im seeseitigen Containerumschlag mit China wurde gestoppt. Im Jahr 2021 wurde mit 2,6 Millionen TEU ein Plus von 5,5 Prozent erreicht. Damit festigt China die Position als Hamburgs mit Abstand wichtigster Handelspartner. „Wir freuen uns sehr, dass Hapag-Lloyd mit dem neuen China Germany Express (CGX) ab April den Hamburger Hafen wöchentlich mit dem südchinesischen Terminal Dachan Bay, welches zum Hafen Shenzhen gehört, verbinden wird. Mit diesem neuen Containerliniendienst wird das Angebot von insgesamt dann 18 Liniendiensten, die Hamburg mit chinesischen Häfen verbinden, weiter ausgebaut und Hamburgs Position als führender China-Hafen gefestigt“, sagt Mattern.

Unter den weiteren Handelspartnern im Containerverkehr folgen im Ranking nach China:

  • USA (+4,5 Prozent)
  • Singapur (+0,9 Prozent)
  • Russland (-3,0 Prozent)
  • Schweden (+7,5 Prozent)
  • Vereinigtes Königreich (-9,9 Prozent)
  • Polen (+20,7 Prozent)
  • Südkorea (-0,4 Prozent)
  • Dänemark (+4,6 Prozent)
  • Brasilien (+3,2 Prozent).

Die abgeschlossene Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe bringt Vorteile
Die ein- und auslaufende Schifffahrt profitiert jetzt im Vergleich zum Zustand vor der Fahrrinnenvertiefung – je nach Schiffsabmessung – von einer Tiefgangerhöhung zwischen 1,00 Meter und 1,90 Meter. So können zum Beispiel Megamax-Schiffe mit einer Breite bis zu 62,50 Meter oder einer Länge von 400 Meter tideunabhängig mit einem Tiefgang von bis zu 13,10 Meter den Hafen befahren. Vor der Anpassung waren es lediglich 11,40 Meter. Tideabhängig ausgehend sind es jetzt 14,10 Meter. Einkommend ist sogar ein Tiefgang von 15,40 Meter möglich. Hier waren es zuvor lediglich 13,60 Meter.

„Wir bedanken uns bei unseren Kunden und Partnern für ihr Vertrauen in uns und den Hamburger Hafen während des langjährigen Projekts Fahrrinnenanpassung. Seit Ende Januar dieses Jahres können wir nun – je nach Schiffsgröße – Verbesserungen bei den Höchsttiefgängen im tideunabhängigen und tideabhängigen Verkehr zwischen 1,00 und 1,90 m ermöglichen. Dies trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens zu stärken“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority.

Ein weiterer Vorteil ist die jetzt geschaffene Möglichkeit für eine bessere Begegnung großer Schiffe. So wurde bei Wedel auf einer Länge von acht Kilometern eine Begegnungsbox gebaut. Sie macht es möglich, dass Schiffe mit einer addierten Breite von weniger als 104 Meter aneinander vorbeifahren können. Zudem wurde die Fahrrinne zwischen Wedel und der Störmündung von 300 Meter auf 320 Meter erweitert. Hier können Schiffe mit einer addierten Breite von weniger als 92 Meter jetzt sicher aneinander vorbeifahren.

Die beiden Vorstände von Hafen Hamburg Marketing, Axel Mattern und Ingo Egloff, begrüßen die jetzt erfolgreich abgeschlossene Fahrrinnenanpassung der Elbe. „Für die Schifffahrt und unsere Hafenkunden aus der Wirtschaft bringen die Erleichterungen bei der Erreichbarkeit von Deutschlands größtem Universalhafen auch den Vorteil, mehr Ladung via Hamburg zu routen. Allein im vergangenen Jahr liefen 221 Großcontainerschiffe der Klasse 18.000 bis 24.000 TEU-Stellplatzkapazität den Hamburger Hafen an. Das ist ein Plus von 16,9 Prozent und verdeutlicht, dass die jetzt abgeschlossene Fahrrinnenanpassung von enormer Wichtigkeit für die sichere und schnelle Verkehrssteuerung auf der Elbe ist. Mit leistungsfähigen Verkehrswegen, smarten Logistiklösungen und zunehmenden Einsatz emissionsarmer Energieträger und Technik sind wir in Richtung nachhaltiges Wachstum auf dem richtigen Kurs“, sagt Mattern. Auf der Landseite übernimmt die umweltfreundliche Eisenbahn den Hauptanteil beim Transport von Gütern und verbindet die Marktregionen im Binnenland schnell und zuverlässig mit dem Hafen.

Ausblick 2022
„Der Krieg in der Ukraine wird sich auch auf die Umschlagentwicklung des Hamburger Hafens auswirken. Aktuell lässt sich jedoch noch nicht sagen, inwieweit die Sanktionen gegenüber Russland die Umschlagentwicklung beeinflussen werden. Eine realistische Prognose für das laufende Jahr lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht geben, denn auch die Corona-Pandemie könnte weiterhin Einfluss auf den seeseitigen Außenhandel nehmen“, sagt Mattern. Für das Jahr 2022 hofft die Marketingorganisation des Hamburger Hafens auf einen insgesamt stabilen Verlauf beim Seegüterumschlag.

Quelle: Hafen Hamburg; Foto: HHM / Hasenpusch production

SCI-Eilmeldung: Hilfe für die Ukraine

Die ukrainische Staatsbahn Ukrzaliznytsia hat gemeinsam mit europäischen Partnern Empfangsstellen für internationale humanitäre Hilfe in Przemyśl und Slawkow (Polen) eingerichtet. Zu den vorrangigen Frachtgütern gehören: Medikamente, Hygieneartikel, Langzeitnahrung, Kleidung, Wasser in Flaschen, Babyartikel (Nahrung, Windeln usw.), Schlafsäcke und Schlafmatten.

Annahmestellen für beladene LKWs in Slawkow:
Rail & Sea Logistics Polska Spółka z o. o. Logistics Store,
St. Groniec 1, PL 41-260 Sławków
+48 668 694 890

Empfang von Containern auf der Schiene:
Trade & Trans Expert Czaicki und Czaicki Sp.J.
st. Dębowa Góra 29 41-260 Sławków
+48 691 873 900

Allgemeine Ladungsanforderungen:
1. Die Ladung muss auf einer Palette von 120×80 sein.
2. CMR-Dokument für Container und / oder LKWs
3. Zuordnung der Ladung in Dokumenten: humanitäre Hilfe.
4. Obligatorische Packliste für die Ladung (vorzugsweise mit HS-Codes / NHM-Codes)
5. In den Dokumenten für die Lieferung an das Terminal geben Sie bitte das Zielterminal als Empfänger an.

Quelle: SCI Verkehr GmbH; Foto: Katie Godowski von Pexels

Ukraine: Züge evakuieren Demarkationslinie

Zur Sicherheit der Bürger hat die Ukrzaliznytsia den Zugverkehr nach Charkiw vorübergehend eingestellt, den Verkehr einzelner Züge geändert und ist bereit, die Stadtbewohner in der Nähe der Demarkationslinie zu evakuieren.

Am 24. Februar um 10 Uhr verkehren die meisten Personenzüge, alle Züge nach Kiew und in die Hauptstadt sowie westliche Züge planmäßig. Die Ostzüge fahren weiterhin mit sicherer Geschwindigkeit, wobei Verlangsamungen und Stopps aus Sicherheitsgründen in der Nähe von geschützten Bahnhöfen möglich sind. Der Zugverkehr nach Charkiw wird vorübergehend ausgesetzt. Für die Sicherheit der Fahrgäste wurden weitere Änderungen am Zugverkehr vorgenommen.

Die Ukrzaliznytsia ist bereit, die Stadtbewohner in der Nähe der Demarkationslinie zu evakuieren.Aus mehreren Regionen und Stationen sind heute diverse Evakuierungszüge geplant. Aus Sicherheitsgründen werden die genaue Abfahrts- und Zielzeit nicht bekannt gegeben.

Quelle/Foto: Ukrsalisnyzja

PriMa Express 1/2022 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Alternative Antriebe: Stadler Flirt Akku erzielt Reichenweitenrekord
  • Personenverkehr: Keolis Deutschland wird zur Eurobahn
  • Corona-Krise: Betriebsleistung hat sich 2021 erholt
  • Güterverkehr: 88 Millionen Euro frisches Geld für DB Cargo
  • Infrastruktur: Neue Netzleitzentrale für die HGK

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DB-Eigenkapitalerhöhung: EU-Kommission bleibt wachsam

Von den insgesamt fünf Milliarden Euro Eigenkapitalerhöhung, die die Deutsche Bahn nach dem Willen von Bundesverkehrsministerium und Bundespolitik wegen Corona-Schäden erhalten sollte, hat die EU-Kommission gestern (nur) 550 Millionen Euro genehmigt.

Dazu mofair-Präsident Tobias Heinemann: „Die Wettbewerbshüter der EU machen erneut deutlich, dass sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Die bewilligte Notfallhilfe für den ersten Lockdown für die DB Fernverkehr ist aus unserer Sicht zwar noch immer zu üppig. Ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen hätte entweder den Fahrbetrieb der Nachfrage anpassen oder eine Notvergabe durch den Bund nach transparenten Kriterien anstreben müssen. Aber Kostenbewusstsein scheint bei der DB ohnehin keine Rolle mehr zu spielen“. Er fährt fort: „Angesichts des Stoppschilds aus Brüssel sollte die Bundesregierung die beantragten, aber nicht genehmigten, verbleibenden knapp 1,4 Milliarden Euro nun endlich in unternehmensübergreifende Hilfen für den Bahnsektor umwidmen.“

Obwohl noch vollkommen unklar war, wie sich die Pandemie und ihre Folgen für den Verkehrsmarkt entwickeln würden, forderte die Deutsche Bahn AG bereits im Mai 2020 pauschal eine Eigenkapitalerhöhung von 4,5 Milliarden Euro. Der Bundestag beschloss im Juli 2020 sogar volle 5 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital für das Staatsunternehmen. Eigenkapital unterliegt keiner Zweckbindung. Es könnte auch genutzt werden, um durch Angebote unter eigenen Kosten die Mitbewerber der DB-Transportunternehmen unter Druck zu setzen und den Wettbewerb zu verzerren. In allen drei Verkehrsarten (SPFV, SPNV, SGV) gab und gibt es Anzeichen dafür.

Daher hatten die Wettbewerbsbahnen umgehend unternehmensübergreifende Staatshilfen zum Ausgleich der Corona-Schäden gefordert. Für den Nahverkehr gelang das in Gestalt des ÖV-Rettungsschirms. In den eigenwirtschaftlichen Sektoren Fern- und Güterverkehr dauerte es fast ein Jahr, bis die Bundesregierung im April 2021 auf die von Anfang an vorgeschlagene Trassenpreisabsenkung umschwenkte, die dann von der EU-Kommission zügig genehmigt wurde.

Von den vom Haushaltsgesetzgeber bewilligten 5 Milliarden Euro bleiben noch immer 1,374 Milliarden Euro (5 Mrd. Euro, abzüglich der 3,076 Milliarden für die Trassenpreisabsenkungen sowie der jetzt genehmigten 0,55 Milliarden Euro für DB Fernverkehr) in der Schwebe. Dem Vernehmen nach fordert die EU-Kommission, Generaldirektion Wettbewerb, detaillierte Nachweise, dass die entstandenen finanziellen Schäden im DB-Fernverkehr unvermeidbar gewesen sind. Dies für die Periode nach dem 30. Juni 2020 – nur bis zu diesem Zeitpunkt gilt die gestrige Genehmigung – zu belegen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Daher sollte die Bundesregierung diese Mittel endlich zur Stützung des gesamten Sektors nutzen.

Quelle: mofair; Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

Rolls-Royce: Power Systems erholt sich

Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems hat die Umsatz- und Ergebniserwartungen in der ersten Hälfte des Jahres 2021 erfüllt. „Wir liegen mit unserem wirtschaftlichen Ergebnis im Rahmen unserer Erwartungen“, sagt Louise Öfverström, CFO Rolls-Royce Power Systems. Mit 1,18 Mrd. £ (1,36 Mrd. EUR*) befindet sich der bereinigte Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2020: 1,21 Mrd. £, 1,366 Mrd. EUR), der bereinigte Gewinn stieg um 8 Millionen £ (9,3 Mio. EUR) auf 41 Millionen £ (47 Mio. EUR). Die bereinigte Umsatzrendite liegt bei 3,5 Prozent (Vorjahreszeitraum: 2,7 Prozent) und ist Ausdruck der aktuellen wirtschaftlichen Erholung. Der um 19 Prozent gestiegene Auftragseingang im ersten Halbjahr verspricht eine weitere positive Entwicklung.

Erholung in allen Märkten
„Wir haben in der Covid-19-Pandemie schnell und entschieden gehandelt, unsere Mitarbeiter bestmöglich vor Ansteckung geschützt und unser Geschäft trotz widriger Rahmenbedingungen erfolgreich fortgeführt. Auch die Transformation zum Lösungsanbieter haben wir konsequent vorangetrieben, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, sagt Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. In allen Endmärkten profitiert Power Systems von der Erholung der Weltwirtschaft. „Dass die 13 Marktsegmente, in denen wir tätig sind, unterschiedlich stark und schnell reagieren, erweist sich erneut als ein stabilisierender Faktor in unserem Geschäftsmodell“, ergänzt Louise Öfverström.

Service-Umsatz steigt
Der wirtschaftliche Aufschwung in der abklingenden Covid-19-Pandemie treibt bereits den Service-Umsatz an. Er stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 um 13 Prozent, weil die Kunden ihre mtu-Produkte wieder verstärkt einsetzen können und folglich mehr Serviceaufträge erteilen.

Kundennachfrage wächst
Steigende Investitionsbereitschaft spürt Rolls-Royce Power Systems beim Neugeschäft mit mtu-Produkten und Lösungen. Der schon frühzeitig wiedererstarkte chinesische Markt trug wieder signifikant zu Umsatz und Ertrag bei. Der Markt für Luxusyachten boomt, die Investitionen der Behördenkunden ziehen an, Industriekunden platzieren verstärkt Aufträge. Die kommerzielle Schifffahrt braucht offenbar noch etwas Zeit, da die pandemiebedingten Reisebeschränkungen das Transportgeschäft noch hemmen. Umsatzstärkstes Segment mit 32 Prozent Anteil am Power-Systems-Umsatz ist erneut das Geschäft mit Lösungen zur dezentralen Stromversorgung, vor allem mit Notstromanlagen für sensible Anlagen wie Rechenzentren oder Krankenhäuser.

„Wir sehen am Auftragseingang: Das Geschäft kehrt auf ein normaleres Niveau zurück“, sagt Öfverström. Der Auftragseingang stieg im Vergleichszeitraum um 19 Prozent auf 1,4 Mrd. £ (1,6 Mrd. EUR) (H1 2020: 1,2 Mrd. £, 1,5 Mrd. EUR). „Das wird sich positiv auf die Ergebnisse des zweiten Halbjahres auswirken, das bei Power Systems grundsätzlich stärker ist als die erste Jahreshälfte“, betont die Finanzvorständin. Den größten Auftragseingang verbuchten das Segment Power Generation sowie das Marine- und Behördengeschäft, das vor allem bei mtu- Antriebssystemen für Yachten zulegte.

Klimaschutz treibt Transformation
Insbesondere Kunden für dezentrale Energieanlagen signalisieren Bedarf an klimaschonenderen Lösungen, die in naher Zukunft wesentliche Umsatzanteile erwirtschaften werden. Diese werden seit einer umfangreichen Neuorganisation im Frühjahr 2021 in der neu gegründeten Geschäftseinheit Sustainable Power Solutions entwickelt. „Sustainable Power Solutions befindet sich im Vergleich zu unseren etablierten Geschäften noch im Aufbau. Dabei stellen wir ein erfreulich großes und beeindruckendes Interesse unserer Kunden an solchen Lösungen fest, auch hier verbunden mit einem zunehmenden Auftragseingang“, erklärt Andreas Schell.

Schon heute klimaschonende Produkte im Portfolio
Klimaschonende Produkte hat der Rolls-Royce-Geschäftsbereich schon seit einiger Zeit im Portfolio: So ging das erste in Serie gebaute mtu Bahn-Hybrid-PowerPack im Juli 2021 auf einer Bahnlinie im Vereinigten Königreich in Betrieb, und Aufträge für klimaschonende Batteriespeichersysteme kommen aus der ganzen Welt. Power Systems hatte erst im Juli seine ambitionierten Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität vorgestellt: Bis 2030 sollen im Vergleich zum Jahr 2019 die verkauften Produkte über neue Technologien 35 Prozent Treibhausgas-Emissionen reduzieren, basierend auf wissenschaftlich anerkannten Standards. Die vollständige Klimaneutralität soll im Einklang mit der Gesamtstrategie von Rolls-Royce bis zum Jahr 2050 erreicht werden. Möglich machen sollen dies Energielösungen auf Basis von Brennstoffzellen mit nachhaltig hergestelltem Wasserstoff und für nachhaltige Kraftstoffe zertifizierte Motoren. „Mit ‚Net Zero at Power Systems tun wir nicht nur aktiv etwas für den Klimaschutz. Wir haben unsere Strategie, gemäß der Nachfrage unserer Kunden, auf umweltfreundliche Lösungen für Energie und Antrieb ausgerichtet. Diese sehen wir bereits in den kommenden Jahren ausdrücklich als Wachstumschance“, sagt Andreas Schell.

Im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von 2019
Für das zweite Halbjahr 2021 erwartet Rolls-Royce Power Systems dank des gestiegenen Auftragseingangs eine weitere Erholung des Geschäfts. Die Auftragslage für Neuware erholt sich etwas langsamer als erwartet, dennoch geht Louise Öfverström davon aus, dass der Geschäftsbereich Power Systems im Jahr 2022 die Zahlen des Vor-Pandemiejahres 2019 erreichen wird. Auch das tägliche Arbeitsleben bewegt sich zunehmend in Richtung Normalität: Die Mitarbeiter kehren unter strengen Regeln und in Schichten aufgeteilt in die Büros zurück. „Wir betrachten die Pandemie noch nicht als überwunden, kümmern uns weiter um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und betrachten aufmerksam, wie sich Pandemie und Geschäft entwickeln“, erklärt Andreas Schell.