Erstmalig in Deutschland: Batteriezug im Fahrgastbetrieb

Heute startet der Testbetrieb des deutschlandweit ersten Batteriezuges im Fahrgastbetrieb. Das Alstom-Fahrzeug wird von der Deutschen Bahn AG  in Baden-Württemberg und ab Februar in Bayern eingesetzt. Die Unternehmen sprechen von einem großen Schritt für eine umwelt- und klimafreundliche Antriebstechnologie im Nahverkehr.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Thema der Woche.

Michael Theurer ist neuer Schienen-Beauftragter

Das Bundeskabinett hat heute der von Bundesminister Volker Wissing vorgeschlagenen Ernennung des Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr sowie des Koordinators der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik zugestimmt.

Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, ist neuer Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr. Der Beauftragte ist u.a. für die Entwicklung eines strategischen Gesamtkonzepts für die Schiene zuständig. Er ist Schnittstelle für die Abstimmung mit den Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung und soll sich innerhalb und außerhalb der Bundesregierung für die Belange des Schienenverkehrs einsetzen.

„Das Amt des Schienenverkehrsbeauftragten der Bundesregierung ist für mich Verpflichtung und Ehre zugleich. Ich möchte damit einen Beitrag zur Verwirklichung der ambitionierten Ziele des Koalitionsvertrages in der Bahnpolitik als Kernelement einer klimaschonenden Mobilität leisten. Mit dem Zukunftsbündnis Schiene werde ich zeitnah die schnelle Umsetzung der Maßnahmen des Masterplans Schienenverkehr erörtern. Kapazität, Qualität und Kundenorientierung sind die Schlüsselelemente für einen attraktiveren Schienenverkehr. Die Umsetzung des Deutschlandtakts und ein darauf basierendes Programm zur schnellen Kapazitätserweiterung sind dafür die entscheidenden Instrumente. Die Potenziale der Digitalisierung von Bahnbetrieb und Infrastruktur wollen wir dazu zügig nutzen. Gleichzeitig werde ich auch darauf achten, dass effizientere und transparentere Strukturen der DB AG die richtige Balance zwischen gemeinwirtschaftlich orientierter Infrastruktur und wettbewerblichen Verkehrsangeboten schaffen, damit wir alle noch größeren Nutzen aus der Schiene ziehen können.“

Michael Theurer

Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, ist neuer Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik. Der Koordinator ist zentraler Ansprechpartner der Bundesregierung für die deutsche Logistikbranche und setzt sich für deren Belange ein.

„Eine leistungsstarke Logistik ist sowohl Rückgrat unserer Wirtschaft als auch Grundlage der Versorgungssicherheit. Das trifft gerade auf Deutschland als Exportnation im Herzen Europas zu. Gemeinsam mit der gesamten Branche werde ich mich daher für eine moderne, wettbewerbsfähige Transportwirtschaft einsetzen. Mein Ziel ist, Digitalisierung und Intermodalität der Logistik voranzubringen. Zudem setze ich auf eine Politik, die Klimaschutz, technische Innovation und wirtschaftlichen Erfolg verbindet.“

Oliver Luksic

Die Personalien wurden heute im Kabinett bestätigt.

Bundesminister Volker Wissing hat darüber hinaus im Bundesministerium für Digitales und Verkehr erstmals eine Beauftragte für Ladesäuleninfrastruktur eingesetzt. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr Daniela Kluckert soll den Ausbau der Ladeinfrastruktur im BMDV koordinieren und prioritär vorantreiben.

„Die Zukunft des Individualverkehrs liegt in der Elektromobilität. Um die Menschen von der Attraktivität der Elektromobilität zu überzeugen, muss das Laden von E-Autos einfacher und schneller werden – so wie bei herkömmlichen Verbrennern muss das Tanken in kurzer Zeit flächendeckend, überall und barrierefrei möglich sein. Hier müssen und wollen wir vorankommen – um die eigenen Klimaschutzziele zu erreichen und damit unsere Unternehmen einen starken Heimatmarkt haben. Nur so bleiben wir Mobilitätsweltmeister und nur so können wir bezahlbare Mobilität für alle auch zukünftig sichern. Dafür möchte ich mich mit voller Kraft einsetzen.“

Daniela Kluckert

Quelle: BMDV; Fotos: Michael Theurer/Laurence Chaperon, Oliver Luksic, Daniela Kluckert

PriMa Express 26/2021 erschienen

Themen sind u.a.:

  • Nahverkehr: DB Regio, National Express und Vias Rail übernehmen Abellio-Linien
  • Güterverkehr: Wettbewerbsbahnen gleichen Delle von 2020 aus
  • Infrastruktur: Netzbeirat vermisst Kundenfokus bei DB Netz
  • Bahnpolitik: EU will TEN-T-Netze reformieren
  • Digitalisierung: VGF führt „fliegenden Block“ ein

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Siemens: 20 Vectron-Lokomotiven für Akiem

Akiem, die Leasing-Gesellschaft für Schienenfahrzeuge, und Siemens Mobility geben die verbindliche Bestellung von 20 Vectron-Lokomotiven durch Akiem bekannt. Dieser Auftrag wurde im Rahmen einer im August 2021 unterzeichneten Rahmenvereinbarung über den Kauf von Lokomotiven, Zusatzausrüstung und Services erteilt. Mit diesem Vertrag untermauert Akiem nicht nur seine führende Position auf dem europäischen Leasingmarkt, sondern auch das Ziel, die europäischen Schienengüter- und Personenverkehrsunternehmen mit geeigneten, effizienten Schienenfahrzeugen zu versorgen.

Effiziente, sichere und zuverlässige Schienenfahrzeuge
Fabien Rochefort, CEO der Akiem Gruppe, erklärt: “Wir sind stolz, mit Siemens eine neue Partnerschaft aufzubauen und unser Flottenportfolio vielfältiger zu gestalten. Wir bei Akiem sind bestrebt, unseren Kunden in ganz Europa Lokomotiven anzubieten, mit denen sie ihren grenzüberschreitenden Betrieb sichern und ausbauen können. So stärken wir unsere Fähigkeit, zuverlässige, wirtschaftliche, sichere und kosteneffiziente Traktions-Services anzubieten, die sowohl von den Personen- wie von den Güterverkehrsunternehmen erwartet werden. Die neu angeschafften Fahrzeuge verfügen über eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h und werden einen wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung unserer Aktivitäten im Personenverkehr leisten. Wir freuen uns, unsere Kunden auch in Zukunft mit hochmodernen Lokomotiven zu beliefern, die auf den Korridoren nach Skandinavien, zur italienischen Halbinsel sowie in Mittel- und Südosteuropa verkehren.”

“Wir freuen uns sehr, Akiem als neuen Vectron-Kunden gewonnen zu haben. Unser Vectron ist eine sehr zuverlässige, umweltfreundliche und leistungsstarke Lokomotive, die die Anforderungen des europäischen Verkehrs erfüllt und unseren Kunden höchste Flexibilität bietet”, sagt Albrecht Neumann, CEO Rolling Stock bei Siemens Mobility.

Die bestellten Mehrsystemlokomotiven haben eine maximale Leistung von 6,4 Megawatt und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Sie sind mit dem erforderlichen nationalen Zugsicherungssystem sowie wie mit dem europäischen Zugsicherungssystem (ETCS) ausgestattet.  

Bis heute hat Siemens Mobility 1.156 Vectron-Lokomotiven an 58 Kunden in 16 Ländern verkauft, darunter 767 Fahrzeuge vom Typ Vectron MS. Die Vectron-Flotte hat bisher über 500 Millionen Flottenkilometer absolviert. Die Lokomotiven sind in  20 europäischen Ländern zugelassen.

Quelle: Akiem; Foto: Siemens AG

Weitere Verträge zwischen ArcelorMittal und CFL cargo

ArcelorMittal und CFL cargo geben die Verstärkung ihrer Partnerschaft durch die Unterzeichnung eines neuen Vertrages bekannt, um den Schienenverkehr zwischen den ArcelorMittal-Produktionsstandorten in Luxemburg und den Gütertransport in ganz Europa zu verbessern.

Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung bekräftigen ArcelorMittal und CFL cargo ihre erfolgreiche Partnerschaft, die auf die Gründung von CFL cargo im Jahr 2006 zurückgeht. Die von den entsprechenden Verträgen abgedeckten Dienstleistungen umfassen den Transport von Rohstoffen zu den wichtigsten Produktionsstandorten in Luxemburg, den internen Transport zwischen und an diesen Produktionsstandorten sowie die Lieferung fertiger Langprodukte in Europa über das Einzelwagenladungsnetz. Die Bereitstellung des angepassten Wagenparks für den Transport von Stahllangprodukten, einschließlich der Reparatur- und Wartungsleistungen, ist ebenfalls Bestandteil der Vereinbarung.

Beide Partner sind überzeugt, dass diese Kooperation den Schienenverkehr weiter vorantreiben und so einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten wird.

Laurence Zenner, CEO von CFL cargo: „Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit ArcelorMittal zu stärken. Unser Angebot an Schienenverkehrslösungen, als nahtloses und nachhaltiges Transportmittel in ganz Europa, trägt dazu bei, CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Unsere Partnerschaft zeigt auch, wie die Integration von Schienendienstleistungen in industrielle Produktionsstandorte dazu beisteuern kann, deren Verarbeitungskapazität zu erhöhen. Darüber hinaus hat diese Zusammenarbeit den Grundstein für die Entwicklung energieeffizienterer Schienenlösungen für den Transport der Endgüter auf wichtigen Schienenverkehrskorridoren gelegt.“

Roland Bastian, Head of country ArcelorMittal Luxembourg: „Die Schiene ist ein wichtiger Faktor bei der Diversifizierung unserer logistischen Mittel, um unsere Industriestandorte mit Rohstoffen zu versorgen und unsere Lieferungen von Fertigprodukten zu verwalten. Sie hat den Vorteil, hinsichtlich der CO2-Emissionen gut aufgestellt zu sein und passt somit perfekt in unsere CSR-Strategie. Die Erneuerung dieser Partnerschaft spiegelt das gemeinsame Interesse unserer beiden Unternehmen und unseren gemeinsamen Wunsch wider, nach wettbewerbsfähigen, flexiblen und effizienten Logistiklösungen zu streben.“

Neuordnung der Eisenbahner-Ausbildung

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Branchenverband für derzeit 639 Unternehmen des öffentlichen Personen- und des Schienengüterverkehrs, begrüßt den auf seine Initiative und unter seiner Mitarbeit erzielten Abschluss der Arbeiten bei der Neuordnung der dualen Berufsausbildung im Eisenbahnbereich.

„Der Branchenverband hat mit seinen Partnern in nur zwölf Monaten erfolgreich bewiesen, dass die Branche den Wandel aktiv begleitet und innovative, zukunftsgerichtete Berufsformate in kürzester Zeit weiterentwickeln kann. Die neugeschaffenen Ausbildungsberufe bei der Eisenbahn bieten Nachwuchskräften abwechslungsreiche Jobperspektiven in der klimafreundlichen Mobilität. Mit der reformierten Berufsausbildung, die zum August 2022 beginnt, können die Auszubildenden ihr Berufsleben mit den Schwerpunkten Lokführer und Transport oder in der Zugverkehrssteuerung starten“, so VDV-Vizepräsident Joachim Berends.

Neben der inhaltlichen Neuausrichtung werden künftig die Digitalisierung und der Einsatz neuer Techniken von größerer Bedeutung sein. Für die Neuordnung wurde die Prüfung durch die Ministerien heute beendet. Der formale Abschluss des Verfahrens wird mit dem Erlass der Verordnung Anfang 2022 erwartet.

Mit der Neuordnung Zahl der Auszubildenden steigern
„Ziel ist es, mit dieser Neuordnung die aktuelle Zahl von 1.557 Auszubildenden branchenweit zu steigern, um dem drängenden Personalbedarf bei den Eisenbahnverkehrs- und -infrastrukturunternehmen erfolgreich zu begegnen. Denn diese Zahl ist nicht ausreichend, gerade mit Blick auf die Zielstellungen, wie sie im Koalitionsvertrag auf Bundesebene für die Schiene formuliert sind“, so Berends. „Die Branche steht hier in der Verantwortung.“ Zu Beginn der dreijährigen Ausbildung erlernen die Auszubildenden zunächst berufsübergreifende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die allgemein für die Tätigkeit im Eisenbahnbereich benötigt werden. Im Anschluss erfolgt die Spezialisierung.

Spezialisierungen für die Lok oder im Stellwerk
„Wir fahren da jetzt zweigleisig: Die Tätigkeitsprofile für Triebfahrzeugführer und im Bereich Fahrweg haben sich auseinanderentwickelt und lassen sich nicht mehr in einem einzigen Ausbildungsberuf darstellen. Mit zwei gesonderten Ausbildungen können die Kenntnisse und Fertigkeiten – etwa bei digitalen Simulationen – künftig zielgerichteter auf die Lernenden und deren Arbeitsgebiete abgestimmt werden“, so der VDV-Vizepräsident. Als Eisenbahner im Betriebsdienst Lokführer und Transport (m, w, d) steuern sie künftig Triebfahrzeuge für den Personen-, Güter- und Rangierverkehr. Während ihrer Ausbildung sind sie bereits mitverantwortlich dafür, ob alle Geräte und Instrumente des Zuges reibungslos funktionieren. Zum Einsatz kommen hierbei die neuesten IT-gestützten Techniken in den Fahrzeugen. Die duale Ausbildung als Eisenbahner (m, w, d) in der Zugverkehrssteuerung sorgt für das Rüstzeug für die künftigen sicheren Weichensteller.

Berufsausbildung gegenüber Studium aufwerten
Vom ersten Tag an erlernen die Auszubildenden, wie Gleisanlagen aufgebaut und Bahnübergangssicherungsanlagen bedient werden, wie Züge gebildet werden und welche Voraussetzungen für die Betriebssicherheit vorliegen müssen. Aufgrund der hohen Komplexität im Schienennetz gelangt die modernste Informationstechnologie zum Einsatz. Der Personalbedarf bei den Eisenbahnen ist auch in der Pandemie unverändert hoch. In der aktuellen branchenweiten VDV-Personalumfrage gaben 62 Prozent der teilnehmenden Eisenbahnen an, dass ihr Personalbedarf im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat, bei 38 Prozent blieb er unverändert; abnehmenden Personalbedarf verzeichnete keine Bahn. „Die Perspektiven der angehenden Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind angesichts des Personalbedarfs glänzend. Auch wenn die Verdienstmöglichkeiten im Branchenvergleich überdurchschnittlich sind, müssen wir diese Ausbildungen stärker wertschätzen. Sie sind entscheidend für unseren Erfolg als Branche“, so Berends abschließend.

Quelle: VDV; Foto: Deutsche Bahn AG/Dominic Dupont

Thema der Woche: Branchentreff in der Türkei

Die Eurasia Rail, die einzige Ausstellung für Schienenfahrzeuge und Stadtbahnsysteme in der Türkei und die drittgrößte weltweit in diesem Bereich, fand dieses Jahr im Istanbuler TÜYAP Convention & Congress Center statt. An der Messe nahmen Hunderte von Ausstellern aus 16 Ländern und Tausende von Besuchern teil. Insgesamt wurden 7.697 Besucher aus 54 Ländern gezählt.

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Wertverluste (Obsolezenz), Unfälle und betriebliche Einsatzkriterien bei Schienenfahrzeugen zu bewerten, erfordern umfangreiche Sachkenntnisse in der Fertigung und Instandhaltung dieser komplexen Fahrzeugtechnik.

Die tracking-rail GmbH hält einen Pool von unabhängigen Sachverständigen/Experten unterschiedlicher Fachrichtungen der Schienenfahrzeugbranche bereit.