Die Eisenbahn im Verteidigungsfall

In der Ukraine leistet die Schiene im Kriegseinsatz großartige Arbeit. Mit Henning Otte, MdB und stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sprach das Privatbahn Magazin über die deutsche Schiene im Verteidigungsfall und die Verzahnung mit der Bundeswehr. Auch in Friedenszeiten ist die Bahn wichtig für das Militär.

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Foto: Michael M. Mey

EIB: 2 Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr

Die Europäische Investitionsbank hat neue Finanzierungen im Umfang von 3,6 Milliarden Euro genehmigt. Sie sollen die Einführung sauberer Verkehrsmittel, Unternehmensinvestitionen und Innovationen sowie Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft und Wohnungsbau vorantreiben.

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Wir haben heute auch Finanzierungen für Innovationen, Unternehmensinvestitionen und den Klimaschutz in Europa und weltweit beschlossen. Die Mittel helfen, den städtischen Verkehr in ganz Europa nachhaltiger zu gestalten, neue elektrische und wasserstoffbetriebene Verkehrsmittel zu entwickeln und die Nutzung erneuerbarer Energien in Afrika, Asien und dem Nahen Osten auszuweiten. Diese Regionen leiden mit am stärksten unter den Folgen der Klimaveränderungen und zunehmenden Klimaextreme. Und dies geschieht mit alarmierender Geschwindigkeit. Deshalb müssen wir jetzt handeln.“

Zwei Milliarden Euro für nachhaltigen Verkehr in Europa und Afrika
Die EIB hat Finanzierungen für den Ausbau des Madrider U-Bahn-Netzes und den Bau der vierten Prager Metrolinie genehmigt. Die sieben Kilometer lange Ausbaustrecke der Linie 11 in Madrid umfasst fünf neue und modernisierte Bahnhöfe. Auf dem fünf Kilometer langen ersten Streckenabschnitt der Prager Metrolinie D mit fünf neuen Bahnhöfen werden fahrerlose Züge eingesetzt und nach vollständiger Inbetriebnahme jährlich voraussichtlich 30 Millionen Fahrgäste befördert.

Finanziert werden zudem Forschungsvorhaben von Unternehmen zur Verbesserung des wasserstoffbetriebenen Bus-, Lkw- und Pkw-Verkehrs, Projekte zur Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen für mehr Fahrzeug- und Fußgängersicherheit sowie Innovationen und moderne Fertigungsverfahren für Elektrofahrzeuge.

Die EIB stellt außerdem Mittel für die Modernisierung eines nationalen Eisenbahnnetzes in Afrika bereit. Dies umfasst auch die Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Signalanlagen sowie die Erhöhung der Sicherheit.

1,4 Milliarden Euro für Innovationen und Investitionen von Unternehmen

Die EIB unterstützt auch neue Finanzierungsprogramme für Unternehmen in Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, der Slowakei, Spanien und Portugal sowie Innovationsvorhaben von Unternehmen.

Neue Finanzierungsinitiativen mit lokalen Finanzpartnern umfassen spezielle Programme zur Förderung von Innovationen und größeren Klimainvestitionen von Unternehmen, um die Energieeffizienz durch den Einsatz moderner, energiesparender Anlagen zu erhöhen.

Quelle/Foto: EIB

Staatssekretär Theurer: Verfahrensabläufe deutlich verkürzen

Wie will das Bundesverkehrsministerium den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene in den kommenden Jahren ausbauen? Wo liegen die verkehrspolitischen Schwerpunkte der Ampelkoalition in Berlin? Und: Was kostet dieser Paradigmenwechsel? Diese und mehr Fragen beantwortet der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer im Privatbahn Magazin-Interview.

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Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

PriMa 3/22 erschienen!

Das neue PriMa ist da! Im Titel geht es um die dringend nötige Verkehrwende und die Frage, wie diese angesichts der aktuellen Zeitenwende gelingen kann.

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Track to the Future – iaf 2022 öffnet in zwei Wochen ihre Tore

Unter dem Leitmotto „Track to the Future” findet von 31. Mai bis 2. Juni 2022 in Münster die 28. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf) statt. Mehr als 120 internationale Aussteller werden neue und innovative Produkte und Dienstleistungen Tausenden Besucher/-innen aus über 60 Ländern präsentieren. Als besonderes Highlight begrüßen die Organisatoren in diesem Jahr Polen als Gastland. Damit würdigt der Verband die positive Entwicklung der polnischen Eisenbahninfrastruktur und die geplanten Modernisierungsschritte in den kommenden Jahren.

Die Messe findet unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesministers für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, statt. In seinem Grußwort betont Wissing die Rolle der Bahn als das Verkehrsmittel der Zukunft, dem eine entscheidende Rolle in der Erreichung der ambitionierten Klimaziele zukommt. So sollen die Fahrgastzahlen erhöht und der Anteil des über die Schiene abgewickelten Güterverkehrs deutlich gesteigert werden. Dies könne aber nur gelingen, wenn das System Schiene fortlaufend modernisiert und attraktiver gestaltet werde. Deshalb werde die öffentliche Hand in den nächsten Jahren massiv investieren und eine moderne, leistungsstarke Infrastruktur schaffen.

Dieiaf genießt in der Bahnbaubranche seit Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf. Viele Aussteller freuen sich darauf, ihre Maschinen und Produkte unter realistischen Bedingungen präsentieren zu können: direkt am Gleis im Schotterbett. Mit 10.000 m2 Hallenfläche, 6.000 m2 Freifläche und mehr als 3.000 m Gleis bietet die iafeinen repräsentativen Überblick über die Branche wie keine andere.

iaf zeigt die Technologie der Zukunft

Wie schon in der Vergangenheit wird die iaf auch in diesem Jahr ihrer Rolle als weltweit führende Messe für Fahrwegtechnik gerecht. Dr. Siegfried Krause, iaf-Messechef und Geschäftsführer der VDEI Service GmbH, erwartet eine spannende 28. Auflage der Messe: „Wir freuen uns sehr, dass so viele Aussteller unserer Messe die Treue halten und auch in diesem Jahr ihre Lösungen für die drängendsten Herausforderungen unserer Branche präsentieren werden. Dazu zählen der Fachkräftemangel, die Notwendigkeit zur CO2-Reduzierung angesichts des Klimawandels und natürlich die Digitalisierung. Und auch dieses Mal werden einige absolute Weltpremieren zu sehen sein.“

Diese Weltpremieren umfassen vor allem Maschinen mit einem höheren Maß an Automation, alternativen Antrieben und dem Einsatz digitaler Technologien. Diese Innovationen verdeutlichen, wie sehr die Industrie bereit ist, die von Bundesminister Wissing skizzierten Entwicklungen zu unterstützen.

Eröffnung & Rundgang

Der Verband Deutscher Eisenbahningenieure e.V. (VDEI) freut sich, mit Frank Sennhenn den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG für die Eröffnung der Messe gewonnen zu haben. Sennhenn wird im Rahmen der Eröffnung am 31. Mai 2022 einen Impulsvortrag zu aktuellen Themen der Fahrwegtechnik halten.

Im Rahmen der Eröffnung wird zudem der mit 3.000 € dotierte Förderpreis des Verbandes für herausragende Arbeiten junger Ingenieurinnen und Ingenieure aus dem Bahnsektor überreicht. Unter den Einreichungen sind acht Hochschulen bzw. Universitäten sowie drei Studienrichtungen vertreten.

Im Anschluss findet der offizielle Messerundgang statt, bei dem die Ehrengäste traditionell in Begleitung des Verbandes das Messegelände und insbesondere die auf der iaf vertretenen Weltpremieren besichtigen, die von den jeweiligen Unternehmensvertretern vorgestellt werden.

Kostenlose Besucherregistrierung

Die iaf bietet interessierten Besucher/-innen die Möglichkeit, sich kostenlos vorab zu registrieren. Wer die Messe besuchen möchte, kann dies unter folgender Web-Adresse machen:
www.iaf-messe.com/de/besucheranmeldung

Sicherer Messebesuch durch 3-G-Regeln und Testzentrum

Um einen sicheren Messebesuch zu gewährleisten, wird die Messe nach den geltenden Sicherheitsbestimmungen durchgeführt, derzeit sind dies die 3-G-Regeln. Besucherausweise werden personalisiert, relevante Zertifikate können online hinterlegt und mit dem jeweiligen Ausweis verknüpft werden. So kann die laufende Kontrolle beim Zutritt auf das Messegelände beschleunigt werden. Während der gesamten Messedauer wird in Eingangsnähe ein Testzentrum eingerichtet, in dem sich Personen, die über kein aktuelles Zertifikat verfügen, testen lassen und mit einem negativen Ergebnis Zutritt zum Messegelände erhalten können.

Quelle/Foto: VDEI Service GmbH

VDB: Starkes Jahr 2021, Herausforderungen für die Zukunft

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2021: Mit 12,9 Milliarden Euro erreicht die Bahnindustrie in Deutschland einen neuen Umsatzrekord, der 3 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Das Inlandsgeschäft steigt um 2,5 Prozent. Der Exportumsatz wächst um 4 Prozent. Auch die Beschäftigungszahl steigt auf 53.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. „Das ist die Bilanz einer resilienten, flexiblen Industrie mit starkem Wachstumspotenzial”, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Am stärksten bleibt das Fahrzeuggeschäft mit 9 Mrd. Euro Umsatz. Das Infrastrukturgeschäft wächst um 18 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro an.

Das Infrastrukturwachstum müsse laut Rodenbeck jedoch insbesondere im Inland im Pandemie-Kontext bewertet werden: „Wir gleichen die durch die Krise entstandene Delle zwar aus, stellen jedoch wie in den Vorjahren fest, dass wir damit noch lange nicht dort sind, wo wir für die Erreichung der Koalitionsvertragsziele hinkommen müssen.“ Der Infrastrukturumsatz im Inland bleibt knapp 4 Prozent unter den Werten von 2019. „Das passt ganz und gar nicht zu den politischen Zielen“, mahnte Rodenbeck. Die Verdopplung der Fahrgastzahlen und Steigerung des Güterverkehrs auf der Schiene erfordere Investitionen in eine leistungsstarke, digitale Schieneninfrastruktur. Die Bahnindustrie setzt nun hohe Erwartungen in das Klimaschutz-Sofortprogramm des Bundes.

Die Auftragsbücher der Bahnindustrie sind im vergangenen Geschäftsjahr 2021 sehr gut gefüllt. Auch im Auftragseingang verzeichnet die Bahnindustrie in Deutschland einen Rekordwert von 16,7 Milliarden Euro. Durch den Zuwachs von rund 19 Prozent liegt der Auftragseingang wieder deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Bahnindustrie erlebe nach der Pandemie einen Nachholeffekt, so Rodenbeck. Verschobene Projekte würden insbesondere auf den Weltmärkten wieder aufgenommen. Unter der Corona-Krise hatte insbesondere das Exportgeschäft gelitten. 2021 steigt der Auftragseingang im Ausland mit einem Plus von 71 Prozent wieder auf vor-Pandemie-Niveau. Auch im Inland wächst der AE um 2 Prozent.

Bahnindustrie fordert Tempo für die Dekarbonisierung
Die Bilanz für das Gesamtjahr 2021 spiegele die anfängliche Erholung einer zukunftsträchtigen Branche nach knapp zwei Jahren Pandemie – jedoch vor dem Krieg in der Ukraine. Klimaschutz ohne Aufschub bleibe jetzt mehr denn je der richtige Imperativ, betonte Rodenbeck: „Politik und Branche müssen Kurs halten für die Klimaziele und für die strategische Souveränität Europas.“ Dekarbonisierung und Energieeffizienz komme heute neben der klimapolitischen auch eine sicherheitspolitische Relevanz zu. Mehr denn je brauche es Tempo für die klimafreundliche Transformation der Mobilität.

Bahnindustrie fordert starke Lieferkettenpartnerschaft
Die Bahnindustrie in Deutschland ist als Klimaindustrie zentraler Akteur für die Realisierung der Klimaziele. Doch die globalen Lieferketten werden infolge der Pandemie und des russischen Angriffskriegs durch unabwendbare Kostenanstiege und präzedenzlose Nichtlieferbarkeiten bei kritischen Rohstoffen, Vorprodukten und Komponenten massiv beeinträchtigt. Das gefährdet die Umsetzung der Verkehrsziele des Koalitionsvertrags. Nötig sind klare politische Leitlinien. Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette muss durch Preisgleitung oder Mehrkostenteilung eine Anpassung an die Marktentwicklung ermöglicht werden. Solange Materialien für Züge unabwendbar nicht lieferbar sind, Fristen also unverschuldet verstreichen, muss darüber hinaus auf Pönalen verzichtet werden. „Nur in partnerschaftlicher Verantwortung wird es gelingen, die wichtigen Ziele des Koalitionsvertrages gemeinsam zu realisieren“, so Rodenbeck.

Bahnindustrie fordert deutliche Beschleunigung von Investitionen und Prozessen
Klimaschutz braucht darüber hinaus eine Finanzierungslinie mit Perspektive. Für die Digitalisierung der Schiene hat das Beratungsunternehmen McKinsey bereits 2018 ein notwendiges Investitionsvolumen von 32 Mrd. Euro berechnet. Bliebe es bei der aktuellen Finanzierungslinie, würde Deutschland, so Rodenbeck, dieses Volumen in etwa 55 Jahren erreichen – und das Ziel der vollständigen Schienendigitalisierung bis 2035 verfehlen. Notwendig sind jetzt mindestens 2 Mrd. Euro im Jahr. Auch für die Elektrifizierung des Schienennetzes muss ein konstantes Vergabevolumen der Industrie ermöglichen, entsprechende Kapazitäten aufzubauen. Dabei sind nicht allein Gelder entscheidend, sondern auch effiziente Prozesse. Deutschland sei bei Planungs- und Genehmigungsverfahren zu oft im Schneckentempo unterwegs. Dass es auch anders geht, zeigt das gemeinsam mit Bund, Eisenbahn Bundesamt und Deutsche Bahn AG aufgelegte Schnellläuferprogramm. Für die Modernisierung nicht-zeitgemäßer Stellwerke hat der Pilot die Umsetzungszeit von 5 Jahren auf etwa ein Jahr verkürzt. „Das muss der neue Standard werden. Neue Technologien und beste Angebote erfordern neue Wege“, forderte Rodenbeck.

Quelle/Grafik: VDB

Thema der Woche: 100 Jahre UIC

100 Jahre besteht die UIC nun schon. Der Feier stehen die akuten Herausforderungen gegenüber: Reduzierung der Emissionen weltweit bis 2030, Dekarbonisierung, Förderung von Verkehrsverlagerungen und zielführende Zusammenarbeit mit anderen maßgeblichen Verkehrsträgern.

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Foto: pixabay.com/fotolehrling

Netzbeirat warnt vor Unterfinanzierung des Schienennetzes

Der Netzbeirat der DB Netz AG sieht wegen unzureichender Infrastrukturfinanzierung den Deutschlandtakt und wichtige Bauvorhaben im Bundesschienennetz in Gefahr. Der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Norbert Reinkober (Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH in Köln), warnt vor einer „dramatischen Unterfinanzierung“ des Schienennetzes in den kommenden Jahren: „Der vom Kabinett verabschiedete Haushaltsplan 2022 sieht in der Mittelfristplanung zu wenig Geld für baureife Vorhaben vor. Bleibt es bei den unzureichenden Finanzzusagen für die kommenden Jahre, lassen sich bis zum Jahr 2030 weder der Deutschlandtakt noch die von der Bundesregierung angestrebte Verdopplung der Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr realisieren.“

Dr. Norbert Reinkober fordert den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf, den Regierungsentwurf „deutlich nachzubessern“. Für den Neu- und Ausbau des Schienennetzes müsse der Bund „so schnell wie möglich 3 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung stellen“. Der Regierungsentwurf sieht bislang für dieses Jahr lediglich 1,9 Milliarden Euro vor. Das Bundesverkehrsministerium hält einen Hochlauf der Mittel auf 3 Milliarden Euro spätestens bis zum Jahr 2027 für nötig. „Dieser Hochlauf ist bislang in der Finanzplanung des Bundes nicht hinterlegt“, kritisiert Reinkober.

Der Netzbeirat wird vom Eisenbahnbundesamt einberufen und besteht aus 17 Persönlichkeiten, die als Repräsentanten der Netznutzer deren Belange vertreten.

Quelle: Netzbeirat; Foto: pixabay.com

NEE: „Fail mit Ansage“

Der bekanntgewordene Entwurf für das gesetzlich notwendige Klimaschutz-Sofortprogramm würde nach Einschätzung des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen e.V. einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Im vom Bundesverkehrsministerium verantworteten Güterverkehrssektor seien sowohl die CO2- als auch die Kostenwirkung der Maßnahmen diffus.

„Bereits im Jahr 2021 wurden die erlaubten Werte im Verkehrssektor um rund 3 Mio. Tonnen CO2 verfehlt. Wenn die bis 2030 prognostizierte Klimalücke von 271 Mio. Tonnen CO2, zu der der Güterverkehr mehr als ein Drittel beiträgt, geschlossen werden soll, ist schnelles und entschlossenes Handeln und klare Priorität für die Schiene erforderlich“, sagte Ludolf Kerkeling, NEE-Vorstandsvorsitzender, dem der Entwurf bereits vorliegt. „Das Konzept liegt dagegen auf der Linie der bisherigen unentschlossenen Politik. Es fehlt an Maßnahmen, die das Ziel Klimaschutz zielgerichtet verfolgen. Stattdessen baut es darauf auf, den Straßengüterverkehr durch unpräzise Förderversprechen auf dem Papier zum Klimafreund zu erklären.“

Konkret kritisiert der Güterbahnen-Chef, dass die CO2-Effekte der Maßnahmen nicht quantifiziert und damit wirklich sinnvolle Ansätze außen vor bleiben. So leiste die vorgeschlagene Verbesserung der Effizienz von (Lkw)-Trailern einen sinnvollen, aber sehr kleinen Beitrag zum Klimaschutz, wohingegen die flächendeckende Kranbarkeit der Sattelauflieger um Größenordnungen mehr CO2 einsparen könnte, weil damit die Trailer im Hauptlauf mit dem umweltfreundlichen Güterzug transportiert werden könnten.

Statt klimaschädliche Subventionen abzubauen und damit klimafreundliche Alternativen wettbewerbsfähiger zu machen, verliert sich das Konzept in nicht bezifferten Ankündigungen zur Förderung klimafreundlicher Antriebe für den Straßengüterverkehr. Dass die Regierung aus dem Desaster mit der Förderung von Erdgas-Lkw etwas gelernt hätte, wird aus dem Text nicht ersichtlich. Sollte die Regierung die Mehrkosten eines Antriebstauschs beim Straßengüterverkehr finanzieren wollen, statt Güter auf die Schiene zu verlagern, prophezeit Kerkeling Schiffbruch für Regierung und Klimaschutz. „Die notwendigen Summen wären den Steuerzahlenden nicht vermittelbar, zumal es eine so schnell verfügbare, kostengünstigere und energieeffiziente Alternative gibt: die Güterbahnen“, so Kerkeling.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die andauernde Unterfinanzierung des Verkehrsträgers Schiene, die mit diesem Konzept nicht beendet wird. 3 Mrd. Euro ab 2027 für den Neu- und Ausbau der Schieneninfrastruktur kommen deutlich zu spät, dieser Betrag müsste bereits ab sofort fließen und bis zum Ende des Jahrzehnts auf 6 Mrd. Euro gesteigert werden. „Uns fehlt das klare Bekenntnis: Einerseits will man 25 % Marktanteil für den Schienengüterverkehr ab 2030, andererseits ist man nicht gewillt, die nötigen Investitionen zu tätigen. Die Infrastruktur ist bereits jetzt vielerorts überlastet. Die Ampel riskiert damit sehenden Auges den Kollaps des Schienensystems.“

Die Regierung muss den Entwurf mit Zahlen und Fakten hinterlegen und ihre Strategie schärfen, um Güter auf die Schiene zu bringen. Sonst bleibt das Gesetz ein zahnloser Tiger.

Quelle/Foto: NEE

Neuer Highspeed-Player in Europa

Die Geschäftsführungen von SNCF Voyageurs, Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ), SNCB und Federated Hermes Infrastructure geben die Zusammenführung von Eurostar und Thalys bekannt.

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