„Jetzt ist die entscheidende Anfangsphase”
Ein einzelner Softwarefehler beim Austausch einer Netzwerkkomponente – mehr brauchte es nicht, um in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2026 den Bahnverkehr in ganz Deutschland zum Erliegen zu bringen. Was das für die Verwundbarkeit einer Infrastruktur bedeutet, die längst mehr ist als ein Verkehrsträger – die Rohstoffe, Chemieprodukte und Industriegüter transportiert, von der Häfen und Lieferketten abhängen und die im Zuge der Zeitenwende auch militärisch an Bedeutung gewinnt –, lesen Sie im Titelthema der aktuellen PriMa-Ausgabe.
Wie akut die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Zugfunks ist, zeigt auch ein Interview, das wir kurz vor dem Ausfall geführt haben: Marcel Haar, Geschäftsführer von Frequentis Deutschland, sprach mit uns über den anstehenden Umstieg von GSM-R auf den Nachfolgestandard FRMCS. Sein zentraler Punkt: Ein Technologiewechsel in sicherheitskritischer Infrastruktur dauert 10 bis 15 Jahre – wer jetzt nicht beginnt, verschiebt das Problem nur in die Zukunft. Haar plädiert für einen phasenweisen Übergang mit klar abgegrenzten Streckenkorridoren statt eines flächendeckenden Rollouts, etwa im Rahmen laufender Grundsanierungen wie Hamburg–Berlin. Daneben ordnet er ein, wie unterschiedlich Bahnen in Europa das Thema angehen – die SNCF setzt auf öffentliche 4G-Netze, die Deutsche Bahn auf ein eigenes Netz –, und erklärt, welche Rolle Redundanz und Cyber-Resilienz in der Produktstrategie von Frequentis spielen, einem Unternehmen mit Wurzeln in der Flugsicherung.
Das vollständige Interview können Sie hier kostenfrei in voller Länge lesen.
