Das Schienennetz in Euopa schrumpft weiter. Das gehe nach Angaben von „Allianz pro Schiene“ aus bisher unveröffentlichten Zahlen der EU-Kommission hervor. Demnach sei das Eisenbahnnetz der EU im Laufe der letzten zehn Jahre um 2,2 Prozent kürzer geworden. Im gleichen Zeitraum sei das europäische Autobahnnetz um rund 22 Prozent gewachsen. Keinen guten Platz belegt dabei die Bundesrepublik Deutschland im europäischen Vergleich. Beim Netzabbau rangiere Deutschland mit einem Minus von 7,9 Prozent bei den Bundesschienenwegen an drittletzter Stelle. Nur Polen (minus 12,4 Prozent) und Lettland (minus 19,2 Prozent) schrumpften ihre Schieneninfrastruktur von 2000 bis 2009 noch stärker als die Bundesrepublik. In anderen EU-Ländern wurde indes in den Streckenausbau investiert: so vergrößerte Spanien sein Streckennetz im untersuchten Zeitraum um 8,5 Prozent und auch in Italien wurde das Eisenbahnnetz erweitert (plus 5,0 Prozent). Warum ausgerechnet in Deutschland diese Entwicklung in die andere Richtung zeigt, liegt nach Aussage des Geschäftsführers von Allianz pro Schiene, Dirk Flege, bei der Politik. „Die Verantwortung der Bundesschienenwege liegt beim Bund. Netzschrumpfung ist immer eine politische Entscheidung“, sagt Flege. Flege verweist in diesem Kontext darauf, dass das Straßennetz in den letzten zehn Jahren um 9,4 Prozent gewachsen sei. „Die deutsche Politik setzt bis heute viel zu sehr auf Asphalt“, erklärt Flege und ergänzt: „Ziel muss sein, dass das Streckennetz in Deutschland wieder wächst und nicht weiter schrumpft.“