Rechtsstreit beendet: Auffermann übernimmt NWL-Vorsitz
Mit der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen am 30. Juni 2026 ist der Konkurrenzstreit um die Position des hauptamtlichen Verbandsvorstehers des NWL offiziell beendet. Die Beschwerde des unterlegenen Bewerbers wurde abgelehnt; der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.
Somit kann Christiane Auffermann, bereits seit April 2025 Geschäftsführerin des NWL, ihre Position als hauptamtliche Verbandsvorsteherin antreten. Von der Verbandsversammlung des NWL wurde Christiane Auffermann bereits im Dezember 2025 zur hauptamtlichen Verbandsvorsteherin gewählt. Somit kann die von der Verbandsversammlung getroffene Bestellung nunmehr erfolgen. Damit endet die Amtszeit des ehrenamtlichen Verbandsvorstehers Dr. Linus Tepe, der den Vorsitz nun übergibt.
Hintergrund des Verfahrens
Im Zuge struktureller Veränderungen hatte die Verbandsversammlung des NWL beschlossen, den Verband künftig hauptamtlich statt nebenamtlich zu führen. Im Dezember 2025 wählte sie Auffermann zur hauptamtlichen Verbandsvorsteherin. Der damalige nebenamtliche Verbandsvorsteher Dr. Klaus Drathen, Kreisdirektor des Hochsauerlandkreises, hatte sich selbst auf die neu geschaffene Position beworben, war dabei jedoch nicht ausgewählt worden und klagte gegen die Stellenbesetzung. Sein Eilantrag scheiterte zunächst beim Verwaltungsgericht Arnsberg, die anschließende Beschwerde vor dem OVG NRW blieb ebenfalls erfolglos. Der Beschluss ist unanfechtbar (Az. 6 B 426/26). Drathen war bereits zuvor von der Verbandsversammlung des Misstrauens abberufen worden; sein Nachfolger im nebenamtlichen Amt, Dr. Linus Tepe, übergibt nun regulär an Auffermann.
Stimmen zur Ernennung
Christiane Auffermann kommentiert die Ernennung: „Ich freue mich sehr, die Verantwortung als hauptamtliche Verbandsvorsteherin des NWL zu übernehmen. Nach Abschluss des Verfahrens ist nun die notwendige Klarheit geschaffen. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden und der Unterstützung aus kommunaler Politik und Verwaltung werde ich die erfolgreiche Arbeit des NWL fortsetzen und den Verband konsequent zum modernen Mobilitätsverbund weiterentwickeln. Für mich war es selbstverständlich, diesen Prozess bereits mit voller Überzeugung voranzutreiben – umso mehr freue ich mich, dies nun auch mit der entsprechenden Legitimation fortsetzen zu können. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den NWL als Dienstleister für die kommunale Familie für eine verlässliche, moderne und zukunftsfähige Mobilität in Westfalen-Lippe weiter stärken.“
Auch Dr. Linus Tepe äußert sich zum Ergebnis: „Manchmal dauern Verfahren länger, als einem lieb ist – umso schöner ist es, dass ich den Staffelstab jetzt auch offiziell übergeben kann. In den vergangenen Monaten war es mir wichtig, dem SPNV in Westfalen-Lippe eine starke Stimme zu geben und die Interessen unserer Fahrgäste und deutlich zu vertreten. Gemeinsam haben wir wichtige Weichen gestellt – von der Transformation des NWL zum Mobilitätsverbund bis hin zu einer klaren Positionierung gegenüber Land und Bahn. Ich bin überzeugt, dass Christiane Auffermann diesen Weg erfolgreich fortsetzen wird. Für mich heißt das: ein Ehrenamt weniger, für den NWL aber vor allem eine starke hauptamtliche Führung. Das ist eine gute Nachricht für alle Beteiligten.“
Quelle/Foto: NWL
