Die Deutsche Bahn will sich laut einem Strategiepapier, das der Vorstand des Konzerns in zwei Wochen vorlegen will, stärker auf das Geschäft im Inland konzentrieren. So berichtet es die „Welt“. Unter anderem, um Probleme mit Technik und Pünktlichkeit in den Griff zu bekommen, soll Deutschland zukünftig im Fokus der Anstrengungen stehen.

Neben dem Verkauf der Konzerntochter Arriva sieht das Konzept von Vorstandschef Richard Lutz ein starkes Wachstum des Personennah- und Fernverkehrs auf dem Heimatmarkt vor.

Im Aufsichtsrat hat der Plan nicht nur Freunde: Es werde sich zu stark auf den Schienensektor konzentriert, heiß es. Ein Verkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn müsse sich der Verkehrswende stellen und den Kunden eine komfortable Reisekette von Tür zu Tür möglich machen. Dazu gehöre zum Beispiel das Angebot einer klugen App, die alternative Verkehrsmittel wie Leihräder, Mietwagen oder E-Scooter ohne großen Aufwand für die Reisenden mit einbinde.

Das angestrebte Wachstum wird nur mit ordentlichen Investitionen möglich sein: Nicht nur ein weiterer Ausbau des Schiennetzes ist nötig, sondern es wird auch mehr Personal gebraucht und neue Züge müssen her, um Großstädte im Halbstundenrhythmus miteinander zu verbinden.

5 Milliarden Euro veranschlagt Richard Lutz für sein Konzept. Mit dem Verkauf von Arriva dürften 2 bis 4 Milliarden Euro in die Kasse kommen, schätzt die „Welt“ und erwartet eine Erhöhung der Verschuldung des Unternehmens für die verbleibende Finanzierungslücke. Doch dafür müssen Bund und Aufsichtsrat mitspielen.