Die Beschleunigung des Branchenwachstums und die Wahl eines neuen Verbandsvorsitzenden standen ganz oben auf der Tagesordnung der 35. UNIFE-Generalversammlung, zu der sich die europäische Bahnzulieferindustrie diese Woche in Brüssel versammelte, um zu erörtern, wie sie ihren Vorsprung gegenüber der globalen Konkurrenz behaupten kann.

Nach drei erfolgreichen Jahren als Vorsitzender des UNIFE-Vorstands übergab Siemens-CEO Michael Peter die Leitung des Verbandes an Alstoms neuen CEO Martin Sion, wobei beide Vorstandsmitglieder während der zweitägigen Veranstaltung die mitgliederweite Zusammenarbeit zur Förderung des Wachstums begrüßten.

In den „Discovery Café“-Rundtischgesprächen, in denen die UNIFE-Mitglieder zu ihren Ansichten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnzulieferindustrie befragt wurden, forderten sie unmissverständlich eine „Straffung statt Neugestaltung“ der Vorschriften und eine offensivere EU-Exportstrategie.

Die Mitglieder wiesen zudem darauf hin, dass die europäischen Institutionen ihre Mission fortsetzen und bei der Harmonisierung der Rechtsvorschriften unterstützt werden müssen, da die Fragmentierung auf nationaler Ebene weiterhin den europäischen Binnenmarkt beeinträchtigt.

UNIFE-Generaldirektor Enno Wiebe leitete die Veranstaltung und lobte den neuen konstruktiven und kooperativen Geist sowohl innerhalb des Eisenbahnsektors als auch gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, um einen Weg der Exzellenz einzuschlagen.

Die politische Sichtbarkeit der europäischen Bahnzulieferindustrie ist mittlerweile stark; nun müssen die Ambitionen jedoch in Taten umgesetzt werden, was nur durch die Zusammenarbeit für eine wettbewerbsfähige europäische Bahnzulieferindustrie erreicht werden kann.

Der EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, Jozef Síkela, traf im Rahmen der Generalversammlung mit Vertretern der Branche zusammen und führte einen konstruktiven Dialog darüber, wie die Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert werden kann.

Im Rahmen der Veranstaltung nahmen Magda Kopczyńska (Generaldirektorin der GD MOVE, Europäische Kommission), Oana Gherghinescu (Exekutivdirektorin, Eisenbahnagentur der Europäischen Union), Giorgio Travaini (Exekutivdirektor, Gemeinsames Unternehmen „Eisenbahn“ in Europa) sowie der scheidende UNIFE-Vorsitzende und CEO von Siemens Mobility, Michael Peter, an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Am Scheideweg zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz“ teil.

Das Vertrauen in die Ausrichtung des Verbandes wurde durch die Aufnahme von drei neuen Vollmitgliedern – Magellan (UK), Teltronic (ES) und Zonegreen (Sentric Safety Group) (UK) – sowie eines assoziierten Mitglieds, der Polska Izba Kolei (Polnische Eisenbahnkammer) (PL), untermauert.

Die UNIFE-Generalversammlung endete mit der Bestätigung von Rom als Veranstaltungsort für die Ausgabe 2027, die am 9. und 10. Juni stattfinden soll.

O-Töne der Veranstaltung

„Ich möchte dem scheidenden Vorsitzenden Michael Peter für seine wertvolle Arbeit, seine Leidenschaft und seine Unterstützung in den letzten drei Jahren danken, mit denen er den Verband vorangebracht hat. Wir sind auch gespannt darauf, was Martin in diese Rolle einbringen wird, insbesondere seinen Ehrgeiz und seine neue Perspektive, dank seiner Erfolge in der Luftfahrtindustrie.“
– UNIFE-Generaldirektor Enno Wiebe

„Ich möchte Michael Peter für seine Führung der UNIFE in den letzten drei Jahren danken, die dazu beigetragen hat, die UNIFE zu einer stärkeren und einflussreicheren Stimme für unsere Branche zu machen. Der Fokus liegt nun auf dem, was als Nächstes kommt, denn die Schiene ist nicht mehr nur ein Randthema auf der strategischen Agenda Europas, sondern ein entscheidender Bestandteil davon. Unsere Mission ist es, Ambitionen in konkrete Investitionen umzusetzen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lieferketten im Schienenverkehr zu sichern und dafür zu sorgen, dass die Schiene im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen steht, die die Zukunft des Verkehrs auf dem Kontinent bestimmen werden.“
– UNIFE-Vorsitzender und Alstom-CEO Martin Sion

„In den vergangenen drei Jahren haben wir die Bahnindustrie erfolgreich in den Mittelpunkt der Agenda der EU für Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gerückt. Die Dynamik ist heute unbestreitbar: Die EU-Politik ist zunehmend darauf ausgerichtet, ihre industrielle Basis zu stärken – vom Industrial Accelerator Act bis zur bevorstehenden Überprüfung des EU-Vergaberechts.“
– scheidender UNIFE-Vorsitzender und Siemens-CEO Michael Peter

„Die europäische Bahnindustrie ist für unsere Wettbewerbsfähigkeit, unsere Konnektivität und unsere industrielle Zukunft von entscheidender Bedeutung. Unser Austausch mit ihren Vertretern hat gezeigt, wie Global Gateway europäische Unternehmen stärken und gleichzeitig Partnerländern eine verlässliche Möglichkeit bieten kann, in nachhaltige Mobilität zu investieren. Durch Global Gateway verbindet die EU hohe Standards mit strategischer Finanzierung, um europäische Unternehmen dabei zu unterstützen, fair im Wettbewerb zu bestehen und in schnell wachsenden Märkten weltweit zu expandieren.“
– EU-Kommissars für internationale Partnerschaften, Jozef Síkela

„Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit steht im Mittelpunkt unserer Agenda. Wir setzen uns dafür ein, die EU-Vorschriften schlanker, schneller und wirksamer zu gestalten, basierend auf ihrer praktischen Anwendung, damit die europäische Eisenbahnindustrie investieren, expandieren und innovativ sein kann. Gleichzeitig sind wir entschlossen, die Fragmentierung im einheitlichen europäischen Eisenbahnraum zu überwinden, damit die Harmonisierung Kosten senken, die Einführung beschleunigen und Europas globale industrielle Führungsrolle stärken kann.“
–  Generaldirektorin der GD MOVE, Europäische Kommission, Magda Kopczyńska

 

Quelle/Foto: UNIFE