In Bayern betreiben 22 nichtbundeseigene Eisenbahnen rund 600 Kilometer öffentliche Strecke. Gleise, Weichen und Signale müssen nach 20 bis 30 Jahren ersetzt werden. Nach der Rechnung des VNEI kostet das je Streckenkilometer mindestens rund 1 Million Euro, gerechnet über 25 bis 30 Jahre. Für Bayern ergibt das 20 bis 24 Millionen Euro im Jahr, ohne Bahnübergänge, Stationen und laufende Unterhaltung. Im allgemeinen NE-Titel des Doppelhaushalts 2026/27 stehen je Jahr 2 Millionen Euro.
Der Verband erkennt an, dass Bayern nach zwei Jahren ohne Ansatz wieder Mittel bereitstellt. Je Kilometer und Jahr sind das rund 3.300 Euro. Baden-Württemberg setzt nach seinem Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz rund 24.000 Euro ein, etwa das Siebenfache.

„Fehlt das Geld für die Erneuerung, fahren Züge nicht unsicher, sondern langsamer und am Ende gar nicht mehr“, sagt VNEI-Geschäftsführer Roman Müller-Böhm. „Das haben wir dem Landtag mit Zahlen gezeigt. Beim Bewuchs im Gleis war im Saal spürbar, dass alle das Problem kennen. Dort wollen wir als Erstes vorankommen.“

Die drei Bitten des VNEI an den Landtag

1. Ein eigenständiges Landesprogramm für Ersatzinvestitionen mit 20 bis 24 Millionen Euro im Jahr, vom Land mit bis zu 80 Prozent gefördert, dauerhaft und verlässlich, unter Anrechnung der Bundesmittel. Dass solche Mittel abfließen, hat Bayern selbst gezeigt: Aus dem Corona-Investitionsprogramm für die NE wurden 2023 rund 33,8 Millionen Euro verausgabt.

2. Fünf Verfahren vereinfachen, die Bayern weitgehend selbst regelt: die Vegetationspflege im Gleis, den Ausgleich für Bahnübergänge, eine veröffentlichte Förderrichtlinie, die Verfahren der Landeseisenbahnaufsicht und einen Stichtag für den Stand der Technik auch bei Plangenehmigungen.

3. Bei der Regionalisierung die Linie der Länder stützen, wenn Bayern am 21. und 22. Oktober 2026 die Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau leitet. Die Förderfähigkeit muss der Strecke folgen und nicht dem Eigentümer.

Welche Vorschläge der Landtag aufgreift, ist offen. Der VNEI bleibt dazu im Gespräch. Die schriftliche Stellungnahme steht hier zum Download bereit. Dort lässt sich auch die Präsentation aus der Sitzung Folie für Folie ansehen.

 

Quelle/Foto: VNEI
Roman Müller-Böhm (links) und Dr. Frank-Matthias Ludwig vor dem Bayerischen Landtag.