Eine bundeseigene Autobahn GmbH wird sich ab dem Jahr 2021 um die Verwaltung, Instandhaltung und den Ausbau des Autobahn-Netzes in Deutschland kümmern. Bisher verteilt der Bund seine Gelder an die Länder, die sich dann um die Unterhaltung der Autobahnen kümmern.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kündigte nun Stefan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der neuen Autobahn-GmbH einen Ausbau des Streckennetzes an. Auf sechs bis acht Spuren sollen einzelne Abschnitte erweitert werden, um Staus zu vermeiden; Staudaten sollen verstärkt in Leitzentralen kommuniziert werden, um den Verkehr mit elektronischen Schilderbrücken im Bedarfsfall umzuleiten. Krenz kündigte darüber hinaus eine umfassende Sanierung der Autobahnen an: Weniger Schlaglöcher, sauberere Parkplätze und schnellere Bauarbeiten stehen auf seiner Liste. Man habe zu lange von der Substanz gelebt und müsse nun investieren. Geld für das 13.000 Kilometer umfassende Streckennetz gebe es genug, sagte Krenz: „Die Mittel sind ausreichend.“

Daniel Rieger, Leiter der Verkehrspolitik beim Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), hat diese Meldung mit Schrecken gelesen. Er sagt dazu: „Diese Art der Infrastrukturplanung ist derart unzeitgemäß, dass mir die Worte fehlen. Mehr Straßeninfrastruktur hat nachweislich noch nie zu mehr Mobilität geführt – im Gegenteil. Mehr Straßeninfrastruktur induziert mehr Pkw- und Lkw-Verkehr. Es ist mir unbegreiflich, wie man in Zeiten des Klimanotstands und vor allem der dringenden Notwendigkeit, endlich auch im Verkehrsbereich umzusteuern, auf den Gedanken verfallen kann, weiterhin die autogerechte Welt als oberstes Planungsziel auszurufen. Stattdessen müssen wir substantiell in umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Bahn oder den Radverkehr investieren. Dort ist das Geld wesentlich besser angelegt als für den Neubau von Autobahnen.“